
Schleswig-Holsteins Schulen sollen eine zusätzliche Stunde für Demokratiebildung erhalten. Dies gelte einmalig für das Schuljahr 2026/27, sagte Bildungsministerin Dorit Stenke bei der Vorstellung des «Paktes für Demokratie» in Kiel. Im Schuljahr darauf werde dann das Fach Wirtschaft und Politik gestärkt – mit zwei Stunden in der siebten Klasse. Dafür stelle das Land 80 Stellen zusätzlich bereit.
«Wir arbeiten im Moment jetzt daran, das Curriculum entsprechend zu erweitern und entsprechend auch anzupassen, weil wir ja dann auch jüngere Schülerinnen und Schüler erreichen wollen», erklärte die Ministerin. Damit sollen mehr Lerngelegenheiten geschaffen werden, damit sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Wirtschaft und Politik und damit auch der Demokratiebildung auseinandersetzen.
In dem aktuellen Schuljahr 2026/27 entscheide hingegen die Schule eigenständig, wie die zusätzliche Stunde für Demokratiebildung genutzt werde. «Es kann um Mitbestimmung gehen, es kann um soziale Medien gehen, es kann um den Umgang mit Informationen gehen», führte Stenke aus. Die Themen könnten aber auch politische Institutionen, die Grundrechte, gesellschaftliche Konflikte oder ganz konkrete Fragen aus dem Schulalltag umfassen.
Weitere im Pakt vereinbarte Maßnahmen
Überdies weitet der Landesbeauftragte für politische Bildung die Projekte «Journalismus macht Schule» und die Juniorwahl zur Landtagswahl im kommenden April aus. So soll etwa die Juniorwahl für alle weiterführenden Schulen kostenfrei möglich sein. Zudem biete das Bildungsministerium die Juniorwahl Kids an Grundschulen an.
Außerdem will das Land 100.000 Euro für Demokratieprojekte bereitstellen. So sollen mit dem Förderprogramm «100xDemokratie.SH» etwa Veranstaltungen, die sich mit Vielfalt und Demokratie auseinandersetzen und Mitbestimmung fördern, vor Ort unterstützt werden. Anträge können den Angaben nach ab Herbst gestellt werden, der Start der Projekte ist dann 2027.
Letztlich soll noch die Antisemitismus-Prävention an den Hochschulen gestärkt und die Mittel für Gedenkstättenfahrten auf 50.000 Euro erhöht werden. News4teachers / mit Material der dpa