BERLIN. Das neue Schuljahr beginnt, wie das alte vielerorts geendet hat: mit der Frage, wie Unterricht bei großer Hitze funktionieren kann. Am Montag kehren in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland die ersten Schülerinnen und Schüler aus den Sommerferien zurück. Nun liegt erstmals ein Musterhitzeschutzplan für Schulen vor, der detailliert beschreibt, was vor und während Hitzewellen geschehen soll – von Trinkpausen und verlegten Prüfungen bis zur Einstellung des Regelunterrichts bei extremen Raumtemperaturen. Einen entscheidenden Haken gibt es allerdings: Verbindlich ist der Plan nicht.

Hitze trifft Schulen in mehrfacher Hinsicht. Kinder nehmen Wärme schneller auf und können ihre Körpertemperatur weniger effizient regulieren als Erwachsene. Bereits mäßiger Hitzestress kann die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, das Gedächtnis schwächen und Testergebnisse verschlechtern.
So beschreibt es der im Juni veröffentlichte „Musterhitzeschutzplan für Schulen“. Erarbeitet wurde er unter anderem von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), der Bayerischen Landesärztekammer, dem Helmholtz Zentrum München und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen; beteiligt waren außerdem Lehrkräfte, Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Hitzeexpertinnen und -experten. Das Konzept soll Schulen zeigen, wie sie sich auf Hitze vorbereiten und während Hitzewellen reagieren können – bis hin zu langfristigen Veränderungen an Gebäuden und Schulgeländen.
Franziska Matthies-Wiesler vom Helmholtz Zentrum München, die an dem Musterplan mitgearbeitet hat, bringt die Folgen für den Schulalltag im Interview mit dem Deutschen Schulportal auf den Punkt: „Man kann deshalb bei Hitze deutlich schlechter lernen oder Prüfungen schreiben.“ Zugleich verweist sie mit einem Satz von Eckart von Hirschhausen auf den baulichen Nachholbedarf: „Jeder Flughafen in Deutschland ist klimatisiert, aber kaum eine Schule.“
Die hohen Temperaturen treffen dabei nicht nur die Schülerinnen und Schüler. Für Lehrkräfte ist das Klassenzimmer zugleich Arbeitsplatz – und für den gelten bereits heute gesetzliche Arbeitsschutzregeln. Diese sehen bei hohen Temperaturen (nicht spezifizierte) Schutzmaßnahmen vor, allerdings folgt daraus nicht automatisch „Hitzefrei“. Der Musterplan fasst die Vorgaben als „26-30-35-Ampel“ zusammen: Oberhalb von 26 Grad werden zusätzliche Maßnahmen empfohlen, über 30 Grad sind Maßnahmen erforderlich; oberhalb von 35 Grad gilt ein Raum ohne besondere Schutzmaßnahmen als ungeeignet für die Arbeit.
Wie weit Arbeitsschutz und Schulwirklichkeit auseinanderliegen können, zeigte sich nach Aussage von Matthies-Wiesler während der Hitzewelle im Juni. Damals seien „in vielen Klassenzimmern aber Temperaturen gemessen“ worden, „bei denen ein Raum eigentlich gar nicht mehr als Arbeitsraum zugelassen ist“.
Die jüngsten Hitzewellen haben gezeigt: Viele Schulen und Kitas sind auf extreme Temperaturen noch immer nicht ausreichend vorbereitet. Wie groß die Belastung tatsächlich ist, lässt sich bislang jedoch kaum nachvollziehen.
News4teachers und die Heinz Trox-Stiftung bauen deshalb ihre Dokumentation aus. Bei künftigen Hitzewellen werden wir erneut Fotos und Informationen aus Schulen und Kindertageseinrichtungen sammeln. Alle Einsendungen werden wir in einer digitalen Hitzekarte zusammenführen, die kontinuierlich ergänzt wird. Sie soll sichtbar machen, unter welchen Bedingungen Kinder, Jugendliche und Beschäftigte lernen und arbeiten – und zugleich dokumentieren, wo Handlungsbedarf besteht.
Ein erster Aufruf im Juni stieß bereits auf große Resonanz: Mehr als 200 Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte beteiligten sich und schickten Fotos aus ihren Klassen- und Gruppenräumen.
Sobald die nächste Hitzewelle ansteht, freuen wir uns wieder über Ihre Unterstützung. Dann können Sie uns ein Foto eines Thermometers aus Ihrem Klassen- oder Gruppenraum schicken (bitte ohne erkennbare Personen).
Bitte geben Sie außerdem an:
– Schulform beziehungsweise Kita
– Bundesland
Stadt- oder Einrichtungsname benötigen wir nicht.
E-Mail: redaktion@news4teachers.de
Betreff: Hitze
Alle Einsendungen werden anonym behandelt und ausschließlich für die Dokumentation von News4teachers und der Heinz Trox-Stiftung verwendet.
Die Heinz Trox-Stiftung setzt sich für gesunde, lernförderliche Schulräume ein. Weitere Informationen: www.zukunftsraum-schule.de
Für den Hitzeschutz der Schülerinnen und Schüler gibt es dagegen keine vergleichbare bundesweite Verpflichtung. Über konkrete Maßnahmen entscheiden Schulleitungen oder Schulträger. „Nein, es gibt leider noch keine gesetzliche Verpflichtung für einen Hitzeschutz in Bildungseinrichtungen“, erklärt Matthies-Wiesler. Der Musterplan soll diese Lücke zumindest praktisch verkleinern: Er beschreibt ein abgestuftes Vorgehen für den Schulalltag, ohne es selbst verbindlich machen zu können.
Ab 26 Grad: Trinkverbote aufheben, Prüfungen verlegen
Was heißt das konkret? Schon ab 26 Grad Raumtemperatur soll sich der Schulbetrieb verändern. Der Musterplan empfiehlt Durchsagen am Anfang des Schultags und Aufklärung in der ersten Unterrichtsstunde. Weniger hitzebelastete Ersatzräume sollen genutzt, Pausen verlängert oder zusätzliche Pausen eingerichtet werden. Vorgesehen sind „regelmäßige gemeinsame Trinkpausen“; ausdrücklich sollen auch „‚Trinkverbote‘ während des Unterrichts“ aufgehoben werden. Bekleidungsregeln für Lehrkräfte können gelockert werden.
Auch der Unterricht selbst soll angepasst werden. Prüfungen sollen „in die kühleren Morgenstunden oder in kühle Räume“ verlegt, der Sportunterricht verändert und kühle Räume sowohl für Unterricht als auch für Pausen freigegeben werden.
Ab 30 Grad zieht der Plan die Grenze enger. Eltern sollen informiert werden, die Schulleitung entscheidet über Hitzefrei. Bei den Unterrichtsanforderungen empfiehlt das Papier ausdrücklich „kein prüfungsrelevanter Pflichtstoff“; stattdessen sollen pädagogisch sinnvolle Einzel- oder Gruppenbeschäftigungen angeboten werden. Prüfungen sollen nicht mehr stattfinden, Trinkwasser soll bereitgestellt werden.
Ab 35 Grad reicht eine Anpassung des Unterrichts nach Auffassung der Autorinnen und Autoren nicht mehr. Dann soll ein zuvor bestimmter Hitzekrisenstab täglich zusammentreten. „Regelunterricht nicht mehr möglich“, heißt es im Musterplan. Sportunterricht soll ausfallen, alternative Betreuungsangebote sollen geprüft werden. Für die Folgetage kann die Schulleitung Distanzunterricht in Betracht ziehen.
Damit geht der Musterplan über die traditionelle Frage nach „Hitzefrei“ hinaus. Der Unterrichtsausfall ist nur eine mögliche Reaktion innerhalb eines abgestuften Konzepts, das schon bei geringerer Hitzebelastung ansetzt.
Der Hitzeschutz soll beginnen, bevor es heiß wird
Das Konzept beginnt deshalb nicht erst beim Thermometer im aufgeheizten Klassenzimmer. Schon vor dem Sommer sollen Schulen festlegen, wer für den gesundheitlichen Hitzeschutz verantwortlich ist, Erfahrungen aus vergangenen Jahren auswerten und besonders gefährdete Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte identifizieren. Vorgesehen ist auch eine „Hitzekarte“, die besonders belastete Gebäudeteile und Außenanlagen erfasst. Kühle Räume und Schattenplätze sollen als Ausweichmöglichkeiten bestimmt werden.
Auch die vorhandene Ausstattung soll auf den Prüfstand: Ventilatoren, Verschattung, Lüftungs- und Kühlmöglichkeiten sowie der Zugang zu Trinkwasser. Sportveranstaltungen und Wandertage sollten möglichst nicht für den späten Frühling oder Sommer geplant werden – oder zumindest so, dass sie bei Hitze verlegt werden können. Schulen sollen die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes abonnieren und für extreme Situationen einen Hitzekrisenstab aus drei bis fünf Personen bestimmen. Hinzu kommen Schulungs- und Informationskonzepte für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Betreuungspersonal.
Matthies-Wiesler empfiehlt Schulen deshalb, möglichst viele Beteiligte ins Boot zu holen: „die Schulleitung, das Kollegium, die Eltern und idealerweise jemanden vom Schulträger, der die baulichen Möglichkeiten kennt“. Gemeinsam könne anschließend geklärt werden, was die jeweilige Schule brauche und welche Lösungen möglich seien.
Neben der gemessenen Raumtemperatur bezieht der Musterplan die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes ein. Warnstufe 1 bezeichnet eine starke Wärmebelastung bei einer gefühlten Temperatur von mehr als etwa 32 Grad, Warnstufe 2 eine extreme Wärmebelastung bei mehr als 38 Grad. Auch mangelnde nächtliche Abkühlung fließt in die Warnungen ein. Bei Warnstufe 2 soll der Hitzekrisenstab täglich zusammentreten; Sportunterricht, Sportveranstaltungen und Wettkämpfe sollen ausfallen, Regelunterricht ist dann nur noch „in begrenztem Umfang möglich“.
Für den Sport enthält der Plan zusätzliche Empfehlungen. Bei starker Wärmebelastung soll Wasser ständig verfügbar sein; etwa alle 20 Minuten sind rund 150 Milliliter vorgesehen. Die körperliche Belastung soll reduziert oder Bewegung in den Schatten verlegt werden. Bei Hitze in Verbindung mit einer akuten oder chronischen Erkrankung soll kein Sport stattfinden. Als Warnzeichen für eine Hitzeerkrankung nennt das Papier unter anderem Schlappheit, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit. Dann gilt: Schatten aufsuchen, kühlen, Wasser geben und gegebenenfalls den Notruf 112 wählen.
Was Schulen selbst tun können – und wo sie den Schulträger brauchen
Dauerhaft lässt sich Hitze in schlecht geschützten Gebäuden allerdings nicht mit Trinkpausen und Stundenplanänderungen bewältigen. Der Musterplan nennt deshalb neben organisatorischen Vorkehrungen strukturelle Maßnahmen: „Flächenentsiegelung, Begrünung und Beschattung der Außenanlagen“, Dach- und Fassadenbegrünung, Außenjalousien und Hitzeschutzfolien sowie Lüftungs- und Klimatisierungskonzepte. Bei Neu-, Umbau- und Renovierungsarbeiten soll Hitzeresilienz ausdrücklich Priorität erhalten.
Genau hier endet häufig die Handlungsmacht der einzelnen Schule. Während sie Unterricht nach draußen verlegen, Prüfungszeiten ändern oder zusätzliche Trinkpausen einführen kann, müssen Veränderungen an Gebäuden und Schulhöfen in der Regel gemeinsam mit dem Schulträger umgesetzt werden. Matthies-Wiesler nennt neben Bäumen, Rollläden und Hitzeschutzfolien auch passive oder aktive Kühlung, etwa durch Wärmepumpen oder Kühlgeräte in Verbindung mit Photovoltaikanlagen.
Damit trifft der Hitzeschutz auf ein ohnehin bestehendes Problem: Viele Schulgebäude sind sanierungsbedürftig – und bauliche Veränderungen benötigen Zeit. „Zeit, die wir eigentlich nicht haben“, sagt Matthies-Wiesler. Ein neu gepflanzter Baum brauche viele Jahre, bis er großflächig Schatten spende; Neubauten und umfassende Sanierungen seien Projekte „mit viel Vorlauf und hohem Investitionsbedarf“. Für die Zwischenzeit seien deshalb Übergangslösungen nötig, beispielsweise Sonnensegel.
Doch auch solche Lösungen müssen tatsächlich organisiert und finanziert werden. Schulträger müssen bei baulichen Veränderungen mitziehen, größere Vorhaben benötigen Investitionen. Matthies-Wiesler benennt damit die Schwachstelle eines Konzepts, dessen Anwendung nicht vorgeschrieben ist: „Ein Plan schützt nur, wenn er auch umgesetzt wird. Genau das ist vermutlich die größte Hürde.“ News4teachers
Hier geht es zum vollständigen Hitzeschutzplan.
nein, da sollten wir dann ins Homeschooling wechseln, um nicht in der Hitze draußen rumlaufen zu müssen oder in die 30 Grad Räume zu gehen.
Es gibt schließlich heutzutage ein Recht auf Homeoffice!
Was mit den Schülern zu tun, die zu Hause 30 Grad und heißer haben?
Die haben dann eben keinen Zugang zum Internet aber zum Freibad.
Im Winter juckt es doch auch kenen, dass bei denen zuhause der Gas- und/oder der Stromanschluss gesperrt ist.
Stromanschluss fehlt seltener, als das Zimmer sich bis 30 Grad erhitzt.
Ich wäre dann für schulfrei (gerne im Freibad, wenn sie den Zugang tatsächlich haben).
Was tun, wenn der Klassenraum 30 Grad hat und da noch andere sitzen und die Wärme verstärken. Zu Hause gibt es ja wohl mehr Möglichkeiten als in der Schule. Ventilator, kühles Fußbad ……..
… und wenn Mama aber die Salatschüssel andersweitig benötigt?
Gerade arme Kinder leben oft in unzureichend isolierten Wohnungen und der PC heizt dann noch weiter aus. Home Office für Schüler verschärft soziale Ungleichheit.
ja richtig, und keien Minusstunden bei Eis oder Schnee oder Hitzefrei. Das weiß ja keiner, dass die Lehrer dann drunter leiden. Da geht Homeoffice. Dieser Job wird langsam unattraktiv, oder?
Eine Klimaanlage im Klassenzimmer würde ALLE Kinder darin begünstigen, anstatt nur die, welche sich privat Abkühlung leisten können ,;)
Top, sag bescheid wenn es soweit ist!
Klimaanlagen in einer Klasse nützen JETZT schon allen Kindern in Vergleich zu individuell privilegierten.
Die Bevölkerung in Deutschland sieht hier nur keine Priorität, manche haben noch nichtmal den menschengemachten Klimawandel verstanden und lassen sich dafür feiern 🙁
https://www.dw.com/de/bremst-die-afd-die-energiewende-im-osten-aus/a-77798464
Naja, Menschen, denen Kinder – oder irgendwas – am Herzen liegen würde, würden wohl auch keine Rechtsextreme wählen ^^
Nein, es gibt kein Recht auf Homeoffice.
Und bei Kindern, die in einer Dachgeschosswohnung leben, ist es im Zweifel sogar heißer als in der Schule.
Schulen müssen für die kommenden Hitzwellen durch bauliche Maßnahmen ertüchtigt werden. Homeoffice ist keine Lösung.
Klar, muss ich ja nicht 100% Homeoffice sein, aber 25 % geht locker in bestimmten Absprachen, schau mal ins Ausland wie digital man dort schon ist.
25 Prozent Homeoffice habe ich locker, weil ich zuhause den Unterricht vorbereite und Klausuren korrigiere. Es sind sogar eher 50+ Prozent.
Wer keine Lust hat, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, sollte den Beruf wechseln, statt Homeoffice zu fordern, um von den Kindern wegzukommen.
Wir brauchen kein Homeoffice, sondern eine Arbeitszeiterfassung, um die Überlastung eines großen Teils der Lehrkräfte zu verhindern.
Wann verstehst du den Unterschied zwischen Homeoffice und mobilem Arbeiten?
Es gibt mindestens die Möglichkeit für Homeoffice und wenn wir es aus der 35 Stunden Perspektive sehen, ist das scho mal 1 ganzer Tag.
Also wenn du nicht für verbesserte Arbeitsbedingungen bist, wirst du der Letzte in deiner Schule sein Walther 🙁
Wir haben keine 35-Stunden-Woche. In NRW haben Beamte eine 41-Stunden-Woche.
Die Mehrheit der Arbeitnehmer hat in Deutschland übrigens keine 35-Stunden-Woche. Homeoffice hat auch nichts mit der zu arbeitenden Stundenzahl zu tun. Homeoffice ist ja immer noch Office.
Sie treten nicht für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein, sondern Sie wollen sich auf Kosten der Kinder vor der Arbeit drücken.
Sinnvolle Forderungen sind Forderungen nach einer Arbeitszeiterfassung und nach einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Forderung nach Homeoffice zeigt nur, dass man den Beruf verfehlt hat. Wer möglichst große Distanz zu den Schülern haben will, sollte nicht Lehrkraft sein.
Die Frage ist aber doch, wie man mit extremer Hitze umgeht, solange es keine solchen Maßnahmen gibt. Die Stadt, in der ich arbeite ist pleite. Da werden wir in den nächsten Jahren also in die Röhre gucken.
Sollen alle Schüler*innen in einer total überhitzten Schule bleiben müssen, weil es welche gibt, bei denen es zuhause nicht besser ist?
Immerhin könnten diese wenigen Kids irgendwo draußen im Schatten arbeiten, ggf. auf dem Schulgelände.
Wenn bei uns im Winter in der Schule die Heizung ausfällt, dürfen auch alle nachhause.
Wenn die Schule so überhitzt ist, dass den Kindern nicht zumutbar ist, sich darin aufzuhalten, dann lautet die Alternative hitzefrei und nicht Zoom-Konferenz.
Dasselbe gilt, wenn im Winter die Heizung ausfällt. Kommt das bei Ihnen ernsthaft regelmäßig vor?
Wie werden diese Temperaturen eigentlich definiert? Außentemperatur? Mittlere Temperatur im Gebäude? Höchste gemessene Temperatur im Gebäude? Niedrigste gemessene Temperatur im Gebäude? Für jeden Raum individuell?
Es geht um die Raumtemperatur. Herzliche Grüße Die Redaktion
Welchem Raum? Im Weltraum ist diese Temperatur utopisch.
So funktioniert der Weltraum nicht…
Obacht, wenn Sie so schreiben, enden Sie noch als rechtspopulistischer Politiker ^^
https://m.youtube.com/watch?v=lBV5fw6e0RM
Eine verbindliche Schließung individueller Räume bei bestimmten Temperaturen, anstatt schwammig vom Ausweichen in unbesetzte, kühlere Räume, die es nicht gibt, wäre ja schonmal ein Anfang.
Am Ende haben wir es dann wie bei Corona, wo nur noch Abschlussklassen und die Jüngsten versorgt werden, der Rest wird im Stich bzw. in der Eigenverantwortung gelassen, etwas zu lernen 🙁
Statt bei 26 Grad Raumtemperatur empfehlen diese „Experten“ jetzt hitzefrei erst ab 30 Grad Raumtemperatur? Ernsthaft??
Klar!! … in der Hoffnung, dass niemand die Verschärfung der Situation durch diese sicherlich lamimierten Empfehlungen bemerkt.
Wir müssen uns halt auf den Klimawandel einstellen.
Jaja, siehe im Artikel, wie gut wir uns „einstellen“, indem Unterricht verlegt und Arbeiten ausfallen…
Die Ukrainer*innen stellen sich gerade auch ein, im Gegensatz zu denen, WOLLEN wir nichts verbessern. Schade, aber wir haben gesagt, kein Geld dafür auszugeben, darum „können“ wir jetzt dafür kein Geld ausgeben… (Kommt mir irgendwie bekannt vor…)
Ist doch logisch: Der Klimawandel wird nicht bekämpft, also müssen wir die Richtwerte anpassen. Problem gelöst!
Wegen der Betreuung kann es eigentlich kein hitzefrei mehr geben
In der weiterführenden Schule gibt es, zumindest ab Klasse 7, keine Betreuung mehr. In unserer Grundschule hat die SL, trotz 30 Grad im Raum vor Unterrichtsbeginn, hitzefrei kategorisch abgelehnt. Man wollte statistisch nicht schlechter dastehen als die Nachbarschule. Dass die LK und teilweise auch die Kinder reihenweise mit Kreislaufproblemen zu tun hatten – wen interessierts?
Wir haben vor den Ferien zwei Tage (als es wirklich unerträglich heiß war) nach der vierten Stunde „Hitzefrei“ gegeben (also den Unterricht geschlossen). Das ging auch nur, weil die OGS dann ausnahmsweise übernommen hat und die Kolleginnen auch mit in die Betreuung gegangen sind.
Da wir das drei Tage vorher angekündigt haben und auch die Eltern gebeten haben, ihre Kinder aus der glühenden Hitze zu befreien, erklärten sich ganze 37!!! Eltern von 135 OGS-Kindern bereit, ihre Kinder eher (also 16.30 Uhr) abzuholen…..die anderen mussten bis zum bitteren Ende bleiben.
Wir haben übrigens Dreiviertel unserer Schüler in der OGS…..
In Grundschulen wie unsere ist es also kein Wettbewerb, welche Schule kein Hitzefrei gibt,, sondern es ist einfach sinnlos, weil mindestens die Hälfte der Kinder davon absolut nicht profitiert.
Und ich als SL weiß gut wovon ich rede….ich hatte jeweils an den zwei Tagen eine Doppelstunde Mathe mit zwei Klassen und nach nichtmal 2 Minuten war ich klatschnass geschwitzt…..da ging nichts mehr…..es war grauenhaft!
Ja, und somit verschärft sich die Situation für alle … v.a. für die Kinder und Jugendlichen, die aus familiären Gründen nicht am Nachmittagsbrimborium teilnehmen müssten, … die werden durch die zu betreuenden Kinder „mitbestraft“ … weil hier doch immer so von den armen, aus prekären Familie stammenden Kindern gesprochen wird und z.B. deren Wohnsituation als Argument gegen hitzefrei angeführt wird … drehen wir diesen Ansatz doch mal um und schauen, wer hier bei dieser Position steilgeht.
Bildungsgerechtigkeit mal aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Hatte vor den Sommerferien ein paar interessante Gespräche mit Kindern, die sich darüber beklagten, dass sie aus genau diesem Grund (Betreuungsvereinbarung für ganze Jahrgänge – bei uns v.a. 5 & 6) nicht nach Hause durften, weil sie verpflichtend an den Angeboten teilnehmen mussten – und entsprechend genervt waren.
Frage für eine Freundin: Müssen eigentlich auch Siebtklässler*innen noch betreut werden? Und sind damals, als es noch Schlüsselkinder auch in der Grundschule gab, lauter Kinder gestorben? …
Rechtsansprüche sind eben Rechtsansprüche. Bei uns wurde es jüngst (sprachlich) so geregelt, dass den Eltern freigestellt wurde, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken.
Analog ist das ja auch bei Sturm oder Glätte so.
Der Rechtsanspruch bleibt dabei gewahrt und die Verantwortung wird den Eltern zugeschoben.
Die Kindersterblichkeit war früher de facto höher.
Trotzdem aber hitzebedingt auch keinen Unterricht 🙁
Lol, manche Fächer sind so geballt mit prüfungsrelevantem Stoff bzw. es gab schon viel Ausfall, dass man in jeder! Stunde prüfungsrelevanten Stoff machen muss. Was ist denn das für ein Vorschlag?
„Was ist denn das für ein Vorschlag?“
Der Vorschlag erfüllt die beiden entscheidenden Parameter:
Also: Genauso wie immer!
Ich stelle mir Unterricht in der Oberstufe auch schwierig vor, wenn nichts Abiturrelevantes vorkommen darf. Dann kann der Unterricht auch ausfallen.
In Mathe gibt es quasi nichts, was nicht prüfungsrelevant wäre…
Tja, Mathe ist für viele eine lebenslange Prüfung:)
Volle Zustimmung!
Da reden manche bereits der Politik nach dem Mund, anstatt sie in die Pflicht zu nehmen
Ist schon heftig, wie viel Energie darauf verwendet werden muss, weil Zuständige keine Klimaanlagen einbauen lassen. 🙁
Die Zuständigen residieren ja in klimatisierten Büros
Ich schrieb ja schon letztes Mal: Absprechen und reihenweise Lehrgänge in die Rathäuser machen, ggf. dort Arbeiten schreiben! 😀
Sie haben das doch sicher schon einmal selbst mit Ihren Schülern praktiziert, wenn Sie das hier wiederholt zur Nachahmung empfehlen. Wie war die Resonanz im Rathaus? Wie viele Unterrichtsstunden konnten Sie dort abhalten? Wie lange vorher muss man sich dort anmelden? Oder sind Sie ganz spontan dort hin gegangen? Was sagte Ihre Schulleitung zu dieser guten Idee und hatten Sie Nachahmer im Kollegium?
Oder ist dies nur eine „Idee“ von Ihnen und Sie hoffen, dass irgendjemand diese aufgreift und Sie selbst beobachten ganz mutig aus der Ferne wie das ausgeht? 🙂
Wir haben schon einmal Toilettengänge gen Rathaus verlagert. Hatte als Nebeneffekt eine beschleunigte sanierung der schuleigenen Sanitärräume zur Folge. – Komisch, nich?
Hoffentlich hat da kein Schüler auf den Boden gek…. Oder ging es gerade deshalb mit der Sanierung schneller? 🙂
Ich kann da nur für meine Schule sprechen, aber „Weniger hitzebelastete Ersatzräume sollen genutzt, Pausen verlängert oder zusätzliche Pausen eingerichtet werden. Vorgesehen sind „regelmäßige gemeinsame Trinkpausen“; ausdrücklich sollen auch „‚Trinkverbote‘ während des Unterrichts“ aufgehoben werden. Bekleidungsregeln für Lehrkräfte können gelockert werden.“
– Bei uns gibt es keine kühleren Räume, schon gar nicht in ausreichender Anzahl. Pausen verlängern, damit die Schüler auf dem aufgeheizten und komplett versiegelten und nicht beschatteten Schulhof Rum laufen müssen? Trinken dürfen sie bei uns immer, nutzt nur irgendwann nichts mehr. Bekleidungsregeln? Sind mir gar nicht bekannt. Gibt es offizielle?
„Auch der Unterricht selbst soll angepasst werden. Prüfungen sollen „in die kühleren Morgenstunden oder in kühle Räume“ verlegt, der Sportunterricht verändert und kühle Räume sowohl für Unterricht als auch für Pausen freigegeben werden.“
– siehe oben. Bei uns sind/waren es in den frühen Morgenstunden schon 27+ Grad und die Räume heizen sich schnell auf (Glasfront).
„Bei den Unterrichtsanforderungen empfiehlt das Papier ausdrücklich „kein prüfungsrelevanter Pflichtstoff“; stattdessen sollen pädagogisch sinnvolle Einzel- oder Gruppenbeschäftigungen angeboten werden. Prüfungen sollen nicht mehr stattfinden, Trinkwasser soll bereitgestellt werden.“
– in diesem Sommer hätte das bedeutet, dass eine komplette Klausurphase nicht oder nur unter Aufhebung des Klausurlimits pro Woche hätte stattfinden können. Und wenn ich wochenlang keinen prüfungsrelevanten Pflichtstoff machen soll, wie soll ich den Lehrplan erfüllen und meine Schäfchen auf Prüfungen vorbereiten?
Ab 35 Grad reicht eine Anpassung des Unterrichts nach Auffassung der Autorinnen und Autoren nicht mehr. Dann soll ein zuvor bestimmter Hitzekrisenstab täglich zusammentreten. „Regelunterricht nicht mehr möglich“, heißt es im Musterplan. Sportunterricht soll ausfallen, alternative Betreuungsangebote sollen geprüft werden. Für die Folgetage kann die Schulleitung Distanzunterricht in Betracht ziehen.
– Distanzunterricht funktioniert nur sehr eingeschränkt und wer sagt denn, dass es bei den Schülerinnen und Schülern bzw. den Lehrkräften zu Hause kühl ist?
Die einzige effektiven Optionen sind die Installation von Klimaanlagen und die Beschattung und Entsiegelung von Schulhöfen.
Die im Plan vorgeschlagenen Maßnahmen sind natürlich alles Dinge auf die die Schulen selbst kommen würden, wenn es denn kühlere Räume etc gäbe. Das wissen die Mitarbeiter im Ministerium auch, aber es soll ja wenigstens so aussehen als würde was getan und eine neue Handreichung kostet halt kein Geld (Personal ist ja da)
Man wird ALLES tun, um kein Geld für klimatisierte Klassenräume ausgeben zu müssen, es sei denn, die Eltern machen massiver Druck. Für dieses Jahr sitzt man das Problem aus, der Sommer neigt sich sowieso dem Ende entgegen – und im Sommer 2027 werden dieselben Diskussionen wieder geführt werden, mit dem Resultat, dass (nahezu) keine Kommune die Kosten für Klimaanlagen und deren Wartung über die Jahre hinweg bezahlen möchte. Man fühlt sich unweigerlich an Frau Merkels Vorschlag während der Pandemie erinnert, bei Kälte durch geöffnete Fenster im Winter einfach zu klatschen oder ein paar Kniebeugen zu machen. Vielleicht kann man durch Klatschen auch im Sommer ein wenig die Hitze vertreiben? Einen Versuch ist es sicherlich wert.
„Man wird ALLES tun, um kein Geld für klimatisierte Klassenräume ausgeben zu müssen“
Lehrkäfte könnten welche kaufen…
Eher nein. Erst neulich wurde doch über eine Lehrerin berichtet, der es untersagt wurde, einen privat angeschafften Ventilator im Klassenzimmer zu nutzen, da die nötige Sicherheitszertifizierung seitens des Schulträgers fehle. Lehrkräfte haben wahrscheinlich nur eine Möglichkeit: Krankmeldung bei zu großer Hitze.
Natürlich nicht. Beamtinnen und Beamte können – müssen sogar – remonstrieren: „Die Remonstrationspflicht ist die gesetzliche Pflicht von Beamtinnen und Beamten, Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit einer dienstlichen Anordnung unverzüglich beim Vorgesetzten anzumelden.“ Gerne hier nachlesen: https://www.staatklar.org/artikel/remonstrationspflicht-lehrer-schildert-beispiel-fuer-remonstration.html
Angestellte Lehrkräfte können von dem Mittel der Gefährdungsanzeige Gebrauch machen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hat die Dienststelle deshalb leistungsfähigere Schredder bekommen?
…dürfen sie aber nicht anschließen. Offiziell sind bei uns sogar Ventilatoren untersagt.
Ich erinnere mich als wir Bäume auf dem Schulhof haben wollten.
Nach endlosen Diskussionen hieß es: Ja, aner nur, wenn wir Lehrer diese bereitstellen und pflegen. Wir hatten dann sogar einen Gießplan für die Ferien…
Ohne Worte!
Sowas kenn ich auch! (Heul!)
DuG unterrichten und mit den SuS einstudieren „ich bin ein Baum“, anschließend auf dem Hof drappieren:)
„Ab 30 Grad zieht der Plan die Grenze enger…Bei den Unterrichtsanforderungen empfiehlt das Papier ausdrücklich kein prüfungsrelevanter Pflichtstoff“
Super, den SuS sage ich dann dass diese bei der Hitze in der Schule zu bleiben müssen, aber was relevantes machen wir sowieso nicht! Das stößt bestimmt auf rießiges Verständnis…
Nun ja, den Experten ist es zu heiß gewesen. Und da sie nicht morgens in den kühleren Räumen der Westseite zusammenkommen Konten, mussten sie bei über 30°C ihre Vorschläge erarbeiten.
Das erklärt das Ergebnis, entschuldigt es aber nicht.
Empfehlungen der „Experten“ aus den Ministerien haben mittlerweile die Qualität der „Geschichten aus dem Paulanergarten“…
Aber der Biergarten ist wenigstens schattig:)
Wohl dem, der in Bayern oder Baden-Württemberg wohnt.
Warum? Dort ist es auch nicht kühler.
Siehe unten…
Zumindest in BW trifft das nicht zu.
Stimmt.
Da wurden wohl – nicht zum ersten Mal – zur heißesten Zeit die Abschlussprüfungen an Real- und Mittelschulen geschrieben.
Warum?
Ab 30 Grad kein Prüfungsrelevanter Stoff?
Wie realitätsfern ist das denn??? Dann kann man ja gleich frei geben oder der Lehrplan ist nicht ernst zu nehmen. Ich nehme doch nix einfach nur aus Jux und Dollerei durch, nur weil es mir gefällt.
Zugleich verweist sie mit einem Satz von Eckart von Hirschhausen auf den baulichen Nachholbedarf: „Jeder Flughafen in Deutschland ist klimatisiert, aber kaum eine Schule.“
Es ist doch noch bitterer – jeder Aldi ist klimatisiert, nur für Schulen reicht es eben nicht…
Prüfungen sollen „in die kühleren Morgenstunden oder in kühle Räume“ verlegt, der Sportunterricht verändert und kühle Räume sowohl für Unterricht als auch für Pausen freigegeben werden.
Es ist ja nicht so, dass Lehrkräfte sich explizit die wärmsten Räume oder Nachmittage für Unterricht und Prüfungen aussuchten. Es ist aber teilweise ein Drama, bei vollen Klausurwochen irgendwas zu schieben…
Vorgesehen sind „regelmäßige gemeinsame Trinkpausen“; ausdrücklich sollen auch „‚Trinkverbote‘ während des Unterrichts“ aufgehoben werden.
Wo gibt es denn bitte noch Trinkverbote im regulären Unterricht?
Bekleidungsregeln für Lehrkräfte können gelockert werden.
Dann kann man ja demnächst in Badehose oder Borat-Outfit vor den Klassen stehen.
Die Kids werden sich freuen….
Bei den Unterrichtsanforderungen empfiehlt das Papier ausdrücklich „kein prüfungsrelevanter Pflichtstoff“; stattdessen sollen pädagogisch sinnvolle Einzel- oder Gruppenbeschäftigungen angeboten werden.
Wie oft machen wir denn Unterricht und behandeln Stoff, den die Kinder und Jugendlichen sowieso nicht brauchen und den man einfach wegkürzen kann? Wie soll man sich da z.B. eine Abitur-Vorbereitung vorstellen?
Vorgesehen ist auch eine „Hitzekarte“, die besonders belastete Gebäudeteile und Außenanlagen erfasst. Kühle Räume und Schattenplätze sollen als Ausweichmöglichkeiten bestimmt werden.
Spannend, wer soll regelmäßig durch die verschiedenen Räume gehen und eine solche Hitzekarte erstellen? Und gehen die Experten davon aus, dass Lehrer und Schüler nicht selbst merken, wenn es unerträglich heiß wird?
Eine mittelgroße Schule hat locker 40 Klassen, eher mehr, dazu verschiedenste Räume für Fachunterricht. Wer versteckt eigentlich die ganzen zusätzlichen, kühlen Räume? Warum weiß keiner davon?
Sportveranstaltungen und Wandertage sollten möglichst nicht für den späten Frühling oder Sommer geplant werden…
Also Wandertage nicht mehr im Frühjahr, sondern im November?
Und Sportturniere machen wir dann im Schnee?
Hinzu kommen Schulungs- und Informationskonzepte für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Betreuungspersonal.
Wow, wir informieren Lehrkräfte, Schüler und Eltern, dass es heiß ist und dass das nicht gesund ist. Das würde man ja sonst nicht merken.. Aber wenn wir nur genügend Schulungen für die faulen Lehrer machen, dann wird es bestimmt kühler…
Als Warnzeichen für eine Hitzeerkrankung nennt das Papier unter anderem Schlappheit, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit. Dann gilt: Schatten aufsuchen, kühlen, Wasser geben und gegebenenfalls den Notruf 112 wählen.
Wenn ein Kind anfängt zu zittern, schwitzt und sich erbricht soll man also den Notruf wählen? Oder wenn das Kind bewusstlos ist? Gut, dass das gesagt wird, da kommen Lehrkräfte sonst von selbst drauf…
Dauerhaft lässt sich Hitze in schlecht geschützten Gebäuden allerdings nicht mit Trinkpausen und Stundenplanänderungen bewältigen. Der Musterplan nennt deshalb neben organisatorischen Vorkehrungen strukturelle Maßnahmen
Und genau hier schließt sich der Kreis – jeder Discounter hat eine Klimanlage! Warum machen wir das selbst beim Neubau von Schule noch immer nicht?
Oh, das „Borat Outfit“ bringt mich auf gute Ideen…
Eierbecher mit Hosenträgern:)
Das hört sich an, als gäbe es in Schulen überzählige „kühle Räume“, die man nur eben mal aufschließen und nutzen müsste…
Alles andere ist ebenfalls Quark. Unterricht im Freien, im Schatten, als ob es da bei über 30 Grad kühl wäre und man ordentlichen Unterricht machen könnte.
Überhaupt kein vorgetragener Punkt verändert irgendetwas an der unhaltbaren Situation, dass Kinder und Jugendliche sowie ihre Lehrkräfte verpflichtet sind, unter diesen Bedingungen trotzdem Leistung zu erbringen und sich dabei an einem gesundheitsgefährdenden Ort aufzuhalten zu müssen.
Selbst wenn man die Anforderungen zurückfährt, muss die Situation anscheinend noch jahrelang ausgehalten werden.
Zitate:
„Weniger hitzebelastete Ersatzräume sollen genutzt,…“
„Sportunterricht verändert und kühle Räume sowohl für Unterricht als auch für Pausen freigegeben werden.“
„Kühle Räume und Schattenplätze sollen als Ausweichmöglichkeiten bestimmt werden.“
Glauben die Autoren dieses Plans eigentlich, die Lehrkräfte wären zu blöd, selbst auf die Idee zu kommen, kühlere Alternativräume zu nutzen? Da sieht man, wie wenig diese Leute die reale Situation an Schulen kennen: Es sind im Allgemeinen einfach keine solchen Räume da!!!! Die Mehrheit der Schulen ist schlicht räumlich vollgestopft, alle Räume mit Klassen und Lerngruppen verplant. Es ist nicht so wie in irgendwelchen Verwaltungsgebäuden, wo es Keller, Lagerräume, Sitzungsräume, Personalkantinen usw. gibt, die nicht ständig belegt sind.
Nur mal so zum „Genießen“ zu diesem Thema ein aktueller Blick nach BW, siehe hier, gerne mal nachlesen:
https://www.landtag-bw.de/resource/blob/642882/de81fd1c6f40e5dfdcc3b9b23fecb3e4/18-0148-pdf-data.pdf
Auszüge daraus:
Antworten des KM BW:
Kurz zusammengefasst: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß – Viele Grüße Ihr KM!
Mein Kommentar:
Hohe Außentemperaturen und dann in den Außenbereich wechseln?? Auf den Gehweg vor der Schule vielleicht? Oder mit 30 Klassen gleichzeitig im kleinen Schulhof unter den Baum sitzen?
Unterrichtsverlagerung in kühlere Räume? Die einfach zudem auch noch leer sind? Man zeige mir die in den Schulen – bisher haben die doofen Lehrkräfte sie noch nicht gefunden, vielleicht fehlt die laminierte Handreichung dazu… Oder wir gehen mal mit den Schülern ins klimatisierte Rathaus?
Zurverfügungstellung von Getränken?? Wer bezahlt die, das KM? Der Schulträger? Na Prost!
Die Nicht-Schulpraktiker aus dem KM labern sich was zusammen, was der Realität nicht standhält.
Später:
6. Welche Anforderungen werden bei Neubauten und Sanierungen von Schulen hinsichtlich Klimaanpassung und sommerlichem Wärmeschutz gestellt bzw. inwiefern plant die Landesregierung verbindliche Standards für klimaresiliente Schulgebäude und Schulgelände? 7. Welche Unterstützungsmöglichkeiten stehen innerhalb der Landesförderung für Schulhausbau und Schulsanierung Schulträgern für Maßnahmen des baulichen Hitzeschutzes und der Klimaanpassung zur Verfügung, insbesondere für finanzschwache Kommunen? Die Fragen 6 und 7 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Der Bau und die räumliche Ausstattung von Schulen sind Aufgaben der kommunalen Schulträger, welche diese in eigener Zuständigkeit wahrnehmen. Hierzu gehört auch die Frage der Klimatisierung und des Hitzeschutzes von Schulgebäuden. Eine Einflussnahme des Landes darauf, wie Schulträger diese Aufgaben wahrnehmen, würde einen Eingriff in das kommunale Selbstverwaltungsrecht darstellen und ist deshalb nicht möglich. Das Land Baden-Württemberg fördert bei Vorliegen der Zuwendungsvoraussetzungen Baumaßnahmen zur Schaffung des für den lehrplanmäßigen Unterricht oder den Ganztagsbetrieb von Schulen erforderlichen Raumbedarfs sowie die Sanierung bestehender Schulgebäude. Im Rahmen der Schulbauförderung sind bauliche Maßnahmen zum Hitzeschutz bzw. der Klimatisierung von Schulgebäuden grundsätzlich förderfähig. Möglicherweise kann der Ausgleichstock Baden-Württemberg für finanzschwache Kommunen eine zusätzliche Unterstützung bieten. 8. Welche Prognosen liegen der Landesregierung zur zukünftigen Hitzebelastung von Schulgebäuden in Baden-Württemberg bis 2035 beziehungsweise 2050 vor? Das Land erhebt keine Prognosen zur zukünftigen Hitzebelastung von Schulgebäuden. Dies liegt gegebenenfalls in der Zuständigkeit der Schulträger.
Kurz gesagt: Das geht uns am A… vorbei!
Diese Antwort, die zwar vom neuen Kultusminister in BW dienstlich unterzeichnet ist, aber bezüglich der Problematik des langjährigen Nichtstuns eindeutig der grünen Vorgängerin geschuldet und zuzurechnen ist, zeigt glasklar auf, dass das KM in BW hier keinerlei Handlungsbedarf sieht. „Es liegen keine Daten vor“, weil es seit Jahren keinen im Ministerium interessiert hat.
Wie sieht eigentlich eine siebte oder achte Klasse nach 5 Stunden pädagogisch sinnvoller Einzel- oder Gruppenbeschäftigung bei 30° plus aus? Wie die Lehrkräfte, die von 8-13:00 Gruppen damit erfreut haben?
Welche Schule hat die genannten Maßnahmen noch nicht durchgeführt? Trinkpausen, warme Räume meiden (ja, am Nachmittag, vormittags ist jeder Raum belegt)… Gibt es wirklich Schulleitungen, die bei den Temperaturen Kleidungsfragen diskutieren? Jetzt also Hitzekarte, Hitzekrisenstab, Anbindung an Warnstufen, Durchsagen usw., revolutionär, ausgeführt als das Lieblingsspielzeug aller Ministerien: ein schriftlicher Plan! Endlich, wo wären wir ohne! Ändert zwar nichts an den Gegebenheiten, aber wie schön klingt doch ‚Verantwortlicher für Hitzeschutz‘. Jede Wette, dass es den im Ministerium nicht gibt. Von einer ministeriumsübergreifenden Arbeitsgruppe ‚Hitzeschutz im Erziehungs- und Bildungsbereich‘ wurde jedenfalls m.W. auch noch nicht berichtet. Die könnte sich um Finanzierung, Energiemanagement und Umwelt, Anpassung des Unterrichts u.ä. kümmern, aber das würde ja heißen, nach fünf weiteren Jahren ohne Ergebnis wäre jemand verantwortlich.
Verschwitzt:)
Hier sieht man deutlich das Grundproblem des deutschen Bildungssystems: Es geht nicht ums Lernen, nicht um Kompetenzen, sondern nur um prüfungsrelevanten Stoff und um Klausuren.
„Pädagogisch sinnvolle Einzel- oder Gruppenbeschäftigungen“ müssten Schulalltag sein, nicht nur an Hitzetagen, aber bitte als Einzel- und Gruppenarbeit oder Lernen in Partner- oder Gruppenarbeit und nicht als „Beschäftigung“.
„Trinkverbote aufheben“ – ja was ist das für eine Schule, die Trinkverbote einführen muss. Jedenfalls nicht eine Schule. wie ich sie verstehe.
Grüße aus einem inklusiven Schulsystem, von einem der viele Bildungssysteme Europas kennengelernt hat
Es geht eigentlich um noch viel weniger: ums mit dem dünnen Retuschierfirnis der Sinnhaftigkeit versehene Aufbewahren der Kinder und Jugendlichen.
Die Empfehlungen beruhen nicht auf einem realen Schulalltag. Dort sind diese Dinge alles schon lange angekommen, die Lehrer sind ja (auch wenn das in den Kultusministerien anders gesehen wird) nicht blöd.
Dies tollen Ratschläge beruhen auf einer völlig praxisfremden Leitungsebene, die auch nicht den Hauch einer Ahnung hat, was an den Schulen so passiert oder wie da gearbeitet wird.
Aber aber, im MSB könnten Sie doch bis zu 4 Tagen in der Woche im HO arbeiten. Falschen Arbeitsplatz ausgesucht.
Und warum sollen die Schüler dann an heißen Tagen überhaupt zur Schule kommen? Das läuft doch darauf hinaus, dass Schule den Betrieb partiell einstellt und irgendwelche Maßnahmen zum Zeitüberbrücken anbietet. Selbst wenn diese halbwegs sinnvoll gewählt werden, bleibt es Absitzen von Zeit.
Abgesehen davon: Der Artikel bestätigt mal wieder meine Allergie gegen „Expertenratschläge“.
Was glauben diese Leute eigentlich über den Schulalltag?
Räume für Prüfungen sucht man sich nicht aus, man nimmt was möglich ist.
Wer verbietet bei über 28° im Klassenzimmer das Trinken?
Oder Thema Kleiderordnung: Wenn sich die Kleidung noch von Badebekleidung unterscheiden soll, dann ist bei den Schülern die Grenze der Freizügigkeit längst erreicht.
Und wie der Lehrplan erfüllt werden soll, wenn man seine Unterrichtsplanung jetzt nach dem Wetter richten soll, das wüsste ich auch recht gerne. Und ich wüsste von denen auch gerne, welcher Stoff nicht prüfungsrelevant ist. Gut, ich kann da für mich ein bisschen was festlegen, aber spätestens in der Abiprüfung ist alles potentiell prüfungsrelevant, da kann ich jetzt den Schülern kaum sagen „das müsst ihr nicht lernen“.
Es gibt eine einzige Lösung: Klimatisierte Schulen.
„Der Artikel bestätigt mal wieder meine Allergie gegen ‚Expertenratschläge‘.“
Ok, wir sind überzeugt – und fragen demnächst Leute, die garantiert keine Ahnung vom Thema haben, Eisdielenbetreiber zum Beispiel. Werden bestimmt tolle, lesenswerte Beiträge. Wir finden auch, dass Qualifikation überbewertet wird – wer braucht schon Expertise oder gar Wissenschaft?
Also: Zum nächsten Artikel über Lehrkräfte-Arbeitszeit – fragen wir Eltern. (Spaß.)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Expertenratschläge sind nicht zum ersten Mal wenig alltagstauglich. Viele der hier genannten zähle ich dazu, denn selbst der Wissenschaft sollte aufgefallen sein, dass Schulen nicht über derart viele „kühle“ Räume verfügen, um plötzlich bei großer Hitze alle Klassen darin unterbringen zu können.
Das ist doch, sorry, Mumpitz. Haben Sie schon mal ein größeres Schulgebäude gesehen? Natürlich gibt es dort unterschiedlich stark belastete Räume – ob Süd- oder Nordseite, beschattet oder nicht, neu angebauter Flügel, Altbestand oder Container auf dem Hof.
Das ist so grotesk, dass uns der Mund offensteht: Was soll dieses Herabwürdigen von Expertise, von Menschen, die mit wissenschaftlichem Hintergrund versuchen, Probleme in den Griff zu kriegen – wird hier ernsthaft die Dummheit abgefeiert, Avanti Dilettanti – auf der Seite eines Bildungsmagazins? Sollen wir ernsthaft Oma Schmitz und den Paketboten Friedrich befragen, was sie und er sich so zur Hitze in Klassenräumen denken? Dann zufrieden?
Hanebüchen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das war keine Kritik an Ihrer Berichterstattung. Die meisten mir bekannten Schulen laufen räumlich am Limit, da zaubert man nicht plötzlich „kühle Klassenzimmer“ für alle Klassen aus dem Hut. Wäre das möglich, gäbe es wohl kaum die andauernde Kritik an überhitzten Schulgebäuden mit mangelndem Hitzeschutz.
Also gibt es im Leben nur – perfekte Lösungen oder gar keine Lösungen?
Selbstverständlich müssen Schulen baulich für den Hitzeschutz nachgerüstet werden; das stellt doch niemand in Frage. Bis alle 30.000 Schulen in Deutschland saniert sind, wird aber Zeit vergehen. Da wäre es doch sinnvoll zu schauen, was sich schon vorher punktuell verbessern lässt – oder?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Haben Sie schon mal ein größeres Schulgebäude gesehen? Natürlich gibt es dort unterschiedlich stark belastete Räume – ob Süd- oder Nordseite, beschattet oder nicht, neu angebauter Flügel, Altbestand oder Container auf dem Hof.“
Selbstverständlich. Aber normalerweise sind alle diese Räume regulär belegt. Das bedeutet: Die Möglichkeit, von einem hitzebelasteten Raum in einen anderen zu wechseln, gibt es normalerweise nicht.
Genau dazu soll ja ein Hitzeschutzplan dienen: Die Belegung im Notfall zu prüfen und ggf. nach einem festgelegten Ablauf zu ändern.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Das ist doch, sorry, Mumpitz. Haben Sie schon mal ein größeres Schulgebäude gesehen? Natürlich gibt es dort unterschiedlich stark belastete Räume – ob Süd- oder Nordseite, beschattet oder nicht, neu angebauter Flügel, Altbestand oder Container auf dem Hof.“
Die Hälfte unserer Klassenräume sind im Obergeschoss – da ist es im Sommer unfassbar heiß. Alleine schon deshalb gehe ich mit naturwissenschaftlichen Kursen, wenn ich die Möglichkeit habe, in einen NaWi-Fachraum. Dazu brauche ich doch keine Experten, die mir das vorschlagen.
Aber es gibt eben nur eine Hand voll Fachräume. In die Werkräume oder Kunsträume, die ebenfalls kühler sind, kommt gar nicht erst rein, wenn man kein Fachlehrer ist. Und wir kommen niemals auf > 40 kühle Räume.
Mich irritiert, wenn man in einem Artikel schreibt, die Lehrkräfte sollten einfach in einen [der zahlreichen?] kühlen Räume gehen oder vorgeschlagen wird man solle für bewusstlose Schüler den Notruf wählen.
Das wirkt eben, als wenn die Experten nicht viel Erfahrung von schulischen Bedingungen hätten bzw. sie Lehrkräfte für ziemlich dumm halten. Natürlich ruft das Unmut bei Lehrkräften hervor.
„Dazu brauche ich doch keine Experten, die mir das vorschlagen.“
Ist das denn so unglaublich, dass ein Plan für eine gesamte Schule ggf. mehr Möglichkeiten enthält als das, was eine einzelne Lehrkraft spontan unternehmen kann?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber auch bei den größeren Schulgebäuden verlaufen die Flure zumeist in Nord-Süd-Richtung. D.h. im besten Fall liegen die Klassenräume größtenteils nach Osten und nach Westen ausgerichtet. Der überwiegende Teil der vor langer Zeit geplanten Unterrichtsräume ist nach Osten ausgerichtet, um während der Unterrichtszeit möglichst viel Tageslicht zu haben. Nach Norden ausgerichtet ist häufig der Verwaltungstrakt.
Wenn Sie wirkliche Experten fragen würden, würde ich mich ja freuen. Aber weltfremder Blödsinn aus dem Elfenbeinturm hat mit Expertise nicht viel zu tun.
Sie würden über die Zustände in einem Orchester (hoffentlich) auch eher Orchestermusiker fragen und keine Musikwissenschaftler.
Was sind denn „wirkliche Experten“ – ist jemand, der durchs Fenster guckt und das Wetter sieht, ein Experte für den Klimawandel?
„Weltfremder Blödsinn“ – wer entscheidet das denn? Sie?
Und wen frage ich im Orchester: die Pauke oder die Solo-Violine? Oder vielleicht doch besser den oder die Dirigent*in? Übertragen aufs Bildungswesen: die GEW oder den Philologenverband? Lehrer Schmitz oder Lehrer Müller?
Und warum sollen Ihre Schüler Ihnen dann eigentlich noch glauben, wenn Expertise und Wissenschaft nicht zählen? „Weltfremder Blödsinn aus dem Elfenbeinturm“ – kann ja dann auch auf Sie zutreffen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Jeder Profisportler weiß, ob ein Sportwissenschaftler fundiert redet oder nur an der Praxis vorbei.
Jeder Profimusiker weiß, ob ein Musikwissenschaftler sinnvolle Tipps für die Musikpraxis gibt oder ob nur blöd dahergelabert wird. Nennt sich Expertise von Fachleuten und führt zu einer Urteilsfähigkeit im eigenen Fachgebiet, dafür ist man ja Fachmann/Fachfrau.
Auch Lehrer haben Ahnung von ihrem Beruf und können durchaus einschätzen ob sinnvolle Tipps kommen oder nur jemand Binsen als Weisheiten verkauft, die in jedem Lehrerzimmer bekannt, aber in der Praxis nicht weiter hilfreich sind.
Und zudem hat man als Lehrer auch die Erfahrung gemacht das hanebüchener Unsinn kommt wie „Schreiben nach Gehör“ oder irgendwelche neuen Rechenverfahren, die lediglich für Verwirrung gesorgt haben und von uns wieder repariert werden mussten.
Natürlich kann ich beurteilen ob ein „Bildungsexperte“ über die Schulpraxis Sinn oder Unsinn redet. Sonst wäre ich nicht qualifiziert für meinen Beruf.
Und was meine Schüler angeht:
Ich sag denen nicht „Ich bin wissenschaftlich gebildeter Experte, also glaubt was ich sage.“ (Das wär hier Ihre Argumentationsweise), sondern ich erkläre denen inhaltlich die fachlichen Zusammenhänge. Die Schüler können das was ich sage also inhaltlich nachprüfen was einige auch tun. Die Schüler machen also die Erfahrung, dass ich ihnen fachlich keinen Unsinn vorsetze und die Glaubwürdigkeit kommt aus dieser Erfahrung, nicht aus einem argumentum ad auctoritatem.
Meine Schüler machen regelmäßig die Erfahrung dass ich ihnen keinen Unsinn erzähle und ihre (Fach)Fähigkeiten durch meinen Unterricht steigen. Und ich mache regelmäßig die Erfahrung, das Bildungsexperten Unsinn erzählen und die Unterrichtsqualität durch deren Vorschläge eher nicht steigt.
Das ist der Unterschied.
„Jeder Profisportler weiß, ob ein Sportwissenschaftler fundiert redet oder nur an der Praxis vorbei.“ Deshalb agieren erfolgreiche Profisportler bekanntlich stets allein, machen ihre Ernährungspläne nach Gusto, trainieren, wie sie lustig sind, und behandeln sich bei Verletzungen selbst. (Spaß.)
„Ich sag denen nicht ‚Ich bin wissenschaftlich gebildeter Experte, also glaubt was ich sage.‘ (Das wär hier Ihre Argumentationsweise)“ – Sie verwechseln uns mit Telegram oder TikTok. Selbstverständlich legen Experten (die echten – auf die wir unsere Berichterstattung stützen) ihre Quellen offen – so auch im Hitzeschutzplan, um den es hier geht und den Sie sich offensichtlich nicht angeschaut haben. Dem ist nämlich ein ausführliches Quellenverzeichnis samt Autorenverzeichnis angehängt, sodass alle Informationen nachgeprüft werden können. Der Hitzeschutzplan ist fett am Fuß des Beitrags verlinkt.
„Meine Schüler machen regelmäßig die Erfahrung dass ich ihnen keinen Unsinn erzähle“ – dummerweise entzieht sich Wissenschaft der persönlichen Erfahrung, deshalb gibt es überhaupt Wissenschaft (sonst würden Sinneseindrücke ja reichen). Uns scheint: Sie sollten Ihr Verständnis von Wissenschaft mal überprüfen. Gerne hier nachlesen: https://www2.uni-erfurt.de/cms-alt/seminarfach-4703/www.uni-erfurt.de/seminarfach/kurs/1/index.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Was sind denn „wirkliche Experten“ – ist jemand, der durchs Fenster guckt und das Wetter sieht, ein Experte für den Klimawandel?“
Nein. Aber er kann auch ohne Expertise viel valider Auskunft darüber geben, ob es gerade regnet als die besten Experten von der Wettervorhersage.
Und weil er die konkreten Probleme und Möglichkeiten der Schule kennt, aus deren Fenster er guckt, kann er auch sehr gut beurteilen, ob die Lösungsvorschläge einer Expertenkommission zum Umgang mit überhitzten Klassenräumen etwas taugen – zumindest für seine Schule. Und wenn er nicht sein ganzes Berufsleben an genau einer Schule war, dann vielleicht auch für zwei, drei andere.
„Und weil er die konkreten Probleme und Möglichkeiten der Schule kennt, aus deren Fenster er guckt, kann er auch sehr gut beurteilen, ob die Lösungsvorschläge einer Expertenkommission zum Umgang mit überhitzten Klassenräumen etwas taugen – zumindest für seine Schule.“
Nichts anderes, als das zu checken, wird gefordert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Experten – die einen sagen so, die anderen so. Zu jedem Gutachten lässt sich ein Gegengutachten erstellen, das zu vollkommen anderen Erkenntnissen kommt. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sind…“
Sorry, das ist sooo doof. Klar – gibt auch Flatearther. Und andere behaupten, der Mond sei aus Käse. Der eine sagt so, der andere so…
Natürlich kann man auch nicht wissen, ob das, was Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht erzählen, stimmt – ob es nicht vielleicht sogar reptiloide Außerirdische sind, die Kinderköpfe verstrahlen wollen. Der eine sagt so, der andere so…
Im Ernst: Wissenschaftsfeindlichkeit ist ein zunehmendes Problem – und das wird mit solchem Quark geschürt. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/06/forschungsfeindlichkeit-wenn-die-wut-gegen-wissenschaftler-sich-im-netz-bahn-bricht/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Zunächst einmal: Der Masterplan macht einige Vorschläge, die sinnvoll sind, wenn man ohne bauliche Veränderungen das Beste aus der Situation machen möchte.
Ich denke, was manchen Forenten ärgert, sind zwei Dinge:
1. dass der Eindruck entstehen könnte, bei diesem Masterplan handle es sich um ein Feigenblatt und es ginge eher darum, den gegebenen Rahmen der Möglichkeiten beizubehalten und die Lehrkräfte nur zu befähigen, diese Probleme besser zu managen. Dieser Eindruck ist sicherlich falsch, aber dass er entsteht, liegt daran, dass man dieses Schema als Lehrkraft von anderen Themen nur zu gut kennt.
2. dass man sich etwas verschaukelt fühlen könnte, wenn ein Expertengremium zusammentritt und mit vereinter intellektueller Kraft auf Lösungen kommt, die vermutlich in den meisten Schulen bereits seit Jahren gang und gäbe sind. Bei Geistesblitzen wie „Wenn ein Raum zu heiß ist, besser in einen kühleren wechseln.“ kann man sich schon fragen, was für ein Bild die Autoren von den Schulen haben. Als ob noch niemand auf diese Idee gekommen wäre. Als ob irgendein Lehrer oder Schulleiter das verhindern wollte. Und als ob es Schulen gäbe, die freie Räume im Erdgeschoss hätten, die sie normalerweise nicht benötigen und für heiße Tage als Klassenräume nutzen könnten.
Allerdings wäre die passendere Adresse für Ärger und Frustration eher die Bildungspolitik und die Kommunen, die sich auch in dieser Frage mal wieder gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben.
Ich für meinen Teil fasse den Masterplan einfach als eine Dokumentation des Desiderats echter baulicher Lösungen auf.
In diesem Zusammenhang finde ich übrigens den news4teachers-Aufruf zur Dokumentation der Temperaturen in den Klassenräumen nur richtig. Damit können die Experten vor Ort zumindest eine Datengrundlage beisteuern.
„Dass der Eindruck entstehen könnte, bei diesem Masterplan handle es sich um ein Feigenblatt“ – dieses Totschlagargument lesen wir hier bei allen Maßnahmen, die vorgeschlagen werden, um Situationen zu verbessern (egal, worum es geht). Das Warten auf Wunderlösungen ist aber nicht konstruktiv. Die wird es so schnell nicht geben, nie.
„Als ob irgendein Lehrer oder Schulleiter das verhindern wollte.“ Es geht nicht ums Verhindern – es geht ums Planen, um die Vorbereitung. Existiert an Ihrer Schule ein Hitzeschutzplan, der alle gegebenen Möglichkeiten für den Ernstfall beinhaltet? Jede Wette: Nein.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Also wenn dann die Raumtemperatur unter 19°C im Winterfeld, kann der fehlende Stoff doch nachgeholt werden
… im Winter fällt …
Jetzt mal die Regelungen für Schüler bei Hitze beiseite gelassen: Wie sieht es mit dem Arbeitsschutz für die Lehrkräfte aus? Darüber spricht niemand. Vielleicht müsste auch die Lehrerschaft den Druck in ihrer Rolle als Arbeitnehmer erhöhen, um die Verantwortlichen für mehr Hitzeschutz/Klimatisierung in die Pflicht zu nehmen.
Waren Sie nicht einer derjenigen kommentierenden Leser, die es zu Corona-Zeiten nicht so sehr mit dem Arbeitsschutz von Lehrkräften hatten – umgedacht?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wir können jetzt natürlich Äpfel mit Birnen vergleichen. Einige der Corona-Maßnahmen wurden im Nachgang als übertrieben dargestellt, insbesondere für Schulen. Und nun?
Dargestellt wird viel – insbesondere von „Bild“ und anderen Dulli-Medien.
Wissenschaftlich kritisiert wird (zu Recht), dass in Schulen kein ausreichender Infektionsschutz (Stichwort: Arbeitsschutz) installiert wurde, um einen weitgehend sicheren Schulbetrieb zu ermöglichen und Schulschließungen zu verhindern. Das wäre technisch möglich gewesen und hätte pro Schüler etwa 150 Euro gekostet. War zu teuer. In populistischer Primitiv-Argumentation wird dann daraus: Schulen hätten folgenlos und ohne weiteres offen bleiben können. Fakt ist: Das hätte zig Tausende weitere Menschenleben gefordert, womöglich auch das von Lehrkräften.
Was hat das mit Äpfeln und Birnen zu tun, wenn wir feststellen, dass Arbeitsschutz für Lehrerinnen und Lehrern doch offenbar von Ihnen (und natürlich auch anderen) politisch instrumentalisiert wird? Wie’s gerade passt…
Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/03/fuenf-jahre-corona-warum-das-maerchen-die-schulen-sind-keine-treiber-der-pandemie-so-fatal-ist-eine-analyse/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie wir in Coronazeiten leidvoll lernen mussten, zählen Schulen für die KuMi nicht als Arbeitsstätten, deshalb gilt auch nicht die Arbeitsstättenschutzverordnung…