
Weil eine Lehrerin bei der amtsärztlichen Untersuchung eine Bauchraumverhärtung samt Operation verschwiegen hat, durfte ihre Verbeamtung abgelehnt werden. Auf ein entsprechendes Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen weist der Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA) hin. (Az.: 1 K 5204/24)
Im konkreten Fall musste eine angestellte Lehrerin zur Überprüfung zur Amtsärztin, weil sie verbeamtet werden wollte. Dort erwähnte sie, dass sie vor Kurzem zur Abklärung einer Bauchraumverhärtung operiert worden sei. Die Amtsärztin forderte weitere Unterlagen. Sie wies die Lehrerin auch darauf hin, dass diese die Schweigepflichtentbindung für den Arzt widerrufen könne – das tat die Frau.
Gleichzeitig vereinbarte sie aber einen neuen Termin bei demselben Gesundheitsamt. Bei dieser zweiten Untersuchung verschwieg sie einer anderen Amtsärztin dann die Operation und die Verhärtung, sodass die gesundheitliche Eignung bescheinigt werden sollte.
Doch vor der Verbeamtung fiel die doppelte Untersuchung auf. Daraufhin lehnte die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf die Bewerbung der Frau wegen Zweifeln an ihrer charakterlichen Eignung als Lehrerin ab. Zu Recht, so entschied das Gericht.
Als Lehrerin Vorbild für aufrichtiges Verhalten
Die Frau habe die Bauchraumverhärtung verschwiegen, um ihre gesundheitliche Eignung zu erschleichen. Das sei mit dem Leitbild eines Lehrers nicht zu vereinbaren, der ein Vorbild für aufrichtiges und regelkonformes Verhalten sei. Die Frau argumentierte zwar, sie halte die Verhärtung für medizinisch irrelevant. Doch laut dem Gericht hätten ihr die Ausführungen der ersten Amtsärztin deutlich machen müssen, dass die Verbeamtung auch von der Abklärung der Bauchraumverhärtung abhängen werde.
Wie sich die Frau dann verhalten habe, sei arglistige Täuschung, so das Gericht. Selbst wenn sie verbeamtet worden wäre, hätte die Ernennung wieder zurückgenommen werden können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es kann Berufung beantragt werden. News4teachers / mit Material der dpa









Sollen Lehrkräfte in einer offenen Gesellschaft jetzt einen Art vormodernen Korpsgeist zeigen?
Eine Person hat einen Fehler begangen und muss nun mit den Konsequenzen leben.
Die ewige Geschichte von der amtsärztlichen Untersuchung mal wieder. Ich kenne im Kollegium ein gutes Dutzend an Storys dieser Art, wo auf beiden Seiten fleißig betrogen wurde, also auf Seite der Ärzte sowie der Patienten.
Gebt uns doch bitte endlich eine einheitliche Liste mit Kriterien, die für oder gegen eine Verbeamtung sprechen, damit dieser Schwachsinn endlich mal vorbei ist.
Gibt’s doch längst.
Schön wäre ja die amtsärztliche Untersuchung würde in allen kreisfreien Städten und Landkreisen nach einheitlichen Kriterien durchgeführt und nicht nach Gutdünken.
Inwiefern und warum sollten denn bitte Ärzt*innen “fleißig betrügen” – Sie wissen schon, dass die auch einen Eid geschworen haben oder ?
Eine Liste gibts zu den gesundheitlichen Vorraussetzungen längst, aber die meinten sie wohl nicht. Vermutlich soll es weitere aus “hierarchischen Gründen” gar nicht geben…
Das führt natürlich auch dazu, dass monatelang vor einer anstehenden Verbeamtung keine Vorsorgetermine und keine empfohlenen Abklärungen von unklaren Befunden beim Hausarzt durch weitere Untersuchungen wahrgenommen werden.
Ist ja logisch, genau so wie viele beim Psychologen selber bar zahlen.
WENN man aber schon betrügt, dann doch bitte richtig und nicht so dumm – ist doch klar, dass Amtsarzt zwei die Infis von Amtsarzt eins lesen wird…
Ich weiß nicht, was eine “verhärtete Bauchdecke” ist – aber wenn es auskurierbar oder nicht -dienstunfähig ist, prozessiert man einfach gegen das Urteil des Amtsarztes…und wird auch öfters gewinnen.
Wenn aber nachweislich lügt – das ist echt dumm, dann war es das eh mit Verbeamtung, zu 100%.
Könnt ihr eure beknackte Verbeamtung bitte abschaffen? Das geht gegen die Menschenwürde! Wer gesund ist, wird ein Leben lang gut versorgt, wer kränker ist, wird im Stich gelassen. Wer listig ist, wartet mit dem krank werden bis nach der Verbeamtung, auf Kosten aller Anderer. Wer ehrlich ist, wird abgestraft. Was für ein blödes System!