Home Aus den Verbänden Pädagogen-Verband schlägt Alarm: „Wenn Schulen Autos wären, bekämen viele keinen TÜV“

Pädagogen-Verband schlägt Alarm: „Wenn Schulen Autos wären, bekämen viele keinen TÜV“

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MÜNCHEN. Kurz vor Beginn der Sommerferien fordert die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern einen grundlegenden Kurswechsel in der Schulpolitik. Nach Ansicht des Berufsverbands reichen punktuelle Reformen nicht mehr aus, um die Probleme an den Schulen zu bewältigen. Stattdessen schlägt die KEG einen jährlichen „Bildungs-TÜV“ vor, der den Zustand aller bayerischen Schulen unabhängig überprüft und öffentlich dokumentiert.

Da leuchtet was… (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Aus Sicht der KEG häufen sich die Warnsignale seit Jahren. Personalmangel, marode Schulgebäude, zunehmende Bürokratie, Gewalt an Schulen sowie immer neue Aufgaben für Lehrkräfte belasteten das Bildungssystem zunehmend. Dennoch würden Defizite häufig erst dann angegangen, wenn sie sich bereits zu Krisen entwickelt hätten.

„Autos müssen regelmäßig zum TÜV. Brücken werden überprüft. Aufzüge gewartet. Unsere Schulen dagegen fahren seit Jahren mit blinkenden Warnleuchten weiter“, erklärt KEG-Landesvorsitzender Martin Goppel. „Würden Bayerns Schulen heute beim TÜV vorfahren, bekämen viele wohl keine Plakette.“

Nach Auffassung des Verbandes verschärfen sich die Herausforderungen für Schulen zusätzlich durch den rasanten technologischen Wandel. Künstliche Intelligenz übernehme inzwischen Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren als typisch menschlich galten. Gleichzeitig würden Kinder und Jugendliche später Berufe ausüben, die heute teilweise noch gar nicht existierten. Umso wichtiger seien Kompetenzen wie kritisches Denken, Kreativität, Teamfähigkeit, ethisches Urteilsvermögen sowie ein reflektierter Umgang mit KI.

„Ein Warnlämpchen im Auto ignoriert niemand. Im Bildungssystem leuchten seit Jahren sämtliche Kontrollanzeigen – und trotzdem fahren wir einfach weiter“

Gerade darauf wollten Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler vorbereiten, betont die KEG. Im Schulalltag bleibe dafür jedoch immer weniger Zeit. Statt pädagogischer Arbeit dominierten Vertretungsorganisation, Verwaltungsaufgaben und die Bewältigung des Personalmangels.

Der vorgeschlagene Bildungs-TÜV soll deshalb nach Vorstellung der KEG den tatsächlichen Zustand jeder Schule regelmäßig erfassen. Bewertet werden sollen unter anderem die Unterrichtsversorgung und Personalausstattung, die Gesundheit und Arbeitsbelastung der Beschäftigten, der Stand der Digitalisierung einschließlich der KI-Ausstattung, Sicherheit und Gewaltprävention, der Zustand der Gebäude sowie Verwaltungsstrukturen. Hinzu kommen Inklusion, Unterstützungsangebote wie Schulpsychologie und Jugendhilfe sowie die Förderung von Zukunftskompetenzen, Wertebildung und Schöpfungsverantwortung.

Die Ergebnisse müssten nach Auffassung des Verbandes jährlich veröffentlicht und mit verbindlichen Verbesserungsmaßnahmen verknüpft werden. Nur so lasse sich verhindern, dass bekannte Probleme dauerhaft bestehen blieben.

Goppel greift dafür erneut das Bild aus der Verkehrssicherheit auf: „Ein Warnlämpchen im Auto ignoriert niemand. Im Bildungssystem leuchten seit Jahren sämtliche Kontrollanzeigen – und trotzdem fahren wir einfach weiter. Das ist keine nachhaltige Bildungspolitik, sondern Fahren auf Verschleiß.“ News4teachers 

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5 Kommentare
Hans Malz
1 Tag zuvor

Oh, dann werden (analog zum TÜV) die Schulen zugemacht, bis z.B. der Personalmangel behoben ist? Ein Träumchen … Ansonsten ist das ja wieder eine Bestandsaufnahme mehr … vom Wiegen und so

Rüdiger Vehrenkamp
23 Stunden zuvor

„Die Ergebnisse müssten nach Auffassung des Verbandes jährlich veröffentlicht und mit verbindlichen Verbesserungsmaßnahmen verknüpft werden.“

WER genau wäre denn dann für die verbindlichen Verbesserungsmaßnahmen verantwortlich? Am ehesten müsste ja die Politik was ändern und die Kommunen müssten den Schulen die Gelder zur Verfügung stellen. Derweil kürzt man in Mannheim beispielsweise den Schuletat weiter, die Stadt muss sparen. Am Ende bleibts wieder an den Lehrkräften hängen, die nichts dafür können, wenn sie die notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt bekommen.

Lera
8 Stunden zuvor

Wenn Schulen Autos wären, kämen viele nicht mal zum TÜV, da sie nur drei Räder haben.

–> mehr Lehrer (!) einstellen

–> Wenn dann noch Geld übrig sein sollte (zweifelhaft), bin ich auch offen für Pausenmanager und Klassenfahrtkoordinatoren, Entschuldigungs-Fachkräfte sowie die (wohl unvermeidlichen) Sozialpädagogen.

ed840
8 Stunden zuvor
Antwortet  Lera

Lehrermangel in Bayern könnte man einfach vermindern indem man die Anzahl der Wochenstunden an Länder wie Niedersachsen oder SH anpasst.
Wäre aus meiner Sicht aber keine sinnvolle Maßnahme.

Lera
4 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

Nee, die Zitrone wurde schon gequetscht, es sind in der Grundschule hüben wie drüben 28 Stunden.

Erhöhen kann man natürlich theoretisch solange, bis ich netto nicht mehr 21 Zeitstunden, sondern 40 Stunden unterrichte.

Wer das dann vorbereitet, weiß ich aber nicht.

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