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Bürgerrat-Talk zum gegliederten Schulsystem: Länger gemeinsam, also gerechter?

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BERLIN/BONN. Schon am Ende der Grundschulzeit wird es für Kinder in Deutschland ernst: Sie stehen vor der Entscheidung, auf welcher weiterführenden Schulform sie ihren Bildungsweg fortsetzen. Seit Jahren steht diese frühe Selektion in der Kritik, insbesondere Kinder aus bildungsfernen Haushalten zu benachteiligen. Der Bürgerrat Bildung und Lernen setzt dem ein anderes Modell entgegen: gemeinsames Lernen bis zur 10. Klasse. Über Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes diskutierten Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW, Heinz-Peter Meidinger, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, und Felix Voss, Mitglied des Bürgerrats Bildung und Lernen, im neuen Bürgerrat-Talk – live in Berlin. Am Mittwoch, 17. Dezember, um 18 Uhr wird der Mitschnitt der Diskussionsrunde als Stream auf YouTube veröffentlicht. Seien Sie dabei!

Es diskutierten in Berlin (v.l.): Felix Voss, Mitglied des Bürgerrats Bildung und Lernen, Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW, Moderator Andrej Priboschek und Heinz-Peter Meidinger, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands. Foto: Christoph Soeder

Unter dem Titel „Zusammen bis zum Schluss – wie viel gemeinsames Lernen ist sinnvoll?“ kamen im Rahmen der abschließenden Konferenz des Bürgerrats Bildung und Lernen unterschiedliche Perspektiven zusammen. In der Aula der Evangelischen Schule Berlin Zentrum nahm die Diskussion Chancen und Herausforderungen in den Blick – von Fragen der Chancengerechtigkeit und des sozialen Miteinanders über die Lernmotivation bis hin zu ganz praktischen Herausforderungen der Umsetzung im Schulalltag.

Grundlage bildete die Empfehlung des Bürgerrats Bildung und Lernen, Schüler*innen bis zum 16. Lebensjahr gemeinsam im Klassenverband lernen zu lassen. Ergänzend zum Basisunterricht sollen die Lernenden regelmäßig Module und Kurse wählen können, die sich an ihren individuellen Stärken und Interessen orientieren und jahrgangsübergreifend organisiert sind.

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„Die Forderung nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit hinterfragt eine vertraute Ordnung“

Der Bürgerrat sieht darin einen Weg, Bildungswege länger offenzuhalten, herkunftsbedingte Nachteile auszugleichen und zugleich individuelle Stärken gezielt zu fördern. Eine deutliche Mehrheit der Bürgerrätinnen und Bürgerräte spricht sich für dieses Modell aus. Es ist ein Vorschlag, der das deutsche Schulsystem grundlegend infrage stellt – und der in Berlin intensiv diskutiert wurde. Mit dabei waren:

  • Ayla Çelik, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW,
  • Heinz-Peter Meidinger, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands (DL), und
  • Felix Voss, Mitglied des Bürgerrats Bildung und Lernen.

„Die Forderung nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit hinterfragt eine vertraute Ordnung. Aber genau an solchen Punkten müssen wir ansetzen, wenn wir darüber sprechen wollen, wie Bildung in Deutschland zukunftsfähig wird“, fasst Andrej Priboschek, Moderator des Talks und Herausgeber der Online-Nachrichtenseite News4teachers (Medienpartner der Veranstaltung), die Bedeutung des Themas zusammen.

Die Diskussionsrunde ist am Mittwoch, 17. Dezember, ab 18 Uhr online zu verfolgen (Zugang gratis).

4. Debatte der Reihe „Bildung und Lernen im Dialog“

Die Online-Gesprächsreihe wird von der Montag Stiftung Denkwerkstatt ausgerichtet. Ziel der Debatten ist es, die Empfehlungen des Bürgerrats gemeinsam mit Fachleuten und Betroffenen sachlich zu beleuchten – aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Debatte zum längeren gemeinsamen Lernen bildet das vierte Streitgespräch der Reihe „Bildung und Lernen im Dialog“ (der Bürgerrat hat insgesamt 19 Empfehlungen vorgelegt): Im August ging es in der Auftaktveranstaltung um den Sinn von Ziffernnoten (die Aufzeichnung finden Sie hier), im September folgte die Diskussion zur Frage, ob Schulen und Schüler*innen mehr Freiheit brauchen (die Aufzeichnung finden Sie hier). Im Oktober diskutierten Bob Blume, Lehrerverbandspräsident Stefan Düll und Schülerin Maximiliane Junghans, Mitglied im Jungen Bürgerrat Bildung und Lernen, über den Sinn von Hausaufgaben (die Aufzeichnung finden Sie hier).

Den vorläufigen Abschluss der Reihe bildet der Live-Talk aus Berlin vom 21. November im Rahmen der zweitägigen Abschlusskonferenz des Bürgerrats Bildung und Lernen – dessen Mitschnitt nun veröffentlicht wird. 

Termin: 17. Dezember 2025, 18 Uhr, online auf Youtube – hier geht es hin:

News4teachers

Hier lassen sich die aktuellen Empfehlungen des Bürgerrats Bildung und Lernen herunterladen.

Bürgerrat-Talk über den Sinn von Hausaufgaben – Schülerin Maxi: “Wenn man den Stoff nicht verstanden hat, sitzt man abends allein da“

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54 Kommentare
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blau
1 Monat zuvor

Ich bin froh, wenn meine Kinder endlich alle auf dem Gymnasien sind und dann endlich Mal etwas lernen. In der Grundschule, die sowohl Einfamilienhaussiedlungen als auch Brennpunktwohnungen im Einzugsgebiet hat, wo viele Kinder aus Familien mit niedrigen Einkommen und Bildung hingehen, die Quote mit Migrationshintergrund bei 80% liegt und viele nicht so gut Deutsch sprechen wie meine Kinder, sind sie sehr oft unterfordert. Warum sollte man das Kindern noch länger antun wollen? Wem ist damit geholfen? Meine Kinder wollen und können leisten, aber die Erwartungshaltung die Schule ihnen beibringt ist Null. Sie lernen, dass sie immer die Besten sind ohne etwas dafür zu tun und ohne wirkliche Fortschritte zu erzielen. Wenn ich sehe, was in England an den Schulen mit Doug Lemovs Methoden an Leistung bereits in der Grundschule im Brennpunkt möglich ist, frage ich mich, ob man nicht erstmal das ganze System umstellen sollte, bevor man die Kinder noch länger so unterrichtet.
Am Gymnasien bekommen meine Kinder so jedenfalls viel eher das, was sie brauchen und sie werden jeden Tag etwas Neues lernen.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Huch. Wir scheinen die gleiche Schule zu haben. Unterschreibe ich!

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Meine Kinder haben sich vor allem zum Ende der Grundschule hin eher gelangweilt.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Der Bürgerrat hat Fühlis,
Mäuse machen Wühlis!

Die richtige Moderation garantiert,
das für das Ergebnis sich keiner geniert!

Der Stern glänzt auf dem Baum,
draussen ist es kalt,
den Mäuschchen gönn ihr Käsestück,
‘s ist nun Weihnachtszeit!

Der Braten ist geplant
und der Tisch schon fast gedeckt,
derjenige wird
wie der Hund in der Pfanne verrückt,
wenn er sich da groß nach Schulproblemen bückt.

Drum kriegt der Hund ‘ne Wurst,
die Maus im Schuppen Käse,
die Kinder fein Geschenkelein,
und auf die Bildungsratsdebatte
tun wir _ _ _ _ _ _ _ e mit Mayonäääse.

😀

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Diese Erfahrungen hatte meine Tochter nicht. Allerdings gab es da auch individuelle Wochenpläne, so dass die Kids schon in ihrem eigenen Tempo vorwärts kamen. Nur gegen Ende, in der Corona Zeit wurde ihr langweiliger.

Viele schreiben ja, so würden die Kids nichts lernen. Das kann ich nicht bestätigen – sie war inhaltlich bestens auf das Gym. vorbereitet. Das Einzige, womit sie am Gym. bis heute hadert, ist der Gleichschritt. Denn auch dort gibt es schwache SuS und auf die müssen die Schnelleren nun warten. Das frustriert.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Leider muss ich auch zustimmen.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

Warum leider? Ich stimme auch zu. Außerdem braucht es wieder echte Realschulen für den Mittelbau.

Papa
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Langeweile weil die überlastete Brennpunktschule nicht dem gesetzlichen, individuellen Lehrauftrag nachkommen kann ist das eine.
Das andere ist, dass gerade disziplinierte, regelkonforme und ruhige Kinder Stress mit einem unruhigen sozialen Umfeld bekommen. Gemeinsames Lernen und Spielen mit vergleichbaren Peers entfällt in der Schulzeit.

Solange die Eltern Schule als notwendiges Übel sehen wird es auch nicht besser.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Warum fordern Sie nicht zur Abwechslung mal, dass Grundschulen viel besser ausgestattet werden?
Vielen ist offensichtlich immer noch nicht klar, dass der Knackpunkt ganz woanders liegt.
Ehrlich, das, was Sie hier von sich geben, zeigt sehr gut auf, weshalb es ist, wie es ist. Anstatt, dass die tonangebenden Leute in Deutschland für eine Stärkung der frühkindlichen und Grundschulbildung kämpfen, versuchen sie nur ihre eigenen Kinder aufs Gymnasium zu bringen.
Auf die anderen kann man dann schön herabblicken und sich empören.

Ich habe mich damals in der Grundschule trotz Heterogenität nicht gelangweilt. Das lag aber daran, dass die Rahmenbedingungen gut waren. Da konnte man dann binnendifferenziert in der Grundschule arbeiten. Jetzt stimmen die Rahmenbedingungen aber nicht mehr. Deshalb muss endlich hier viel mehr passieren!

Also, liebe Eltern und Großeltern (auch und insbesondere die Lehrkräfte und ehemaligen Lehrkräfte unter Ihnen), machen Sie sich endlich stark für alle! Engagieren Sie sich, denn auch für Sie würde sich das auszahlen. Sie wollen später ja gut medizinisch, pflegetechnisch, sozial usw. versorgt werden.
Das kann man nur gewährleisten, wenn unser Land ganz besonders in Kinder (und zwar alle Kinder) investiert. (Nein, man soll Eltern nicht mehr Geld geben, sondern direkt investieren.)

Zum Bürgerrat: Nein, gemeinsames Lernen (“alle in immer in einem Raum”) bis zur zehnten Klasse funktioniert in den meisten Fächern nicht. Nein, wirklich nicht. Nein, auch in anderen Ländern nicht, egal, was euch deutsche sog. Bildungsexpert*innen erzählen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bessere Rahmenbedingungen an Kita/Kindergarten!
Hier wird grundsätzlich und grundlegend die Basis gesetzt.
Dann weiter an der Grundschule. Diese bis Klasse 6 und weitgehend Jahrgangsgemischt. Wochenpläne als mögliches flächendeckendes System. Dazu zwei Lehrkräfte (+ ggf. zusätzliche bedarfsgerechte Differenzierungspersonen/Fördermöglichkeiten). Fokus (weiterhin!) auf Grundlegende Basissachen … Lesen, Rechnen, Schreiben, Textverständnis, Schrift- und Heftführung, zudem Orga-Abläufe. Selbstständigkeit muss zwingend gefördert werden. Materialien dazu braucht es.

Das ist eigentlich doch ein No-Brainer? Als ob wir das nicht wüssten.
Wir wüssten ebenfalls, dass die Schule erst ab 9 Uhr anfangen sollte.
Zuvor wären Einstiegsrituale möglich. Beispielsweise gemeinsames morgendliches Essen. Beispielsweise Spiele [ja .. Spiele]. Beispielsweise Gedächniseinstiege. Wiederholungen. Freie Zeit des Austausches. Sportaktivitäten. Kreatives Gestalten. Musik. Usw.

Wirds gemacht?
Es fehlt doch nicht an den “Theorien”. Es fehlt ebenfalls nicht am Wissen [meiner Meinung nach]. Auch genug “Beratungsinstanzen” [vllt. “Zuviele”?] gibt es.
Es scheitert am Umsetzen und Willen tatsächliche Rahmenbedingen durch Kosteneinsatz/Geldeinsatz zu machen. Daran scheitert es.

Mr X
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Korrekt, und wenn man das zB so wie oben angedeutet umsetzt, werden Privatschulen einen massiven Zuwachs bekommen.

Die Folge wird eine noch stärkere Trennung sein. Wer es sich leisten kann holt sein Kind da weg.

Das würde nur funktionieren, wenn der Anteil schwacher und sozial auffälliger SuS klein ist. Mit den derzeitigen Verteilungen wird das nicht funktionieren.

Dann noch gebundener Ganztag dazu, keine Hausaufgaben, damit auf keinen Fall jemand zu Hause gut lernen kann. Außerdem schlechtes Essen und unsanierte Gebäude. Keine Aufenthaltsqualität auf den Schulhof.
Eine katastrophale Vorstellung.

Wie kann man die Idee haben, dass das besser ist als jetzt? Und wer will das für sein Kind?

Feirefiz
1 Monat zuvor

In der Gymnasialklasse meines Sohnes waren zwei hochbegabte Jungs, die bei einer Geburtstagsfeier berichteten, dass sie in der Grundschule massiv gemobbt wurden, weil sie gute Schüler waren. Und jetzt soll das bis zur 10. Klasse weitergehen?

Sepp
1 Monat zuvor

“Endlich sind wir untereinander! Endlich sind hier nur Schüler, die auch lernen wollen, was erreichen wollen und nicht den Unterricht stören!” – Das sind Aussagen, wie sie Schüler machen, wenn sie bei uns aus der 10. Klasse Gesamtschule in unsere die Oberstufe kommen. Und das, obwohl es vorher innere und äußere Differenzierung gibt.

Natürlich ist das bitter und sollte so nicht sein, aber Ressourcen und Zeit reichen nicht, um allen Kindern gerecht zu werden. Da muss man sich im Zweifelsfall an den schwachen Schülern orientieren und sie mitnehmen, auch wenn das auf Kosten der starken Schüler geht.

Vielleicht sollten unsere “Bürger” weniger “raten”, was für sie “gerecht” ist, sondern einfach mehr auf die Schüler und Lehrkräfte hören. Das könnte hilfreich sein.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Und wo genau liegt das Problem?

Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Vielleicht darin: Die vermeintliche Gerechtigkeit ist in der Praxis eine Gerechtigkeit für die einen, kann aber gleichzeitig eine Ungerechtigkeit für die anderen nach sich ziehen.
Etwas theoretischer ausgedrückt: Der ganze Gerechtigkeitsbegriff ist unscharf und nicht hinlänglich durchdacht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

“Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann.”

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Na ja, wer meint, dass mehr Gerechtigkeit besteht, wenn “Wir endlich unter uns ohne die anderen also Dümmeren/Langsameren/Nervigen/… lernen können”, hat wohl eher keine Interesse an einer wie auch immer gearteten Gerechtigkeit.

Nein, ich bin nicht für binnendifferenzierten Ganztag für alle bis Klasse 10. Das hätte nichts mit Gerechtigkeit zu tun, da die Schwächeren S*S davon auch nichts haben, wie ich aus langjähriger eigener Erfahrung weiß.
Aber ich bin definitiv dafür, dass 1. Schulen sozial besser durchmischt, 2. viel kleiner und 3. besser ausgestattet sein müssen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

1. Schulen sozial besser durchmischt”

Ja, und da “Bussing” politisch nicht gewünscht ist und für viele Kinder unzumutbar ist, müssen endlich enstprechende Sozialwohnungen in den “besser gestellten Vierteln” gebaut werden. Dies wird von der Politik in den meisten Kommunen seit mindestens 10 Jahren gezielt über das Bebauungsrecht verhindert. Warum wohl? Für soviel soziale Segregation braucht es offensichtlich keine AfD…

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Ich lebe in meiner Stadt in einem gemischten Stadtteil in mittlerer Lage in einer Genossenschaftswohnanlage mit 50 Wohnungen.
Unsere Nachbarn sind ältere Personen, Studierende, Familien mit Kindern, Menschen mit verschiedenen Behinderungen, gut verdienende Einzelpersonen und Paare. Es gibt Mietparteien mit sichtbarem Migrationshintergrund. …
25% ist sozial geförderter (teil- und vollgeförderter) Wohnraum, so dass man wirklich sagen kann, dass wir hier sozial richtig gut durchmischt sind.
Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, hier zu leben und sind sehr froh darüber, eine Wohnung ergattert zu haben.

Tatsächlich denke ich, dass solche Genossenschaftsprojekte stark gefördert werden sollten, da man auf diesem Weg automatisch eine gute Mischung hinbekommen kann. So kann man die “Dünkeldeutschen” außerdem gut austricksen.
Ich würde mir wünschen, dass auch die Union im Rest Deutschlands das so sähe, da das vieles erleichtern würde.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie finden also, dass es nicht gerecht ist, wenn Schüler auch ungestört lernen können?

Wir haben nicht die Ressourcen, allen Schülern gleichermaßen gerecht zu werden. Also fokussiert man sich notgedrungen auf die schwächeren Schüler. Die starken Schüler kommen dabei eben nicht “zu ihrem Recht”. Das stellt sich der Bürgerrat als Gerechtigkeit vor?

mathea kühnel
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Nicht wir haben nicht die Ressourcen, sondern ganz viele Schüler:innen haben die Ressourcen einfach nicht. Bei vielen nützt selbst fördern nichts. Und viele gute Schüler:innen bleiben dabei leider auf der Strecke, weil meistens auf die schwächeren Schüler:innen Rücksicht genommen wird.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Wow, das nenne ich mal fehlende Lesekompetenz.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Haben Sie und Ihre Upvotees meinen Kommentar eigentlich ganz gelesen? Klingt nicht so.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Sie meinen an “verhaltenskreativen SuS”? Nennen wir das Kind beim Namen …”Störenfrieden”?
Wenn es “nur” um lernschwache SuS ginge … Die kommen halt dazu oder sind eine Überschneidung.

Und ja: Dazu haben wir tatsächlich keine/zu wenig Ressourcen. Ebenfalls zu wenig konsequentes Agieren oftmals.

Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Frage bleibt, ob das Ziel von Schule schlechthin die Förderung der Gerechtigkeit ist oder die Förderung der Bildung in dem Sinne, dass die Schüler insgesamt (am besten irgendwie optimiert) etwas lernen. das Optimum liegt dann aber nicht bei einem Optimum für ALLE gleichzeitig.
Gerechtigkeit kann doch wohl nicht heißen, dass diejenigen, die nichts lernen wollen, sondern die durch ihr allgemeines Verhalten stören, besonders verhätschelt werden. Man tut auch mehr und mehr so, als habe der Mensch gar keinen Einfluss auf sein Verhalten. Alles ist angeblich durch die soziale Herkunft vorbestimmt, die entschuldigt also alles.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie könnte man denn die Wechselwirkung
“schlechtes Verhalten < > schlechte Lernbedingungen”
durchbrechen?
Übrigens “schlechtes Verhalten” gibt es nicht nur bei sozial benachteiligten Schülern und auch da nicht bei allen. Das klingt sonst schon irgendwie nach Klassismus.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Na ja, man muss nicht alles entschuldigen, aber die Ursachen erforschen und Probleme beheben.
Wenn man weiß, dass Kinder, die in sozialen Missständen aufwachsen, kaum Chancen haben, dann muss der Staat dem entgegenwirken. Auch aus Eigeninteresse.
Oder wollen Sie immer mehr Menschen, die wegen solcher Missstände keinen Beitrag leisten, alimentieren? Leider werden solche Defiziten nämlich “vererbt”.
Also muss man das angehen, wenn man ein Anwachsen dieser Gruppe verhindern und die Ausgaben für sie reduzieren will.

Konfutse
1 Monat zuvor

Wann werden endlich (bildungsferne) Eltern mit ins Boot geholt? Bringschuld? Wenn sich immer andere um Bildung kümmern müssen, dann kann man es zuhause lassen oder wie?

Stine
1 Monat zuvor

Ich frage mich, was ist denn gerecht. Gerechtigkeit wäre, allen Kindern die gleichen Möglichkeiten zu geben. Bei uns gibt es das Viereinhalbjährigen-Gespräch, wo eingeschätzt wird, sollte ein Kind besser die Vorschule besuchen, dort wird speziell gefördert. Ab Klasse 1 hätten dann alle Kinder die gleichen Möglichkeiten, es hängt dann davon ab, wie stark das Kind ist oder wie stark Eltern es fördern. Gerechtigkeit ist dann aber nicht, dass leistungsstarke Kinder nicht gefordert werden. Genau das passiert eben häufig, natürlich sind es genau die Eltern dieser Kinder, die das gemeinsame System ablehnen. Es sind aber auch genau diese Eltern, die sich beim Elternabend einfinden und dort Lernstände hinterfragen, die auf die Langeweile der Kinder hinweisen… und die dann zumindest bei uns “ausgebremst” werden. Ich persönlich bevorzuge eine zusätzliche Deutschstunde für alle, statt wilde neue Themen auf den Stundenplan zu setzen. Ist aber gar nicht gewollt…

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Ich finde es spannend, dass der Kommentarbereich mit gestandenen Lehrkräften oft genau diametral dem gegenübersteht, was Reformer, „Experten“ und Bürgerräte so fordern. In Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern mache ich in den allermeisten Fällen eine ähnliche Erfahrung.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmm, es ist aber schon komisch, wenn man dann die Kommentare zum verlinkten Artikel liest. Die bestätigen nun wieder zum großen Teil die Aussage von Rüdiger Vehrenkamp. Liegt das am “Klientel” hier bei n4t?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Tscha, zu diesen verschiedenen Gruppen sollte man dann wohl auch mal eine repräsentative Umfrage oder Studie machen. 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Also diskutieren hier bei n4t zu viele “falsche ” Leute? Wie kann es dazu kommen? Was könnte man dagegen tun, damit das “Stimmungsbild” in den Kommentaren besser wird?

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielleicht haben sie nicht unbedingt mehr Zeit, aber möglicherweise mehr Erfahrung…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Schade! Gerade die Jüngeren haben doch den besten Blick auf das reale aktuelle Bildungssystem. Sie sind doch davon direkt betroffen, als Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter oder Eltern.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

…und mehr Erfahrung.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Oder weil:
– Es weniger jüngere als ältere Lehrer gibt (Nachwuchsmangel)
– das Medium :onlineforum: eher von Älteren als von Jüngeren genutzt wird (ist auf Ex-Twitter nicht anders)

PS: meine Kinder haben mehr Freizeit als ich, trotz Vollzeitjob.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sperren geht halt nicht, das wäre Diskriminierung wegen Alters.

Hussit 62
1 Monat zuvor

Nur Wessis… interessant, als DDR Abiturient war ich bis einschließlich Klasse 8 in der POS mit den späteren Handwerkern, Arbeitern und …z.B. Grundschullehrerinnen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Hussit 62

Nichts für ungut, aber an westdeutschen IGS war das damals vor mehr als 35 Jahre auch noch möglich.
Hat sich vieles verändert seit damals.

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Hussit 62

Die Oberstufe in der DDR war aber abgesehen vom politischen Teil fachlich hervorragend. Kurz nach der Wende waren die DDR-Schüler den BRD-Schülern fachlich weit überlegen. Das hat sich schnell angeglichen, weil die östlichen Bundesländer schnell auf das BRD-Niveau umstiegen sind.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Hussit 62

Und interessanterweise ist der Rassismus zwar im Osten stärker vertreten – der Klassismus aber stärker im Westen!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hmm, Klassismus und Rassismus sind sich sehr ähnlich. Nur tarnt sich der Klassismus besser (mit viiiiel Toleranz/Mitleid/Empathie gegenüber den “armen Würstchen”), solange die “Armen” nicht zu viel vom Kuchen abhaben wollen bzw. in die “inneren, persönlichen Kreise” eindringen wollen und solange diese, die Arbeiten erledigen, die die besser gestellten nicht machen wollen.
https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit/klassismus-diskriminierung-aufgrund-sozialer-herkunft/
https://www.vielfalt-mediathek.de/begriffe/klassismus

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

“(Bio-)Deutsche neigen eher zur Nation als zur klassenlosen Gesellschaft. These: Wenn sie sich zwischen Nationalismus und Kommunismus entscheiden müssten und es keine Möglichkeit zur Stimmenthaltung gäbe, würde eine Mehrheit den Nationalsozialismus wählen…. Die Neigung zu Hecken, Zäunen und Mauern als gesamtdeutsches Phänomen.”
(aus ” Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat”, Annett Gröscher, Peggy Mädler und Wenke Seemann)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ergänzung: Vielleicht ist der Rassismus deshalb im Osten “auffälliger”, weil dort die Klassenunterschiede (noch) geringer sind?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Genau das meine ich! Scheint aber leider in der Natur vieler Menschen so zu sein, leider!
Die Politik nutzt dies natürlich gern aus “Divide et impera!”

Hussit 62
1 Monat zuvor

Das “Schönreden” der als elitär konotierten Gymnasien ist eine seit den 70 gern im Westen Grundlage von Rückschritt. Ich lebe an einer “falschen” Kooperativen Gesamtschule. Die reinen Gymnasialen Klassen und die “Regionalschulklassen” (Haup-Realschulklassen) ist bei uns in MV ab Klasse 7. Es ist ein grausamer Unterschied…die sich als Looser fühlenden unter sich und die, die es “geschafft” haben. Ich unterrichten parallel in zwei solcher Klassen. Bis Klasse 6 bauen wir funktionierende heterogene Klassen in der Orientierungsstufe, dann kommt die “Auslese”. Ungerecht und beschämend.

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