Polizeipräsidentin: Zu viele Bewerber kommen mit schlechtem Deutsch aus der Schule

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BERLIN. Viele Bewerber bei der Berliner Polizei scheitern an den Deutschtests. Es gebe ein Problem mit den Bildungsniveaus, mit denen junge Menschen aus der Schule kämen, sagt die Polizeipräsidentin.

Kehrt marsch! Foto: Polizei Berlin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Berliner Polizei hat größere Probleme bei der Suche nach genug Nachwuchs – und leidet dabei besonders unter den schlechten Deutschkenntnissen der Bewerber. «Wir haben ein ganz erhebliches Problem der Deutschkenntnisse, ganz unabhängig von Nationalitäten», sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Das sei auch ein Problem anderer Arbeitgeber in Berlin.

«Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen», sagte Slowik Meisel weiter. Viele Bewerber würden schon bei den schriftlichen Computertests durchfallen und das liege zu 80 Prozent an «mangelnden Deutschkenntnissen».

Anforderungen keineswegs zu hoch

Die Anforderungen seien aber keineswegs zu hoch und ließen sich auch nicht senken, betonte sie. «Sonst sehen wir einfach höhere Abbruchquoten.» Diese seien bei der Berliner Polizei bisher in Relation zu anderen Polizeibehörden und anderen Berufen etwas niedriger. Die Berliner Polizei biete daher eigene und freiwillige Nachhilfekurse für die Bewerber im Fach Deutsch an und hoffe so auf eine Besserung.

Das Thema macht der Polizei schon seit vielen Jahren zu schaffen. Früher war neben dem schriftlichen Deutschtest auch der praktische Sporttest immer ein Hindernis für einen Teil der Bewerber.

Von den jährlich 1.224 Plätzen in der Ausbildung des Nachwuchses für die Polizei wurden im vergangenen Jahr nur 936 Plätze besetzt, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte. Zugleich werbe die Polizei mit allen Möglichkeiten und auf allen Kanälen um Nachwuchs. Aber es gebe große Konkurrenz beim Kampf um junge Auszubildende, gerade in Berlin mit den Bundesbehörden und der Bundespolizei. News4teachers / mit Material der dpa

Jeder dritte scheitert am Sporttest: Polizeigewerkschaft klagt über unfitte Bewerber

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Fräulein Rottenmeier
2 Stunden zuvor

„Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen“

Ich will ja kein Kita- und Elternbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Vorläuferfähigkeiten , mit denen junge Menschen in die Schulen kommen….

Friesennerz
2 Stunden zuvor

Ich staune. Hier ist ja nicht die Rede von Kindern einer Grundschule. Hier ist ja die Rede von Jugendlichen mit 16, 17, 18 Jahren. Und die haben schlechte Deutschkenntnisse?

Aber wovon ist die Rede? Rechtschreibung? Grammatik? Wortschatz? Das bleibt ja leider unklar.

Susanne M.
1 Stunde zuvor
Antwortet  Friesennerz

Viele Bewerber würden schon bei den schriftlichen Computertests durchfallen und das liege zu 80 Prozent an mangelnden Deutschkenntnissen. Ich nehme an, dass sie die Fragen nicht oder nur zur Hälfte verstehen und daher nicht beantworten können.

Konfutse
1 Stunde zuvor

Ich will ja kein KuMi-Bashing betreiben, aber so lange die Anforderungen immer weiter sinken und so lange ich ich jeden durchreichen soll, obwohl null Leistung und Kenntnisse erbracht werden müssen, bitte ich die Reklamationen nach oben zu reichen..

Pädagogische Fachkraft
15 Minuten zuvor

Wer hätte aber das gedacht, dass die jahrelange Nivellierung nach unten gravierende Folgen hat….
Nur mal nebenbei – zur Erinnerung: Berlin ist eines der Länder mit dem “längeren gemeinsamen Lernen”, das ja zur Zeit von manchen Seiten als Allheilmittel und bester Weg in die Zukunft verkauft wird, Rot-Grün-Linke im Verbund mit der GEW hätten sowas am liebsten bis zur 10.Klasse!!! Geht´s noch? All dieser Einheitsbrei führt zur allgemeinen “Bildungsgerechtigkeit” auf unterstem Niveau – schon oft vorhergesagt von den vermeintlich ewiggestrigen, alten, erfahrenen Lehrkräften, die eine Beschulung auf dem momentan passenden Level für zielführender halten (Wobei das Level sich mit der Zeit sehr wohl ändern kann, aber dafür gibt es dann den Anschluss nach dem Abschluss!). Ja, genau diese altmodischen Lehrkräfte wundern sich überhaupt nicht mehr über das stetig sinkende Niveau, wenn sie die “böse Zuordnung” zu einer Schulart nach der 4. Klasse durch pädagogische Experten für sinnvoll halten. Und dann wird die verbindliche Grundschulempfehlung aus der linken Ecke als “Selektion” diffamiert – ein Wortgebrauch, der übrigens zeigt, wie wenig Wissen über diesen unsäglich schlimmen Vorgang an den Rampen von Ausschwitz bei der linken Ecke vorhanden ist, wenn sie das auf die Schulempfehlung übertragen.