KLEVE. Ein Streit unter Zehnjährigen über das Fasten im Ramadan beschäftigt derzeit eine Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen. Während Schulaufsicht und Schule von altersüblichen Konflikten sprechen, macht Bild daraus einen kulturkämpferischen Streit über Migration und religiöse Anpassung. Ein Blick auf die Berichterstattung des Springer-Mediums zeigt, wie ein pädagogischer Alltagskonflikt zu einem migrationspolitischen Symbolthema hochgejazzt wird. Eine Analyse von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

Der Ausgangspunkt des aktuellen Konflikts ist vergleichsweise unspektakulär: In einer fünften Klasse der Joseph-Beuys-Gesamtschule im nordrhein-westfälischen Kleve kam es während des Ramadan zu Streit zwischen Kindern darüber, ob während des Schultages gegessen werden sollte oder nicht. Einige muslimische Schülerinnen und Schüler fasteten, andere nicht. Nach Angaben der Schulaufsicht kam es zu „Unstimmigkeiten, die für das Alter der Kinder nicht untypisch sind“. Der Konflikt wurde im Klassenrat besprochen.
„Ramadan-Streit! Schüler sollen Pausenbrot heimlich essen“
Damit ist der pädagogische Rahmen klar beschrieben: eine typische Auseinandersetzung unter jüngeren Schülerinnen und Schülern, die unterschiedliche Erwartungen aneinander haben. Dass solche Konflikte im Klassenrat verhandelt werden, gehört zum Alltag an vielen Schulen. In der Berichterstattung der Bild-Redaktion, die sich offensichtlich zunehmend als rechtspopulistische Kampftruppe gefällt, erscheint der Vorgang jedoch in einem völlig anderen Licht. Das Blatt titelte: „Ramadan-Streit! Schüler sollen Pausenbrot heimlich essen“. Bereits die Überschrift transportiert eine Behauptung: Kinder hätten ihr Essen verstecken müssen, um religiöse Empfindlichkeiten muslimischer Mitschüler zu berücksichtigen.
Im Text wird dieser Eindruck weiter zugespitzt. Die Zeitung schreibt, es gebe an der Schule „eine Anweisung, nach der Kinder sich beim Essen ihres Pausenbrots wegdrehen sollen – weil sich ihre fastenden muslimischen Klassenkameraden daran stören könnten“. Damit entsteht das Bild einer institutionellen Regel, die nichtfastende Schülerinnen und Schüler einschränkt. Tatsächlich ergibt sich aus den Stellungnahmen der zuständigen Behörden ein anderes Bild.
Die Bezirksregierung Düsseldorf, zuständig als Schulaufsicht, beschreibt den Vorgang deutlich nüchterner. Demnach wurde im Klassenrat besprochen, dass einige Kinder fasten, andere jedoch selbstverständlich essen dürfen. Eine Verpflichtung, Essen zu verbergen oder einzuschränken, habe es nicht gegeben. Wörtlich heißt es aus der Behörde: „Eine Verpflichtung, dies zu verbergen oder einzuschränken, besteht nicht.“ Auch die behauptete „Wegdreh-Regel“ wird von der Schulaufsicht relativiert. Ergebnis des Klassenrates sei es ausdrücklich nicht gewesen, Schülerinnen und Schüler dazu anzuhalten, sich beim Essen umzudrehen. Die Irritation sei durch missverständliche Kommunikation entstanden.
Damit wird deutlich: Die zentrale Behauptung der Boulevardberichterstattung – eine schulische Regel, nach der Kinder ihr Essen verstecken sollen – lässt sich nach Darstellung der zuständigen Behörde nicht bestätigen.
Der tatsächliche Konflikt scheint wesentlich banaler gewesen zu sein. Laut Berichten soll es in beide Richtungen Provokationen gegeben haben: Nicht fastende Kinder hätten mit Essen vor fastenden Mitschülern provoziert. Umgekehrt hätten fastende Kinder andere aufgefordert, ebenfalls zu fasten oder ihr Pausenbrot wegzuwerfen.
Solche Dynamiken sind aus pädagogischer Sicht Alltag. Gerade in fünften Klassen – also bei Kindern im Alter von zehn oder elf Jahren – entstehen Konflikte häufig aus Gruppendruck, Neugier oder dem Bedürfnis, Regeln auszutesten. Klassenräte sind ein gängiges Instrument, solche Konflikte gemeinsam zu bearbeiten. In der Darstellung der Bild wird der Fall jedoch in einen deutlich größeren politischen Zusammenhang gestellt – in den Kampf gegen Migration.
Das Blatt verweist etwa auf den hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund an der Schule – zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen haben einen solchen. Ein Vater wird mit der Aussage zitiert, an der Schule werde „mehr Rücksicht auf ausländische Schüler genommen“ als auf deutsche. Als Beleg dafür angeführt: Schweineschnitzel gebe es dort „kaum“ (als müssten deutsche Schüler ungesundes Schweinefleisch essen). Solche Passagen verschieben den Fokus der Geschichte deutlich. Der Konflikt erscheint nicht mehr als zu moderierender Streit unter Kindern, sondern als Ausdruck eines angeblichen kulturellen Ungleichgewichts im von Muslimen überrannten Deutschland.
Dieser Mechanismus ist aus der medialen Migrationsdebatte bekannt. Einzelne (schulische) Konflikte werden dabei zu Symbolfällen für Integrationsprobleme oder religiöse Spannungen hochstilisiert. Gefundene Lösungen blendet der Boulevard dann stets aus. Bemerkenswert ist auch die Auswahl der Stimmen, die in der aktuellen Berichterstattung zu Wort kommen. Neben einzelnen Eltern wird der selbst ernannte „Mobbing-Experte“ Carsten Stahl zitiert, der erklärt: „Diese Regel ist eine Diskriminierung und fördert Mobbing von Schülern.“ Diese Bewertung setzt allerdings voraus, dass es eine solche Regel tatsächlich gegeben hat – was nach Darstellung der Schulaufsicht gerade nicht der Fall ist.
„Ramadan-Streit! So redet sich die Schule raus“
Die offizielle Reaktion der Behörden fällt entsprechend deutlich moderater aus. Das nordrhein-westfälische Schulministerium betont zwar, dass religiöser Druck unter Schülerinnen und Schülern nicht akzeptabel sei. Gleichzeitig verweist es auf den Grundsatz eines respektvollen Miteinanders im Schulalltag. Die Bezirksregierung spricht ausdrücklich von einem Konflikt, der „für das Alter der Kinder nicht untypisch“ sei. Auch die Schule selbst hat angekündigt, Gespräche mit allen Beteiligten zu führen und die Kommunikation zu klären.
Eine solch einfache Lösung eines banalen Konflikts mag Bild natürlich so nicht stehen lassen. Schlagzeile des aktuellen Artikels zum Thema: „Ramadan-Streit! So redet sich die Schule raus“. News4teachers
“Bildungskriminell”: Wie die „Bild“-Chefredakteurin gegen Migranten (und Kultusminister) hetzt
Es wird ja immer wieder betont, dass Schule demokratische Werte vorleben soll.
Also lasst doch einfach die Mehrheit an der jeweiligen Schule entscheiden…
Im Ergebnis läuft es darauf hinaus, ob abgestimmt wird oder nicht. Es wird mit den Füßen abgestimmt, auf welche Schule sollen meine Kinder gehen überlegen die Eltern.
Die BILD bringt immer, jeden Tag, reißerische Überschriften, das ist doch Naturgesetz. Wozu darüber aufregen? Wie sonst könnte sie solche Themen ansprechen, sie bedient damit den Wunsch der Leserschaft sowas zu thematisieren. Und das ist wichtig, darüber zu schweigen löst keine Konflikte.
Offensichtlich haben Sie weder in der eigenen Schulzeit noch in Beamtenrechtsveranstaltungen aufgepasst:
Laut Art. 20 GG steht das Rechtsstaatsprinzip gleichrangig neben dem Demokratieprinzip.
Nicht nur – aber auch – ein Schutz vor Populisten aller Richtungen.
Wer setzt das Recht? Wenn man schon auf Art. 20 GG Bezug nimmt, dann kann man da auch lesen:
“(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.”
Ich fass das einmal als Nicht-Jurist vereinfacht zusammem:
Das Volk wählt sich “demokratisch” über den “Umweg” gesetzgebender Organe (Parlamente) das Rechtssystem. Was “Recht” ist und was nicht, ist innerhalb gewisser Grenzen” (Art. 1 bis 19) nicht absolut, sondern kann sich ändern (und tut es ja auch andauernd). “Demokrartie”, “Sozialstaat” und “Bundeststaat” sind praktisch “gesetzt” (Art. 20 (1) GG), aber was konrkret “Recht” ist und was nicht, kann sich ändern, wenn es das Volk mittels Wahlen und Abstimmungen so will…
In den Grenzen eines bewusst gesetzten Rahmens:
“Als allgemeines Prinzip gehört die rechtsstaatliche Ordnung der Bundesrepublik Deutschland damit in ihrem Kern sogar zu den ganz besonderen, weil gänzlich unabänderbaren Teilen des deutschen Verfassungsrechts. Gemäß Art. 79 Abs. 3 GG dürften die in Art. 20 GG geregelten Staatsstrukturprinzipien auch durch eine Verfassungsänderung nicht angetastet werden (“Ewigkeitsklausel”). Solange es also das Grundgesetz gibt, kann die rechtsstaatliche Ordnung nicht auf verfassungskonforme Weise aufgehoben werden.”
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/rechtsstaat-351/511412/das-rechtsstaatsprinzip-des-grundgesetzes/
Ist die Mehrheit dort nicht muslimisch mittlerweile? Dann wäre die Sache ja klar. Man kann über dieses Thema vielfältig diskutieren. Es ist aber absolut legitim wenn man in einem christlich, jüdischen Land als Bürger hier ein Problem erkennt und sich über falsche Rücksichtnahme beklagt.
Das Thema wird ja automatisch politisch, da das Thema zunehmender islamischer Verhältnisse eine Sorge vieler Bürger ist.
… die ja auch pausenlos geschürt wird, weil sich mit Hass und Hetze gegen vermeintlich Fremdes so schön (politische wie monetäre) Geschäfte machen lassen. Siehe oben. Herzliche Grüße Die Redaktion
“christlich, jüdischen Land”
Da hier ja immer das Grundgesetz zitiert wird:
Wo steht das da mit dem “christlich, jüdischen Land” ???
Seit dem “Aufmacher” von Wallraff weiß jede*r, wie die “BLÖD” tickt, so what´s new ?
Ich bin froh, dass das hier thematisiert wird, denn ich hätte keine Lust bei Bild oder Welt zu kommentieren, erst recht nicht mit Abo-Kauf.
Mir kam bei den Schlagzeilen, die ich dazu in letzter Zeit vernommen hatte, folgender Gedanke:
Man stelle sich vor, es ist 1986 oder 1996. Ein Kind fastet, eines nicht und beide ärgern sich. Frau Lehrerin redet mit ruhig freundlicher Stimme und möchte, dass beide Rücksicht aufeinander nehmen. Also vielleicht sich nicht genüßlich schmatzend und krümelnd vor das fastende Kind zu stellen, nicht wie ein Lockvogel mit dem Butterbrot vor ihm herum wedeln. Dazu fällt ihr vielleicht auch der Tipp mit dem wegdrehen ein. Das ist eine Idee, wie man Rücksicht nehmen kann und vermutlich tut ihr auch das Kind, das den ganzen Tag nichts essen darf, leid. Umgekehrt gilt natürlich genauso, andere nicht zu drangsalieren, sie müssten mitmachen.
Welcher Hahn hätte 1986 oder 1996 danach gekräht?
Das ist das schlimme momentan in unserer Gesellschaft, ALLES wird politisch instrumentalisiert und das zeigt, dass die Erwachsenen in dieser Gesellschaft langsam am Rad drehen!
Man könnte andere Beispiele nehmen :
Lisa und Ute streiten sich. Ute hat Diabetes und darf nichts Süßes. Lisa hat eine Michschnitte dabei und darf die natürlich essen, aber vielleicht nimmt sie etwas Rücksicht…?
Jan und Nico streiten sich. Nico hat sich den Fuß gebrochen und kann nicht so schnell hinterher in die Pause. Sein Freund Jan ignoriert das und will erster an der tollen Schaukel sein. Vielleicht wartet er auf seinen Freund…?
Nina ist sensibel und hält sich immer die Ohren zu, weil sie den Lärmpegel in der Klasse gleich lauten Baumaschinen nicht aushält. Vielleicht nehmen die Schreihälse etwas Rücksicht…?
Die Waldorf Klasse übt Blockflöte und Leon pustet immer extra kräftig hinein, so dass es vielen in den Ohren schmerzt. Helene darf nicht mit auf Klassenfahrt… ach ja…. das war in meiner fünften Klasse und Helene meine aus Russland stammende Freundin. Wir haben ihr eine Karte geschickt und überlegt, was wir drauf schreiben. Ein Junge meinte, wir sollten drauf schreiben, dass alles ganz blöd ist, damit sie nicht traurig ist. Das war nett gemeint, aber so weit müsse es doch nicht gehen. Ich schlug vor, wir schreiben erstmal drauf, dass wir es schade finden, dass sie nicht mit dabei ist.
Ach ja, dass waren noch Zeiten, als die Erwachsenen noch nicht so Verhaltensauffällig waren…
Einmal beim Osterfasten sagte ich meinem Musiklehrer, dass ich nicht geübt habe, weil während des Fastens man keine Musik spielen und hören soll. Gut, dass der Lehrer keine Rücksicht auf mich nahm.
Aber das Provozieren und Ärgern darf in keinem Fall stattfinden. Persönliche Freiheiten sollen auch beschützt werden.
Warum kann ich den Kommentar von Frau Rupp nicht liken?
Naja, Daumenhoch von hier aus ^^
Danke, ihr Handy/PC hat wohl “gebackt”. 🙂
“Als Beleg dafür angeführt: Schweineschnitzel gebe es dort „kaum“”
Schreck! Sofort zur nächsten Synagoge und beschweren!
Da es kein herbeiphantasiertes Verbot gab, ist “kaum” wohl das nächstbeste Schreckensszenario. Wissen die denn nicht, dass das Morgenschnitzel das Wichtigeste am Tag ist? 😀
Aus psychologischem Interesse beobachte ich gelegentlich das Welt – Forum. So sieht es aus :
– Originell-witzige McDonald’s Werbung zu Ramadan. Am Tag erscheint eine leere Pommes Tüte, nachts eine gefüllte. Das Weltforum springt im Dreieck, als wenn nun niemand mehr tagsüber bei McDonalds essen darf.
– Ein Thema zu Radfahrern. Das Weltforum scheint bezüglich Radfahrer zu kochen und erklärt die allgemein zu “Grünen”. Grüne, die sich für was besseres und umweltbewusster halten als andere und fordert extrem harte Strafen für Radfahrer, die auf dem Gehweg ertappt werden und anderes.
– Bei allem, was arabische Migranten betrifft, ist von “Millionen Messerislamisten” die Rede
– Die Welt greift, genau wie n4t, die Studie auf, wonach Kinder mit niedrigerem sozialökonomischem Hintergrund trotz gleicher Leistung seltener eine Gym Empfehlung bekommen. Das Forum rügt die Zeitung, Sachen zu schreiben, die dort niemanden interessieren, kommentiert mit “blablabla”, fragt, ob Welt sich nun bei den “Ideologen” einreihen möchte und blendet zahlreich den Hinweis “bei gleicher Leistung” aus, um sich zu fragen, was “Schwächere” auf dem Gym sollen.
– Nun das lustigste:
Der neue Jurassic Teil 7 ist raus. Die Filmemacher wollten in ihrer langen, langen Filmreihe mal wieder etwas verändern. Zuletzt hatten sich die Dinos über die ganze Welt verteilt, mit Schwarzhandel und allem, was Menschen dann so mit ihnen machen. Mit dem Argument, daß ihnen das Klima heute nicht bekommt, sterben sie allerdings nach und nach aus und überleben nur noch am Äquator. So fokussiert sich das ganze nun also wieder auf einen einzigen Ort auf der Welt.
Das Weltforum liest nur “Klima” und springt im Dreieck!
Nun sind also die Filmemacher auch schon auf den links-grün (Wort für alles) ideologisierten Zug aufgesprungen. Zum Glück ist das Weltforum seiner eigenen Meinung nach intelligenter als die meisten und kann im Gegensatz zu den Ideologisierten noch selber denken. So amüsieren sie sich köstlich und mit sehr zahlreichen Kommentaren und vielen Lach-und Zwinkersmileys über die Dummheit der Filmemacher und all jener, die das unreflektiert anschauen, denn “am Äquator ist es doch WÄRMER!!!”.
Ich habe den Film auf DVD. Mit Klima ist das Klima des Menschenzeitalters gemeint, welches sich vom Jurazeitalter unterscheidet, nämlich kühler ist. Dies bekommt den Dinos auf Dauer nicht, die Dato seit 32 Jahren wieder die Erde besiedeln und seit einigen Jahren auch die nördlichen und andere Regionen. Deshalb werden sie krank und vermehren sich nur noch auf einer Insel am Äquator, wo es eben feucht-wärmer ist, so einfach. Es hat nichts mit dem aktuellen Klimawandel zu tun.
Würden wir anderen genauso am Rad drehen, müssten wir jetzt im Dreieck springen, weil theoretisch die Erderwärmung bzw der Klimawandel den Dinos zugute käme und diese dann zu Trump-und Putin Wählern erklären, also die Dinos…
Die Gefahr auf den ideologisierten Zug aufzuspringen, den die WELT jeden Tag fahren lässt zeigt sich in den Userkommentaren. Was die WELT päsentiert ist nicht die Welt, sondern ein Ausschnitt dessen was sie präsentieren möchte. Es gibt Nachrichten und Perspektiven die sie gerade nicht zeigt.
Auch hier in den Kommentaren fährt der ideologisierte Zug herum. Es ist ein sehr verengter Blick, im Grunde würde es schon helfen etwas zurückzutreten um das größere Bild zu betrachten und z.B. den Klimawandel als ein wissenschaftliches Thema und das was Politiker und Aktivisten aller cloueur daraus machen aber getrennt davon, als politischen Konflikt. Vielleicht gelingt es dann von der eigenen, heutztage zu allem geforderten, “Haltungen” etwas Abstand zu nehmen.
Bestimmte Themen zu verschweigen, bringt keine Lösung. Wer sie gegen den Wunsch anderer anpackt, wird gern diffamiert und beschimpft.
Dass die BILD reißerische Überschriften verwendet, stimmt. Tun das aber andere nicht auch? Gibt es hier bei news4teachers etwa keine reißerischen, sondern immer nur wohltemperierte, sachliche Überschriften?
Es geht nicht darum, Themen zu verschweigen, es geht auch nicht um Überschriften – es geht darum, Fakten zu berichten. Oder eben Falschinformationen zu verbreiten. Und das noch mit dem durchsichtigen politischen Zweck, die gesellschaftliche Spaltung zu vertiefen (weil es gut fürs Geschäft ist).
“Fünftklässler streiten – Schule vermittelt” – was den Fakten entsprochen hätte – wäre allerdings keine Story gewesen, die das Bild-Publikum interessiert hätte.
Und: Bei News4teachers gibt es nur Überschriften, die durch die Faktenlage gedeckt sind.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Eine solch einfache Lösung eines banalen Konflikts mag Bild natürlich so nicht stehen lassen. Schlagzeile des aktuellen Artikels zum Thema: „Ramadan-Streit! So redet sich die Schule raus“.
……und so wird bei Bild jetzt gesamt!! unten wie oben!! gefastet –
das Fastenbrechen wird bei RTL live übertragen ( RTL hat noch nicht ganz zugesagt, will noch liveinterviews mit psychisch fastenbelasteten Schülerinnen) – eingeladen sind zudem alle BILDkonformen Lehrmeisterinnen, die abgewendet aßen Satire! 😉
Holy shit aber auch
Religiös motiviertes Mobbing gehört laut Religionspädagogin Margit Stein an vielen Schulen zum Alltag. In Studien berichtete etwa ein Drittel der Befragten von entsprechenden Konflikten – ein Viertel stuft sie sogar als radikalisiert ein.
…sagte die Professorin von der Universität Vechta dem Portal „ZDF heute“.
Warum kritisiert eigentlich niemand, dass 10jährige fasten, indem sie den ganzen Tag nichts essen, schlimmstenfalls nicht einmal trinken? Da müssten die Schulen eigentlich gegenzusteuern versuchen.
Ich denke, weil wir uns da eh einig sind, dass wir das nicht gut finden.
„Da müssten die Schulen…“ – Ich kann es nicht mehr hören. Wenn die Eltern es in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit eben so wollen, dann ist das halt so.
Nein, dass ist in dem Alter als Kindswohlgefährdung zu betrachten, jedenfalls nach deutschem Verständnis und sollte rechtlich über der Religionsfreiheit stehen.
Mir tun diese Kinder ebenfalls leid, aber es ist nicht meine Aufgabe, den Eltern ihren religiösen Eifer auszutreiben.
Bei akuter Kindeswohlgefährdung werde ich natürlich sofort tätig, aber hier ging es darum, dass diese Kinder anderen auf dem Schulhof ihre (von den Eltern kritiklos übernommene) Einstellung zum Ramadan aufzwingen.
Anscheinend würden diese Kinder wohl auch bestätigen, dass sie freiwillig fasten und vor der Schule ausreichend versorgt werden, vermutlich liegt dann eben auch keine Kindeswohlgefährdung vor. Ansonsten wären hier auch wohl schon längst die den Schulen übergeordneten Behörden tätig geworden.
Eine Schülerin in der Abschlussklasse, kurz vor dem Abitur, die Vorbereitung fällt dummerweise in die Fastenzeit, und viele Schüler melden sich da krank. Bei besagter Schülerin wurde auch eine Schulaufgabe in meinem Fach versäumt, die nachgeholt werden musste und die Zeit vor der Abiprüfung ist erfahrungsgemäß ziemlich knapp, also rief ich bei ihr zuhause an, wo sie mir weinerlich am Telefon berichtete, dass sie faste. Ich fragte sie, ob ihre Eltern denn wissen, was da auf dem Spiel steht. Nun, sie hat das Abi nicht bestanden und musste wiederholen.
Hier gehen ganz klar religiöse Gründe über schulische Belange, und das darf meiner Meinung nach nicht sein. Ich hatte auch schon mehrfach muslimische Schüler, die an ihrem Tisch eingeschlafen sind, da sie nachts lang aufblieben aufgrund des Fastenbrechens. Sie waren hungrig, müde und schwach, nicht fähig, sich zu konzentrieren. Ich habe dafür keinerlei Verständnis, religiöse Rituale haben nun mal in Schulen nichts verloren.
Deshalb die Weihnachtsfeiern.
Ich habe noch nie mitbekommen, dass Menschen, die weihnachten feiern, demonstrativ fasten würden. Keiner hat was davon mitgekriegt und die Kinder, besonders wenn sie in die Schule müssen, sind explizit vom Fasten ausgeschlossen. Sie können sich wo anders einschränken: nichts Süßes, keine Computerspiele usw.
Ich unterstütze es, dass religiöse Rituale in Schulen nichts verloren haben. Weihnachtslieder, Martinszug usw gehören der deutschen Geschichte und Tradition, aber man kann auch sie löschen, wenn es keine andere religiöse Sachen stattdessen kommen.
Stören die den Schulbetrieb und die Fürsorge für die Schüler? Außerdem würde ich diese Feiern nicht als Ritual bezeichnen, es ist einfach ein Datum, an dem man mal gesellig zusammenkommt und evtl. das Schuljahr mal revuepassieren lässt.
Wer nicht an einer Schule arbeitet, die von vielen muslimischen SuS besucht wird, ist scheinbar wenig qualifiziert, darüber zu schreiben.
Es gibt ein Problem mit “religiös” begründeter Diskriminierung von “nicht richtig” muslimischen SuS.
Wer nicht fastet, wessen Eltern Alkohol trinken oder nicht in die Moschee gehen, wird beleidigt und offensiv ausgegrenzt. Man kommt leider nur ziemlich selten dahinter und kann entsprechend schwer dagegen vorgehen. Nur wenn Eltern zu uns kommen und davon berichten – dass sie vor Strukturen geflohen sind, denen sie jetzt in Deutschland wieder begegnen – wird das Ausmaß manchmal deutlich.
Das Fasten und die verschobenen Schlafenszeiten führen zu schulischen Problemen. Dieses Jahr kommt es mir sehr extrem vor. Sehr viele SuS melden sich aus dem Unterricht ab und müssen nach Hause. Viele sind extrem müde und können kaum die Augen offenhalten.
Ein Vater wollte seinen Sohn von der Nacharbeit unter Aufsicht befreien lassen, da dieser fasten würde und nach Hause gehen solle.
Ich wäre generell dagegen, dass Zehnjährige fasten, besonders auch kein Wasser trinken. Soweit ich weiß, ist das iauch keine religiöse Pflicht für Kinder. Es wird einem ” den Großen gleichtun” entspringen, dennoch würde ich mit den Eltern das Gespräch suchen.
Die ganze Diskussion ist obsolet, weil es in Deutschland eine klare Trennung von Kirche und Staat gibt, mithin religiöse Überzeugungen nichts im schulischen Alltag zu suchen haben. Darüber hinaus gibt es eine Altersregel, die den Beginn der Beteiligung am Fasten regeln soll, aber nicht immer eingehalten wird. Mich verwundert, dass darüber mit den Eltern der muslimischen Schüler offensichtlich nicht gesprochen wird. Sofern Schule klar regelt, dass das Fasten eine absolute Privatangelegenheit ist, können alle damit umgehen. Dies betrifft übrigens auch die Frage, wie insbesondere Mädchen sich kleiden. Privatangelegenheit, und deshalb, und das schreibe ich als ehemaliger Schulleiter, ist das durch die Schulleitung unmissverständlich gegenüber muslimischen Schülern zu kommunizieren und ggf. zu sanktionieren. Dann entfallen die Möglichkeiten, aus den Widersprüchen an einer Schule ein Politikum zu machen.