Junge Generation fühlt sich (in der Schule) schlecht auf KI vorbereitet

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DÜSSELDORF. Die Gen Z geht mit ihren Kompetenzen hart ins Gericht: KI bietet Chancen, doch der Umgang mit dieser will gelernt sein. Bietet ein Arbeitgeber nichts an, könnte er ein Problem bekommen.

Was tut es bloß? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) werden auf dem Arbeitsmarkt immer wichtiger. Doch wie gut ist die junge Generation darauf vorbereitet? Eine aktuelle Umfrage der Technischen Hochschule Nürnberg und dem Jobportal Indeed unter 1409 Personen (Jahrgänge 1995 bis 2010) zeigt: Nur weil die Generation Z mit dem Internet aufgewachsen ist, ist sie noch lange nicht KI-sicher.

Mehrheit sieht eigene KI-Skills kritisch

Mehr als die Hälfte der Befragten (56,5 Prozent) schätzt die eigenen KI-Fähigkeiten als ausbaufähig oder schwach ein. Nur 43,5 Prozent glauben, ein gutes oder sehr gutes Grundverständnis von KI zu haben.

Schwachstellen bei sich sahen die Befragten vor allem bei der Analyse und Interpretation von Daten sowie bei ethischen Fragen der KI-Nutzung. In puncto «Kritischer Umgang mit KI-Ergebnissen» bewertete über die Hälfte ihre Kompetenzen allerdings als gut oder sehr gut.

Positive Haltung trotz Unsicherheit

Trotz dieser kritischen Selbsteinschätzung blicken viele junge Menschen der KI optimistisch entgegen: 35,1 Prozent zeigen sich «optimistisch», 22,8 Prozent «fasziniert» und 22,2 Prozent «neugierig». Nur 14,6 Prozent äußern Besorgnis.

Auch im Beruf erwarten viele positive Effekte:

  • 43,8 Prozent glauben, dass KI ihre Produktivität steigern wird.
  • Rund 14 Prozent hoffen auf eine bessere Work-Life-Balance.
  • 6,2 Prozent auf mehr Freude bei der Arbeit.
  • Gleichzeitig befürchten 20,5 Prozent, durch KI ersetzt zu werden.
  • 7,1 Prozent fühlen sich von der Technologie überfordert.

Gen Z wünscht sich Schulungen

Die Studie zeigt zudem, dass sich viele junge Menschen nicht ausreichend auf den Umgang mit KI vorbereitet fühlen. Nur 15,4 Prozent gaben an, in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf gut auf KI-Nutzung vorbereitet worden zu sein. 20,7 Prozent bewerteten ihre Vorbereitung als schlecht.

Drei Viertel wünschen sich daher, dass ihr künftiger Arbeitgeber Weiterbildungen zum Thema KI anbietet. Für 15,8 Prozent wäre das Fehlen solcher Schulungen sogar ein Grund, einen Job nicht anzunehmen oder zu kündigen. News4teachers / mit Material der dpa

Für KI-Schulungen sind Arbeitnehmer allerdings nicht zwingend auf den Arbeitgeber angewiesen. Inzwischen gibt es auch etliche kostenlose Onlineangebote wie etwa den Grundlagen-Kurs «The Elements of AI» von der Universität Helsinki und der Beratungsgesellschaft Reaktor oder den Kurs «Argumentieren lernen mit KI für Schule und Alltag» vom Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering. 

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8 Kommentare
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Sepp
1 Monat zuvor

Es gibt also genügend (?) kostenlose Angebote, die Kinder und Jugendlichen könnten selbst mit KI experimentieren und Erfahrungen machen, stattdessen wünschen sie sich KI “auf dem Silbertablett” präsentiert zu bekommen.

Und wer mit KI hofft, seine Work-Life-Balance zu möglichst wenig Arbeit zu verschieben, sollte sich nicht wundern, wenn die Arbeitgeber diesen Wunsch erfüllen und man irgendwann einfach durch KI weg-rationalisiert wird.

Kleopas
1 Monat zuvor

Sollte man nicht auch die Arbeitgeber fragen, welche Kompetenzen sie bei Schulabgängern am meisten vermissen? Ob das wohl KI ist? Gilt KI heutzutage schon als ein Wert an sich?

Hans Malz
1 Monat zuvor

In NRW kommt bald “Telly”, dann werden die Kinder und Jugendlichen aber sowas von KI-kompetent.

Wann? Ach so, können wir noch nicht sagen, aber das wird großartig und viel besser als alles am Markt. So wie …. LogineoNRW oder Schild oder ASDPC … man sind wir digital.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Jop. Telly ist total super…und frei nutzen geht auch nur begrenzt. Bislang hab ich noch keine Laola im Lehrerzimmer vernommen bezüglich Telly

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Nun, sie sind auch nicht unbedingt ausreichend auf Mathe vorbereitet, oder Lesen oder Kompetenzen im sozialen Bereich…… stört sie kaum, obwohl das ja auch noch wichtig für den einen oder anderen Beruf ist.

Ich bin gespannt auf diese zukünftigen jungen Erwachsenen, die irgendwann einmal in absehbarer Zeit ohne das Schubsen, Schieben, Helfen, …. von Lehrkräften durchs Leben gehen müssen.

Wen jammern sie dann voll?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Typisch, faule Gen Z!
Wissen die denn nicht, dass die uninteressiert und arbeitsscheu zu seien haben?
Jetzt wollen die auch noch auf das Arbeitsleben vorbereitet werden.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich fast glauben, das Problem liegt gar nicht bei den [Name der derzeitigen jungen Generation hier eingeben].

Unfassbar
1 Monat zuvor

Mit guter Allgemeinbildung können Jugendliche leicht den blödsinn, den ki oft verfasst, als solchen erkennen. Punkt.

das setzt allerdings lernen voraus. Punkt.

Realist
1 Monat zuvor

Der Großteil von Gen Z war schon aus den Schulen heraus, als KI Mainstream wurde. Das war nämlich erst Ende 2022. Die Ältesten dieser Generation waren da 27 Jahre alt, die Jüngsten 12. Diese sind jetzt 15. Treiben die sich schon auf Jobportalen herum und beantworten dort Umfragen?

Also: Schulen haben mit dem Ergebnis dieser Umfrage eher nichts bis gar nichts zu tun.