HANNOVER. Was Kinder in der Grundschule lernen sollen – und was nicht –, ist längst keine rein didaktische Frage mehr. Lehrpläne stehen unter wachsendem politischen und gesellschaftlichen Druck, Erwartungen an Schule prallen auf ernüchternde Leistungsdaten, und jede Veränderung wird zum Anlass für einen grundlegenderen Richtungsstreit. Besonders im Fach Mathematik entzünden sich diese Debatten schnell: an Verfahren, an Standards, an der Frage, was als unverzichtbare Grundbildung gilt – und was als verzichtbare Tradition. Eine Entscheidung aus Niedersachsen sorgt deshalb inzwischen weit über das Land hinaus für Diskussionen.

Als News4teachers im Dezember im Rahmen des Themenmonats MINT über eine grundlegende Änderung im niedersächsischen Mathematikunterricht berichtete, war die Aufmerksamkeit zunächst überschaubar. Es ging um eine Entscheidung, die vor allem Fachleute aufhorchen ließ: Das schriftliche Dividieren soll künftig vollständig aus der Grundschule verschwinden. Wenige Wochen später ist daraus ein bundesweit diskutiertes Thema geworden. Leitmedien wie der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Zeitung greifen die Reform auf – und mit ihnen wächst der öffentliche Widerstand. Eltern, Lehrkräfte und Kommentatoren sprechen von einem Absenken mathematischer Standards. Das niedersächsische Kultusministerium weist diesen Vorwurf entschieden zurück.
Die Kritik fällt teils scharf aus. Auch im Forum von News4teachers melden sich zahlreiche Lehrkräfte und Leserinnen und Leser zu Wort. „Wer kommt denn auf die Idee, dass man mehr weiß und kann, wenn man weniger lernt? So etwas glauben nur Leute, die noch nie wirklich unterrichtet haben. Ideen aus dem Elfenbeinturm“, heißt es in einem Kommentar. Ein anderer schreibt: „Wie haben wir es früher nur geschafft, in der Grundschule das schriftliche Dividieren zu lernen? Man hilft den Kindern nicht, wenn man ihnen Schwierigkeiten erspart.“ Wieder andere sehen in der Reform einen Ausdruck eines grundsätzlichen Kulturwandels: „Das ist der Zeitgeist. Wird sich nicht aufhalten lassen. Irgendwann wird man weder lesen noch schreiben können, weil es nicht mehr erforderlich ist.“
„Der Bildungsanspruch wird keineswegs gesenkt, sondern durch eine didaktische zeitliche Verschiebung qualitativ erhöht“
Im Kern steht die Frage, ob hier tatsächlich eine pädagogische Reform stattfindet – oder ob der Mathematikunterricht schlicht vereinfacht wird. Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) widerspricht diesem Eindruck ausdrücklich. Gegenüber dem Spiegel erklärt sie: „Im Gegenteil: Der Bildungsanspruch wird keineswegs gesenkt, sondern durch eine didaktische zeitliche Verschiebung qualitativ erhöht.“ Kinder würden nicht weniger lernen, sondern anders – mit einem stärkeren Fokus auf Verständnis statt auf formale Verfahren.
Das niedersächsische Kultusministerium begründet die Entscheidung mit der besonderen Komplexität des schriftlichen Dividierens. Es handele sich um „das komplexeste aller schriftlichen Rechenverfahren“. Die Methode erfordere „das sichere Zusammenspiel mehrerer Teilschritte – Teilen, Multiplizieren und Subtrahieren – und sei besonders anfällig für typische Fehlerquellen wie fehlerhaftes Ziffernschätzen oder das korrekte Setzen von Nullen“. Werde die schriftliche Division „zu früh und vorrangig mit dem Ziel eingeführt, dass Kinder automatisch eine Art Rechenanleitung befolgen können“, drohten zwei Risiken: Die Schülerinnen und Schüler verstünden nicht, was sie eigentlich tun, und sie vergäßen das Verfahren schnell wieder.
Diese Argumentation knüpft an die Logik des neuen niedersächsischen Kerncurriculums für die Grundschule an, über das News4teachers bereits im Dezember ausführlich berichtet hatte. Darin wird mathematisches Lernen explizit als Kompetenzentwicklung beschrieben, die über das bloße Beherrschen einzelner Rechenverfahren hinausgeht. „Ein bloßes Abrufen automatisierter Ergebnisse und die Ausführung vorgegebener Verfahren“ reiche nicht aus, heißt es dort. Stattdessen sollen Kinder ein tragfähiges Zahl- und Operationsverständnis entwickeln, um mathematisches Wissen flexibel anwenden zu können.
Aus Sicht der Ministerin ist dabei entscheidend, dass Kinder in der Grundschule „ein tragfähiges Verständnis von Division als Aufteilen und Verteilen“ aufbauen und den Zusammenhang zur Multiplikation begreifen. Das bedeute ausdrücklich nicht, dass das schriftliche Dividieren abgeschafft werde. Es werde lediglich aus der Grundschule herausgenommen. In der weiterführenden Schule stehe es weiterhin verbindlich im Lehrplan. Erst wenn Kinder über ausreichend Verständnis verfügten, solle das Verfahren so eingeführt werden, „dass dieses nicht mechanisch angewendet, sondern wirklich verstanden wird“.
Fakt ist: Die Leistungen in Mathematik sind drastisch zurückgegangen. Der aktuelle IQB-Bildungstrend zeigt, dass inzwischen jeder dritte Neuntklässler die Mindeststandards für den mittleren Schulabschluss (MSA) in Mathematik verfehlt – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte gegenüber 2018 (News4teachers berichtete). Fast jeder zehnte Jugendliche erreicht nicht einmal die Mindestanforderungen für den ersten Schulabschluss. Die Defizite reichen dabei weit über Mathematik hinaus: Von den Schülerinnen und Schülern mit angestrebtem MSA scheitern 25 Prozent in Chemie, 16 Prozent in Physik und 10 Prozent in Biologie. Laut Studie haben sich die Leistungen insgesamt verschlechtert – unabhängig vom sozialen Hintergrund und quer durch alle Schulformen, auch Gymnasien.
„Am wichtigsten ist das Verständnis, das brauche ich immer, um weiterzulernen. Mathematik baut aufeinander auf“
Rückendeckung erhält Hamburg deshalb aus der Wissenschaft. Der Mathematikdidaktiker Prof. Timo Leuders, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, verteidigt die Entscheidung in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Abschaffung der schriftlichen Division in der Grundschule sei „richtig“. „Um die schriftliche Division zu lehren, ist die Zeit zu schade. Es gibt wichtigere Inhalte, die wir den Kindern vermitteln sollten: Kopfrechnen, halbschriftliches Rechnen, Textaufgaben“, sagt Leuders.
Der häufig geäußerten Sorge, es gehe mit dieser Entscheidung eine mathematische Grundkompetenz verloren, widerspricht er deutlich. „Die Menschen sehen nur: Da ist ein Inhalt. Der wird weggenommen. Also sinkt die Bildung. Eine Bildungslücke entsteht.“ Das sei jedoch ein Trugschluss. In der Mathematik unterscheide man zwischen konzeptuellem Wissen – also Verständnis – und prozeduralem Wissen, also eingeübten Fertigkeiten. Beide seien wichtig, aber nicht in jedem Fall gleichermaßen notwendig. „Am wichtigsten ist das Verständnis, das brauche ich immer, um weiterzulernen. Mathematik baut aufeinander auf.“
Fertigkeiten wie das schriftliche Dividieren hätten aus seiner Sicht einen begrenzten Nutzen. „Wenn ich schriftlich dividieren kann, ist das schön. Aber ich kann nichts anderes lernen. Eine Fertigkeit lässt sich nicht auf eine andere übertragen.“ Anders als das kleine Einmaleins, das ständig benötigt werde, spiele die schriftliche Division im späteren Leben kaum eine Rolle. „Die schriftliche Division beherrschen die wenigsten im Erwachsenenalter“, schätzt Leuders. „Ich schätze, 90 Prozent hätten das nicht hingekriegt.“
Stattdessen plädiert er für das halbschriftliche Dividieren, das in Niedersachsen künftig im Mittelpunkt stehen soll. Dieses Verfahren verbinde Verständnis und Fertigkeit. „Halbschriftlich meint nichts anderes als geschicktes Kopfrechnen auf Papier.“ Entscheidend sei, dass Kinder ihr Operationsverständnis aktivieren: „Denn dividieren heißt: Wie oft passt eine Zahl in eine andere rein.“ Forschungsergebnisse zeigten, dass dieses Vorgehen nachhaltiger sei. Aus Fertigkeiten allein entstehe kein Verständnis – auch nicht durch intensives Üben. Zudem raube das wiederholte Einüben komplexer Verfahren schwächeren Schülerinnen und Schülern wertvolle Lernzeit.
Dass Niedersachsen mit diesem Ansatz einen Sonderweg geht, stimmt so nur bedingt. Leuders verweist darauf, dass das Vorgehen dem wissenschaftlichen Stand entspreche und „zu dem passt, was die Kultusministerkonferenz und die Fachdidaktik fordern“. Gleichwohl wird die Reform bislang nur in wenigen Ländern so konsequent umgesetzt – was auch erklärt, warum sie nun eine so breite öffentliche Debatte auslöst.
Fest steht: Die Entscheidung berührt einen sensiblen Kern schulischer Bildung. Lesen, schreiben, rechnen gelten vielen als unverrückbare Grundlagen. Wenn an einer dieser Säulen gerüttelt wird, wächst das Misstrauen schnell. Dass die Diskussion nun von Fachmedien in die großen Publikumsmedien getragen wird, zeigt, wie aufgeladen die Frage inzwischen ist. Ob sich die niedersächsische Reform langfristig als pädagogischer Fortschritt oder als politisches Fiasko erweist, wird sich erst zeigen – in den Klassenzimmern der kommenden Jahre.
Manche Leser*innen auf News4teachers äußern durchaus auch Verständnis für die Reform. „Schriftliche Division ist nur ein Algorithmus, den SuS gezeigt bekommen und 1:1 hinzunehmen haben. Er setzt Grundwissen voraus, erweitert es aber nicht mehr – ist insofern also entbehrlich“, schreibt eine Lehrkraft. Und: „Ich wette, dass mindestens 90 Prozent derer, die Mathe unterrichten, nicht in der Lage sind zu erklären, warum schriftliche Division so funktioniert, wie sie funktioniert.“ News4teachers
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Mission MINT“.
Reform: Warum Grundschüler künftig kein schriftliches Dividieren mehr lernen









Vorschlag zur Güte: Wie an den Gesamtschulen auch führt man in der Grundschule ab Klasse 3 Grund- und Erweiterungskurse ein. Die Erweiterungsschiene kriegen Mathematik auf einem gymnasialpropädeutischen Niveau, Englisch usw. Die Grundkursschiene mehr Förderung in Mathe und Deutsch, aber eben nicht auf dem gymnasialpropädeutischen Niveau. Die Grundkursschiene kann aber bei entsprechenden Noten trotzdem noch die Empfehlung für das Gymnasium bekommen, ähnlich wie ein Mathematik Grundkurs nach der 10 durchaus für die Qualifikation für die Oberstufe reichen kann.
Zu meiner Grundschulzeit gab es sowas wirklich. Ob das erlaubt war oder die das einfach gemacht haben, kann ich aber im Nachhinein nicht mehr erfragen.
Der Mathe-Grundkurs führt aber, ebenso wie GK Englisch, oft zu massiven Problemen in der Oberstufe, diese Konstellation kommt ziemlich selten vor und endet noch seltener beim bestandenen Abitur.
Grundschulen legen die Basis für alle Schulformen, sortieren wir dann noch früher in Gymnasium und Restschule, schon zwei Jahre vor dem Wechsel?
Lehrpläne müssen überprüft werden, sie sind zu voll. Wenn in jedem Fach herauskommt ‘ja, aber nicht wenn die Kinder zum Gymnasium sollen oder schon dort sind’, dann ist das nicht hilfreich. E- und G- Kurse erfordern mehr Ressourcen, jedenfalls an der Gesamtschule, der intensivere, aber weniger in die Tiefe gehende GK ist eine Illusion. Dieser Bedarf hängt zum großen Teil mit den Anforderungen der Stundenpläne zusammen und ist in mehrzügigen Schulen kaum zu ändern. Wenn im Gymnasium die ‘Lücken’ des Grundschullehrplans berücksichtigt werden, können geeignete (!) SchülerInnen das problemlos aufholen, auch wenn einige Themen für alle in der GS gekürzt werden. Gymnasialeignung ist m.E., wenn die Fähigkeiten und Motivation auch ohne besondere Vorbereitung reichen, schließlich soll erst das Gymnasium die nötigen Kompetenzen für akademische Ausbildungen vermitteln.
Wie lange dauert es, bis alle Kinder in der GS die unterschiedliche Entwicklung/Voraussetzungen bei der Einschulung aufgeholt haben? Eher nie, da reichen vier Jahre nicht, aber trotzdem stufen wir Sören-Marcel aus der Akademikerfamilie und Lea, die mit ihrer Mutter von Teilzeitstelle und Wohngeld lebt, nach den gleichen Kriterien in Klasse 3 bezüglich ‘Gymnasialerwartung’ ein? Teilen ihnen dann mehr oder weniger ‘Potential’ zu? Man muss kein Sozialromantiker sein, um das etwas unfair zu finden.
Die Frage wäre wer unterrichtet die kleineren Kurse, wenn tendenziell so schon nicht genug Lehrkräfte da sind?
„Dass Niedersachsen mit diesem Ansatz einen Sonderweg geht, stimmt so nur bedingt. Leuders verweist darauf, dass das Vorgehen dem wissenschaftlichen Stand entspreche und „zu dem passt, was die Kultusministerkonferenz und die Fachdidaktik fordern“. Gleichwohl wird die Reform bislang nur in wenigen Ländern so konsequent umgesetzt – was auch erklärt, warum sie nun eine so breite öffentliche Debatte auslöst.“
Die KMK hat es festgesetzt,
NDS setzt es als eines der ersten Länder um und wird dafür an den Pranger gestellt.
Warum hinterfragt man nicht die Beschlüsse der KMK oder die nicht erfolgte Umsetzung, wenn doch die KMK Beschlüsse zu Grundlagen trifft?
Gibt es genug Zeit in der weiterführenden Schule, um schriftliches dividieren genug zu üben, oder muss man dann auch irgendwelche Themen dafür streichen?
Interessante Entwicklung: Literaturklassiker in Berlin darf man bald in vereinfachter Sprache laut Nachrichten lesen, hier verschiebt man das schriftliches Dividieren weiter…
Als älteres Semester musste ich bei diesem Beitrag etwas schmunzeln. Kann mich erinnern, dass ich in den 70er Jahren das traditionelle schriftliche Dividieren gelernt habe, später habe ich wohl implizit das vereinfachte Dividieren angewendet, wenn man z.B. mal auf der Leiter mit einem Zentimetermasstab und Stift stand und Kettenbohrungen anzeichnen musste. Musste mir erstmal anschauen, wie offiziell die verinfachte Division durchgeführt wird. Und ich muss sagen: Warum hier die Aufregung? Mein Vorschlag: Zuerst die vereinfachte Division beibringen und üben lassen und dann mal eine Stunde spendieren, die schriftliche Division zu erklären.
Was ist vereinfachtes Dividieren? Meinen Sie Dividieren ohne Rest?
Eher so etwas wie 128:4 = 120:4 + 8:4 = 30+2 = 32
Interessant. Sowas habe ich nicht gelernt, möchte ich meinen. Bin aus der DDR. Wir lernten, meine ich:
128 : 4 = 32
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Das lässt sich hier nicht so gut darstellen, aber ich denke, Sie verstehen es. Wie heißt das? Ist das nicht sogar leichter?
Das war bisher so üblich …
… ich schätze, dass es weiterhin so sein wird.
Aber die Bildungsstandards der KMK sehen nicht mehr vor, dass alle Schüler:innen das schriftliche Dividieren kennenlernen (so war es bisher), von Können oder sicher b
Beherrschen war auch vorher schon keine Rede, das war auch da schon deutlich zu den anderen Rechenverfahren abgesetzt.
Divede et impera – im Umkehrschluss bedeutet das dann vermutlich “Wer nicht dividieren kann, kann eben auch nicht herrschen”.
Demokratie ist dann eben keine Volksherrschaft mehr sondern eine Herrschaft der Divisoren. Bitte nicht mit Divisionen verwechseln. Ansonsten befürchte ich einen Anstieg der Zahl der Juristen. Gilt doch für diese die Devise “iudex non calculat”. – Da muss man eben auch nicht dividieren können.
… eine Herrschaft der Dividenden.
Stockholder halt, ist doch sehr empathisch, wenn man Anteil nimmt – also Anteilnehmer einer Kapitalgesellschaft ist.
Oder: wir verzichten grundsätzlich auf das Teilen.
Es scheint mir aber nicht ganz richtig dargestellt zu werden. Überall heißt es nun, an den Schulen würde die Division nicht mehr gelehrt werden und alle staunen und schütteln mit dem Kopf. Aber wenn ich es richtig verstehe, soll die Division in Niedersachsen nicht mehr an den Grundschulen gelehrt werden, also bis Klasse 4, danach dann aber schon. Ein Verschieben auf Klasse 5 oder gar 6 ist aus meiner Sicht jedoch in Ordnung.
Also das sagt die KI dazu und soweit ich es eben nachforschen konnte, geht es wirklich nur um die Grundschule und um Dividieren mit Rest und mit Kommazahlen. Ich finde es vernünftig, wenn das erst später (nicht gar nicht) eingeführt wird. Also viel Wirbel um nichts. Aber dann wäre es ja auch keine Schlagzeile wert.
Laut KI:
Was ändert sich?
Dann fallen aber zwangsweise in den Klassen 5/6 andere Inhalte weg, weil die Stundentafel in der Sek I nicht angepasst wird. Und damit wird das mathematische Niveau langfristig weiter sinken.
Faktisch kann man das natürlich machen, weil mindestens das erste Halbjahr der Klasse 5 für das Angleichen der Grundschulkenntnisse drauf geht.
Schulen für sich sind jedoch keine “abgeschlossenen Universen”, bzw “beliebig(es) aufschieben” geht nicht.
Zurecht muss man dann in den weiteren Bildungseinrichtungen sich fragen:
“Muss ich nun im Studium der neuen/zukünftigen Studis Stoff aus meiner Grundschulzeit beibringen”
Da wohl kaum wesentlich Inhalte in der weiterführenden Schule gestrichen werden, führt die Verschiebung des schriftlichen Dividierens dazu, dass nicht genügend Lernzeit dafür zur Verfügung steht und viele Schüler es nie lernen werden.
So ähnlich wurde es ja auch mit der Rechtschriebung gemacht. Heute ist es auch bei Kindern auf dem Gymnasium keine Seltenheit, dass 15 bis 20 Fehler pro Seite gemacht werden. Auch unter dem Motto der Grundschulen: Das lernen die schon an der weiterführenden Schule.
Dass das aber mit den bestehenden Lehrplänen gar nicht aufzuholen ist, sagt keiner.
Meine Kollegen und ich haben schon vor 30 Jahren mit Entse/ Erstaunen festgestellt, dass die Mehrheit unserer neuen Fünftklässler nicht schriftlich dividieren kann. Bei der Multiplikation mehrstelliger Zahlen hatten viele auch Probleme. Und das in Bayern!
Zum Glück gab es schon billige Taschenrechner.
“Zudem raube das wiederholte Einüben komplexer Verfahren schwächeren Schülerinnen und Schülern wertvolle Lernzeit.”
Ich finde Vokabel-Lernen ist ein sehr komplexes Verfahren. Kann das bitte auch weg?
Chemie dann bitte auch gleich entsorgen, danke.
Warum so detailversessen? Schule raubt Lebenszeit, also weg damit.
Lernzeit wird geraubt, wenn etwas eingeübt und gelernt wird?
Seltsame Logik.
Klavielehrer sollten auch nicht mehr darauf bestehen, dass Kinder Stücke selbst spielen können. Das raubt wertvolle Lernzeit. Es reicht völlig aus, wenn die Kinder: “Kenn ich schon!”, sagen, wenn ihnen ein Stück vorgespielt wird.
Die KI kann doch eh viel besser übersetzen und den Text sogar gleich noch vorlesen