DÜSSELDORF. Ein digitales Instrument drängt in die Schulen: eine Schüler-Identifikationsnummer, die helfen soll, junge Menschen besser zu fördern – von der Kita bis zur Hochschule. Eine parteiübergreifende Kommission des NRW-Landtags, die sich mit der Zukunft des Bildungssystems beschäftigt, empfiehlt aktuell die Einführung einer solchen digitalen Bildungsakte. Doch Kritiker warnen: Die Schüler-ID könnte mehr Kontrolle als Chancengleichheit bringen. Lehrerverbände warnen vor einem neuen Bürokratiemonster. Und über allem schwebt die Frage: Was genau soll damit überhaupt bezweckt werden?

Tron ist zehn Jahre alt und hat Angst vor der nächsten Mathearbeit. Schon in der zweiten Klasse war er beim Rechnen immer der Letzte. Ein Test ergab damals: Verdacht auf Dyskalkulie. Doch seine Grundschule hatte keine sonderpädagogische Fachkraft, keine Zeit, kein Geld. Die Förderung lief aus – und Tron blieb zurück.
In der Zukunft, die sich Politikerinnen und Politiker wünschen, würde so etwas nicht mehr passieren. Schon beim Schuleintritt hätte Tron eine Schüler-ID erhalten – eine digitale Kennung, die seine Lerngeschichte von der Kita bis zur weiterführenden Schule begleitet. Tests, Fördermaßnahmen, Unterstützungsangebote: alles erfasst, anonymisiert, datenschutzkonform. Die Schule könnte rechtzeitig sehen, wo Tron steht – und die passende Hilfe anfordern. Kein Kind mehr soll durchs Raster fallen. So zumindest die Vision.
Ein digitales Fundament für mehr Chancengleichheit?
In Nordrhein-Westfalen hat eine fraktionsübergreifende Enquetekommission gerade 248 Empfehlungen für mehr Bildungsgerechtigkeit vorgelegt. Eine davon: die Einführung einer Schüler-Identifikationsnummer, die jedes Kind mit der Einschulung oder sogar schon in der Kita erhält. Sie soll den gesamten Bildungsverlauf dokumentieren – vom Sprachtest bis zum Schulabschluss.
„Ideal wäre hier der Einsatz einer Bildungs-ID für jedes Kind“, heißt es in der Empfehlung. Ziel sei eine datengestützte Lernverlaufsdiagnostik, die „gezielte schulische und individuelle Fördermaßnahmen“ ermöglicht. Die Idee: Lehrkräfte sollen mithilfe digitaler Analysen frühzeitig erkennen, wo Lernlücken entstehen, und im Bedarfsfall Psychologen oder Heilpädagogen hinzuziehen können. Eltern sollen „kontinuierlich einbezogen“ werden.
Der Vorschlag knüpft an bundespolitische Pläne an. Schon im Koalitionsvertrag von CDU und SPD findet sich das Ziel einer „datenschutzkonformen, zwischen den Ländern kompatiblen Schüler-ID“. Baden-Württemberg will sie bis 2027/2028 einführen, Niedersachsen bis 2027. Auch auf Bundesebene arbeiten die statistischen Ämter an einem sogenannten Bildungsverlaufsregister.
„Hunger auf Bildungsdaten“ – Schumann warnt vor einem neuen Steuerungsinstrument
Die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann, ehemals Gymnasiallehrerin und Grünen-Abgeordnete im NRW-Landtag, hält die Pläne für hochproblematisch. In ihrem Kommentar „Hunger auf Bildungsdaten“ schreibt sie, das Vorhaben werde „ohne öffentliche Information und Diskussion politisch vorbereitet und vorangetrieben“. Die Schüler-ID sei nur der Einstieg in ein „allumfassendes Datenprogramm“.
Schumann verweist auf Pläne der Kultusministerkonferenz und des Bundes, die eine umfassende datengestützte Steuerung des Bildungssystems anstreben. Das Ziel: Ein Register, das Bildungs- und Lernverläufe für Politik, Verwaltung und Wissenschaft auswertbar macht. Befürworter argumentieren, Deutschland brauche endlich Längsschnittdaten, um gezielt fördern zu können – nach kanadischem Vorbild.
Doch Schumann warnt: Deutschland sei nicht Kanada. Das deutsche Schulsystem sei hochselektiv, sortiere nach Leistung und Herkunft, statt zu fördern. „Solange Bildungspolitik an der frühen Selektion festhält“, schreibt sie, „werden individuelle Bildungs- und Lernverlaufsdaten zum Mittel für ‚passgenaues Sortieren‘.“ Die Schüler-ID drohe, zum Werkzeug der Kontrolle zu werden – nicht der Gerechtigkeit.
Hinzu komme, dass Datenschutzbeauftragte bereits „hohe Hürden der Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit“ sehen. Eine jahrzehntelange Speicherung von Bildungsbiografien könne die Grundrechte verletzen. Schumann sieht darin ein Beispiel für die fortschreitende Datafizierung der Bildung – Schulen würden zu „Datenfabriken“, Kinder zu Objekten der Vermessung.
Bundeselternrat: „Kinder sind keine Datensätze“
Auch Elternverbände schlagen Alarm. Der Bundeselternrat fordert in einer aktuellen Stellungnahme eine „klare Kante bei Datenschutz und Mitsprache“. Eine Schüler-ID greife tief ins Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung Minderjähriger ein. Die Sorge: Es könnten umfangreiche Datenprofile entstehen, die weit über schulische Zwecke hinausgehen.
„Es geht hier nicht nur um Technik, sondern um Vertrauen – und das ist in der Bildung nicht verhandelbar“, erklärt der Vorstand. Nur wirklich notwendige Daten dürften erhoben werden, ausschließlich zum Wohl der Kinder. Kommerzielle Nutzung müsse tabu sein. Außerdem brauche es Transparenz darüber, wer wann auf welche Daten zugreift.
Der Elternrat kritisiert zudem, dass die Schüler-ID bislang mehr Bürokratie als Entlastung verspreche. Lehrkräfte ächzten schon jetzt unter Reformlast. „Digitalisierung muss vom Klassenzimmer her gedacht werden – nicht vom Ministerium“, heißt es. Und: Die Politik solle sich selbst messen lassen. Solange Daten nur über Schüler, nicht aber über Schulbedingungen erhoben werden, bleibe das System unfair.
Am Ende stehe die Frage nach dem Sinn: „Das Problem im Bildungssystem sind nicht fehlende Daten, sondern Personalmangel, Überlastung, schlechte Ausstattung und ungleiche Chancen.“ Eine Schüler-ID ändere daran nichts.
Lehrerverbände: „Ein bürokratisches Monster“
Auch die Lehrkräfte reagieren skeptisch. Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, hält die Schüler-ID zwar grundsätzlich für eine interessante Idee – allerdings nicht für die Schulen selbst. „Das ist eher eine Grundlage für politische Entscheidungen“, sagt er gegenüber dem SWR. Für den Unterricht bringe die ID keinen Mehrwert, wohl aber zusätzlichen Aufwand und hohe Kosten.
Er befürchtet ein „bürokratisches Monster“, das Lehrkräfte mit Dateneingaben belastet, statt sie zu entlasten. Schon heute stünden Pädagoginnen und Pädagogen unter dem Druck, immer neue Tests und Screenings auszufüllen.
Die GEW wiederum kritisiert dem Bericht zufolge, die Politik setze die falschen Prioritäten: „Wir haben in den letzten Jahren eine Menge Daten gesammelt – und wir sehen nicht den Erfolg“, sagt Anja Bensinger-Stolze. Was fehle, seien Lehrer, nicht Zahlen. „Wie setzen wir das eigentlich im Unterricht um?“ Auch Datenschützer warnen vor einer unkontrollierbaren Datensammlung. „Je nachdem, wer sie wie verwendet, kann daraus eine Datensammlung entstehen, die wir nie wieder eingefangen kriegen“, so Frank Spaeing von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz.
Bildungsforscher Dohmen: „Interessant, aber zu spät und zu viel Fokus auf Daten“
Dieter Dohmen, Leiter des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie, sieht die Idee einer Schüler-ID differenzierter. Für die Bildungsforschung sei sie spannend – aber nur langfristig. „Selbst wenn wir eine Schüler-ID hätten, braucht es etliche Jahre, bevor wir sie auswerten können“, sagt er gegenüber dem SWR. „Für die Bildungsreformen, die im Moment anstehen, ist das viel zu spät.“
Seine Prognose: Erst zwischen 2035 und 2040 könnten belastbare Erkenntnisse vorliegen. Und bis dahin? „Das Wissen ist längst da – es wird nur nicht umgesetzt.“ Außerdem könne eine ID nur messen, was messbar sei. „Das Schulklima, das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern – das lässt sich kaum in Daten fassen.“
Dohmen warnt vor einem Datenfetischismus, der politisches Handeln ersetzt. „Um das Bildungssystem besser zu machen, brauchen wir nicht mehr Daten, sondern Mut, sie endlich zu nutzen.“ News4teachers
Gegen Schulabbruch: Bundesland plant Einführung einer digitalen Schüler-ID









“Tests, Fördermaßnahmen, Unterstützungsangebote: alles erfasst, anonymisiert, datenschutzkonform. Die Schule könnte rechtzeitig sehen, wo Tron steht – und die passende Hilfe anfordern. Kein Kind mehr soll durchs Raster fallen. So zumindest die Vision.”
Da frage ich mich:
Man ahnt doch bereits jetzt, wer diese Faten in die vorgegebenen Software einzugeben hat … und zwar ständig und lückenlos … habe als KL 27 SuS, die ich intensiv betreue – als Fachlehrer jede Woche gut 200 bis 220 SuS, deren Leistungen auch erfasst werden wollen, wenn es z.B. darum geht, motorische Defizite zu dokumentieren, Schwimmfähigkeit zu testen oder die Lesefähigkeit beim Rezipieren von Fachtexten darzustellen.
Verwaltung hoch 6 … zu dem ganzen Mist, den wir jetzt schon justiziabel dokumentieren müssen.
Die Bildungsverwaltung in den oberen hierarchischen Ebenen bekommen es trotz überwiegend vorliegenden Zahlen nicht mal hin, mit 3 bis 5-jährigem Vorlauf ausreichend Schulplätze zur Verfügung zu stellen oder entsprechend Personal zu akquirieren.
Sagen wir mal so:
Ich gebe jemandem, der mal so grade zum Lesen eines Comics in der Lage ist Goethes Gesamtwerk und erwarte dann, dass dieses entsprechend erfasst und bearbeitet wird.
Btw:
Von den 248 Vorschlägen zur Verbesserung unseres Schulsystems sind doch erwartbar ca 245 seitens der LuL zu erledigen.
Btw2: Diese ID könnte für die Schulbuchverlage oder auch Bertelsmann ein interessantes Zugewinnkonzept sein, wenn aufgrund der ermittelten Daten “passgenaue Förder- und Nachschulungsmaterialien” an die Eltern der Kinder verschickt und verbindlich gemacht werden könnten.
Datenschutz? Ja klar – aber wenn es doch um das Wohl der Kinder und die Bildungsgerechtigkeit geht, dann findet der Staat ja vllt auch Argumente, hier mit den Anbietern zum Wohle des Kindes zu kooperieren.
Es könnte vielleicht eine Hilfe beim Umzug/ Schulwechsel sein
Aber, aber, das ist dann doch nicht “datengestützt” und korrekt bürokratisch untermauert. Außerdem müssten dann ja Ressourcen bereitgestellt werden.
So kann die Katastrophe doch wunderbar hinter einem Wust aus aus Daten, die ja auch so schön unterschiedlich ausgwertet werden können, versteckt werden.
Die ID wird doch in SchILD angelegt.
Ja. Aber nur bei SchiLD Zentral ist es möglich Daten zu transferieren und das auch nur zu allen Institutionen, die innerhalb des Systems agieren (also Z.B. eine Stadt). Wenn ein Kind aus einer anderen Stadt zu uns zieht, können wir mit dessen ID nix anfangen…..
Es bedingt also, dass alle Schulen in NRW am selben System hängen…..
Ich weiß. – Aber schulintern bzw. innerhalb eines Verwaltungsbereiches, der Kommune durchaus machbar und eben auch real.
Dann müsste Schild aber noch wesentlich mehr Informationen erfassen können, als jetzt. Die Konsistenz der Datenbank ist aber jetzt schon, sagen wir mal, Supoptimal. Zumal es bei Schild Zentral noch einen Haufen Kinderkrankheiten gibt, da die darunterliegende Datenbank (richtigerweise!) gewechselt wurde.
Gerade in kleinen Systemen gibt es aber niemanden, der das richtig kann, bzw. die Zeit dazu bekommt, das richtig zu pflegen. Das müsste dann ja mal systematisch gemacht werden, ach ich träume gerade…
Wie sind die Zuständigkeiten? Wer trägt was ein? Ist das bei den kommunalen Angestellten im Arbeitsvertrag geregelt? Gibt es eine Auftragsdatenverarbeitung? Gibt es bei den Zuständigen Lehrkräften eine Entlastung oder macht das die SL noch oben drauf? Och nö…
In den kreisfreien Städten mit ihren IT Teams ist das sogar noch relativ übersichtlich. Aber in den Kreisen mit bis zu 10 eigenen Schulämtern in den Städten? Never!
Individualdaten Sekretariat, Leistungsdaten und Kurszuweisungen Lehrkräfte.
Soweit die Theorie. Aber bei stundenweiser Besetzung des Sekretatriats und völliger Überlastung der Lehrkräfte wird das an den meisten Schulen eben nichts. Ganz abgesehen von der technischen Umsetzunge der Kommunen – grauenvoll.
Lehrerdaten und UVD SL, Leistungsdaten Lehrkräfte, Individualdaten Sekretariat….
Stimmt, die Lehrerdaten habe ich vergessen. Die UVD bis Jhg. 10 habe ich als “Mitarbeiter” eingetragen. Für die GOSt war ich mit meinem Lehramt nicht qualifiziert.
Ich würde das so nicht behaupten, dass in kleineren Systemen sich keiner richtig auskennt. Unser System ist tippitoppi gepflegt (was sich jährlich bei ASDPC auszahlt), die Zuständigkeiten sind geklärt (ja, im Arbeitsvertrag der Sekretärin ist das Pflegen der Schülerdaten enthalten).
Die Lehrer tragen lediglich für die Zeugnisse (Rasterzeugnisse) alles (Kreuzchensetzen / Bemerkungen) ein, was einen erheblich geringeren Aufwand zu den vorherigen Zeugnisformularen bedeutet….daher braucht auch keine weitere Entlastung….
Ich sach mal so … Glück gehabt.
Ich lese das gerade nochmal. Es geht doch nicht alleine um die Zeugnisse. Die sind klar. Es müssten dann ich Schild so allerlei Daten zur Benotung und Beurteilung eingegeben werden. Mit allen Gutachten, Konferenzbeschlüssen und und und. Nur dann kann man ja an der nächsten Schule “datengestützt” arbeiten. Wer soll das machen?
Ich habe ja auch nur geschrieben, dass unser System tippitoppi gepflegt ist, ich habe nicht behauptet, dass wir jeden Furz (Gutachten, etc) dort eintragen….
Die Kolleginnen tragen über Schildweb ihre Zeugnisdaten dort ein, die aber nach dem Jahreswechsel weg sind….
Und natürlich, wenn man wirklich alles dort eintragen würde, dann bräuchte man jemanden, der das tut….das wäre sehr aufwändig.
Das wäre es, aber Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass da irgendjemand für eingestellt wird oder entlastet wird. Denn dieses Wissen haben ja nur die Kollegen, es geht ja um die andauernde Dokumentation der Leistungsdaten und Beurteilungen. Das ist monströs.
Könnte es sein, dass in Bayern diese Schüler-ID bereits vergeben wird? Haben Sie als Reaktion dazu Informationen?
Nein. Es gab mal ein solches Projekt in Bayern, es wurde aber nicht umgesetzt. Herzliche Grüße Die Redaktion
Nach meinen Informationen gibt es in Bayern ein zentrales Schulverwaltungsprogramm namens ASV, in dem Schülerdaten inkl. Fördermaßnahmen erfasst werden. Dort wird für eingepflegte Personen vermutlich auch eine Id vergeben.
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEUG-113b
Stimmt es, dass der IQB-Bildungstrend 2024 erstmal nicht veröffentlicht werden soll, obwohl das angekündigt wurde? Man scheint Transparenz bei den (anonymisierten) Daten gar nicht zu schätzen:
https://www.waxmann.com/buecher/IQB-Bildungstrend-2024
In NRW muss jede Schul Schild verwenden als Verwaltungssoftware. OK Schild hat viele Schwächen, aber ist überall im Einsatz. Jeder Schüler in Schild hat eine ID. Also muss nur die ID vom Kindergarten bis zur Berufsschule durchgereicht werden. Oder Schild wird als Cloudlösung direkt von Düsseldorf gehostet und die Schulen bekommen Zugänge.
Kostet höchstens ein Viertel Logineo. Wenn überhaupt.
Es ist doch der übliche, schizophrene Zwiespalt:
Man will es wissen – aber auch nicht zuuuu sehr, denn dann könnte sich erstens einiges bestätigen und zweitens müsste man was tun…
“Oder Schild wird als Cloudlösung direkt von Düsseldorf gehostet und die Schulen bekommen Zugänge.”
Bitte nicht! Dann läuft gar nichts mehr. Die können keine IT.
Es wäre schon hilfreich, wenn die Grundschule die komplette Schülerakte weiter an die Oberschule geben dürfte …. Das darf sie nicht, denn der Schüler soll als unbeschriebenes Blatt “eine neue Chance” haben. Misstrauen pur gegenüber Lehrkräften!
Gleichzeitig in diesem Theater aufgeführt:
“Übergangskonferenzen”, wo dann brühwarm alles Relevant erzählt wird –> 😀
Das aber nur, wenn die Eltern die schriftliche Zustimmung zum Austausch gegeben haben. Wobei die Verweigerung der Zustimmung ja gelegentlich auch schon tief blicken lässt.
Hey, ich brauche diese (sich gerne stundenlang hinziehenden) Laberkonferenzen nicht.
Aber WENN einem das wichtig ist – wer soll im Nachhinein nachweisen, was bei einem (eventuell auch informellen) Treffen schon gesagt wurde oder auch nicht…
…im Endeffekt dauert es so 3-4 Wochen längstens, dann ist eh klar in welche Richtungen es (die nächsten paar Jahre zumindest) geht.
Nein, das müssen sie nicht. Innerhalb des Schulsystems dürfen Informationen (also mündliche Austausche) zum Schüler (und in schriftlicher Form auch die bereinigten Schülerakten) weitergegeben werden, nur zum Übergang Kita/GS nur mit Zustimmung der Eltern.
Die Akten dürfen wir als GS aber 20 Jahre aufbewahren…..nehmen viel Platz weg…..
Ab Geburt hat doch ohnehin jede Person eine Steuer-ID.
Man könnte ja mal in Estland oder so nachfragen, wie das geht. Aber in Deutschland wird bestimmt wieder eigenständig das beste System aller Zeiten selber entwickelt.
Laut OECD-Bericht wäre der Abstand zwischen sozial-privilegierter und sozial-benachteiligter Schicht in Estland zwar geringer als in DE, hätte sich aber im Vergleich zu 2012 vergrößert, während er in DE stagnierte.
Das finde ich durchaus bemerkenswert, da ja in DE auch durch Zuwanderung die untere Schicht zugenommen hat, der Anteil mit Migrationshintergrund sich von 13% auf 26% verdoppelt hat, während es in Estland mit von 8% auf 9% quasi stabile Verhältnisse gab.
Der Patient (Schüler) bekommt eine epa. Und alles wird gut. Am besten alle chippen, dann werden viele andere „Probleme“ gleich „mitgelöst“.
248 Empfehlungen – ja – es ist einiges faul im Staate D.
Wie jetzt wollen Sie die Mensen auch noch wegrationalisieren und die armen SuS mit Einpersonenpackungen – kurz epa – versorgen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Einpersonenpackung
Es braucht nicht noch mehr Daten, es braucht mehr Personal.
Vom Wiegen wird die Sau nicht fett.
Und genau daran “Doch seine Grundschule hatte keine sonderpädagogische Fachkraft, keine Zeit, kein Geld. Die Förderung lief aus – und Tron blieb zurück.” ändert eine ID ungefähr gar nichts
Aber jetzt hat man doch endlich Fakten, die man wunderschön framen kann.
Die Förderung verlief kontinuierlich und lediglich mit einer drejährigen Unterbrechung, in der viel zeit aufgewendet worden ist, eine Vertretung zu organisieren, die aber wegen ihrer finanziellen Forderungen nicht in Erwägung gezogen werden musste, weshalb andere SuS stärker priorisiert werden mussten, was zu ihrem Weiterkommen im Laufe der Zeit beigetragen hat.
So geht das nämlich. Man muss mit den daten eben auch arbeiten und nicht immer nur Vorwürfe erheben, um zu dokumentieren, wie Scheixxe alles ist:)
“Die Schule könnte rechtzeitig sehen, wo Tron steht – und die passende Hilfe anfordern.” An der Stelle wird es lustig. Welche Hilfe denn? Doch ganz sicher keine personelle, die zwar nötig wäre, aber Geld kostet.
“eine digitale Kennung, die seine Lerngeschichte von der Kita bis zur weiterführenden Schule begleitet. Tests, Fördermaßnahmen, Unterstützungsangebote”
Und was für Erfolgsgeschichten da u.a. erfasst werden können:
allein personalbedingt …
ausgefallene Förderstunden,
ausgefallene Unterrichtsstunden,
zu wenig Zeit mit bzw. für Sozialarbeit usw. 🙁
Supi!
Voll Big Brother – natürlich für einen “guten Zweck”. Klar.
Ob unsere “Freiheit” schreienden, brüllenden Individualisten das wohl auf Dauer oder überhaupt gut finden?
Ich wage das zu bezweifeln.
Und die “Zwang, Überwachung”- Schreier?
Wo sind die, wenn man sie mal braucht?
Im übrigen – Digitalität mit und ohne Kontrolle setzt trotz allem LernBEREITSCHAFT voraus.
Wird irgendwie ständig vergessen….