BERLIN. Der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering fordert die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD. Die Gefahr, die von der Partei ausgehe, werde noch immer unterschätzt, warnt er. Als Beispiel nennt Müntefering die Bildungspolitik: Die AfD stelle mit der Schulpflicht Strukturen infrage, die Kindern Schutz, Teilhabe und gemeinsame Bildung ermöglichen. Nahrung erhält die Debatte auch durch eine Analyse des Deutschen Instituts für Menschenrechte, die erhebliche Gefahren für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung sieht – und darin ein Muster erkennt.

Franz Müntefering gehört zu den prägenden Sozialdemokraten der vergangenen Jahrzehnte. Der ehemalige Bundesarbeitsminister, Vizekanzler und SPD-Vorsitzende meldet sich heute nur noch selten in aktuelle politische Debatten ein. Umso größer ist die Aufmerksamkeit für seine Forderung, ein Verbotsverfahren gegen die AfD auf den Weg zu bringen.
„Verbieten kann sie nur das Bundesverfassungsgericht. Ich bin dafür, ein Verbotsverfahren in Gang zu setzen, damit das vom obersten Gericht geprüft wird“, sagt Müntefering in einem aktuellen Interview mit der Zeit. Die AfD sei längst dabei, ihren Einfluss in Kommunen und Ländern auszubauen. „Mir scheint klar, die Partei bereitet sich systematisch darauf vor, das ganze Land und seine Demokratie zu verändern.“
Bemerkenswert ist, woran Müntefering diese Gefahr festmacht. Er verweist nicht zuerst auf hinlänglich bekannte Kritikpunkte wie migrationspolitische Positionen oder die außenpolitische Orientierung der Partei, sondern auf deren Vorstellungen für das Bildungswesen, die im unlängst veröffentlichten „Regierungsprogramm“ für Sachsen-Anhalt deutlich werden.
„Ich glaube, ein Teil der Menschen fällt gerade darauf herein, dass es hier angeblich darum geht, Familien zu stärken“
„Da will die AfD durchsetzen, dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen müssen, sondern die Eltern oder von ihnen Beauftragte unterrichten dürfen“, sagte Müntefering. „Ich glaube, ein Teil der Menschen fällt gerade darauf herein, dass es hier angeblich darum geht, Familien zu stärken. In Wirklichkeit wäre so etwas verheerend für die Schwächsten, die auf staatliche Strukturen und Bildungsangebote angewiesen sind“, sagt er.
Schulen seien weit mehr als Orte der Wissensvermittlung. „Kinder lernen in der Schule nicht nur Schreiben und Rechnen, sondern das Miteinander und Zusammenleben mit anderen Kindern. Und Schulen sind auch Schutzräume.“
Müntefering warnt davor, die Entwicklung als gewöhnliche parteipolitische Auseinandersetzung zu betrachten. „Ich halte die AfD für eine gefährliche Partei“, betont er. „Deshalb glaube ich, man muss die Republik jetzt wachrütteln und sehr laut sagen: Leute, da ist Gefahr im Busch.“
Wer über Schulpflicht, Inklusion oder politische Bildung entscheidet, entscheidet zugleich darüber, wie eine demokratische Gesellschaft ihren Zusammenhalt organisiert. Mit Blick darauf warnen auch Menschenrechtsexperten vor den Folgen, sollte die von Verfassungsschutzbehörden mehrerer Bundesländer als „gesichert rechtsextremistische“ Bewegung Landesregierungen übernehmen, was in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern geschehen könnte.
Hendrik Cremer vom Deutschen Institut für Menschenrechte betont in einem aktuellen Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Es ist der Markenkern der AfD, Menschen abzuwerten.“ Die Partei habe sich seit ihrer Gründung kontinuierlich radikalisiert. „Die Radikalisierung ist so weit fortgeschritten, dass sich die Partei in die Tradition der Nationalsozialisten stellt“, sagt der Jurist und Wissenschaftler, der sich seit langem mit der Partei beschäftigt.
„Die Partei will eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihr und kritische Aufklärungsarbeit – etwa in den Schulen – über sie verhindern“
Besonders deutlich wird dies nach seiner Einschätzung beim Umgang führender AfD-Politiker mit Inklusion und Menschen mit Behinderung. Cremer verweist dabei auf Äußerungen des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke, der Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Zusammenhang mit Inklusion als „Belastungsfaktoren“ bezeichnet hatte.
Cremer sieht darin weit mehr als eine sprachliche Entgleisung. „Mit dieser Begrifflichkeit nimmt Höcke eine gezielte Entmenschlichung von Menschen mit Behinderungen vor“, sagt der Menschenrechtsforscher. „Er bezeichnet sie herabwürdigend als ,Faktoren‘, als ,Belastung‘. Damit wertet er Menschen mit Behinderungen nicht nur gezielt ab, er knüpft in seinen Aussagen auch begrifflich an die Nationalsozialisten an.“ Weiteres Beispiel: Der AfD-Politiker Maximilian Krah bezeichnete die Tagesschau-
Nachrichten in Leichter Sprache in einem TikTok-Post als „Nachrichten für Idioten“.
Das Institut sieht darin kein isoliertes Problem einzelner Funktionäre. „Die Abwertung von Menschen mit Behinderungen entspricht nationalsozialistischem Gedankengut, das die Partei wieder etablieren und gesellschaftsfähig machen will“, so Cremer.
Zugleich kritisiert er, dass die Tragweite dieser Entwicklung häufig unterschätzt werde. „In der öffentlichen Debatte, auch in der medialen Berichterstattung über die AfD, wird der fortgeschrittene Radikalisierungsprozess der Partei und die Dimension der Gefahr, die von der Partei ausgeht, allerdings oft nicht ausreichend abgebildet. Das muss viel deutlicher werden, damit alle Menschen in diesem Land wissen, wer da tatsächlich zur Wahl steht.“
Nach Einschätzung Cremers gelingt es der Partei immer wieder, ihre tatsächlichen Ziele zu verschleiern. Die AfD agiere mit unterschiedlichen Gesichtern. Einerseits setze sie auf gezielte Tabubrüche, andererseits inszeniere sie sich als bürgernahe Kraft und als Interessenvertreterin der Menschen vor Ort.
„Sie gibt sich als die einzig wahre Opposition und als Kümmerer, was insbesondere auf der kommunalen Ebene stattfindet, wo sich AfD-Funktionäre bürgernah geben und auf Menschen zugehen“, sagt Cremer. Auf diese Weise entstehe ein Bild der Partei, das ihren tatsächlichen Kurs verdecke. „Die Partei ist schließlich auf Zustimmung angewiesen, sodass sie häufig über ihre tatsächlichen Absichten hinwegtäuscht. Das ist typisch für Extremisten.“
Gerade darin sieht Cremer eine besondere Herausforderung für demokratische Institutionen – und ausdrücklich auch für Schulen. Politische Bildung und Aufklärungsarbeit würden wichtiger, je stärker die Partei gesellschaftlich verankert sei. Dabei wirft er der AfD vor, genau diese Auseinandersetzung verhindern zu wollen. Die Partei stelle sich zwar regelmäßig als Verteidigerin der Meinungsfreiheit dar. Tatsächlich reagiere sie jedoch empfindlich auf Kritik. „Die Partei will demgegenüber eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihr und kritische Aufklärungsarbeit – etwa in den Schulen – über sie verhindern“, sagt Cremer. „Sie setzt darauf, ihre Kritiker zu diffamieren, einzuschüchtern und mundtot zu machen.“
Für Schulen und Bildungseinrichtungen ist die Debatte von besonderer Bedeutung. Inklusion gehört zu den zentralen bildungspolitischen Verpflichtungen Deutschlands. Seit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention sollen Kinder mit und ohne Behinderung möglichst gemeinsam lernen. Die Umsetzung ist vielerorts umstritten und häufig unzureichend finanziert. Gleichwohl gilt der Anspruch auf Teilhabe als grundlegendes Ziel des Bildungssystems. „Die AfD will einen national-völkischen Staat errichten. Sie interessiert sich nicht für Menschenrechte“, sagt Cremer. Ihre politische Orientierung richte sich gegen die Idee gleicher Menschenwürde, die den Ausgangspunkt von Grundgesetz und Menschenrechten bilde.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das aushebeln zu wollen, werfe ich der AfD vor. Und damit hebeln sie die Grundidee unserer Demokratie aus“
Mit dieser Perspektive verbindet Cremer auch die Frage der Inklusion. Nach seinen Worten geht es nicht allein um Menschen mit Behinderungen. Im Zentrum stehe ein Gesellschaftsbild, das darüber entscheiden wolle, wer dazugehört und wer nicht. „Die Partei verfolgt auf der Grundlage ihrer national-völkischen Vorstellungen das Ziel einer ,homogenen Volksgemeinschaft‘“, sagte er. „Dabei will die AfD – willkürlich – bestimmen können, wer dazugehört und wer nicht.“ In einer schriftlichen Analyse, die er dazu vorgelegt hat, heißt es: „Dabei hat die AfD auch bereits erkennen lassen, dass die Abwertung von Menschen mit Behinderungen im Gedankengut der Partei fest verankert ist, dass dies Vorstellungen von einem ‚gesunden Volkskörper‘ beinhaltet, wonach Menschen, die nicht gesund beziehungsweise nicht leistungsfähig sind, aus der Gesellschaft auszuschließen sind.“
Franz Müntefering stößt ins selbe Horn: „1948, als der Weltkrieg vorbei war und zwei Atombomben auf Japan gefallen waren, saßen Repräsentanten der Vereinten Nationen zusammen und überlegten: Was müssen wir tun, damit solche Katastrophen nicht wieder passieren, was ist eigentlich der entscheidende Gedanke, den wir verbindlich machen müssen? Er hieß, kurz gesagt: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Alle, weltweit! Fünf Monate danach wurde unser Grundgesetz beschlossen, und es beginnt in Artikel eins mit demselben Gedanken: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das aushebeln zu wollen, werfe ich der AfD vor. Und damit hebeln sie die Grundidee unserer Demokratie aus.“ News4teachers
Hier geht’s zur vollständigen Analyse des Instituts für Menschenrechte.
Mir graut vor einer Regierung durch diese rechten Menschenfänger und Demagogen.
In der Schule finden Kinder Schutz.
Der müsste sogar noch ausgeweitet werden: wenn ein Kind in die Schule geht, angebunden ist, lernt, ein Mitglied unserer Gemeinschaft ist, darf die Familie nicht mehr abgeschoben werden!
Die Schule ist der einzige Ort, zu dem Kinder gehen müssen.
Kitas sind nicht verpflichtend, sodass manchmal erst in der Schule Entwicklungsprobleme, Behinderungen, soziale Defizite auffallen und etwas unternommen werden kann, um Chancen zu erhalten.
In der Schule werden Wissen und der aktuelle Stander Wissenschaft vermittelt. Wissen und das Verstehen von Zusammenhängen sind die Grundlage für neue Generationen, verantwortungsbewusst handeln zu können.
Das müsste ausgebaut werden durch eine solidere Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen als derzeit, damit Menschen dann auch den nicht mehr zurückzudrehenden Entwicklungen im digitalen Sektor begegnen können.
Schule vermittelt sozialen Umgang, Toleranz, Miteinander, Rücksichtnahme, Empathie – alles Grundlagen für Demokratie. Wenn Lehrer das nicht mehr können/dürfen, geht unsere Demokratie zugrunde – und mit ihr die Überlebenschancen der Einzelnen und der Menschheit.
Schule muss JETZT gestärkt werden, Lehrer müssen jetzt befähigt werden, gute Arbeit zu leisten. Dafür sind die derzeit Regierenden verantwortlich.
Sie dürfen dieses Feld nicht einer potentiellen neuen Regierung überlassen.
Dazu gehört m.E. auch, Lehrer vor Übergriffen durch antidemokratische Kräfte zu schützen – das fängt damit an, dass der Dienstherr ganz klar hinter seinen Lehrkräften stehen und sie vor Gewalt schützen muss und geht weiter in einer Struktur, die es – wem auch immer – unmöglich macht, Lehrer als Fußabtreter zu nutzen oder sie willkürlich aufgrund einer nicht-rechten Gesinnung zu entfernen.
Dazu gehört aber auch, Lehrkräfte so gut zu bezahlen, dass die Besten den Beruf ergreifen wollen und das ganze nicht „Hilfskräften“ überlassen wird. (Nichts gegen Seiteneinsteiger, es gibt tolle Leute dabei, aber sie brauchen eine gute Qualifizierung, die sich nicht in einem On-Top-Job der grundständig ausgebildeten, eh schon überlasteten Lehrkräfte beschränkt.)
Und zuletzt: ältere, erfahrene Lehrkräfte sollten so lange wie möglich im Job gehalten werden, um die Fahne hochzuhalten und die Gefahr zu minimieren, dass in kurzer Zeit Stellen Kräften „antidemokratischer Gesinnung“ neu besetzt werden können.
Zu viele sind so überlastet, dass sie lieber heute als morgen aussteigen möchten oder müssen.
Ich hoffe, dass alle jetzt regierenden Kultusminister verstehen, welche Verantwortung sie haben!
Ich teile Ihr Grauen – hoffend, dass weiterhin mehrheitlich Demokratie gewählt wird.
Die Wahrscheinlichkeit für die Einleitung eines offiziellen AfD-Verbotsverfahrens gilt derzeit als politisch wie juristisch unwahrscheinlich.
Da die Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ vorerst auf Eis liegt, fehlt den Befürwortern das entscheidende juristische Fundament für einen wasserdichten Verbotsantrag.
Ein im Februar 2026 im Bundestag eingebrachter Entschließungsantrag zur Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe für ein Verbotsverfahren wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Union (CDU/CSU) sowie die FDP sehen ein Verbot weiterhin sehr kritisch.
Einige Bundesländer (wie Hamburg und Bremen) haben theoretische Prüfanträge beschlossen, ein geschlossener, mehrheitlicher Vorstoß aller Bundesländer über den Bundesrat zeichnet sich jedoch nicht ab. In Bundesländern wie Sachsen-Anhalt wurde das Prüfverfahren sogar explizit ausgesetzt, bis das Kölner Gericht im Hauptverfahren entschieden hat.
Und wenn da noch mal alle möglichen ausgemusterten ex-Volksvertreter noch so sehr fordern und sich damit gegenseitig auf die Schultern klopfen – es wird NICHT passieren.
Quellen? 🙂
Neben Bremen und Hamburg, genehmen sich MeckPomm, Schleswig-Holstein und Berlin.
Soweit ich weiß, steht es in Niedersachssen und Thüringen noch auf dem Prüfstand.
https://correctiv.org/aktuelles/debatte-um-afd-verbot/2026/04/15/alle-wichtigen-dokumente-zum-moeglichen-afd-verbot/
Derweil arbeitet noch (mindestens) eine zivile Organisation an einer Empfehlung, um so manchen Hasenfuß auf den Sprung zu helfen.
https://freiheitsrechte.org/themen/starke-grundrechte-fuer-eine-lebendige-demokratie/afd-gutachten
Könnte ein interessanter Monat werden 😉
Bürger*innen treffen monatlich zusammen, um die Abgeordneten von der Notwendigkeit einer Prüfung (aller Parteien) zu überzeugen.
https://pruef-demos.de/
Wenn Sie sich also derzeit ohnmächtig fühlen, kommen Sie gerne vorbei.
Achja, MILLIONEN MENSCHEN LEHNEN DIE RECHTSEXTREME AFD AB!
Ist ja nichts Neues, dass die AfD die meistgehasste Partei des Landes hat, aber ist immer wieder gut, sich daran zu erinnern, wie deren Umfragewerte einbrachen, sobald die Menschen auf die Straße gingen und dieser lauten Minderheit die Meinung sagten 🙂
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/protest-gegen-afd-union-100.html
Aus allen Rohren wird seit Jahren das AfD-Verbotsverfahren gefordert, aber woran hängts denn, das dann auch endlich mal in Gang zu setzen? Erinnert mich an mich selbst im Schwimmbad, der seit Stunden auf dem Sprungturm steht aber partout nicht springen möchte. Das Wasser wird nicht wärmer, wenn man länger wartet.
Einzig bleibt die Frage, was jedoch passiert, wenn Karlsruhe kein Verbot aussprechen sollte. Dann wäre die AfD (vorerst) legitimiert. Juristen sind sich nicht wirklich einig, ob ein Verbotsverfahren von Erfolg gekrönt sein könnte oder nicht. Und was passiert mit den Wählern? Die Stimmung, vor allem im Osten, ist noch immer da und kann nicht wegverboten werden. Komplexes Thema, aber ja, hört auf zu fordern und zieht durch.
„Aus allen Rohren wird seit Jahren das AfD-Verbotsverfahren gefordert, aber woran hängts denn, das dann auch endlich mal in Gang zu setzen?“
Weil Deutschland ein Rechtstaat ist und es aus gutem Grund große Hürden für ein Parteienverbot gibt.
Weil nur bestimmte Instanzen ein Verbotsverfahren einleiten können.
Weil ein Verbotsverfahren gründliche Arbeit und Zeit erfordert. Wer erinnert sich nicht, wie jämmerlich die AfD den Einspruch gegen den Verdachtsfall verlor – Comedy-Gold! XD
Aber dementsprechend lange dauerte es bis zur Einschätzung als gesichert rechtsextreme Partei, wo die AfD wieder Einspruch und keine Beweise liefern wird. Es dauert seine Zeit. Gut Ding (AfD-Verbot) will Weile haben 😉
„Da will die AfD durchsetzen, dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen müssen, sondern die Eltern oder von ihnen Beauftragte unterrichten dürfen“, sagte Müntefering. „Ich glaube, ein Teil der Menschen fällt gerade darauf herein, dass es hier angeblich darum geht, Familien zu stärken. In Wirklichkeit wäre so etwas verheerend für die Schwächsten, die auf staatliche Strukturen und Bildungsangebote angewiesen sind“, sagt er.“
Und wenn ich mein Kind privat unterrichten möchte, haben andere Kinder, die Schwächsten, keinen Zugang mehr zu staatlichen Strukturen und Bildungsangeboten?
Weil die Schwächsten – wie eben Kinder mit Behinderungen – dann auch keinen Anspruch mehr auf eine gemeinsame Schule haben, wenn die Schulpflicht (die ja nicht nur eine Seite betrifft) gestrichen wird.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber in Großbritannien & Australien gibt es auch kein Schulpflicht mit Schulbesuchszwang. Haben die Schwächsten da keinen Anspruch auf eine gemeinsame Schule?
In Großbritannien und Australien regiert nicht die AfD. Herzliche Grüße Die Redaktion
Spricht gegen die AfD eventuell.
Allerdings pauschal nicht gegen eine Bildungspflicht.
Das ist ein Strohmann-Argument.
Warum sollte man eine Bildungspflicht nicht mit (staatlichen) Bildungsangebot anbieten?
Nur das ist sinnvoll.
Das Angebot muss logischerweise da sein. Mindestens auf dem Niveau von aktuell. Und das wäre es sogar „automatisch“, so lange man keine zusätzlichen Ressourcen entzieht über die der aktuellen Ressourcenentzüge hinaus.
Das ist eine ganz logische Schlussfolge.
Erst wenn man „mehr Ressourcen“ als sowieso schon entzieht – würde dies eintreten.
Im Vergleich dann mit „gleiche Ressourcen“ wäre die Bildungspflicht aktuell ein absolut nachvollziehbarer Schritt des Kompromisses.
Vermutlich weil Nigel Farage als Immigrant kein Parteimitglied der AfD werden will.
Warum fordern es manche also erst jetzt, wo es Rechtsextreme einwerfen?
Wo war der Aufschrei 2009?
Achja, da war es nur eine sachliche Debatte, kein populistischer Wahlkampf von Rechtsextremen 😉
https://www.bundestag.de/resource/blob/415424/dbc64afb565391f883ebe737ba44475f/wd-8-047-09-pdf-data.pdf
Ich finde, einige Vorschläge sollten geprüft werden unabhängig davon, wer sie gemacht hat.
Bildungspflicht vs Präsenzzwang könnte besprochen werden. Besonders in Zeiten, wo das offene und selbstständige Lernen großgeschrieben wird und der Staat nicht immer den Ersatz bei Fachausfällen hat, auch langfristig.
„Ich finde, einige Vorschläge sollten geprüft werden unabhängig davon, wer sie gemacht hat.“
Klar. Allerdings sollten dann auch die Konsequenzen beschrieben werden, die drohen, wenn klar wird, worum es denjenigen, die die Vorschläge gemacht haben, wirklich ging – in Sachen Schulpflicht nämlich alle Querulanten, Esoteriker und Sektenanhänger im Land sich mit Freiheitsversprechen an sich zu binden. Leidtragende sind deren Kinder, die dann gar nicht mehr in Kontakt mit einer rationalen Welt kommen.
Wir reden hier nämlich über ein elementares Menschenrecht (Kinderrecht – nicht Elternrecht!). Aus der UN-Kinderrechtskonvention:
Artikel 28
(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Bildung an; um die Verwirklichung dieses Rechts auf der Grundlage der Chancengleichheit fortschreitend zu erreichen, werden sie insbesondere
den Besuch der Grundschule für alle zur Pflicht und unentgeltlich machen;
die Entwicklung verschiedener Formen der weiterführenden Schulen allgemeinbildender und berufsbildender Art fördern, sie allen Kindern verfügbar und zugänglich machen und geeignete Maßnahmen wie die Einführung der Unentgeltlichkeit und die Bereitstellung finanzieller Unterstützung bei Bedürftigkeit treffen;
allen entsprechend ihren Fähigkeiten den Zugang zu den Hochschulen mit allen geeigneten Mitteln ermöglichen;
Bildungs- und Berufsberatung allen Kindern verfügbar und zugänglich machen;
Maßnahmen treffen, die den regelmäßigen Schulbesuch fördern und den Anteil derjenigen, welche die Schule vorzeitig verlassen, verringern.
Quelle: https://www.kinderrechtskonvention.info/recht-auf-bildung-recht-auf-schule-3620/
Es gibt kein Elternrecht, dieses Menschenrecht ihrem Kind vorzuenthalten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Stimmt. Allerdings gibt es auch genug Kinder, die sich in der Schule unwohl, gestresst oder gelangweilt fühlen.
https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/deutsches-schulbarometer-schuelerbefragung-2026-die-wichtigsten-ergebnisse/
Dazu nicht selten gibt es keine Kapazitäten, um schnellere oder begabte Kinder zu fordern.
Haben alle Länder, welche die Behindertenrechtskonventions unterzeichnet haben eine Schulpflicht/Präsenzpflicht?
Halten die sich dann demnach nicht daran?
Wie sieht es denn mit Folgenden aus:
Österreich? Italien? Neuseeland? Dänemark? GB? Kanada? Australien?
Sind die alle „schlecht(er)?
Ansonsten sagt die Behindertenrechtskonvention mit Nichten, dass es eine Schulpflicht geben muss. Lediglich, dass die Chancengleichheit und Inklusion gegeben sein sollte. Und das wird ja auch diskutiert und mitunter gibt es auch die Argumentation, dass dies mit einer Bildungspflicht sogar besser als Möglichkeit eingebracht werden kann.
Wie sieht es denn aktuell mit den von Ihnen aufgezählten Menschen aus?
Querulanten an die Mangelschulen? Läuft ja super.
Esoteriker, Verschwörungstheoretiker und Sektenanhänger? Sollte insb. bei Letzterem nicht sowieso der Staat handeln? Wie sieht es mit einer Konsequenz der möglichen Verbreiterung aus?
Sie schreiben von Ressourcen usw. – wie sehen diese aktuell konkret denn aus? Und wie waren sie als Prozess der Jahre und Jahrzehnte?
Sind wir wirklich „Ressourcentechnisch“ diesbezüglich gut aufgestellt?
Reicht es „seit Jahrzehnten“ zu kritisieren und zu fordern? Wo ist hier konkret denn „das erfüllt“ worden?
Man muss sich halt schon etwas am „Ist-Zustand“ und dem Prozess [Erfahrungswert] orientieren, oder nicht?
Und dann ist und bleibt sowas wie eine Bildungspflicht eben ein Kompromiss.
Ein Kompromiss zu einem aktuellen Bildungssystem, welches weder nachhaltig, noch langfristig sozio-strukturell tragend ist.
Fakt ist, dass auch jetzt viele „untergehen“. Sowohl die von Ihnen genannten, als auch weitere.
Und wie Sie selbst schreiben: Bildungspflicht unter einer AfD-Regierung? Das wird ein Chaos und traue ich der AfD auch nicht zu.
Aber wie sieht es denn aus mit einer Bildungspflicht, solange die AfD evtl. nicht in Regierung kommt/kommen „wird“? Vielleicht sogar anständig und sinnvoll gemacht?
Würde nicht das der AfD am meisten entgegen treten? Also am Zweitmeisten … Am meisten wäre eine Schulpflicht mit genügend und sehr guten Ressourcen und Rahmenbedingungen.
Aber wenn man dies stets nicht gewillt ist und potentiell/vermeintlich nicht kommt?
Wäre dann nicht auch eine „sinnvoll geplanter und umgesetzter Bildungspflicht“ unter demokratischen Parteien nicht auch ein Kompromiss zu „wir wollen aber nicht mehr Kosten haben und Geld für Bildung investieren“? Wäre nicht gerade das der ehrlichste Weg?
Auch diese Fragen sollte man sich stellen.
Ebenfalls die Konsequenzen, wenn wir mit einer absoluten Mangelschulpflicht so weiter wursteln. Wie sehen die Konsequenzen denn aus?
– Inklusion „gescheitert“
– Anzahl an „quiet Quitting“ massiv gestiegen
– Lehrerstellen als Abbau?
– Sträuben gegen eine AZE
– Pflichtbesetzungen, Versetzungen an Brennpunkten und „provisorische Schulleitungen“?
– Deputat weiterhin massiv + Teilzeit oftmals nicht genehmigt
– Weiterhin hohe Klassenstärken
– Diskussionen über „wieviele an Gym“, „Abitur zu einfach“, „Klagen wegen zu schwierigen Matheaufgaben“ [immer], usw.
– Individualisierung und tatsächliche Differenzierung unter diesen Bedingungen (ohne Multiprofessionelle Teams)?
– Digitalpakt so starr, dass ein neuer nachziehen muss, wobei der alte noch nichtmal „ausgeschöpft“ ist … Zeigt die Bürokratie und Gewinn/Nutzen recht gut
– Weiterhin Kinder, welche kaum bis kein Deutsch sprechen?
– Ständige Diskussionen bezüglich „Handhaben“ und „Geltungsbereiche“, sowie „Klagen“ und „Auffälligkeiten“
Klappt ja alles ganz gut mit der Schulpflicht.
Gehört nicht auch das irgendwie „zur Konsequenz“?
Sehr gerne können wir beides [Schulpflicht vs. Bildungspflicht] beleuchten.
Allerdings ist die Behindertenrechtskonvention echt nicht mehr als ein Scheinargument, solange man sich weder wirklich dran hält, noch tatsächlich mal politisches „Willen“ durch Handeln zeigt. Und wenn „der Trend“ dann leider noch ganz genau in die andere Richtung geht … Dann machen wir uns einfach was vor – oder nicht?
Ihre Meinung dazu [natürlich auch andere] interessiert mich sehr.
Die Behindertenrechtskonvention Artikel 24 – Recht auf Bildung – schließt ausdrücklich an die Kinderrechtskonvention Artikel 28 an. Sie betont, dass auch Kinder mit Behinderungen nicht „vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden“ dürfen (was bedeutet: auch nicht von ihren Eltern). Betonung auf: obligatorisch. Im Wortsinne: verbindlich, zwingend erforderlich oder vorgeschrieben – Schulpflicht.
Und was unsere Meinung betrifft: Wir halten die Schulpflicht für eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung dafür, Kinder auf ein Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Es kommt dann schon noch darauf an, was die Schulen in der Praxis daraus machen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Sie betont, dass auch Kinder mit Behinderungen nicht „vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden“ dürfen“
Das ist richtig. Aber obligatorisch steht eben nicht zwangsläufig für „Präsenz(unterricht)“. Das ist eine primär deutsche Auslegung und Interpretation einiger. Richtig ist eben auch, dass dies völkerrechtlich als „Bildung“ gesehen wird – egal welche Ort, welche Form und welche Methode. Hauptsache man gewährt einen Zugang zur Bildung und prüft dies als Staat nach.
Beispielsweise Kanada, Italien, Österreich, Australien usw. legen dies halt anders aus. Was völkerrechtlich in Ordnung ist/scheint.
Auch Bildungspflicht kann dieses „Zitat“ und den Inhalt vollkommen erfüllen. Mindestens so gut wie aktuell:
– Unentgeltlich
Ja, das geht bei Bildungspflicht, da potentiell sogar noch mehr Ressourcen dann da sind.
– obligatorischer Grundschulunterricht
Dies bedeutet völkerrechtlich der Zugang zum Wissen. Eben bspw. über Homeschooling, Private Mittel usw.
Wichtig ist dann eine staatliche Instanz der Überprüfung und Handlung bei Nichtgeschehen.
Mehr sagt „obligatorisch“ juristisch und völkerrechtlich nicht aus. Da darf man sich nicht in die „deutsche Argumentations- und Auslegungsweise“ verstricken.
Ansonsten würde man doch Kanada, Österreich usw. usf. viel mehr anmahnen?
Wir werden angemahnt … Also mal überlegen.
Die Auslegung von „Ihrem/deutsche Auslegung“ ist halt eben nicht die völkerrechtliche Auslegung.
Daher gehe ich mit: Obligatorisch im Sinne von verbindlich, zwingend erforderlich [oder vorgeschrieben] im Bezug auf die Bildung. Nicht in Bezug auf die Örtlichkeit. Daher Bildungspflicht ODER Schulpflicht.
Warum „geht“ es [Bildungspflicht/keine Präsenzpflicht] sonst bitte bei anderen Ländern durch und wird als Staatsform der Bildung anerkannt?
Die „Mahnungen“ und Kritik beruhen auf innersystemischen Strukturen dann – wie eben bei der Umsetzungskritik an Deutschlands „Inklusion“ – TROTZ Schulpflicht.
Die Erklärung hätte ich dann gerne von Ihnen.
– nicht ausgeschlossen vom Besuch von weiterführenden Schulen
Hier ist mit Nichten eine Präsenzpflicht gemeint. Ein Angebot des Besuches reicht vollkommen aus. Dieses muss selbstverständlich (!!!) auch bei einer Bildungspflicht da sein und geschehen. Auch hier kann man schnell „es falsch verstehen/lesen“. Weil ja „Schule“ und „Besuch“ steht. Ja. Dies ist ein Angebot und kein Pflichtangebot. Also sind wir wieder bei Bildungspflicht. Beides wäre hier absolut in Ordnung laut Ihrem Zitat und der tatsächlichen völkerrechtlichen Auslegung.
„„vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden“ dürfen (was bedeutet: auch nicht von ihren Eltern).“
Hier nochmal als Zitat nur mit der Klammer als Ergänzung, weil es mir wichtig ist das einzuordnen.
Das mit „auch nicht von ihren Eltern“ ist eine (sehr gewagte) Interpretation Ihrerseits. Dazu ebenfalls eine primär deutsche Auslegungsinterpretation. Das macht „sie nicht richtiger“.
Die UN-BRK setzt sogar voraus, dass die Eltern die primäre Erziehungsebene darstellen.
Der Staat muss das Angebot geben:
– Entweder durch SchulPFLICHT
– Oder durch SchulANGEBOT [Bildungsangebot]
Der Staat muss ebenfalls dafür Sorge tragen, dass dem Kind [mit und ohne Behinderung] Bildung zugänglich gemacht wird. Zum einen eben als staatliches ANGEBOT [ob als Pflichtangebot oder Bildungsangebot]. Und zum anderen, ist die Überprüfung dessen [in welcher Form auch immer] die Staatsfunktion diesbezüglich. Und dementsprechend bei „nicht Erfüllung“ auch das Eingreifen des Staates [bspw. wie bei Schulabstinenz/Schulabsentismus aktuell bei Schulpflicht].
Wenn die Eltern diese Funktion der Bildung eben nicht erfüllen können oder wollen, dann muss der Staat handeln – beispielsweise in dem er bei einer Bildungspflicht DANN eben ein Schulbesuchszwang verhängt. Das darf er.
Wichtig ist eben, dass das kostenlose Bildungsangebot gegeben ist. Dieses jedem gleichberechtigt zusteht und wahrgenommen werden kann/darf.
Und bei der BRK ist hier eben der Ausschluss dessen die primäre Kritik.
Das Angebot MUSS allen gegeben sein.
Das geht bei einer Bildungspflicht jedoch auch. Teilweise sogar noch viel besser.
Es stimmt einfach schlichtweg nicht, dass die Örtlichkeit Schule als Schulpflicht hier die einzige völkerrechtlich richtige ist. Die Bildungspflicht ist ebenfalls völkerrechtlich in Ordnung. So lange diese eben so gestaltet wird.
Was man NICHT machen darf:
– Schule als Angebot nur für Menschen ohne Behinderung
Das wäre definitiv Diskriminierung [und ziemlich ableistisch dazu …].
Was man machen DARF:
– Allen das Angebot auf Schulbesuch zugestehen (und zusichern)
-> Bildungspflicht
-> Schulpflicht
„Und was unsere Meinung betrifft: Wir halten die Schulpflicht für eine notwendige“
Warum?
Also warum „notwendige“?
Vom BRK? Nein.
Vom Systemischen? Nein.
Warum sehen Sie persönlich [Schreiber/In, Redaktion generell] dies als notwendige Form?
Bei „sinnvolle Form“ wäre ich dabei. Bei tatsächlich genug Ressourcen sogar als „potentiell beste Form [vor Missbrauch]“.
Aber aktuell? Wie „notwendig“ sehen Sie denn dies aktuell? Also mit dem „Ist-Zustand“. Den haben wir ja.
Eine „perfekte Bildungspflicht“ wäre das höchste aller Bildungsformen. Aber auch da muss man halt ehrlich sein … Die gibt es nicht und wird es nicht geben. Es ist und bleibt eine Kompromissoption.
Also gehe ich von einer „aktuellen Schulpflicht“ aus. Gerne auch als „Tendenz von Ressourcen“ [bei aktuellen politikgeschehen].
Und wie kommt man dann auf „notwendig“?
Verstehen Sie mich nicht falsch … Als „Optimal – mit besten Ressourcen“ bin ich bei Ihnen … Das wäre super.
Dann müsste man aber auch bei Bildungspflicht hypothetisch zugestehen, dass keiner und niemand das System ausnutzt, alle Eltern das beste machen, alle Kinder lernen wollen und ebenfalls das staatliche Angebot auf mindestens (!) dem Niveau der „erträumten Schulpflicht“ stände – da mehr Ressourcen frei wären. Rein systembedingt.
Und dann wäre die Bildungspflicht das „Maximal erreichbare an Bildungsform“. Ist aber absolut unrealistisch.
Können wir „in Hoffnung“ denn ständig denken?
Oder sollten wir auch „Alternativen in Bildung“ uns überlegen bzw. diskutieren zumindest?
Dass die Bildungspflicht nicht da ist, damit primär „Bildung“ als „Pflicht“ stattfindet … Das ist uns beiden [oder auch mehreren der Redaktion] doch absolut klar hoffe ich. Dazu sind sowohl Sie, als auch ich zu sehr vernetzt nehme ich an?
Nachtrag: Gilt im Übrigen für beides … Leider.
Bei Schulpflicht ist das primäre Ziel die Aufbewahrung, damit Eltern arbeiten und die Wirtschaft stärken.
Sekundär dann zumindest soweit, dass sie [die Kinder] später in den Arbeitsmarkt mit rein kommen. Ob dann tatsächlich die Bildung sooo hoch ist. Naja. Sei mal dahingestellt. Hauptsache man bringt Ertrag.
Dazu verlagert es halt die Instanzierung auf „Schule“. Das ist „leicht“. Das ist „einfach“. Und man selbst kann sich als Staat zurücklehnen und mit dem Finger auf die selbst gemachte und verpflichtete Inszenierung zeigen.
Müssen wir uns ernsthaft was vormachen diesbezüglich?
Ansonsten: Wären die Ressourcen definitiv da.
Es macht so oder so gesehen absolut keinen Sinn, nicht in Bildung zu investieren … Außer … Und dann sind wir doch beim Problem oder den Problemen …
Und da hofft man jetzt auf was genau?
Zustimmung. Aber warum wird dies erst gefordert, wenn Rechtsexteme es fordern? …
Die Prüfung fand vor Jahren statt, siehe Link im meinem vorigen Kommentar (es wurde wissenschaflich überprüft, die Politiker*innen haben nicht selbst geforscht 😉 )
Manche forderten es schon zuvor.
Wo der Aufschrei 2009 war? Andere Zeit und Kritiker gab es damals schon. Klar. Wie immer.
Ihre PDF ist veraltet. Daten von 2000 bis 2009 (primär 2007) in einer digitaleren Zeit? Ernsthaft?
Haben Sie die Auswertung überhaupt gelesen? Die ist „schwammig“ neutral. Berechtigte Kritik an beiden Seiten.
Dazu im Fazit Ladenthin und Spiegler.
Beide sind meines Wissens nicht gegen eine Bildungspflicht. Eher sogar tendenziell dafür. Halt sinnvoll und mit Regularien.
Beide kritisieren meines Wissens nach die starre Schulpflicht/Präsenzpflicht.
Ich weiß ja echt nicht, ob Sie genau diese anführen wollen/sollten für eine „Pro Präsenzpflicht“ als Argument …
Volker kritisiert den Schulzwang. Ist für eine Prüfungspflicht [also Bildungspflicht].
Thomas hat meines Wissens nach eine Dissertation zu den Elternmotiven verfasst. Dort kritisiert er das Stigmata. Er ist soweit ich weiß ebenfalls für eine regulierte Legalisierung [also Bildungspflicht]. Beide sind – wenn ich mich nicht massiv irre – gegen eine reine Anwesenheitspflicht.
Setzen Sie sich überhaupt mal mit irgendeinem Thema sich auseinander?
„Wo der Aufschrei 2009 war? Andere Zeit und Kritiker gab es damals schon. Klar. Wie immer.“
Darum schreibe ich ja auch IHNEN, der es mit Rechtsextremen im Einklang fordert und deren Sprache übernimmt 😉
Übernehme ich das? Wo denn?
Dazu gerne Zitate von AfD und mir.
Benennen Sie es gerne direkt. Bin ich gespannt. Wirklich.
Vielleicht gebe ich dann in der Begründung der AfD einen Punkt. Kein Stress.
Ansonsten weiß ich ehrlicherweise nicht, wie die AfD dies begründet. Setze nicht sonderlich viel Wert darauf welchen Stuss die AfD schreibt, weil ich die Partei als unzumutbar „empfinde“ und sehe.
Die Forderung nach „Bildungspflicht“ teile ich offensichtlich mit der AfD wohl. Ob aus gleichen Gründung und „deren Sprache“ mag ich allerdings massiv anzweifeln.
Habe auch gar kein Problem, dass ich „die Bildungsforderung“ hier teile mit der AfD. Ich trenne bzw. ordne halt ein: „was wäre aktuell besser“ und „durch wen nicht“.
Das funktioniert.
„Es ist der Markenkern der AfD, Menschen abzuwerten.“
Hallo? Demokratie-, Rechtstaats-, Verfassungs- und Wissenschaftsfeindlichkeit vergessen? 😀
Wie soll die AfD denn sonst, demokratische Wahlen untergraben, sich und ihre Verwandten bereichern, das Land an Russland verscherbeln und im die Zukunft der Kinder verbrennen?
Ich kann die Politiker“forderungen“ nicht mehr hören.
Die (ehrmals weit dominierenden, jetzt immer noch ganz klar in der Mehrheit befindlichen) Parteien SPD, CDU, Grüne KÖNNTEN einen Verbotsantrag stellen.
Warum tun sie es nicht?
Die (nur vermutbaren) wahren Hintergründeerschrecken mich mehr als das ständig ausbleibende Verfahren.
WENN die AfD so radikal ist wie es immer berichtet wird – DANN müsste es die gottverdammte Pflicht JEDES demokratischen Abgeordneten sein (egal ob im Bundestag oder Bundesrat) einem Verbotantrag zuzustimmen!
Ohne Parteitaktik.
Wie lange wird jetzt schon „gesammelt“, „überwacht“, „inhaltlich gestellt“ & Co. ?
Woran liegt es wirklich?
Die nicht-radikalen Parteien könnten natürlich auch mal versuchen, eine mehrheitsfähige Politik auf die Beine zu stellen.
Mancherorts gelingt es, z. B. erzielte die SPD bei der letzten Kommunalwahl in Hamm sagenhafte 46,2 % und konnte sich damit gegenüber der Wahl davor um 9,1 Prozentpunkte steigern. Die AfD dagegen konnte zwar 16,3 % einfahren (+11,6), aber damit kann man dann leben.
MÜSSTE doch möglich sein!
„Die nicht-radikalen Parteien könnten natürlich auch mal versuchen, eine mehrheitsfähige Politik auf die Beine zu stellen.“
Geht es noch um Inhalte? Wollen die AfD-Wähler tatsächlich die Erbschaftssteuer abschaffen (im Osten, wo praktisch nichts vererbt wird)? Wollen die AfD-Wähler sich Russland unterwerfen – oder bei Trump speichellecken? Wollen sie, dass ihr Steuergeld in Vetternwirtschaft verbraten wird? Wollen sie, dass eine Partei ihre Rente regelt, die noch nicht mal ein halbwegs finanzierbares Rentenkonzept hat – und dafür Steuererhöhungen in Kauf nehmen? Wollen sie die EU verlassen – sodass die Preise durch die Decke gehen und die Wirtschaft vollends in die Knie geht (siehe Brexit). Wollen sie, dass niemand mehr im Land ist, der ihre Amazon-Pakete bringt und für ihre Gesundheit und Pflege sorgt?
Glauben Sie doch nicht im Ernst.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wir haben ein Parteienonkurrenzsystem und insbesondere den ehemaligen(!) Volksparteien steht es frei, ein politisches Angebot zu machen, das (halbwegs) mehrheitsfähig ist und erfolgreich zu performen.
Stattdessen haben die beiden ehemaligen Volksparteien ihre Markenkerne aufgegeben, teilweise weit von sich geschoben, und wundern sich, dass diejenigen, die auf diese Markenkerne Wert legen, nun ihr Kreuz bei der AfD machen, wobei sie wahrscheinlich lange Zeit zähneknirschend in der Hoffnung auf Besserung und Einsicht ihr Kreuz bei den ehemaligen Volksparteien gemacht haben.
Nach meiner Wahrnehmung speiste sich die AfD lange Zeit aus dem ehemaligen rechten Flügel der CDU. In jüngerer Vergangenheit sammelte sie auch noch den ehemaligen rechten Flügel der SPD ein.
Ich halte Müntefering schon für einen klassischen Vollblutsozialdemokraten und damit entspannt sich schon das Problem.
Seine Positionen oder Positionen von Sozialdemokraten der selben Generation sind in seiner eigenen Partei gar nicht mehr mehrheitsfähig, von andern historischen Sozialdemokraten wie Helmut Schmidt braucht man gar nicht mehr anfangen.
Anstatt einmal darauf hinzuweisen, dass die Volksparteien einmal dazu zurückkehren sollten, ihrem ehemaligen Auftrag gerecht zu werden – in weite und breite Teile der Bevölkerung integrativ zu sein oder wieder zu werden – fordert man ein Verbotsverfahren für die Partei, die aktuell offensichtlich, relativ gesehen, das attraktivste Angebot macht.
Was soll auch günstigenfalls dabei herauskommen? Die AfD wird verboten und einen Tag später gründen sie die nächste Partei?
Mein take dazu: Die beiden ehemaligen Volksparteien haben nunmehr über fast Jahrzehnte ihren Job nicht gemacht und ärgern sich darüber, dass es von Wähler nicht mehr hingenommen wird.
Welchen „Job“ bekommt die AfD denn besser hin? Als würde die AfD Positionen früherer Sozialdemokraten wie Helmut Schmidt vertreten. Sie will die Erbschaftssteuer abschaffen, sie will den progressiven Einkommenssteuertarif abschaffen, sie will (ausgesetzte) Vermögenssteuer und die Grundsteuer abschaffen. Sie stellt Europa infrage (von den Folgen können die Briten insbesondere mit mittleren und niedrigen Einkommen erzählen). Sie will Arbeitnehmerrechte schleifen. Sie will Sozialausgaben massiv beschneiden. Die AfD gibt sich als Partei der kleinen Leute – doch ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik wäre ein Programm mit Geschenken für Reiche. Wenn sie trotzdem von arbeitenden Menschen gewählt wird, dann geht es ihnen offensichtlich gar nicht um das politische Angebot, also um Inhalte.
Es gibt in keinem demokratischen Land eine seriös arbeitende Regierung, die nicht unter massivem Druck von Rechtsaußen stünde. Daraus kann man schon schlussfolgern, dass seriöse Politik in Demokratien halt nicht mehr gefragt ist – solange undemokratische Algorithmen und Medienmogule (Murdoch, Springer, Musk) ihre Hassbotschaften auf die Massen einhämmern.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die AfD ist die einzige Partei in Deutschland, die auf Landes- und Bundesebene noch keinen einzigen Wähler enttäuscht hat. Insofern wissen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht, welche Jobs sie besser oder schlechter hin bekommt.
Wie viele Versuche braucht ein Land nach zwei Diktaturen, einem Holocaust und der Komplettzerstörung noch, um politischen Rattenfängern nicht mehr auf den Leim zu gehen?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
https://www.youtube.com/watch/d-crbs95uXE?utm_source=app_share
Sehenswert, danke
Da kitzelt das Gehirn, sich selbst dabei zu ertappen, Sigmar Gabriel zuzustimmen ^^
HAHAHA!!! XD
https://taz.de/AfD-Parteitag-in-Sachsen-Anhalt/!6169128/
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirtschaftsverbaende-afd-wachstum-li.3204697
https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/stephan-brandner/fragen-antworten/in-ihrem-grundsatzprogramm-schreibt-die-afd-dass-sie-generell-gegen-subventionen-ist-wie-vertraegt-sich-das
https://www.rnd.de/politik/afd-will-grossen-kirchen-das-geld-streichen-und-radikale-prediger-foerdern-YXPXJ4NTXVAPFCOF3QYTDE5JTA.html
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/vetternwirtschaft-wie-die-afd-mit-den-vorwuerfen-umgeht,VBP8wm0
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/afd-untreue-fall-vorstaende-weissen-kritik-zurueck-100.html
https://correctiv.org/aktuelles/afd/2026/05/12/afd-gold-strangfeld-erbe/
Wenn deren Wählerschaft SO genügsam seien sollte, wie Sie, warum wählen die dann nicht einfach demokratische Parteien? Die wollen Probleme lösen 😉
Aber vielleicht werden manche AfD-Leute auch eben nicht deswegen gewählt…
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-lueth-bundestag-100.html