BERLIN. Die Wirtschaft schlägt Alarm: Schulabgänger beherrschen grundlegende Kulturtechniken immer schlechter – allen voran die Rechtschreibung. Daten aus dem IQB-Bildungstrend bestätigen den Befund: Die Deutschleistungen der Neuntklässler sind seit 2015 massiv eingebrochen. Besonders die Orthografie zeigt dramatische Rückgänge. Was steckt dahinter? In einer Serie auf News4teachers unternehmen wir einen Faktencheck – und beleuchten die Hintergründe.

Die Diagnose klingt vertraut: Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen beklagen Betriebe die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger. Es fehle an fachlichen Grundlagen und an persönlichen Fähigkeiten. Rund 3.000 Betriebe hat die Kammer angeschrieben, etwa 300 haben geantwortet. Fast alle geben an, dass sie bei Abgängern aller allgemeinbildenden Schularten vor allem Selbständigkeit, Durchhaltevermögen und Motivation vermissen. Manche wünschen sich zudem mehr Kritikfähigkeit, Eigenverantwortung und Belastbarkeit.
Doch es geht nicht nur um „Soft Skills“. Bei den Hauptfächern Mathe und Deutsch, aber auch bei Englisch und Informatik zeigt die Umfrage, dass viele Unternehmen unzufrieden sind. Besonders alarmierend wird es, wenn es um elementare Kulturtechniken geht. IHK-Präsident Johannes Schwörer sagt: „Unseren Schulabgängern fehlt es teilweise an grundlegenden Fertigkeiten wie Rechnen ohne Taschenrechner oder Rechtschreibung ohne digitale Unterstützung.“ Gerade die Rechtschreibung wird also als etwas wahrgenommen, das ohne Korrekturfunktion von Smartphone und PC für viele Jugendliche zur Herausforderung geworden ist.
Aber stimmt das Bild eines allgemeinen Rechtschreib- und Sprachverfalls wirklich? Oder ist die Lage komplizierter, als es der empörte Satz des Kammerpräsidenten nahelegt? Der letzte große wissenschaftliche Befund hilft bei der Einordnung: der IQB-Bildungstrend 2022, der für die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in Deutschland deutliche Kompetenzrückgänge im Fach Deutsch – insbesondere in der Orthografie – konstatiert.
Deutschkompetenzen im Sinkflug – vor allem in der Rechtschreibung
Der IQB-Bildungstrend 2022 ist die derzeit umfassendste Datengrundlage zu den Deutschkompetenzen der Neuntklässler. Getestet wurde zwischen April und Juli 2022 – also „gegen Ende der Corona-Pandemie“, wie das Institut betont, in einer Phase, in der Schulschließungen, Distanz- und Wechselunterricht den regulären Unterricht „nahezu zwei Jahre massiv beeinträchtigt“ hatten. Die Studie kommt zu einem klaren – und ernüchternden – Befund: „Das Kompetenzniveau der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler im Fach Deutsch ist zwischen 2015 und 2022 deutlich gesunken.“
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Besonders drastisch fällt der Rückgang bei Jugendlichen aus sozioökonomisch schwächeren Familien und bei Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund aus. Die Studie hält fest, „dass der Anteil der Jugendlichen, die im Jahr 2022 – und damit nach den beiden großen Zuwanderungs- und Flüchtlingswellen ab 2015 – im Fach Deutsch im Lesen, Zuhören und in der Orthografie jeweils den Mindeststandard für den Ersten Schulabschluss (ESA) bzw. den Mittleren Schulabschluss (MSA) verfehlen, gestiegen“ ist. Insbesondere im Verstehen gesprochener Sprache sei das Kompetenzniveau deutlich zurückgegangen.
Zahlen gibt es reichlich – und sie zeigen, dass die Rechtschreibung tatsächlich kein Randproblem ist. Für die Schülerinnen und Schüler, die den Mittleren Schulabschluss anstreben, heißt es im IQB-Bericht: „Im Fach Deutsch erreichen oder übertreffen 49 Prozent der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler, die den Mittleren Schulabschluss (MSA) anstreben, den Regelstandard im Lesen für diesen Schulabschluss. Im Zuhören sind es 53 Prozent und in Orthografie 65 Prozent. Das bedeutet gegenüber dem Vergleichsjahr 2015 im Lesen einen signifikanten Rückgang um 9 Prozentpunkte, im Zuhören um 19 Prozentpunkte und in Orthografie um 12 Prozentpunkte.“ Das heißt: In dieser vergleichsweise leistungsstärkeren Gruppe verfehlt zwar nur ein kleinerer Teil den Regelstandard – aber in der Rechtschreibung immerhin rund 35 Prozent.
Noch kritischer fällt der Blick aus, wenn man alle Neuntklässlerinnen und Neuntklässler zusammen betrachtet und nicht auf den angestrebten Abschluss, sondern auf die Mindeststandards schaut. Zunächst geht es um die Mindeststandards für den Ersten Schulabschluss (ESA). Hier hält die Studie fest: „Im Fach Deutsch verfehlen etwa 15 Prozent der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler die Mindeststandards für den ESA im Bereich Lesen, fast 18 Prozent im Bereich Zuhören und rund 8 Prozent im Bereich Orthografie.“
Legt man dagegen den Maßstab „Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss (MSA)“ an, steigen die problematischen Anteile nochmal deutlich. Für die Gesamtgruppe aller Neuntklässlerinnen und Neuntklässler gilt: „Die Mindeststandards für den MSA werden in der Gesamtgruppe aller Neuntklässlerinnen und Neuntklässler im Fach Deutsch im Lesen von 33 Prozent der Jugendlichen noch nicht erreicht. Im Zuhören sind es 34 Prozent, in Orthografie sind es 22 Prozent.“ Wichtig ist dabei: Getestet wurde in der 9. Jahrgangsstufe – also mehr als ein Jahr vor dem eigentlichen MSA-Abschluss. Ein Teil der Jugendlichen hat den Zielstandard zum Testzeitpunkt schlicht noch nicht erreicht. Ob sich in dieser Zeit die Rechtschreibleistungen verbessern, ist aber fraglich: Eine gezielte individuelle Förderung der Orthografie-Leistungen findet ja in der Regel dann nicht mehr statt.
Auch an der Richtung der Entwicklung ändert das nichts: Sowohl bei den Regelstandards der MSA-Anstrebenden als auch bei den Mindeststandards für ESA und MSA zeigt sich eine klare Verschlechterung gegenüber 2015.
Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sind in diesen Gesamtdaten enthalten, werden im IQB-Bericht aber gesondert betrachtet – und auch hier ist der Trend deutlich negativ. „Für die Neuntklässler:innen, die ein Gymnasium besuchen, ergeben die auf Kompetenzmittelwerte bezogenen Trendanalysen ein ähnliches Ergebnismuster wie für die Gesamtpopulation der Neuntklässler:innen. Im Fach Deutsch erreichen Neuntklässler:innen an Gymnasien im Jahr 2022 bundesweit ein signifikant geringeres Kompetenzniveau als im Jahr 2015. Mit 13 Punkten im Lesen, 32 Punkten im Zuhören und 18 Punkten in der Orthografie ist der Rückgang an Gymnasien zwar geringer ausgeprägt als in der Gesamtpopulation der Neuntklässler:innen, aber ebenfalls substanziell.“
Übersetzt: Das Leistungsniveau an Gymnasien liegt weiterhin über dem der anderen Schularten – aber auch hier geht es in Deutsch insgesamt und in der Rechtschreibung spürbar nach unten.
Das Deutsche Schulportal fasst die Befunde für die Länder so zusammen: „Bundesweit verfehlen 22,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs im Bereich Orthografie den Mindeststandard für den MSA (ESA 7,9 Prozent). Auch hier ist der Anteil in Bremen mit 35,7 Prozent am höchsten, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (29,1 Prozent) und Berlin (26,4 Prozent). Am niedrigsten ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard verfehlen, in Bayern (17 Prozent), Sachsen (18,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (18,6 Prozent). Den Optimalstandard erreichen bundesweit 7,2 Prozent.“
Die Entwicklung ist nicht nur in Anteilen, sondern auch in Kompetenzpunkten erheblich. Das IQB setzt die Ergebnisse von 2015 auf einen Mittelwert von 500 Punkten. Für 2022 heißt es dann: „Setzt man die Kompetenzwerte des Vergleichsjahres 2015 jeweils auf einen Mittelwert von 500 Punkten und eine Streuung (Standardabweichung) von 100 Punkten, verlieren die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler im Jahr 2022 gegenüber dem Vergleichsjahr 2015 bundesweit betrachtet im Fach Deutsch im Lesen im Schnitt 25 Kompetenzpunkte, im Zuhören 44 Punkte und in Orthografie 31 Punkte. Dies sind statistisch signifikante und im Umfang erhebliche Kompetenzrückgänge im Fach Deutsch.“
„In der Orthografie haben sich die Kompetenzmittelwerte in allen Ländern zwischen den Jahren 2015 und 2022 signifikant verringert“
Gerade in der Orthografie ist der Rückgang flächendeckend. „Auch im Kompetenzbereich Orthografie sind, wie im Lesen und im Zuhören, zwischen den Jahren 2015 und 2022 signifikante Kompetenzeinbußen in Deutschland insgesamt festzustellen“, heißt es. Die Differenz beträgt in diesem Kompetenzbereich 31 Punkte. „In der Orthografie haben sich die Kompetenzmittelwerte in allen Ländern zwischen den Jahren 2015 und 2022 signifikant verringert.“ In der Länderauswertung wird deutlich, dass die Niveaus sehr unterschiedlich sind: Bayern fällt von 525 auf 494 Punkte (Minus 30), Sachsen von 507 auf 485 (Minus 22) – Nordrhein-Westfalen von 484 auf 447 (Minus 37, niedrigstes Niveau aller Flächenländer, nur Bremen liegt noch darunter).
Hinzu kommt: Die Streuung der Kompetenzwerte ist größer geworden. Der Bericht stellt fest: „Die Streuung der Kompetenzwerte ist im Bereich Orthografie in Deutschland insgesamt im Zeitraum 2015–2022 um 17 Punkte angestiegen. (…) In fast allen Ländern hat sich die Streuung der Kompetenzwerte ebenfalls signifikant erhöht.“ Mit anderen Worten: Die Unterschiede zwischen starken und schwachen Schülerinnen und Schülern sind gewachsen.
Rechtschreibprobleme sind also kein bloßes Bauchgefühl von Ausbilderinnen und Ausbildern. Sie sind mit Blick auf die Orthografie empirisch gut belegt. Kurz gesagt: Die IQB-Daten stützen die Wahrnehmung, dass formale sprachliche Kompetenzen – insbesondere in der Rechtschreibung – spürbar nachgelassen haben. Sie belegen aber auch eine wachsende Spreizung und starke soziale Unterschiede. News4teachers
Hier geht es zum zweiten Teil der Serie.
Wer (gut) lesen kann, ist (halt immer noch) klar im Vorteil! Eben auch oder besonders was die Rechtschreibung betrifft!
Zweimal Spätlese bitte.
Auch die Satzzeichen!
Komm, wir essen, Opa!
vs.
Komm, wir essen Opa!
Satzzeichen können Leben retten
Oh! Heiliger Sankt Korinthus…
Ach, die Wirtschaft klagt über Orthografie-Defizite bei Schulabgängern? Wie rührend. Hey, in den von mir unterrichteten Populationen der Neuntklässler zeigen etwa seit 2005 Fachsprache (Fachbegriffe kann der Lehrer überhaupt nicht mehr lesen), chemische Zeichensprache, logisch-abstraktes Denken, Motivation, Belastbarkeit sowie die Fähigkeit zu realistischer Selbstreflexion und Selbstkritik kontinuierliche Rückgänge – mit zunehmender flächendeckender Stetig- und Verlässlichkeit.
Das Zuhören und Konzentrieren auf komplexe Inhalte des Unterrichts? Geht gar nicht mehr. Textverständnis bei Fachtexten in Lehrbüchern? Gaaaanz schwierig. Biologische und chemische Fachbegriffe werden inzwischen so verstümmelt, dass sich ihr fachlicher Sinn ins Gegenteil verkehrt – eine Art semantische Selbstzerstörung im Klassenzimmer. Hintergrund- und Definitionswissen ist praktisch nicht mehr existent, sodass jeder Fachbegriff, den Schüler schon nicht richtig schreiben können, auch inhaltlich nur noch eine leere Worthülse bleibt.
Aber keine Sorge: Die IQB-Bildungsstandards, welche die ehemals wissenschaftspropädeutischen Lehrpläne weichspülten, haben zuverlässig gewirkt. Also bitte weiter bestellen – wir liefern bis zum Ausverkauf ernsthafter fachlicher Bildung. Danach gibt’s nur noch die Restposten: PowerPoint-Kompetenz, „Teamfähigkeit“ und die Fähigkeit, sich selbst für hochbegabt zu halten.
Auch die Wissenschaft hat zu klagen – über die Defizite der Abiturienten.
2005 ist in etwa das Datum, wo hier Smartphonesim großen Stil ankamen…
“Die Welt ist im Wandel.” – Zaubermann mit weißem Bart aus einem Lesedingshörbuch.
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‘Ne gute Drohne steuert viel
mit klarem Sensor stets aufs Ziel!
Nun ist es so die Frage,
was wünschet die Bagage?
Was die Steuerzentrale ausgeheckt,
verwirklicht das Roboterchen –
bis ausgecheckt.
Ach so!
Nun denn, so zwei von zehn,
eigentlich weniger,
mehr darf nicht gehn,
Rechtschreipuhngskompehtänzmutagen!
Einhundertfünf-zisch Punkte bloß,
Englischklausur auf “Go!” und los,
“Ortopographie”,
was ist das bloß,
der Punktewert ist garnicht groß!
Die kleine Kah-Ih im kleinen Kopf
von Dröhnchen
entdeckt den roten Knopf,
für unter 10% der Punkte
lohnt sich kein Aufriss,
zündet keine Lunte.
“Abort, abort!” – “Confirmed!”,
der Abbruch naht,
den jeder Chip sitzt hier auf Naht,
was soll der Akku sich entladen,
und mit der Rechtschreib-rei sich plagen,
Zielpriorität ist halt gering,
da stecken keine Punkte drin.
Dies ist gewollt und so gewählt,
ein n00b wer sich noch damit quält.
Von Mediation bis Hörkomopetenz,
ungefähres Gewäsch von großen Pänz,
das ist wichtig, Klausurteil B,
Könnenssimulation tut keinem weh.
“Verständlichkeit” ist die Devise,
ob “car” oder “assumption”,
“ass-dumb”tion und “kahr”,
verstehen tut mit Rächtschreih-punk viel,
immer mehr von Jahr zu Jahr.
Analyse bloß nicht zu lang,
Summary geht auch noch rein,
den Rest
(wie etwa Schreibensrechtsdingens)
zieht man sich nur am Rande rein.
“Rechtschreibung”, das ist bürgerlich,
kapita-lustisch-repressiv,
autoritärer böser Mist,
den Steuerzentrale gern vergisst.
Insofern hört die frohe Kunde,
lasst die Staben im Buch sich liegen,
kluge Bildungswissenschaft
lehrt die Schüler schon das fliegen.
Mit Herzchememote und Zwinkeraugenroll
schwebt der Flieger ins Ende rein,
und wie gesagt:
Rechts-Schreiberei interessiert kein _ _ _ _ _ _ _.
Bildungsinitiative Schland fünfunddreißig
auf der Zielgeraden liefern wir schon fleißig.
Weg mit dem letzten autoritären bösen Mist,
auf dass der letzte fachliche Anspruch sich verpisst.
Nicht nur Rechtschreiberei verursacht beim Kindlein Qualen,
wir verzichten besser auch auf Formeln und auf Zahlen.
Wehrt euch nicht mehr, gebt auf den Widerstand,
im Kampf gegen die Verblödung hier im Schland.
Alles immer schön übertrieben negativ darstellen.
Wer hätte ahnen können, dass die Rechtschreibkünste nachlassen, wenn man Rechtschreibung nicht mehr unterrichtet? Zum Glück gibt es die Wissenschaft.
“wenn man Rechtschreibung nicht mehr unterrichtet”
??
Was meinen Sie oder muss (wie lange noch?) Schreiben nach Gehör herhalten? 😀
Keine Diktate mehr weil verpönt, Übungen nur im Lückentext, wo man weiß, dass es um Rechtschreibung geht, Fehler zählen nur bei Rechtschreibtests für die Note und sonst nicht.
“Keine Diktate mehr weil verpönt”
Quelle dazu?
Den wissenschaftlich belegten Wert von Diktaten für die Rechtschreibung ist mir nicht bekannt…
…selber Denken kann helfen! Auch ohne “Quelle”!
So ein Zufall aber auch!
Also keine Quelle.
Zufällig kenne ich nur wissenschaftlche Kritik an Diktaten, aber wenn Sie als Beführtworterin Quellen dazu nennen, würde ich mich freuen.
Ich denke, wir beide sind uns einig, dass die Zeit von Schulen und Kindern mit ineffizienten Lernmethoden ausgefüllt werden sollte
“Den wissenschaftlich belegten Wert von Diktaten für die Rechtschreibung ist mir nicht bekannt…”
Benötigt man denn schon für Axiome wissenschaftliche Studien?
Sie zitieren den Mist auch noch…
So manche Axiome gerieten durchaus ins Schwanken, als die Erde nachweislich doch nicht im Zentrum des Sonnensystems stand…
Und jetzt sind Diktate Ihrer Meinung nach Axiome der Bildungswissenschaft? Erstaunlich! Wer stellte diese Axiome auf? 😉
Muss heißen: Der wissenschaftlich belegte Wert…
ist Ihnen nicht bekannt. Sieht man. Wohl kein Zufall.
Diktate vereinen Hörverstehen und Schreiben und fordern damit wesentliche Fertigkeiten – Gehörtes in Geschriebenes umzuwandeln und selbst zu korrigieren.
Na dann haben Sie bestimmt wissenschaftliche Quellen, die den Mehrwert von Dikaten betüglich der Rechtschreibung belegen. Freu mich drauf 😀
https://www.grundschuldiktate.de/diktate-umstritten/
Wenig Übung, kaum Diktate (wenn, dann vorher 3 mal geübt, damit es auch gut ausfällt). Haltung: mir doch egal. Warum soll ich im Nebenfach korrekt schreiben. Warum korrigieren Sie überhaupt die Rechtschreibung? Muss ich Rechtschreibung bei der Berichtigung etwas auch korrigieren? Usw.
Früher hat man die Diktate und Wörter tatsächlich oft geübt, damit sie sich einschleifen. In Bayern hat man 3-4 geübte Diktate (Nachschriften) geübt und geschrieben und dann aus den Wörtern ein benotetes Diktat gemacht. Diktate kamen nie aus heiterem Himmel, auch heute nicht.
Warum dann Diktate, wenn die Wörter bereits eingeschleift wurden?
Klingt nicht danach, dass Diktate selbst da einen Mehrwert erbrachten.
“Wenig Übung, kaum Diktate”
Welchen Wert für die Rechtschreibung haben Diktate?
Die Notwendigkeit mal Regeln zu lernen und anzuwenden…aber ist ja alles wurscht…ach ja, schreiben üben. Zuhören üben… Gibt viele Vorteile. Aber egal. Nix was irgendwie fordern könnte ist gut. Nur was Entspannung bringt muss vorwärts gebracht werden.
“Die Notwendigkeit mal Regeln zu lernen und anzuwenden”
Dafür gibt es auch andere, präzisere Rechtschreibformate.
Im Deutschen das “Zuhören” als Kompetenz anzuführen, um Rechtschreibregeln anzuwenden, finde ich schwierig. Da würde Rechtschreibunterricht meiner Meinung nach mehr Wirkung entfalten
Diktate haben eher einen geringen Wert für die Rechtschreibung, der Vorteil liegt wohl eher im Training des Schreibfluss. Allerdings kann man mit Hilfe von Diktaten strukturelle Fehler mit Hilfe einer Fehleranalyse beim Schreiben ausmachen, um diese dann durch gezielte Übungen zu beseitigen.
Der Mehrwert unterscheidet sich hier jedoch wieder, meiner Meinung nach ungünstig: Starke lernen Langeweile, Schwache kommen nicht effizient weiter :/
Ganz ehrlich, Rechtschreibung zu korrigieren ist auch extrem zeitaufwändig. Ich habe dafür kein Zeitbudget. Selbst in Deutsch! Kann ich nicht alle Rechtschreibfehler Korrigieren, weil es in bestimmten Bildungsgaengen zu zeitaufwändig ist.
Absoluter Protipp:
Aus der Serie “Bildungsinitiative ‘Schland 2035 – eine Drohne mit Taschenrechner gegen die hohe Bildungswissenschaft” hier ein Verfahren zur faktengecheckten, studientauglichen Quantifizierung des Wertes der Rechtschreibung:
(Monkey Island – Gebrauchsanweisung)
1. Benutze Augen mit Erwartungshorizont aus “Konstruktionshinweisen” für Klassenarbeiten/Klausuren der jeweiligen Landesregierung.
2. Benutze gelesene Zahl für “Sprachliche Richtigkeit”, Unterkriterium “Rechtschreibung” mit Taschenrechner.
3. Benutze “Gesamtpunktzahl” mit Taschenrechner.
4. Benutze Taschenrechner: Rechne Prozentzahl von “Rechtschreibung” an “Gesamtpunktzahl” aus.
(4.1 für Bildungswissenschaftler, durchideologisierte Sonderpädagogen oder Ministeriumsmitarbeiter: Frage jemanden, wie man Prozente am Taschenrechner ausrechnet.)
5. Mache Pikachuface angesichts der Zahl.
6. Sage: “Wow, das ist ja soooooo unverständlich, wieso im System Schule Rechtschreibung immer unwichtiger wird, während jeder (noch) normal im Kopf verdrahtete Mensch das ohne jedes pseudointellektuelle Dekonstruktionsgetue als einen absoluten Basisbaustein jeder Art von Bildung erkennt! Kann ich mir gaaaaaaaarnicht erklären, wieso Schüler da zunehmend nix drauf geben!”
Bin mir nicht sicher, warum Sie einen Taschenrechner für die Rechtschreibung verwenden.
Und Monkey Island meines Wissens witzig
Der weiß wahrscheinlich selber nicht, wofür er den Taschenrechner benutzen sollte. Aber wahrscheinlich wollte sich der Kollege über seine Kollegen lustig machen, dass diese den Prozentanteil nicht ausrechnen können.
Aber er spielte Monkey Island 😀
Wenn Sie den Kommentar von 447 noch einmal gaaanz aufmerksam lesen …. dann kommen Sie drauf, wozu der Taschenrechner gebraucht wird 🙂
Muss ich am Ende den Taschenrechner umdrehen, um ein lustiges Wort zu lesen? 😀
!7353
Esel. Da geht mehr.
Das hat nur bedingt mit fehlendem Unterricht zu tun. Es interessiert beispielsweise Oberstufenschüler einfach nicht. Anders kann man nicht erklären, dass einige am Satzanfang oder bei Eigennamen kleinschreiben. Diese beiden Regeln sind nun nicht überkomplex. Auch die Verwendung eines Satzschusszeichens wird oft als optional angesehen.
Zum Glück gibt es die Wissenschaft. Diagnose – Lernserver – Individuelle Rechtschreibförderung
“Unseren Schulabgängern fehlt es teilweise an grundlegenden Fertigkeiten wie Rechnen ohne Taschenrechner oder Rechtschreibung ohne digitale Unterstützung.”
Schreiben die noch viele Briefe und Berichte handschriftlich oder wo genau vermissen die Betriebe diese Kompetenzen in der Praxis, nicht in Studienergebnissen?
Sie meinen, wir können primäre Kulturtechniken verkommen lassen, weil in Unternehmen weniger Briefe geschrieben werden? Ernsthaft? Das ist Ihre professionelle Meinung?
R.Z. ist immer böse, wenn etwas “Negatives” zu Jugendlichen geschrieben wird.
Er sollte sich mal die schriftlichen Arbeiten in den genannten Klassenstufen anschauen. Mit tun die Deutschlehrer manchmal schon sehr leid.
Es können halt nicht alle Fans davon sein, bei jedem Problem auf die Schwächsten zu hauen.
Aber wenn Sie wissen, wo das Schreiben ohne digitale Unterstützung in diesen Betrieben vollzogen wird, wäre ich durchaus dankbar, nicht böse 😉
In Ihren Kommentaren erkenne ich ein recht einfaches Weltbild: Sie teilen die Menschen in stark und schwach, gut und böse oder arm und reich ein und positionieren sich auf der Seite der aus Ihrer Sicht „Unterlegenen“. Das ehrt Sie, aber vielleicht hindert Sie das daran, Dinge etwas differenzierter zu sehen?
Möglicherweise. Aber schrieb ich schon oft, dass ich keinen Sinn darin sehe, Leistungen oder “Eigenverantwortung” von eben den Menschen zu fordern, die nachweislich nicht liefern (können)
Ungeachtet dessen halte ich persönloch sehr viel von Rechtschreibung und habe am der Förderschule die Möglichkeit, dies einzubringen, während ich nicht verstehen kann, welche handschriftlichen Rechtschreibkompetenzen die Wirtstschaft angeblich praktiziert, die eine digitale Unterstützung ausschließt bzw. warum gerade Diktate hier eine Größe, geschweige einen Mehrwert ausmachen sollen :/
Aber – unironisch – Danke für Ihre Antwort 🙂
Also haben wir plötzlich überall nur noch Ansammlungen von Schwachen? Wieso waren vorher nicht so viele schwach? Wo kommen die plötzlich alle her? Warum gerade jetzt? Und warum drauf hauen?
Ist schon krass. Ich würde raten, dass in den letzten 50 Jahren Dinge passierten und sich sich die Umstände änderten.
Zu einem gewissen Grad scheinen das ja so mache zu sehen, die Verantwortung aber bei den Kindern zu suchen anstelle bei der zuständigen Bildungseinrichtung.
Sie meinen die Zuwanderung? Die hat in den letzten 50 Jahren massiv zugenommen. Und es ist klar, dass bildungsferne Ausländer mit dem Deutschen ihre Mühe haben, es ist ja sogar für die Einheimischen schwierig. Man wusste das von Anfang an. In Kanada, Australien und Neuseeland sind Sprachkenntnisse der Landessprache VORAB ein Kriterium für die Erlaubnis einzuwandern. DAS ist eben der Unterschied.
Sie erwarten, dass Kinder aus Einwandererfamilien Deutsch können, bevor sie nach Deutschland kommen? Wo sollen sie das denn gelernt haben? Anders als Englisch ist Deutsch keine Weltsprache, die sich überall mal eben lernen ließe.
Dazu kommt: Sprachförderung von Kindern aus Einwandererfamilien ist in Kanada – zusätzlich zum normalen Unterricht – obligatorisch. Das ist sie in Deutschland nicht.
Das ist die typische fremdenfeindliche Manier in Deutschland: Mondforderungen gegenüber Migranten aufstellen – und wer sie nicht erfüllen kann, der wird für integrationsunwillig erklärt (womit man dann wieder seine Fremdenfeindlichkeit rechtfertigen kann). Kein Wunder, dass dieses Land beim Anwerben von Fachkräften so kläglich scheitert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie unterstellen einfach anderen hier Fremdenfeindlichkeit, aber Kanada gilt doch als Vorbild, z.B. bei PISA. Dann müsste man logischerweise auch die dortige Spielregeln als Vorbild betrachten, sonst sollte man diese Vorbildfunktion aufgeben.. Es kann nicht sein, dass das, was in Kanada gut und richtig ist, bei uns irgendwie anrüchig wäre. Aber das ist die übliche Rosinenpickerei: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Nicht “einfach” – wir sehen die Wahlergebnisse der fremdenfeindlichen AfD, wir sehen den fremdenfeindlichen Diskurs in dieser Gesellschaft (“Stadtbild”), wir lesen Posts wie Ihre.
Deutschland hat seit 2015 über zwei Millionen Kriegsflüchtlinge aufgenommen und damit (mindestens) Zehntausende von Menschenleben gerettet. Diese Menschen kamen als Flüchtlinge – und stützen trotzdem heute große Teile der Wirtschaft (in der Pflege, im Gesundheitswesen, in dere Gastronomie, auf dem Bau, im Transport…). Und müssen sich dann von Leuten wie Ihnen erklären lassen, dass Deutschland “die Falschen” aufnimmt – wie es Ihr rechtspopulistischer Link (den wir nicht gebracht haben, weil wir solchen Mist nicht übermitteln) ausdrückt.
Dumm nur, dass die Wegekelungsstrategie nicht aufgeht – am Ende bleiben dann wirklich nur noch die, die nirgends anders unterkommen. Der Rest geht laufen. Dann bleibt halt keiner mehr, den Sie als “falsch” beschimpfen können. Aber auch keiner, der Ihnen später mal das Essen bringt. Gerne hier nachlesen: https://www.dw.com/de/deutschland-jeder-vierte-einwanderer-will-wieder-weg-migration-diskriminierung-einb%C3%BCrgerung-v4/a-72931923
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Naja, so ist das eben mit “Berufsjugendlichen”.
Ich frage, wo das Unternehmen die “Rechtschreibung ohne digitale Unterstützung” betreibt
Und ich antworte, dass das für das Problem der immer weniger gelingenden Rechtschreibung unerheblich ist, da sie einen Wert hat, der unabhängig von ihrem Gebrauch in einem Unternehmen ist.
Ne, das Unternehmen beschwerte sich ^^
“Unseren Schulabgängern fehlt es teilweise an grundlegenden Fertigkeiten wie Rechnen ohne Taschenrechner oder Rechtschreibung ohne digitale Unterstützung.”
Im mathematischen Bereich verstehe und teile ich die Sorgen. Beim Rechtschreiben ohne digitale Unterstützung frage ich mich weiterhin, wo dies zur Anwendung kommen bzw. zu Problemen führen soll
Problem könnte sein, dass digitale Unterstützung nicht alles erkennt. Hab genügend Handouts und PPP mit Fehlern gesehen. War wohl nicht unterstützend genug, die digitale Unterstützung.
Absolut! Habe Schüler*innen wo KI und Autokorrektur nicht sinnvoll angewendet weden können.
Allerdings war die Klage, dass es an “Rechtschreibung ohne digitale Unterstützung” mangelt.
Ihre Meinung – die ich teile – steht da gar nicht zur Diskussion :/
Nach ihrer Logik benötigen wir im Grunde gar keine Schule, ja eigentlich gar keine Bildung mehr, schließlich sind wir umringt von technischen Hilfsmitteln, die für uns denken, handeln, korrigieren etc ..
Schöne neue Welt…..
Da haben Sie meine Logik missverstanden und großzügig überlesen, dass ich viel von Rechtschreibunterricht halte 😉
Ein Blick in die hiesige Tageszeitung reicht mir schon…..gespickt mit Rechtschreibfehlern und schlimmstenfalls ein Satzbau, dass mir schwindelig wird. Liegt daran, dass dort nicht mehr vor dem Druck noch einmal Korrektur gelesen wird….
Der Rechtschreibung wird seit fast 20 Jahren immer weniger Stellenwert eingeräumt…..sieht man allen Ortens…..
Auch insbesondere in der Schule wurden und werden Lehrer systematisch daran gehindert, vernünftigen Rechtschreibunterricht zu geben. Es dürfen keine Diktate mehr geschrieben werden, die Rechtschreibnote darf sich nur noch aus den Eigentexten der Kinder rekrutieren. Abschreibtexte haben Diktate weitgehend ersetzt (was nur leider mit Rechtschreibkompetenz wenig zutun hat). Es werden zwar sinnvolle Rechtschreibregeln erarbeitet, aber richtig geübt wird nicht mehr und überprüft leider auch nicht…..
Als ich damals anfing, haben wir regelmäßig Diktate geschrieben, die vernünftig vorbereitet wurden und in denen kontinuierlich neue Lernwörter systematisch geübt wurden….heute gibt es den Satz des Tages….löcherlich….
Ich schließe mich an, genauso habe ich es in meiner Schulpraxis auch erlebt.
Inzwischen kommt – den Effekt verstärkend – hinzu, dass junge Kollegen und Kolleginnen ebenfalls Unsicherheiten in der Rechtschreibung haben und in Teilen fehlerhafte Arbeitsblätter austeilen. Oder – nicht lange her – ein Lernplakat mit einem Tippfehler, der der jungen Kollegin erst nach dem Laminieren und Aufhängen in der Klasse auffiel, blieb – genau – hängen.
Und – ich finde es wirklich peinlich – unsere Homepage ist gespickt mit Rechtschreib- / Tippfehlern.
Ich hatte ernsthaft überlegt, ob ich es anspreche und anbiete, Korrektur zu lesen. Ich habe es nicht gemacht, weil der Zeitaufwand erheblich wäre. Und Zeit ist das, was fehlt.
Anekdotische Evidenz: Kinder aus dem dritten Schuljahr bepflanzen bei uns einen Blumenkübel und schreiben kleine Plakate „nicht berühren“, „gepflanzt von….“, „Hände weg, nur schauen“…..
Eine Kollegin hat es fotografiert und wollte es auf die HP stellen….vorher lud sie die Bilder in unseren Messenger…..auf jedem Plakat waren mehrere Rechtschreibfehler….ich konnte es nicht glauben…..nicht nur, dass es der Kollegin, die das Beschriften der Plakate begleitet hat offenbar egal war, sondern auch, dass die Fotos auf die HP kommen sollten….
Und ja, bei uns auf der HP waren auch immer eine Menge Rechtschreibfehler, bis die betreuende Kollegin gewechselt wurde….seitdem geht es….
Das kenne ich auch: fehlerhafte Lernplakate, die am Tag der offenen Tür an einem Gymnasium (!) ausgestellt werden.
Die Sache ist die:
Wenn *Sie* die Fehler korrigieren oder gar *ansprechen*…haben *Sie* die Gefühli-fühle verletzt.
Damit ist die Sache klar:
SIE sind der Bösewicht.
Und weil das nicht offen kommuniziert werden kann (denn sobald man diesen typischen Gefühligkeitsmechanismus transparent ausspricht wird sofort klar, wie absurd und falsch, geradezu kindisch er ist) – ist die Folge dann passiv-aggressive “Streitführung” und Gerüchteküche.
Effizienteste Vorgehensweise:
Einfach nix sagen, Tagesroutine weiter durchführen.
“Einfach nix sagen” ist auch falsch.
Nö.
Da man dann mit durchemotionalisierten Minderleistern keine Probleme bekommt.
Problem gespart = Profit.
Profit ist gut.
(Eigentlich sollte die Dynamik natürlich umgekehrt laufen und solche Leute, die als Lehrer nicht einmal richtig (S)schreiben können massiv geknechtet werden, damit sie aufleveln…aber das ist Zauberwald, wir reden ja von “hier und heute”)
So ist es leider. Auch auf unserer Homepage wimmelt es nur so an Rechtschreibfehlern. Der Verantwortlichen ist das aber egal. Für die Korrektur wird sie nicht bezahlt (Beamtin mit A13 übrigens).
Dann bin ich leider an dieser Stelle (evt auch noch anderen Stellen) ziemlich empathielos. Kein schriftsprachliches Produkt verlässt „meinen“ Klassenraum, wenn es nicht der sprachlichen Richtigkeit entspricht.
Wir versuchen auch grammatikalisch richtig zu formulieren….ich kann da sehr geduldig sein und den Schüler den korrigierten Satz dreimal wiederholen lassen. Zum Einschleifen von wichtigen Satzbausteinen sprechen wir auch oft im Chor. Das hilft im Sinne der Sprachsensibilität vor allem Kindern, die mehrsprachig aufwachsen….
Kinder, die bei mir unterrichtet werden, lernen auch schon im ersten Schuljahr, was ein Dativ ist: „Ich bin fertig mit Allem“, nicht „ich bin fertig mit Alles“…..
Sie machen das ja auch richtig und leiten ausserdem Ihre “Bude”. 🙂
So ist das bei weitem(!) nicht überall.
Zumindest was die Sprachsensibilität angeht, machen wir das an unserer Schule alle ähnlich (Konzept ist von uns erarbeitet worden). An der durchgängigen Sprachbildung in allen Fächern arbeiten wir noch….ist auch sehr anspruchsvoll, vor allem wenn man ganze Unterrichtseinheiten diesem Primat unterordnen möchte….(siehe Prof. Leissen).
Ach, ich würd Sie gern mal für unsere Schule ausleihen!! Einen Monat Deutschstunden bei Ihnen, das wäre was. Das würde viel verändern!
Ich bin mir sehr sicher, dass Sie das bestimmt auch ganz prima alleine hinbekommen. Es hat auch etwas mit Haltung und Wertlegen zu tun.
In der Klasse, in der ich Mathe unterrichte, legt die Klassenlehrerin sehr großen Wert auf sprachliche Richtigkeit, auf Benutzung von Fachprache (die natürlich erstmal erarbeitet wurde). Es wird in ihrem Unterricht extrem viel gesprochen. Ein Morgenkreis (ist bei uns verbindlich) dauert bei ihr immer rund 25 Minuten. Die Kinder sprechen viel chorisch, schleifen auf diese Weise Satzbausteine ein, besprechen, sammeln Nomen, Verben und Adjektive, bilden die Einzahl/Mehrzahl, steigern, ….sagen 1×1 Reihen auf, benennen Körper und ihre Eigenschaften (je nach Thema)…..müssen IMMER in ganzen Sätzen sprechen….
Und mit der Rechtschreibung läuft das ähnlich….es wird viel geübt und geschrieben….
Ich unterstütze vieles, was Sie schreiben, nur leider verbreiten auch Sie eventuell ein Gerücht. Diktate sind nicht verboten! Oder für welches Bundesland sprechen Sie?
Ich spreche mal für Hamburg- verboten sind sie vermutlich nicht, aber keine Grundschule im Umkreis schreibt sie. Auf Nachfrage heißt es nur, das macht man nicht mehr, das sei nicht zeitgemäß, das überfordere viele Schüler…
Also ist der Zeitgeist der Grund für den Verfall, äh…, die Verschiebung. Der Zeitgeist ist aber heilig, oder darf man den auch kritisieren oder ändern?
Richtig, sie sind natürlich nicht verboten, dürfen aber auch nicht bewertet werden (also benotet).
Ich bin an einer Grundschule. Wer übt denn noch einfach nur (Recht-) Schreiben? Alles muss irgendwie spielerisch sein und Spaß machen. Einfach nur Texte zu schreiben, um sich Wortbilder einzuprägen, ist total verpönt, obwohl doch sehr effektiv. Aber zu langweilig. Die Kinder lernen Rechtschreibregeln und füllen Lücken aus, aber sie wenden die Regeln nicht an. Müssen sie ja auch nicht. Alles soll spielerisch sein und Spaß machen. Diktate wie früher schreibt kaum noch jemand. Sie fallen zu schlecht aus. Man schreibt “Wendediktate”, so sieht die Rechtschreibnote gleich wieder (etwas) besser aus. Die Schule hat keine Schuld.
Schule darf Spaß machen, Schule darf auch Zumutung sein. Ich versuche meinen Unterricht interessant zu gestalten, aber ich mute den Kindern auch Anstrengung zu.
Rechtschreiben üben kann man auch angenehm gestalten. Laufdiktate, Dosendiktate, Popodiktate, Wendediktate, Partnerdiktate ist alles nicht trocken, kann sogar Spaß machen und ist enorm effektiv…..
In Mathe ebenso, da gibt es auch schöne Übungsformate, die das effektive Üben angenehm und manchmal auch spaßig machen…..(siehe die Handbücher der produktiven Rechenübungen von Müller/Wittmann oder PikAs)
“Popodiktate” und “ist alles nicht trocken” – Sorry, da musste ich lauthals lachen!
Mein Kopfkino und ich … 🙂
Das ist die Folge traditionellen Wickelmethoden – also vor dem Pampern
Unsere Schüler scheinen mittlerweile genauso unfähig wie unsere Wirtschaft.
Passt doch!
Henne-Ei-Problem-Loop identifiziert.
Lösung?
Unmöglich, wegen heilige Kühe.
Vorgehen:
Ignorieren, Weihnachtsmarkt.
……ja genau, und Sie haben das herausgefunden.
Wo besteht zwischen beiden Größen, Rechtsschreibleistungen und Wirtschaft, ein Bezug, außer vielleicht in ihrem Kopf, mit dem Sie alles schwarz sehen.
Ich war zugegeben sehr überrascht, als meine Tochter mir nach der Realschulabschlussprüfung im Fach Deutsch (in BW) erzählte, dass Rechtschreibung und Satzbau nur noch rudimentär im Aufsatzteil gewertet werden. In den anderen Prüfungsteilen, in denen die Lektüre, Textverständnis, Grammatik und Rechtschreibung (!) abgefragt wurden, konnte geschrieben werden, wie man wollte. Es gab keinen Punktabzug für falsch geschriebene Antworten. Alleine das zeigt doch schon, wie wertig das Ganze am Ende ist. Jeder soll bitte bestehen, sodass “keiner ohne Abschluss” bleibt. Bekannte Lehrkräfte bestätigten, dass es verdammt schwer geworden ist, in Deutsch eine “5” zu kriegen, weil jede Kleinigkeit inzwischen bepunktet wird.
Es kommt hinzu, dass Schüler oft nur noch falsch geschriebene Texte auf WhatsApp (wo auch jeder schreibt, wie er Bock hat) und in den sozialen Medien lesen. Also – wo bitte soll es denn herkommen? Von drei, vier Rechtschreibübungen im Deutschunterricht pro Monat?
Aber mit der Digitalisierung kann man die Schreibweise von Wörtern bequem abrufen, wenn man sich unsicher ist. Warum wird das denn nicht gemacht?
Warum sollte man das tun, wenn es ohnehin keine Konsequenzen hat, wenn etwas falsch geschrieben wird?
Sportlicher Ehrgeiz?
Ding-ding-ding, we have a winner.
Bei uns gibt es jede Menge SuS, bei denen die Deutschfehler nicht gewertet werden, die ein Wörterbuch verwenden dürfen, die nach Vorkorrektur ihre Fehler verbessern dürfen, die Zeitverlängerung bekommen usw. … bei jedem eine andere Sonderlocke und immer der Hinweis der SuS: ich habe LRS … da blickt man bei manchen Klassen überhaupt nicht mehr durch ohne genaue Liste mit Anweisungen.
Das 1×1 in Mathe wird auch überbewertet. Üben und wiederholen generell ist out. Da beschweren sich die Eltern, dass sie zu viel tun müssen …. aber eigentlich sollten es die SuS machen … und die brauchen eeeewig, bis sie erst einmal den Stift und den Zettel vorgekramt haben.
Schlecht ausfallen darf eine Klausur auch nicht, sonst muss sie wiederholt werden. Da gibt es ganze Kurse im Fachunterricht, die machen ein halbes Jahr nichts, dann versemmeln sie kollektiv den Leistungsnachweis, der wird dann an der Tafel gemeinsam verbessert, dann muss mindestens eine Woche vergehen und dann kann die Arbeit wiederholt werden.
Das sind alles Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für LuL und die SuS wissen genau, dass ihnen nichts passiert. Weshalb gibt es solche realitätsfremden Regeln.
Ich wüsste nicht, dass das später im Betrieb auch so funktioniert:
Das Angebot, das an den Kunden rausgegangen ist, war grob fehlerhaft? … macht nichts … wiederholen wir das in einer Woche.
… tja … der Weg des geringsten Widerstandes, der in der Schule eingeübt wird, den merken sie sich für später …
Man muss aber auch sagen, dass es SuS gibt, die super im Unterricht mitmachen, die zuhause üben und die bei der 100sten Wiederholung irgendwann Langeweileerscheinungen zeigen. Wer kümmert sich eigentlich um die (3 bis 4 pro Klasse)? Unsere anfangs motivierten SuS verlieren wir dadurch langsam – wie traurig!
Bei uns gibt es jede Menge SuS, …, die ein Wörterbuch verwenden dürfen,…
Dazu müssten die SuS aber
a) vernünftig lesen können,
b) das W- Buch auch “handhaben” können,
c) die Fehler bemerken und finden
Bei c) fangen die Probleme schon an 🙁
Stimmt!
Ja. So kennen wir das auch.
So ist es wohl einfacher und stressfreier für die Lehrkräfte.
Es ist die logische Konsequenz daraus, aus Schule (die der Bildung verpflichtet war) eben “””””Schule””””” zu machen.
Also einen Ort, wo die Böcke zu Gärtnern gemacht wurden (Eltern & SuS sind quasi die Chefs).
Das ist das Grundübel.
Der Rest ist schlicht…konsequente Lieferung der bestellten (Billig-)Ware.
Das ist doch nun wirklich was, was man mit Apps auffangen könnte ohne jegliche Mehrarbeit für uns Lehrkräfte
Wer meine Beiträge kennt, weiß, dass es mit meiner Rechtschreibung leider auch häufig nicht so gut aussieht und dass ich leider nicht mit hohen Deutschkompetenzen gesegnet wurde. Trotzdem ist es so, dass ich die meisten Eltern und quasi alle Schüler um Längen voraus bin.
Wo ich nicht die Gründe sehe:
-Corona, und ich kann es nicht mehr hören! Man könnte genauso argumentieren, dass durch Corona mehr Kinder und Jugendliche zu Büchern gegriffen haben, weil sie sonst nichts machen durften.
Wo ich mir vorstellen könnte, dass es Gründe sind:
-Bildungsferne Familien (die Zahl ist mittlerweile unglaublich groß, zumindest wenn man an einer Ganztagsschule arbeitet, wo die Kinder und jede Verantwortung abgegeben wird.
-Social Media. Gruselig, wie dort teilweise geschrieben wird, und sich manchmal ein vollkommen anderer Sinn ergibt.
-Wenig Benachteiligungen für Leute mit Rechtschreibproblemen und dadurch keine Anreize. Die Abschlüsse, Jobs usw. bekommen sie trotzdem, im Zweifel haben dat dann die Hälfte der Klasse eine LRS und bekommt Nachteilsausgleiche. Schlechte Noten gibt es auch im Grunde nicht, weil die Rechtschreibung nur noch zu geringen Prozentwerten in die Noten eingehen darf. Da gibt es Schüler, da ist fast jedes weite Wort rot markiert und die bekommen trotzdem eine 3 oder 2 in einer Klassenarbeit.
-Bücher und Lesen sind verschwunden. Hier könnten auch meine eigenen Probleme herkommen, da ich immer wenig gelesen habe.
-Schreiben nach Gehör, war vor ein paar Jahren noch der letzte Schrei der Bildungswissenschaftler.
Ansonsten können die Deutschlehrer hier sicher noch einiges mehr zu sagen.
Naja, wenn man die Gehirne der Schüler mit drei Runden COVID pro Jahr grillt (jede Infektion greift das Gehirn an, kostet IQ Punkte, mindert Merk- , Entscheidungs- und Empathiefähigkeit) sollte es doch absolut niemanden wundern, wenn die Kids dann halt auch nicht mehr den akademischen Anspruch erfüllen.
Natürlich ist eine Reform der Schule nötig, aber sorgt halt erstmal für saubere Luft nach gültiger DIN-Norm in den Klassenzimmern (und Kindergärten), dann klappt das auch wieder mit der Lernfähigkeit (also bei den kommenden Jahrgängen, die aktuellen Schäden sind permanent).
“Corona” verursacht ausserdem Missernten, Klimawandel, Blähungen und schlechtes Wetter.
/sarc
Können Sie eigentlich bei wenig sachlich fundierten Beiträgen selbst einmal sachlich bleiben ? Sie begeben sich auf das selbe Niveau. Und Niveau ist keine Hautcreme.
Corona erzeugt unter anderem durch eine Degeneration der Mitochondrien eine Myokarditis sowie das Fatigue-Syndrom, eine Zerstörung der Gedächtniszellen der Immunabwehr, woraufhin dann endogen gespeicherte Virus wieder aktiviert werden und so zu Herpes Zoster-Ausbrüchen führen.
Bin fast 83, 37 Jahre im Schuldienst. Das kommt mir alles bekannt vor. Meine eigenen Lehrer sangen das gleiche Klagelied. Mein Bruder, Jahrgang 39, Chefarzt an großer Klinik, schrieb auch nicht immer fehlerfrei. Also tiefer hängen!
Noch tiefer? Wohl kaum möglich.
*zustimmendes piepen aus vorderer
Geräuschbox*
*scannt Argument*
“Iniative Schland 2035 fortsetzen, Prozessorleistung weiter reduzieren.
Argument [X kann nicht gut Rechtschreibung und aus dem/der ist auch Y(high status) geworden!!!1!1] wurde der Argumentationsbibliothek für Bildungsverfall hinzugefügt.
*surr-schwirr*
*entschwebt Richtung Glühwein*
Vielleicht hat es auch in Bayern mit der Einführung der neuen Schrift und das Abschaffen der Nachschriften zu tun. Selbst wenn die Schüler die Nachschriften auswendig gelernt haben, hatten sie zumindest eine Satzstruktur im Kopf. Was vermutlich auch ausländischen Schülern sehr beim Deutsch lernen geholfen hat. Aber bis ein Flackschiff umdreht, dauerts … und viele Schüler leiden weiter…Hoffentlich entschuldigt sich dann jemand bei ihnen, denn zu spät scheint es ja schon zu sein..
Na hoffentlich kommt “Flaggschiff” nie im Diktat vor … 🙂
Dann soll doch die Wirtschaft den Kultusministern mal verklickern, dass in der Schule Kopfrechnen und Handschreiben unabdinger sind, wenn man irgendwann Menschen haben will, die bildungstauglich sind und lesen, schreiben und rechnen können.
Sonst werden wir wie die USA keine Fachkräfte Made in Germany mehr haben.
Früher galt manches als Zeichen von “Bildung”, was heute “entrümpelt” ist. Dafür gibt es eine neue Definition von “Bildung” über die Kompetenzen, die von Unternehmen als nützlich betrachtet werden, z.B. “Teamfähigkeit”, “strategische Kompetenz”, “personale Kompetenz”. Die OECD macht’s möglich, der Oberlehrer Schleicher erläutert immer die Bildung im digitalen Zeitalter. Der Zug ist wohl abgefahren …
Könnte Gründe haben: https://www.fr.de/zukunft/storys/bildung/kuenstliche-intelligenz-veraendert-bildung-und-lernmodelle-grundlegend-94010482.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nun, natürlich ist es mittlerweile unmöglich Diktate zu schreiben. Der Lehrer spricht, die Schüler hören zu, im Klassenraum ist es still. Die Wahrscheinlichkeit, daß alle 3 gleichzeitig auftreten, ist nahe Null.
Die Wirtschaft! 300 von 3000 Angeschriebenen. Mag ja sein, dass Rechtschreibung nicht mehr so ausgeprägt ist; übrigens auch bei Vertretern „der Wirtschaft“