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„Unwürdig“: GEW-Demo gegen Sommerferien-Arbeitslosigkeit von Referendaren

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STUTTGART. Rund 4.000 angehende Lehrkräfte in Baden-Württemberg stehen nach Angaben der GEW mit Beginn der Sommerferien ohne Bezüge da. Mit einer symbolischen Aktion vor dem Stuttgarter Landtag fordert die Bildungsgewerkschaft die grün-schwarze Landesregierung auf, die Betroffenen künftig über die Ferien weiterzubezahlen. Die GEW erwartet, dass die Praxis spätestens mit dem nächsten Landeshaushalt beendet wird. Andernfalls drohe Baden-Württemberg im Wettbewerb um Lehrkräfte weiter an Attraktivität zu verlieren.

Protest. Illustration: Shutterstock

Gemeinsam mit betroffenen Referendarinnen und Referendaren hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am ersten Ferientag vor dem baden-württembergischen Landtag gegen die Sommerferien-Arbeitslosigkeit angehender Lehrkräfte protestiert. Nach Angaben der Gewerkschaft sind rund 4.000 Absolventinnen und Absolventen des Vorbereitungsdienstes betroffen.

Die GEW fordert von der Landesregierung, die Bezahlung über die Sommerferien mit dem nächsten Haushalt einzuführen. „Die Landesregierung steht im Wort, dass sie die unwürdige und bundesweit einmalige Sommerferienarbeitslosigkeit von 4.000 Referendar*innen mit dem nächsten Haushalt beendet“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. Die Gewerkschaft erwartet demnach, dass die Praxis bis zum 29. Juli 2027 beendet ist.

Bei der Protestaktion sollten die bildungspolitischen Sprecher von Grünen und CDU einen symbolischen „Transfervertrag“ nach dem Vorbild des Profifußballs unterzeichnen. Dazu präsentierte die GEW ein Trikot mit der Forderung „Sommerferien bezahlen“.

Nach Darstellung der Gewerkschaft ist Baden-Württemberg mit rund 4.000 Betroffenen bundesweiter Spitzenreiter. Zwar gebe es die Sommerferien-Arbeitslosigkeit auch in einigen anderen Ländern, dort seien jedoch deutlich weniger angehende Lehrkräfte betroffen. In Bayern dauere der Vorbereitungsdienst dagegen 24 Monate und schließe die Sommerferien ein.

„Ich kenne nur einen Arbeitgeber in Baden-Württemberg, der nach etwa sieben Jahren Studium und Ausbildung sein gut qualifiziertes Personal in die Arbeitslosigkeit schickt“

Die Mehrheit der Referendarinnen und Referendare in Baden-Württemberg werde zum neuen Schuljahr eingestellt, teilte die GEW mit. Bis dahin blieben die Betroffenen sechs Wochen ohne Bezüge. Zudem dürften sie ihre künftigen Schulen nicht betreten, um sich gemeinsam mit den Kollegien auf das neue Schuljahr vorzubereiten.

Die GEW beziffert die Kosten einer Weiterbezahlung auf rund 11,5 Millionen Euro. Das entspreche etwa einem Tausendstel des Kultushaushalts. Zugleich verweist die Gewerkschaft auf die 1.440 sogenannten vergessenen Lehrerstellen, die über Jahre nicht besetzt worden seien. Dadurch könnten nach ihrer Schätzung jährlich rund 125 Millionen Euro nicht ausgegeben worden sein.

Stein warnte davor, dass Baden-Württemberg im Wettbewerb um Lehrkräfte an Boden verlieren könnte. Angesichts eines von der Kultusministerkonferenz erwarteten bundesweiten Lehrkräftemangels könne sie verstehen, wenn Bewerberinnen und Bewerber etwa von Ulm ins benachbarte Neu-Ulm wechselten, weil in Bayern die Sommerferien bezahlt würden.

„Ich kenne nur einen Arbeitgeber in Baden-Württemberg, der nach etwa sieben Jahren Studium und Ausbildung sein gut qualifiziertes Personal in die Arbeitslosigkeit schickt“, sagte die GEW-Landesvorsitzende. Die Landesregierung habe als Arbeitgeber „die Zeichen der Zeit nicht erkannt“. News4teachers 

„Versprechen gebrochen“: Proteste gegen Sommerferien-Arbeitslosigkeit der Referendare

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