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42 Prozent bei den Jungwählern: Warum die AfD eine Generation erreicht, die anderen Parteien entgleitet

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SACHSEN-ANHALT. In Sachsen-Anhalt setzt sich eine Entwicklung fort, die sich bei mehreren Wahlen in Ostdeutschland, zuletzt aber auch in Rheinland-Pfalz gezeigt hat: Die AfD erreicht einen erheblichen Teil der jungen Generation. Fachleute erklären ihren Erfolg nicht allein mit TikTok und anderen sozialen Netzwerken, sondern auch mit Zukunftsängsten, politischer Entfremdung und einer zunehmenden gesellschaftlichen Normalisierung der Partei. Und auch in der Bildungspolitik wird deutlich, wie die ausgrenzenden Narrative der AfD verfangen.

Symbolgefährt Simson-Moped. Foto: Stefan Kühn / Wikimedia Commons CC BY 3.0

Wittenberg, wenige Tage vor der Wahl. Jessica ist 24 Jahre alt und steht an einem Wahlkampfstand der AfD. Vor ihr hat sich eine lange Schlange gebildet. Viele wollen ein Selfie mit Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der Partei, der sich hier präsentiert. „Mein Freund ist hier voll der Fan von ihm“, sagt Jessica dem Bayerischen Rundfunk. Sie selbst weiß noch nicht, wen sie wählen wird.

Bei einem Thema allerdings überzeugt sie das Programm der AfD: Schule. Kindern mit besonderen Einschränkungen solle mehr geholfen werden, sagt Jessica – indem sie getrennt unterrichtet würden. Sie kenne die Situation aus ihrer eigenen Familie, von ihrem Bruder. „Der hat auch Einschränkungen wie ADHS und lenkt auch nur andere Schüler ab.“

Die Partei, die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, kündigt in ihrem Wahlprogramm einen weitreichenden Kurswechsel in der Schulpolitik an. Sie will das „Experiment ‚Inklusion‘“ nach eigener Formulierung „unverzüglich beenden“ und Förderschulen ausbauen, heißt: Kinder mit Behinderungen absondern. Auch Flüchtlingskinder sollen ausschließlich in „Sonderklassen“ unterrichtet werden. Dort soll ihnen nach den Vorstellungen der Partei vermittelt werden, ihr Aufenthalt in Deutschland sei „nur ein vorübergehender“.

Die Ausgrenzung zieht offenbar: Bei jungen Wählerinnen und Wählern findet die AfD damit erheblich mehr Zustimmung als andere Parteien. Unter den 18- bis 24-Jährigen erreicht sie 42 Prozent, die Linkspartei 18 Prozent. Besonders weit abgeschlagen ist die CDU: Sie kommt in dieser Altersgruppe lediglich auf fünf Prozent.

Der Befund kommt nicht aus dem Nichts. Bereits bei der Bundestagswahl hatten junge Menschen in Sachsen-Anhalt nach Angaben des MDR zu fast 40 Prozent für die AfD gestimmt, die Linke erreichte 27 Prozent. Und auch die Landtagswahlen 2024 in Sachsen, Thüringen und Brandenburg hatten gezeigt, wie stark die Partei inzwischen unter jungen Menschen ist. Nach einer Zusammenstellung der Amadeu Antonio Stiftung wurde sie bei den Jungwählerinnen und Jungwählern in allen drei Ländern stärkste Kraft. Inzwischen lässt sich die Entwicklung auch nicht mehr ausschließlich als ostdeutsches Phänomen beschreiben. Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März erreichte die AfD laut SWR bei den Wählerinnen und Wählern unter 25 Jahren 21 Prozent und damit Platz eins – knapp vor der SPD mit 20 Prozent.

„Es ist nicht das eine TikTok-Video, das einen gefestigt demokratischen Jugendlichen über Nacht zum Neonazi macht“

Was zieht junge Menschen zu einer Partei, deren Vertreter immer öfter offen völkisch-rechtsextrem auftreten? Die Amadeu Antonio Stiftung hat dazu für eine umfangreiche Analyse Praktikerinnen und Praktiker aus der Rechtsextremismusprävention sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befragt. Deren Befund: Der Rechtsruck eines wachsenden Teils der jungen Generation lasse sich nicht mit einer einzigen Ursache erklären. „Es ist nicht das eine TikTok-Video, das einen gefestigt demokratischen Jugendlichen über Nacht zum Neonazi macht“, heißt es in der Analyse. Vielmehr komme eine Reihe gesellschaftlicher, politischer und sozialer Entwicklungen zusammen.

Die Stiftung berichtet von rechtsextremen Codes und Symbolen, rassistischen Parolen und rechten Cliquen in Schulen. Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter erlebten demnach teilweise eine „rechtsextreme Dominanzkultur“ in Klassenzimmern. Wo starke rechte Cliquen existierten, trauten sich andere Jugendliche mitunter nicht mehr, offen zu widersprechen – nach den zusammengetragenen Berichten teilweise auch Lehrkräfte nicht.

Für die AfD entsteht damit ein gesellschaftliches Umfeld, in dem sie für einen Teil der Jugendlichen nicht mehr als politische Außenseiterin erscheint. Die Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze von der Universität Trier beobachtet den Effekt. „Die Partei wird immer mehr als normale Partei unter jungen Menschen wahrgenommen. Eine Partei wie jede andere auch“, sagt sie gegenüber dem SWR. Zugleich trauten junge Menschen der AfD zunehmend zu, ihre Probleme zu lösen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Raum, in dem ein erheblicher Teil der politischen Kommunikation junger Menschen inzwischen stattfindet: das Smartphone.

Nach Einschätzung Heinzes profitiert die AfD von Plattformmechanismen, die Aufmerksamkeit und emotionale Zuspitzung belohnen. „Die AfD hat es geschafft, ihre politischen Positionen, anders als die anderen Parteien, mit einfacheren, emotional aufgeladeneren Posts über Social Media zu bespielen“, erklärt die Politikwissenschaftlerin.

Die Amadeu Antonio Stiftung beschreibt allerdings ein breiteres digitales Netzwerk, das weit über die offiziellen Accounts der Partei hinausreicht. Rechtsextreme Unterstützernetzwerke verbreiteten AfD-Inhalte, griffen Trends auf, produzierten Memes und kombinierten politische Botschaften mit populärer Musik. Una Titz, die den Digitalbereich der Stiftung leitet, beobachtet dabei eine Strategie der „Selbstmemefizierung“: „Da gibt es dann Weidel-Sticker oder einen AfD-Supermann auf TikTok“.

Entscheidend ist aus ihrer Sicht die schiere Menge entsprechender Inhalte. „Wir haben im Moment ein großes Überangebot rechtsextremer Inhalte, auf allen Plattformen. Jugendliche müssen also nicht einmal bewusst irgendwo hingehen. Sobald ihnen ein einschlägiger Inhalt vorgeschlagen wird und sie ihn liken oder auch nur länger betrachten, führt das zu einer sofortigen Änderung des eigenen Feeds und der Algorithmus tut sein Werk“, sagt Titz.

Einen direkten wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass TikTok-Konsum zu einer bestimmten Wahlentscheidung führt, gibt es nach Angaben der Stiftung bislang nicht. Ihre qualitative Analyse deutet vielmehr auf einen Normalisierungseffekt: Wer politisch indifferent sei und traditionelle Medien kaum nutze, begegne bestimmten Positionen immer wieder. Nicht das einzelne Video, sondern die permanente Präsenz könne die Wahrnehmung dessen verändern, was als gewöhnliche politische Position gilt.

„Die Erzählung dazu ist: Die Grünen wollen Euch die Simson wegnehmen. Wir sagen, ihr seid normal, wenn ihr Simson fahrt“

Die AfD verbindet diese digitale Ansprache zugleich mit konkreten jugendkulturellen Angeboten. Wie das funktionieren kann, beschreibt Felix Steiner von der Mobilen Beratung in Thüringen am Beispiel der dort populären Simson-Mopeds. Die Partei griff die Sorge auf, Umwelt- und Klimaschutz könnten die Nutzung der alten Zweiräder gefährden. „Die AfD hat Simson-Plakate aufgehängt, Björn Höcke hat an der Ausfahrt teilgenommen. Die Erzählung dazu ist: Die Grünen wollen Euch die Simson wegnehmen. Wir sagen, ihr seid normal, wenn ihr Simson fahrt.“ Auch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund fuhr mit einer Simson durch den Wahlkampf – und am Sonntag zur Stimmabgabe.

Dahinter sieht der Berater eine politische Erzählung, die weit über Mopeds hinausreicht. „Die extreme Rechte hat Erfolg mit der Inszenierung, die da oben, die wollen Dir alles verbieten. Die Umweltschützer, die Klimakleber, die Regierung, die Parteien, die wollen dich bevormunden, die wollen, dass du genderst, dass du kein Fleisch mehr isst, dass du deine Simson nicht fährst.“ Steiner bezeichnet diese Verschiebung als „den größten Normalisierungserfolg bisher“: „Die Erzählung, das Progressive wäre so dominant, man könne gar nichts mehr sagen oder machen.“

Social Media und erfolgreiche politische Kommunikation erklären die Entwicklung dennoch nur teilweise. Die von der Amadeu Antonio Stiftung befragten Fachleute verweisen auch auf die Lebensbedingungen junger Menschen. Jugendliche lernten politische Einstellungen nicht isoliert im Internet, sondern in Familien, Peer Groups, Schulen und an ihren Wohnorten. Gerade in Regionen mit ausgeprägter Demokratieskepsis könne die AfD für Jugendliche längst zum selbstverständlichen Bestandteil ihres politischen Umfelds gehören.

Wie tief politische Einstellungen dabei auch familiär verankert sein können, zeigt für die Rechtsextremismusforscherin Heike Radvan der Blick auf die sogenannten Baseballschlägerjahre der 1990er und frühen 2000er Jahre. Die Eltern vieler heutiger Jugendlicher hätten diese Zeit selbst erlebt – als Beteiligte, Mitläufer oder Opfer. „Wie die Eltern sich damals positioniert haben, und wie stark sie das Erlebte reflektiert haben, hat einen Anteil daran, wie in der Familie über diese Zeit und ihre rassistische, nationalistische Geschichte gesprochen wird. Waren die Eltern beteiligt an Gruppierungen, an Übergriffen? Das wird im Diskurs viel zu wenig beachtet.“

Hinzu kommen Erfahrungen der vergangenen Jahre: Isolation während der Corona-Pandemie, fehlende Treffpunkte, Zukunftsängste und die Erfahrung politischer Ohnmacht. Jugendliche, die sich etwa durch die Klimakrise politisiert hätten, hätten zugleich erleben können, dass ihr Engagement wenig verändere. Andere fühlten sich von Politik grundsätzlich nicht wahrgenommen. Gerade im ländlichen Raum können rechtsextreme Gruppen nach Darstellung der Stiftung zudem etwas anbieten, was Jugendlichen andernorts fehlt: Gemeinschaft. Die Angebote reichen demnach von gemeinsamen Wanderungen bis zum Kampfsport. Attraktivität entsteht dann nicht ausschließlich über Ideologie, sondern auch über Zugehörigkeit, Freizeit und soziale Anerkennung.

Auch die soziale Lage spielt eine Rolle. Die Trierer Politikwissenschaftlerin Claudia Ritzi verweist gegenüber dem SWR darauf, dass die Wahrscheinlichkeit, AfD zu wählen, bei Jungwählern ohne hohen Bildungsabschluss größer sei. Sie sieht darin einen Hinweis auf Zukunftsängste: die Sorge um wirtschaftliche Perspektiven, bezahlbaren Wohnraum sowie ein Gefühl von Abstieg und Bedrohung. Gleichzeitig sei die Bindung an andere Parteien schwach.

Die Amadeu Antonio Stiftung sieht gerade in der Bildung einen entscheidenden Ansatzpunkt. Schulen seien die einzigen Bildungsorte, „die wirklich alle Jugendlichen erreichen und viel verändern könnten“. Nötig seien gute Schulen, moderne und regelmäßig überarbeitete Lehrpläne, ausreichend qualifizierte Lehrkräfte, bessere Fördermöglichkeiten sowie Bildungs- und Präventionsangebote. Schulen müssten Orte werden, an denen Kinder erfahren, wie gesellschaftliche Beteiligung funktioniert. Die Realität steht diesem Anspruch vielerorts entgegen: marode Gebäude, Unterrichtsausfall und fehlende Lehrkräfte. News4teachers

Studie: Ein Drittel der Jüngeren offen für rechtsextreme Ideologien – Wissenschaftler fordert politische Bildung schon in der Grundschule

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143 COMMENTS

  1. Heute hat es jemand im Netz sehr gut kommentiert, die etablierten Parteien haben dummerweise mit einigen „wahltaktischen“ Maßnahmen (manche schon sehr alt) dieses Ergebnis noch befördert:

    • Dass sie das Wahlalter von 18 auf 16 senkten, nützte vor allem der AfD. Finde ich auch. Mitte 40% der Jugendlichen haben AfD gewählt. Die CDU nur rund 5%. Fatal!
    • Dass die etablierten Parteien sich weigern, die 5-%-Hürde zu senken, z.B. auf 3%, führte zu einer Leihstimmenkampagne („strategisch wählen“) für die kleinen Parteien, inklusive dem BSW. Dadurch steht die CDU nun noch schlechter da. Die 5%-Hürde hat aber auch dazu geführt, dass die FDP nun nicht im Parlament sitzt. Mit ca. 2,6% stünden ihr eigentlich 1-2 Sitze im Parlament zu. Da diese Sitze jetzt aber nicht leer bleiben, frage ich mich, wer nun auf dem Platz der FDP Politik für eine ganz andere Partei macht. Bei den knappen Ergebnissen kann das entscheidend sein. (Sitze der Parteien unter 5% werden immer anteilig auf die Parteien über 5% aufgeteilt.)
    • Und die Verlängerung der Wahlperiode von 4 auf 5 Jahre (wie wohl inzwischen in allen Bundesländern?), führt nun dazu, dass eine eventuelle AfD-(BSW-)-Regierung noch später wieder abgewählt werden kann. Das finde ich am ärgerlichsten! Wir müssen noch 1 Jahr länger darauf warten.

    Was die Politiker anders machen sollen? Ich glaube, die Politiker wissen gar nicht, was sie jetzt anders machen sollen. Deshalb schwafeln sie wieder und wie immer davon, ihre Politik künftig besser erklären zu wollen und mehr auf ihre Erfolge hinweisen zu wollen. Wie viel mehr denn noch? Ich glaube, das Problem ist ja, CDU und SPD behindern sich gegenseitig. Wir haben und bekommen keine klare konservative und keine klare linke Politik. Immer ist der Koalitionspartner dagegen und man muss irgendwelche faulen Kompromisse schließen.

    Eine klare konservative Politik würde m.E. eher die AfD schwächen und als Opposition aber die SPD (+ Grüne + Linke) stärken, meine ich. Ja, was tun?

    • Was ist denn konkret eine klare konservative Politik – bei komplexen Fragen wie dem Klimawandel?

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Da ich kein konservativer Wähler bin, fällt es mir schwer, das zu beantworten. Ich muss mich in konservative Wähler hineindenken.

        Klimawandel? Da vielleicht nicht so viel auf den Klimawandel geben (was ich falsch finde) und alle sinnvollen Maßnahmen dagegen, die aber Otto und Erna Normalverbraucher teuer zu stehen kommen, nicht so sehr machen oder gar nicht.

        Ansonsten, was ist konservativ? An alten Werten festhalten (Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit, Gründlichkeit, Disziplin… preußische Tugenden???) und auch an der Aufteilung der Gesellschaft in wenige Superreiche, viele Gutverdiener und einige Arme (á la „Leistung soll sich lohnen“), wenig bis keine bzw. nur streng ausgewählte Zuwanderung, am besten nur aus west- und nordeuropäischen Ländern und diesen ähnlichen; strengeres Eingreifen der Polizei bei Vergehen jeglicher Art, Grenzkontrollen (am liebsten aber nur für die anderen), strengere Leistungsforderungen in der Schule… Pflege deutscher Sitten, Traditionen, Kultur…. deutsche Leitkultur (alles nicht meins, aber konservativ, oder?).

        Konservativ meint ja meistens „bewahrend“, also nicht alles auf einmal und grundlegend ändern. Alles soll im Großen und Ganzen bleiben, wie es ist, weil das gut ist (die vermeintlich „gute alte Zeit“). Bestes Beispiel Beamtenstatus im Lehrerberuf. Private Krankenkassen (wem’s gut geht, dem geht’s dadurch noch besser; arm bleibt arm, selber schuld, versorgt bestenfalls mit Almosen).

        Wem’s gut geht, der hat sich das ja auch erarbeitet (angeblich); wem’s schlecht geht, der ist ja selber dran schuld (angeblich). Ist es nicht so? Das ist doch alles konservativ? Man ergänze gerne.

        • Und was davon vertritt die Union nicht (mehr)?

          Das Problem ist u. E. ein anderes: Die Probleme sind so komplex geworden, dass sich Lösungsansätze nur noch zwischen vernünftig, halbwegs vernünftig und unvernünftig unterscheiden lassen – und vielleicht noch danach, welche spezifische Zielgruppe besonders profitiert bzw. am wenigsten von Zumutungen in Anspruch genommen wird.

          Die AfD ist fernab davon, konservativ („bewahrend“) zu sein – sie ist gesellschaftspolitisch reaktionär, wirtschaftspolitisch libertär und staatspolitisch autoritär. Sie ist vor allem „dagegen“ – und das macht offensichtlich den Reiz aus. „Wofür“ sie steht, hinterfragt doch kaum jemand.

          Wir glauben – ehrlich gesagt – nicht daran, dass wie auch immer geartetes politisches Handeln die AfD zurückdrängen könnte. Das kann nur auf dem ureigenen Spielfeld der Rechtsextremen gelingen: den Emotionen.

          Wir brauchen emotionalisierende, positiv besetzte Themen, für die die Demokratie steht – und charismatische Politiker*innen, die solche Ziele vertreten: Yes we can. Dummerweise sind die aktuellen Spitzenpolitiker*innen meilenweit davon entfernt, bei irgendjemand Begeisterung zu wecken. Schon gar bei jungen Menschen.

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

          • Aus meiner Sicht wäre es hilfreich, wenn notwendige Einsparungen gerecht verteilt würden und nicht vor allem auf dem Rücken der Menschen mit einem Jahreseinkommen bis 80.000€ ausgetragen würden. Die Reichen werden geschont, die breite Masse geschröpft. Die Ungerechtigkeit der immer schamloseren Umverteilung von unten nach oben lässt sich eben nicht auf ewig verstecken, und die AfD kann gut kanalisieren, was Merz, Bas und Co vergeigen.
            Warum gibt es immer noch keine verfassungskonforme wiedereingesetzte Vermögenssteuer? Wo bleibt die Eintreibung der Gelder aus CumEx/CumCum? Warum das Zweiklassensystem in der Medizin?
            Da wäre soviel Ungerechtigkeit, deren Beseitigung die Regierung zum Nutzen für die Mehrheit der Bevölkerung mal angehen könnte.
            Aber nein, unser aller Bundeskanzler hält es für richtig, alle angestellt arbeitenden Menschen dieses Landes als Schmarotzer zu bezeichnen. So treibt man die Leite geradezu in die offenen Arme von Extremisten!

          • Sie picken Themen heraus, die Ihnen persönlich auf den Senkel gehen – in einer komplexen Industrie-Gesellschaft gibt es 1000de solcher Streitpunkte, die Bürgerinnen und Bürger (ob zu Recht oder Unrecht, sei mal dahingestellt) nerven. Den einen dies, die andere das. Was Sie für ungerecht halten, halten andere für äußerst gerecht. Nur mal hier die Kommentare in unseren Foren zum Thema Beamtenstatus nachlesen.

            Soll heißen: Zur Demokratie gehört auszuhalten, dass es immer solche persönlichen Reizthemen geben wird. Die Wahrheit ist: Demokratie wird nie Perfektion erreichen. Und wenn sie für den einen perfekte Ergebnisse hervorbringt – tut sie das für den anderen garantiert nicht.

            Probleme (weitaus größere) gibt es auch in autoritären Systemen, nur werden sie dort unter dem Deckel gehalten. Allerdings herrscht dort die Ruhe, nach der sich viele Menschen offenbar sehnen. Friedhofsruhe.

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Was mich an diesem Wahlkampf immer mehr angewidert hat, waren diese Aussagen-Entstellungen. Irgendwann konnte ich das alles nicht mehr hören und lesen. Nein, Herr Merz hat NICHT alle angestellt arbeitenden Menschen dieses Landes als Schmarotzer bezeichnet. Das ist eine maßlose Übertreibung, wenn nicht gar eine Lüge. Egal, wie man zur Krankschreibung ab dem 1. Tag auch stehen mag.

            Ich arbeite an einer Privatschule. Seit man (vor Corona) eine Krankschreibung ab dem 1. Tag brauchte, wurde sie bei uns auch verlangt. Wenn ich krank bin, gehe ich hin und bekomme eine. Und ebenso gab es Fälle bei uns, dass Kollegen, die wussten, sie werden zum neuen Schuljahr nicht übernommen, sich krankschreiben ließen für die letzten Wochen. Das alles gibt es.

          • Zur ersten Frage kann man sehr einfach antworten: In einer Koalition mit der SPD KANN die CDU nicht so konservativ sein, wie sie vielleicht bzw. sogar wahrscheinlich möchte.

          • Sie haben nicht erfasst, worauf ich hinaus will, also noch einmal:
            Wenn man über Jahrzehnte eine Politik macht, welche das Wohl der oberen Zehntausend mehrt und der restlichen knapp 80 Millionen vermindert, dann ist es folgerichtig, dass ein Gutteil der 80 Millionen das irgendwann rafft. Und dann wäre es dringend angeraten, Politik wieder für die Mehrheit der Bevölkerung zu machen, da ansonsten Parteien, die ein „Kein Weiter so mit uns“ versprechen, maximalen Zulauf haben (siehe Grüne, Piraten in Berlin damals, BSW, jetzt AfD).
            Wenn man aber, statt mal zu überlegen, wen man als Bundesregierung eigentlich vertreten soll, immer mehr von den 80 Millionen nimmt und den oberen Zehntausend gibt, knallt es halt irgendwann. Was glauben Sie denn, warum es einen guten Sozialstaat braucht? Nicht nur fürs Wohlergehen der Menschen, nee, der ist auch dazu da, dass die Menschen sich eben nicht Extremisten anschließen und dann die staatliche Ordnung stürzen. Wer satt und zufrieden ist, startet keine Revolution.

            Mit freundlichen Grüßen,
            Mika BB

          • „Wenn man über Jahrzehnte eine Politik macht, welche das Wohl der oberen Zehntausend mehrt und der restlichen knapp 80 Millionen vermindert, dann ist es folgerichtig, dass ein Gutteil der 80 Millionen das irgendwann rafft.“

            Und deswegen wählt dieser Gutteil eine Partei, die erklärtermaßen das Wohl der oberen Zehntausend noch mehr mehren will (und nicht z. B. die Linkspartei)? Hier nachzulesen: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-wirtschaftspolitik-arbeiter-100.html

            Gerne nochmal: Fakten interessieren kaum noch.

            „Geringeres Einkommen, geringere Bildung und – subjektiv empfundene – Benachteiligung spielen eine viel kleinere Rolle als bisher angenommen dafür, ob jemand die AfD unterstützt oder nicht. Vor allem die Einstellung zur Einwanderung erklärt die Unterstützung für die AfD.“ Gerne hier nachlesen: https://www.uni-saarland.de/aktuell/sorge-um-zuwanderung-viel-wichtiger-fuer-afd-erfolg-als-wirtschaftliche-benachteiligung-49934.html

            Anders ausgedrückt: Rassismus pur.

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Völlig richtig, Linkspartei, Grüne und BSW sind offen sozial, haben es dort aber schwer! Die von ihnen genannte Studie belegt bestmöglich, dass es vielen WählerInnen der AFD eben in erster Linie, fast nur, um Migration geht!

          • @redaktion
            Nun, die AfD schafft es offensichtlich (und zunehmend gesamtdeutsch), den Frust der Menschen für ihre Zwecke zu kanalisieren. Weder die Menschen in den neuen noch in den alten Bundesländern, die jetzt für die AfD stimmen, waren schon immer Nörgler und Rassisten. Zu hinterfragen ist also, wie es dazu kam, dass inzwischen das Wahlprogramm der AfD scheinbar egal ist, solange es gegen Migranten geht. Ja, es ist krass, eine Partei zu wählen, die bereits programmatisch gegen einen selbst arbeitet. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum sich diese Feindlichkeit gegen alles andere so etablieren kann? Warum Menschen zu Rassisten werden?

          • „Weder die Menschen in den neuen noch in den alten Bundesländern, die jetzt für die AfD stimmen, waren schon immer Nörgler und Rassisten.“

            Nicht? Woher wissen Sie das? Die Union hat jahrzehntelang Wahlkämpfe gegen Migranten gemacht (und ist damit gut gefahren). Stichworte: Kinder statt Inder, Doppelpass-Kampagne, „Deutschland ist kein Einwanderungsland“ (Schäuble noch 2006).

            Rassismus ist in Deutschland, weder im Westen noch im Osten, niemals aufgearbeitet worden. Gerne hier nachlesen: https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-03/rassismus-deutschland-kulturen-ethnien-studie-gxe

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

    • Ich sehe das einfach so: Die Politiker sollen zu ihren Zielen und Idealen und Werten und Vorstellungen stehen. Sie machen den Bürgern ein Angebot und der Bürger wählt aus, welches Angebot ihm am besten gefällt. Ich möchte nicht, dass die Parteien mir nach dem Munde reden und mir etwas nur deshalb versprechen, weil sie glauben, dann werde ich sie wählen. Sie sollen einfach zu sich selbst stehen! Authentisch sein, wie man bei Einzelpersonen immer sagt.

      Ja, die CDU kann in einer Koalition mit dem linken Lager nie eine „klare konservative Politik“ machen. Deshalb wenden sich ja so viele ihrer Wähler ab.

      • Dass die AfD in ST jetzt so stark ist, liegt ja auch daran, dass sie den Menschen nach dem Mund geredet hat, während die Bundesregierung gerade das Gegenteil tut: Sie fordert etwas.

  2. PS: Ohne 5-%-Hürde stünden AfD (43,8)und BSW (5,3) mit 49,1% alle anderen Parteien mit 50,9% gegenüber. Super knapp, aber dann eben doch die Mehrheit (der Sitze im Parlament). Und wenn es nur 1 Sitz wäre,

    • Das ist das Problem mit dieser Sperrklausel, aber das Unehrliche ist auch, solange die Parteien die Sperrklausel nicht fürchten müssen, scheren sie sich nicht darum und es ist für sie ein gutes Hindernis gegen neue Konkurrenz. Wenn sie sie aber plötzlich auch fürchten müssen, wie die SPD in einigen ostdeutschen Bundesländern, dann fangen sie an, darüber nachzudenken, dass man die nicht mehr braucht und senken könnte (wie die SPD in Sachsen-Anhalt).

      Hat die Sperrklausel in Sachsen-Anhalt die Demokratie geschützt? Eine undemokratische Partei hat sie locker im Hochsprung überwunden; kleine demokratische Parteien hat sie draußen gehalten. Auf deren potenziellen Sitzen im Parlament sitzt nun zum Teil die AfD. Man lässt ja diese Sitze nicht leer.

    • Menschen mit dem Wunsch nach Demokratie und Rechtstaat, dem ihren Kindern ein besseres Leben in der Zukunft ermöglicht?
      Harter Bruch mit dem AfD-Programm, dürfte aber funktionieren 😉

      • Genau das. Also Steuern runter, Abgaben runter, Energiekosten runter, Gewaltkriminalität runter, Sicherheit hoch. Viel Erfolg.

        • „Steuern runter, Energiekosten runter, Sicherheit hoch“ – angesichts eines hoch aggressiven Staates in der etwas entfernteren Nachbarschaft, der in der Vergangenheit billige Energie geliefert hat (um mit dem Geld seine Militärmaschine aufzubauen), geht das schon nicht zusammen.

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

          • Deutschland hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem, bei gleichzeitig immer weniger Nettoeinzahlern.

          • Dann hat Deutschland also doch ein Einnahmeproblem. Schöner Looping in nur einem Satz. Herzliche Grüße Die Redaktion

          • Das ist doch albern. Das ist normales Kritik-Geschäft – Checks and Balances in einer Demokratie – und kein Grund, den Staat abzufackeln.

            Raten Sie mal, wie viel Steuergeldverschwendung es in Russland oder Nordkorea gibt. Eigentlich nur. Spricht aber keiner drüber (weil er sonst im Gulag landet).

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Mag ja sein. Aber wenn die Menschen tagtäglich sehen, wofür alles kein Geld da ist … und dann sehen sie solche Verschwendungen …
            Und wir sind doch nicht Russland oder Nordkorea … wir sind doch immer die Guten! 🙂

          • Naja, wenn Menschen mit offenen Augen durchs Leben gehen, sehen sie, wie z. B. Schulen verfallen, aber sinnlose Projekte stattdessen finanziert werden (siehe „Schwarzbuch“). Da kommt halt so mancher ins Grübeln. Ebenso, wenn das Mautdebakel, die Maskenaffaire, Cumex… die Steuerzahler große Summen kosten, die „Verursacher“ aber nicht mal ein bisschen Demut zeigen, geschweige denn rechtlich/ finanziell belangt werden… Dann stellen sich „einfache Gemüter“ halt Fragen …

          • Auch einfache Gemüter sollten gelernt haben (= politische Bildung), dass für eine Demokratie öffentliche Kritik konstitutiv ist.

            Das Problem ist – da haben Sie Recht -, dass viele Menschen hierzulande politischen Streit mit Systemversagen verwechseln. Das spricht leider für ein eklatantes Versagen der Demokratiebildung; zu viele junge Menschen kommen aus der Schule und haben keine Ahnung davon, was Demokratie ausmacht.

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Ja, aber wenn Kritik nicht dazu führt, dass Fehler eingestanden werden und daraus Konsequenzen folgen … fragt sich so mancher, warum einfache Menschen für ihre Fehler Konsequenzen zu spüren bekommen und andere eben nicht.

          • „Ja, aber wenn Kritik nicht dazu führt, dass Fehler eingestanden werden und daraus Konsequenzen folgen.“

            Sorry, das ist doch Blabla. Die Welt ist komplexer als richtig/falsch – Politik erfordert stets eine Abwägung verschiedener Optionen, zumeist verschiedener Übel. Wer so tut, als wären die Probleme, vor denen wir stehen, einfach lösbar und demokratische Politiker*innen nur zu blöd, zu korrupt oder beides – ist Teil des Problems.

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Teil 2, populistische Sprüche, da fehlen jetzt nur noch die ‚Sozialschmarotzer‘. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Erwerbstätigen von 40 auf 45 Mio gestiegen, bekommen die alle mehr Sozialleistungen als sie einzahlen?
            Vielleicht kommt es auch nicht gut an, Bürger als Einnahme- oder Ausgabeposten zu betrachten. Die könnten ebenfalls anfangen, ‚den Staat‘ auf Kosten und Nutzen zu reduzieren, statt eine Gesellschaft zu sehen.

          • Einfach mal ’nen Schulatlas aufschlagen.
            Rohstoffhandelspreise international googeln.
            Die Welt ist voller Anbieter.

            Energie ist in der BRD ausschließlich deshalb extrem teurer (für Bürger, geht das Stromkabel unter dem Schild „Industrie“ durch geht es plötzlich doch billig mit 7 cent) weil dies politisch so gewollt ist.

            Wie bestellt (durch Wählermehrheit und Politik), so geliefert.

          • „Energie ist in der BRD ausschließlich deshalb extrem teurer (für Bürger, geht das Stromkabel unter dem Schild „Industrie“ durch geht es plötzlich doch billig mit 7 cent) weil dies politisch so gewollt ist.“

            Klar, Russlands Angriffskrieg, Trumps Irankrieg – alles politisch gewollt. Große Verschwörung?

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

        • Hoffen wir mal, dass wir so sicher wohnen wie lange nicht, und sich Werte bspw. zur Jugendgewalt nicht an ein trauriges Normalniveau annähren, um die wir um 2000 keine Träne drückten

        • Macht Politik für die ehemaligen Zielgruppen.
          Teil 1, Einnahmenseite runter, Ausgaben hoch (denn ohne Energiesubventionen und mehr Personal bei der Polizei klappt das nicht). Also, Teil 1, vom Profi: Verleugnung der realen Bedingungen und falls jemand das versucht, kommt dann jammern wegen der Staatsschulden?Klingt etwas bekannt, klingt fast wie das, was z.B. cdu und spd vorgeworfen wird…

  3. Was meiner Meinung nach auch zu kurz kommt: Echtes Interesse. Echtes Engagement.

    Die Partein machen Wahlwerbung und viel aufhebens um alles exakt bis zur Wahl. Das enttäuscht und frustriert. Aber auch hier die Worte eins Sprösslings aus dem Osten, 90er Jahre im Plattenbau, Extremismuserfahrung, auch in Armut aufgewachsen – die AFD zu wählen löst keine Probleme. Wir haben nichts gelernt.

    • „Echtes Interesse. Echtes Engagement.“
      Wie passt das zur AfD, welche Menschen mied, die Ihnen keinen schnellen Wahlerfolg versprachen, Ziele für die Bundespolitik oder Vorhaben, die sich in Sachsen-Anhalt überhaupt nicht einlösen lassen?

      Haben Sie sich ernsthaft mehr Lügen der demokratischen Parteien erhofft, der Rundfunkbeitrag würde abgeschafft? 😀

      Als Nächstes wird dann wohl ein Spitzenkanditat „entsorgt“, um eine „starke“ „Führung“ zu etablieren. Oh, wer wird es wohl sein? Etwa der Ostdeutsche? (augenroll)

      • So ganz kann ich dem Kommentar nicht folgen. Es bleibt nur dabei, diese Partei löst nichts. Sie setzt völkisches Gedankengut um. Übernimmt staatliche Strukturen und baut diese ihrer Weltanschauung nach um.

        Nur leider werden viele meiner ehemaligen Landsleute aus S-A nicht verstehen, was da passiert. Sturheit, Verblendung und schlicht Nichtwissen helfen hier auch. Da fällt Wut und Hass auf fruchtbaren Börde Boden. Schade drum.

    • Ich fürchte nur, mit der Parole „Die AfD wählen, löst keine Probleme“ locken Sie auch niemanden hinter dem Ofen hervor. Das ist so nebulös und vage. Was soll man sich darunter vorstellen? Man könnte das von jeder gegnerischen Partei sagen und wird ja auch gesagt: Die anderen haben immer null Ahnung und keinerlei Konzepte. Das sagen sie alle!

      • „Was soll man sich darunter vorstellen?“
        Das die AfD keine Probleme löst?
        Manche nehmen ja an, sogenannte Protestwähler*innen würden sich die Lösung von Problemen wünschen…

        • Protest‎: Bedeutung, Definition
          „Bei Protest handelt es sich um ein Lehnwort aus dem Italienischen, d. h. einen Italianismus.
          Bedeutung/Definition1) Worte, Handlungen oder Ähnliches, die deutlich zum Ausdruck bringen, dass man mit etwas nicht einverstanden ist“

          Ich vermute, nicht jeder Protestwähler glaubt daran, dass die AfD Lösungen für die Probleme parat hat. Viele bringen damit „nur“ ihren Unmut, ihre Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien zum Ausdruck. Das ist zwar unvernünftig, aber viele wissen sich anscheinend nicht mehr anders zu helfen. Leider! Manche wollen vielleicht auch einfach nur der Partei, die sie vorher immer wählten, einen Denkzettel verpassen, um endlich von denen wahrgenommen zu werden? Da müssten wohl mal Psychologen eine Studie dazu machen.

          • „die deutlich zum Ausdruck bringen, dass man mit etwas nicht einverstanden ist“
            Wenn die also eine Partei wählen, die keinerlei Verbesserungen für Leben, Wirtschaft und Zukunft verspricht, wogegen richtet sich da konkret der Protest?
            Naja, da bekommen jetzt wohl nicht, wofür die letztlich auch nicht gestimmt haben – müssen die „Altparteien“ schule sein (gähn)

    • Tja…Bürgersteigbefragungen unmittelbar vor der Wahl brachten zum Vorschein, dass viele der Befragten BürgerInnen bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben hatten … die Interviewer fragten dann nach konkreten Positionen der AfD in ihrem „Regierungsprogramm“ bzw. konfrontierten die Wahlberechtigten damit.

      Reaktion: „Wo steht das – steht das da wirklich – habe ich vorher nicht gelesen“ usw

      Erinnert mich an den Tag nach der Brexit-Abstzimmung, an dem Google auf Nachfrage meldete, dass die häufigsten Anfragen des Tages auf der Plattform sich darum drehten, welche Auswirkungen der Brexit eigentlich auf Großbritannien haben wird.

      Noch Fragen??

      • Dass Wähler oft das Wahlprogramm der Parteien im Detail nicht kennen kommt ja nicht nur bei AfD Wählern vor. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Grünen Wähler ist im Schnitt nicht besser informiert als der AfD Wähler.

        Die Parteienbindung ist in Ostdeutschland besonders schwach. Heißt also auch: Wer nicht performt, wird schnell wieder abgewählt. Dies wird auch für die AfD gelten.

        Und was die Wahlthemen anbelangt: Es gibt zunehmen viele Menschen im Land, die einen Wohlstandsverlust Wahrnehmen und auch faktisch erleiden. In solchen Situationen kommen Parteien mit Post-materialistischen Themen eben nicht so gut an.

        • „In solchen Situationen kommen Parteien mit Post-materialistischen Themen eben nicht so gut an.“

          Geht so. Die AfD bietet Kulturkampf – statt Wirtschaftspolitik. (Als Siegmund in der Sendung Markus Land zu seiner Wirtschaftspolitik befragt wurde, sprach er über Gendern.) Das ist post-materialistisch (und post-faktisch).

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

          • Das bestätigt lediglich meine Aussage. Dies ist ja ein Gegenhalten bei einem Post-materialistischen Thema, dass von der Mehrheit der Bevölkerung als völlig unnötig erachtet wird.

          • Das Thema hat doch überhaupt keine Relevanz im Reallife – außer eben im Kulturkampf.

            Wessen Leben wird durch ein Genderverbot besser?

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

      • Die Brexit- und Trump-Wähler*innen konnten sich (beim ersten Mal) ja noch auf die falsche Hoffnung berufen, durch ihren Protest etwas für sich verbessern zu wollen.
        Diese Ausrede ist seitdem vom Tisch 🙁

  4. Danke für den differenzierten Artikel! Die „rechtsextreme Dominanzkultur“, die Sie als ein zentrales Problem nennen, wird sich durch die im AfD-Programm von Sachsen-Anhalt angekündigten Veränderungen für Schulen weiter verschärfen. Mit Bestürzung sehe ich in diesem Zusammenhang die Ankündigungen im „Regierungsprogramm“ der Partei, eine „Beschwerdestelle“ gegen Lehrkräfte und Schulleiter*innen einzusetzen sowie private Wachdienste an Schulen einzusetzen. Wird das „Regierungsprogramm“ der AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich umgesetzt, wird sowohl das Schul- als auch das Wissenschaftssystem dort bald ein anderes sein. Der Bildungs- und Forschungsauftrag im Sinne des Grundgesetztes wird kontakariert – das bestehende Schulsystem und die universitären Forschungsleistungen werden im „Regierungsprogramm“ herabgewürdigt und in vielerlei Hinsicht verunglimpflicht.

    • „das bestehende Schulsystem und die universitären Forschungsleistungen werden im „Regierungsprogramm“ herabgewürdigt und in vielerlei Hinsicht verunglimpflicht.“
      Naja, gegen einiges kann auch einfach geklagt werden. Die Eltern Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf sind dann mit Obdachlosen, Minijober*innen und Langzeitarbeitssuchenden wohl das nächste Opfer, wenn die Sündenböcke an der Hautfarbe nicht mehr auszumachen sind – neben Jüdinnen, Juden und queeren Personen, versteht sich

  5. Wie hat es die AfD eigentlich geschafft, so viele Nichtwähler zu mobilisieren? Könnten die anderen Parteien evtl. davon etwas lernen? Ich hörte aus Sachsen-Anhalt, dass die Afd überall präsent war, in den Kneipen, Sportvereinen, …. und überall den Menschen „zuhörte“. Das fanden viele irgendwie gut, diese (vorgetäuschte?) Bürgernähe. Sie fühlten sich zumindest Wahrgenommen, im Gegensatz zu den Vertretern anderer Parteien, die als realitätsfern wahrgenommen wurden. Die Bauernfänger-Taktik scheint leider aufgegangen zu sein.
    Spricht man die Menschen auf diese „Bauernfängerei“ an, bekommt man als Antwort: „Na und, die anderen haben bisher auch viel versprochen und nicht gehalten. Die AfD hört sich zumindest unsere Probleme an uns spricht direkt mit uns, nicht von „oben herab“.“
    Bauernfängerei – Wikipedia

    • „Na und, die anderen haben bisher auch viel versprochen und nicht gehalten. Die AfD hört sich zumindest unsere Probleme an uns spricht direkt mit uns, nicht von „oben herab“.“
      Und da soll noch irgendwer behaupten, die AfD würde von enttäuschten Wähler*innen gewählt – die erwarten uneingeschränkt KEINE andere, geschweige bessere Politik.

      Danke, dass Sie auf diese ungeschmickte Bauernfängerei hinweisen, die sich laut Ihren Gesprächspartner*innen nur im Rechtsextremismus der AfD unterscheidet.

      • Die Aussicht auf weniger Ärzt*innen auf dem Land und keine Kompesationen für Klimaschäden („Klimawandel gibt es nicht!“) kamen offenbar gut bei der Bevölkerung an. Ich würde ja auch die Aussicht, in einem Flüchtlingscontainer wohnen zu dürfen, ansprechen, bin mir aber nicht sicher, ob in Sachsen-Anhalt genügend Flüchtlinge leben…

        Oder meinen Sie, die Menschen dort, wählen einfach jeden, wenn der ihnen vor Ort sagt, die Ausländer wären an allem schuld?

      • Ich denke, die anderen Parteien haben diese Nicht-Wähler schon längst aufgegeben und wissen, dass diese nur bei einer absehbaren Politikänderung wählen gehen.

        Während der Regierungszeit von Merkel ist die Wahlbeteiligung von Wahl zu Wahl zurückgegangen. Viele Menschen, die keine große Koalition wollten, sind nicht mehr wählen gegangen (weil es eh kaum Chancen auf etwas anderes gab).

        Es wird zwar immer wieder gesagt, eine höhere Wahlbeteiligung ist lebendige Demokratie. Aber wenn die Wahlbeteiligung dann so hoch ansteigt, wird das Wahlverhalten der vorherigen Wähler kritisiert.

        Unabhängig von den konkreten Positionen, hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass es um wirklich etwas geht. Und im solchen Fällen können offenbar fast alle Seiten deutlich mehr Wähler mobilisieren.

        • „Die Nichtwähler aufgegeben“ … man stelle sich mal den Aufschrei vor, wenn Lehrer schwierige Schüler einfach so aufgeben würden. 🙂

    • So erklärte man in den 1990ern auch die zunehmenden Erfolge der PDS. Wenn es so einfach wäre, warum hat die PDS damit aufgehört? Warum haben die anderen Parteien nicht schon vor Jahren und Jahrzehnten damit begonnen?

      Ich sage Ihnen was, von der PDS haben sich viele abgewendet, als sie in Regierungsverantwortung kam und man gesehen hat, es bleibt alles im Großen und Ganzen, wie es ist, aber die PDS krallte sich fest an jedes Zipfelchen Macht. Fast immer verlor sie bei den nächsten Wahlen 1/4 bis 1/3 ihrer vorherigen Wähler.

      Und immer hieß es: „Ein Weiter so darf es nicht geben!“ und dann ging es weiter wie bisher.

        • Ich erwarte das. Wenn die AfD irgendwo auf Landesebene regiert, werden die Menschen schnell merken, da ändert sich auch nicht viel und dann wenden sie sich wieder von der AfD ab.

          • Dein Wort in Gottes Ohr!!
            diese These habe ich bereits in vielen Diskussionen zum Thema gehört … der Umbau des Staates (hier auf Landesebene) wird aber schneller vorangehen, als wir es uns wünschen.

          • Dummer Weise hat es so 1933 auch begonnen, die Jugend wird sich noch mal umschauen. Und später will es keiner gewusst haben?! Kommst schon, ihr habt die (Lungen-)Pest doch selbst gewählt.

          • Etwas naiv. Die AfD wird die ‚Verhinderungspolitik der Altparteien‘ als Ursache finden. Abhilfe: eine starke Hand, echte Durchsetzung des Plans, dazu muss ‚das System‘ (Chiffre für die demokratische Gesellschaft) umgebaut werden.
            Was wäre denn die ersehnte Veränderung? Alles wie früher, nur besser? Ausländer (also alle die nicht passen, bald auch ‚Wessis‘) weg, Metzger, Bäcker und Kneipe wieder öffnen, nette Worte, wie großartig alle sind, Benzin billiger… Die PDS wollte immer ein Mitmachprojekt verkaufen, linke, soziale Alternative, Engagement für eine schon einmal gescheiterte Idee. Was verkauft die AfD? Die Idee eines Sorglos-Pakets, ohne Eigenanteil, ohne etwas geben zu müssen. Bis auf unwichtige Freiheiten, wen stört denn ein Obrigkeitsstaat, wenn er jetzt schon der Meinung ist, nicht gefragt zu werden und dafür noch nicht einmal etwas bekommt? Demokratie und Zukunft sind anstrengend, die gute alte Zeit ist kuschelig. Die AfD ist keine PDS, ich erwarte nicht, dass sie einfach verschwindet.

    • Na ja, die anderen haben sich das wahrscheinlich einfach nicht getraut aus Angst eins aufs … zu kriegen.
      Da fällt die Nähe zu den Bürger*innen recht schwer.
      Ich bezweifle stark, dass die Grünen wie in SH tatsächlich einfach überall an Türen hätten klingeln können.

      • Naja, wenn man schon zu lange die Bürgernähe verloren hat, wäre es kurz vor einer Wahl auch ziemlich unglaubwürdig, diese Nähe plötzlich zu entdecken. (gilt nicht nur für die Grünen)

        • Sorry, aber in meinem Bundesland gibt es viel mehr Nähe zu den Bürger*innen, d.h. dort ist sie auch möglich.
          Was wir insbesondere aus dem Osten der Republik quasi seit 2015 zu sehen bekommen, ist ein ganz anderer Schnack. Ich denke daran, was Frau Merkel sich schon gefallen lassen musste. Man drohte ihr mit Hängen .. Schon vergessen?

          Ich werde in den nächsten Jahren jedenfalls auch einen großen Bogen um Ostdeutschland machen. Mir macht das auch Angst.

          • Korrekterweise ist es allenfalls Mitteldeutschland. Es ist wie mit den Sanierungsbestrebungen der 70er Jahre, auch da wurden in Innenstädten Bauwerke abgerissen, die man besser erhalten hätte. Ein Fehler der sich nach 1990 wiederholt hat.

          • Wahlhelfer halt, natürlich nicht „die Partei“ selbst. Aber Haustür-Wahlkampf durch Wahlhelfer ist in Neuseeland und USA durchaus weit verbreitet. Bei uns wohl weniger. Bei mir hat noch von keiner Partei jemals jemand geklingelt. Da sind nur irgendwelche Flyer mit Parolen im Briefkasten.

  6. „Der hat auch Einschränkungen wie ADHS und lenkt auch nur andere Schüler ab.“
    Nicht schlecht. Congrats an alle Bildungsministerien und Kultusminister*innen, die dies möglich gemacht haben.
    Nächster Schritt ist dann wohl die Bildbarkeit im Generellen bzw. ob es die Ressourcen des „gesunden Volkskörpers“ wert ist.

    Aber die anderen wollen etwas wegnehmen oder welche Ausrede da sonst die eigene Meinung bestätigt – ist ja egal.

    Nächster Schritt: zu spät bemerken, wie viel härter es einen selbst treffen wird. Aber garantiert wird die AfD auch nur eine einzige positive Veränderung herbeiführen… XD

    • Sie wird sich umschauen, wenn ihr Bruder möglichen Programmen zum Opfer fällt. Wundern würde mich diese Schiene der NSAfD jedenfalls nicht.
      Mögen die Leute erwachen.

      • Dagegen hätte ein Verbot der AfD vielleicht erst einmal geholfen. Jetzt ist es zu spät.

        Ich bin der Meinung, dass eine wehrhafte Demokratie Menschen vor sich selbst schützen sollte. Machen wir uns doch nichts vor, die meisten, die AfD gewählt haben, werden besonders unter ihr leiden, da das Wahlprogramm eben nicht an den einfachen Leuten ausgerichtet ist.
        Erklären konnte man es ihnen leider nicht, da jeder Versuch niedergebrüllt wurde. „Haut ab, haut ab, …!“ – fällt mir dazu nur ein.

        • „Jetzt ist es zu spät.“
          Ja, wie bei Straftaten – irgendwann ist es zu spät und man muss sie weitermachen lassen….

          „Ich bin der Meinung, dass eine wehrhafte Demokratie Menschen vor sich selbst schützen sollte.“
          Durch ein mögliches Verbot, ja

        • Ich habe aber auch schon erlebt, wie ein Redner der AfD in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) ganz „friedlich“ mit Trillerpfeifen und Rufen gehindert wurde, seine Reda auf dem Marktplatz zu halten. Fand ich super! Polizei stand zwar bereit, musste aber nicht eingreifen.

      • Spanische Analysten weisen noch auf ein anderes Problem hin: Durch die ewigen großen Koalitionen in verschiedenen Besetzungen; mal sind Grüne und FDP noch dabei, manchmal nicht, haben die Volksparteien die letzten 30 Jahre an eigenem Profil verloren, und viele Deutsche haben den Eindruck, dass gleich, wo sie ihr Kreuz machen, immer die gleichen Leute an der Macht sind.

        Ich zitiere hier die @Redaktion:

        „Wir brauchen emotionalisierende, positiv besetzte Themen, für die die Demokratie steht – und charismatische Politiker*innen, die solche Ziele vertreten: Yes we can. Dummerweise sind die aktuellen Spitzenpolitiker*innen meilenweit davon entfernt, bei irgendjemand Begeisterung zu wecken. Schon gar bei jungen Menschen.“

        Also Alternative zur Alternative wäre es gewesen.

        Allerdings befürchte ich, dass es eine gesamteuropäische rechte Tendenz gibt.

      • Das ist doch Quatsch. Sven Schulze hat es doch nach der Wahl richtig eingeordnet: Es ist das Ergebnis einer demokratischen Wahl. Punkt.

        Das Volk, also der Souverän, hat in einer demokratischen Wahl gewählt. Es gab keinen Staatsstreich oder Ähnliches.

        Und das Volk wird auch wieder anders Wählen, wenn es mit der AfD unzufrieden sein wird.

        Ich hatte es hier im Forum schon mal geschrieben (nicht nur einmal): Parteien werden dann wiedergewählt, wenn sich der Wohlstand der breiten Bevölkerung mehrt. Sobald der Wohlstand sinkt oder mehrere Jahre stagniert, kommt es zu Verteilungsdebatten, die große Teile der Bevölkerung unzufrieden machen.

        Genau diese Situation haben wir jetzt.

    • Bert Brecht … nach den Ereignissen des 17. Juni 1953 … ich bin der Meinung, dass dieses Zitat hier massiv falsch eingesetzt wird.

      • Musst du nicht.

        Aber du kannst aufhören zu glauben deine Meinung hätte irgendeinen Einfluss auf die SchülerInnen. Ich weiß, wir Lehrer sind Meister des Selbstanlügens und bilden uns ein wir würden die Kinder mit unseren grandiosen Argumenten überzeugen, durch unser Auftreten beeinflussen und durch Gespräche vom „rechten“ Weg abbringen.

        Die Realität ist aber das man durch Social Media innerhalb kürzester Zeit so in seiner eigenen Bubble gefangen ist, das alles, was man sieht, nur noch diese kleine Bubble ist. Das dauert keine 3 Tage. Ich habe das mit meinen Schülern auch in Informatik probiert. Wir haben neue Accounts kreiert und haben bestimmte Inhalte konsumiert. Nach zwei Wochen war es fast auschließlich Content aus der vorher gewählten“Bubble“, und aus „Gründen“ tendiert die „Bubble“ nun mal sehr oft zu „rechten“ Inhalten.

          • Für Menschen, die sich für Sozialpsychologie interessieren, empfehle ich folgende Begriffe zu googeln:

            • Konformitätsexperiment von Asch
            • Stanford-Prison-Experiment
            • Bystander-Effekt
            • Milgram Experiment
            • Lost-Letter-Experiment
            • Dominanz- und Konforitätstests
          • Habe ich zwar nicht gelesen und auch nur in Hospitationen kennen gelernt, aber ich habe es gehasst.
            Die Lektüre habe ich nicht gebraucht, mir war klar, was so etwas anstellt. Liebte und liebe immer noch Geschichte. Zeitzeugen aus der Familie haben mir von den Konsequenzen der Dummheiten erzählen können, inkl. Verrat einer Familie an die Gestapo, Tote durch Bombenhagel, Blindgänger im Boden ….

        • Die Wahrheit ist auch:

          Jugendliche opponieren im Grunde immer gegen die vorherige(n) Generation(en).

          Nun, da die Mehrheit der Lehrer und Redakteure eine Post-materialistische Politik verfolgt, kommt die Jugend auf neue Ideen.

          Sie haben keine solch große Klimawandel-Phobie wie die Generation zuvor. Dafür möchten sie nicht als Kanonenfutter in den Krieg ziehen.

          Die Welt dreht sich weiter, die Themen ändern sich.

    • Naja… der reichste Mann der Welt, ein russischer Diktator und ein amerikanischer Möchtegern-Diktator feiern die AfD – die haben es wohl „denen da oben“ so richtig gezeigt (augenroll)

  7. Erschreckend finde ich immer wieder die Ängstlichkeit von Lehrkräften in diesem Bereich. Meine Tochter (7. Klasse) kam heute nach Hause und erzählte, sie hätte in Powi (ein Fach, das sie erst seit wenigen Wochen hat) gefragt, wie das denn jetzt mit der AfD sei und ob man die nun wählen könne oder nicht. Die Lehrerin hat nur gesagt, dazu könne sie nichts sagen, weil sie neutral sein müsse. Das ist so eine falch verstandene Neutralität.

    Mit Neutralität ist doch gemeint, dass man den Kindern keine CDU- oder Grünen-Politik oder so als das Beste auf der Welt darlegt. Unsere Aufgabe ist als Lehrkräfte doch, GERADE in POWI, den Kindern auch bewusst zu machen, dass Demokratie geschützt werden muss vor seinen Feinden. Auch Hitler ist damals demokratisch an die Macht gekommen. Damit will ich nicht die AfD damit vergleichen – aber wir müssen doch unseren Jüngsten gerade das klarmachen: Menschen, die demokratisch an die Macht kommen, meinen es noch lange nicht gut mit der Demokratie. Und dann müssen wir als Landesbedienstete doch Partei für unsere Demokratie ergreifen!

    Der nächste Punkt, genauso schwer wiegend: Bis im Geschichtsunterricht über das 3. Reich gesprochen wird, ist die Meinungsbildung per TikTok schon längst abgeschlossen. Das passiert alles viel zu spät. Natürlich muss man nicht alle Gräuel der Nazizeit in der 7. Klasse schon erzählen – aber die Geschichten von Kindern in dem Alter (Anne Frank, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl etc.) tragen doch dazu bei, dass man ein Bewusstsein bei den Kindern weckt. Das sind Dinge, wo Schule wirklich ansetzen könnte. Ich verstehe nicht, warum das nicht passiert.

    • Ich denke, dass das eine der Hauptgefahren in unserem Land ist. Wir sind so auf „political correctness“ getrimmt, dass ein beschissener Erlass aus dem KuMi dazu führt, dass wir unsere persönlichen Maxime, unsere Freiheitsrechte, unsere Basisdemokratie in den Orcus jagen, weil wir denken, dass wir Gegenwehr nicht leisten dürfen.

      Genau das Gegenteil ist der Fall!

      Wenn mir jemand an meine verfassungsgemäß garantierten Freiheitsrechte fasst (auch – oder gerade auf föderalistischer Landesebene) – dann knallts im Karton – und zwar gewaltig. Die Grundrechte aus unserem GG (ich liebe es!) stehen irgendwelchen Luschen-Regelungen auf Landesebene immer noch deutlich voraus.
      Ich gehe dafür bis nach Karlsruhe, wenn es sein muss.

    • Weil viele Lehrkräfte wenig Ahnung von rechtlichen Sachen haben?
      Dazu lassen sich viele Lehrkräfte auch „von allem einschüchtern“?
      Und viele Lehrkräfte „machen sofort Platz“, wenn es der AG/Staat halt sagt.
      Dazu man „Druck“ [„Meldezentralen“] von AfD Seite ansagt, versucht durchzusetzen und immer wieder dieses Narrativ aufbaut … Und sich dies auch noch „irgendwie hält im Gedächtnis“ … Weil der AG/Staat eben bei vielen Sachen „wegsieht/wegsah“ …
      Wenn ein System auf „Gehortsam der Bediensteten“ besteht.
      Man einige „Bildungs-/Schulmythen“ nichts „erfolgreich weiter bekommt“ …
      Wenn man „Schulbedienstete klein halten möchte“.

      Dann kann sowas passieren.
      Wundert mich absolut nicht.
      Im Prinzip ja bisschen geliefert wie bestellt würde ich sagen?

    • Geschichtsunterricht findet doch sowieso viel zu spät und viel zu wenig in der Schule statt. Es ist eigentlich nach Deutsch und Mathe das wichtigste Fach im allgemeinen Schulunterricht und für die Demokratiebildung sogar das wichtigste Fach in der Schule. Zählt aber lediglich als Nebenfach. Ein großer Fehler. Und das Personal dafür ist sogar vorhanden, gefühlt ist jeder zweite Kollege Historiker.

  8. In Flächengebieten sind die Benzinpreise ein echtes Problem und die Inflation kommt oben drauf. Also das ist zB nur ein Punkt für große Unzufriedenheit und das Ausdeinanderdriften der Gesellschaft. Früher arbeiteten alle über 40 Stunden irgendwo am Arbeitsplatz, heute arbeitet die Lehrerin die über 40 Stunden direkt in der Schule ab, während die Nachbarin montags und freitags im Homeoffice zuhause bleibt und nur 34 Stunden arbeitet. Wenn sie dann noch Gleitzeit hat und 4 Wochen im Winter aus Alicante arbeitet, ist das schon irgendwo nicht mehr fair und gehört nicht mehr zu unserem Generationenvertrag!

    • na klar sind die Menschen darüber so sauer, es wird ja nichts getan und die fahren ja da täglich hin und zahlen das und im Homeoffice kostet alles viel weniger. Das führt zu Unzufriedenheit in Schulen und auch in Firmen wo es beides gibt. Aber im Grunde im ganzen Bundesland. 🙁 🙁

    • Für E-Autobesitzer halt nicht.
      Und niemand wird gezwungen, Lehrkraft zu werden oder zu bleiben.
      Allerdings ist für viele Arbeitskräfte im Automotiv- Sektor die Aussicht, zuhause bleiben zu müssen, auch nicht rosig.
      Generationenvertrag in ST bei einem Durchschnittsalter um die 50 ist eh ein Auslaufmodell.

      • Die Autobauer fahren immernoch 35 Stunden Woche und verdienen viel mehr dank der Zuschüsse und Sonderzahlungen. Die fallen Weich und gehen viel früher in Rente. Ob wir das in der Schule nicht diskutieren, wir sehen das natürlich 🙁 Wie soll ich das nem Junglehrer erklären, wenn der Bekanntenkreis montags und freitags zuhause arbeitet und nach 6 Stunden den Elektrostift fallen lässt. Wie soll ich die für Klassenfahrten, Gesamtkonferenzen und Feste am Wochenende begeistern? Mit Entlastung? einer Prämie? einer Gratifkation für den Aufstieg?
        Da läuft viel falsch und führt zu Frust und wer das nicht sieht, hat die Augen längst zugemacht!!! So geht es nicht weiter. Irgendwo müssen die Regeln schon da sein.

        • „Die Autobauer fahren immernoch 35 Stunden Woche und verdienen viel mehr dank der Zuschüsse und Sonderzahlungen. Die fallen Weich und gehen viel früher in Rente.“

          Na, wenn Sie meinen… Also, ich möchte nicht tauschen und mir tun die Leute leid, die da jetzt jahrelang in einer Zitterpartie des Hoffens und Bangens gefangen sind – oder eben schon auf der Straße stehen, weil der Zuliefererbetrieb, bei dem sie gearbeitet haben, bereits dicht gemacht hat.

      • heikles ungerechtes Thema und nichts passiert, keine Arbeitszeiterfassung, keine guten Tarife, nichts. So wird der Lehrermangel auch nicht gelöst.
        oh man, es ist unfair. dafür müssen Lehrer und Lehrerinnen irgendwo anders Entlastung kriegen, mehr Geld oder mehr Zeit wie 4 Tage Woche der kürzere Deputate!!

      • Ist die Frage ernst gemeint? Das wurde doch immer wieder öffentlich gesagt. Billig Gas und Öl aus der Föderation einkaufen.

        • Gerne mal Klartext: Die freie Bundesrepublik ans diktatorische Russland verkloppen – für billigen fossilen Dreck.

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

    • Geht’s noch? AfD-Wahlsieg -> gesellschafliche Frage, wie geht es weiter, woran lag es usw. Ihre Pirouette: Homeoffice und 34-Stunden Woche… Von gesellschaftlichem Problem zur rein egozentrischen Frage ‚die arbeitet aber weniger‘, wirklich ohne Worte.
      Um mal etwas zu provozieren: eigentlich müssten so viele Gespräche und Projekte in der Schule (ja, persönlich, mit diesen seltsamen Wesen, den Schülern) stattfinden, dass tatsächlich und nicht nur in ihrer Phantasie die 40 h Anwesenheitszeit vor Ort sind.
      Fragen Sie doch mal, vielleicht nimmt die AfD noch 4Tage für Lehrkräfte und unbegrenztes Homeoffice in ihre Wundertüte auf, scheinbar ist ja nichts zu peinlich.

  9. Liebes Grundgesetz,
    ich weiß, das war ein schwerer Schlag gestern. Doch sei gewiss, du hast immer noch treue Fans. Insbesondere die Beamten zeigten sich vergleichsweise stabil, „nur“ 30 Prozent von ihnen haben dir den Mittelfinger gezeigt. Und weil nur 24 Prozent der Mittelfinger-Wähler einen Hochschulabschluss haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass das überwiegend „nur“ den mittleren Dienst betrifft.
    Demgegenüber stehen 70% treue Staatsdiener, die dir in diesen schweren Zeiten helfen. Jetzt müssen all die Studienräte, Oberamtsdirektoren und Referatsleiter mal zeigen, wofür sie privilegiert sind. Und auch ich als kleiner Volksschullehrer bin natürlich am Start.

    #grundi_forever
    #Amtseid

          • Nun ja, die Altmark gehört zu ST. – Und wie Otto von B. schon bemerkt, wenn morgen die Welt untergeht, ziehe ich mich auf meine Güter in der Altmark zurück, denn da passiert alles später. 1933 bis 2026, die 93 Jahre sind eben ein Fliegenschiss angesichts der Vogelschiss-Ideologie des Ehrenvorsitzenden.

  10. Wenn ich mich bei unserem Klientel umhöre, so beschäftgt sich dieses im Grunde gar nicht mit Politik, sondern konsumiert das, was ihm auf sozialen Medien ins Profil gespült wird. Hier hat die AfD den anderen Parteien viel mehr voraus. Soll heißen: Nach den Landtagswahl in BW haben einige Eltern keinen Hehl daraus gemacht, die AfD gewählt zu haben. Auf meinen Einlass, dass es sich hier um eine rechtsextreme Partei handelt, wurde gar nicht wirklich reagiert.

    Am Ende sehen die Menschen nur Spritpreise von 2,40€ den Liter, steigende Strom- und Lebensmittelpreise, marode Schulen und Straßen. Sie sehen Großkonzerne mit Stellenabbau, hören im Umkehrschluss von der Einfuhr einer Zuckersteuer und sehen einen absolut unfähigen Bundeskanzler, der sie auch noch beschimpft. Die Menschen haben nicht den Eindruck, dass die Regierungsparteien ihre Probleme lösen. Das wird die AfD zwar auch nicht, aber hier wandelt die Meinung zwischen „ist mir egal, Hauptsache nicht die ‚Altparteien'“ und „noch schlimmer können die das auch nicht machen“.

    Das wird sehr wahrscheinlich nicht der letzte Wahlerfolg der AfD gewesen sein. Und wann hat eine Partei zuletzt über 40% der Stimmen in einer Wahl geholt? Andere Parteien sind nicht in der Lage, ihr Programm an die Wählerinnen und Wähler zu verkaufen, sondern schießen sich auf ein „Bloß nicht die AfD“-Programm ein, das aber allenfalls in der Oberschicht Gehör findet. Warum ist die Umweltpolitik der Grünen besser als die der AfD? Weshalb lohnt es sich, einer liberalen Partei seine Stimme eher zu geben als einer rechtsextremen?

    Jede Partei muss sich den Schuh anziehen, nicht mehr die Sprache des „kleinen Bürgers“ zu sprechen. Ihn erreicht man nicht mit Geschlechtsidentitäten, Gendersprache und Klimawandel, denn jeder guckt zuerst, wie es der eigenen Familie vor Ort im Hier und Jetzt geht. Und hier herrscht bei vielen Parteien enormer Nachholbedarf.

    • Das ist ein bisschen wie mit den „Gangsterfilmen“: Die meisten Jungen wollen nicht die Lieben & Netten in den Filmen sein, sie wollen die Gangster, die Draufgänger, die Haudegen, die Unerschrockenen und Furchtlosen sein!

      Ich fürchte, so kommt vielen die AfD vor.

      • Nein! Es geht um Wertschätzung und Würdigung. Wenn es Politikern nicht gelingt, den Bürgern dieses entgegenzubringen, dann passiert genau das. Sie wenden sich Parteien zu, die ihnen vordergründig Wertschätzung und Würdigung entgegenbringen.
        Wie sehen es hier im Forum: wann immer es um Wertschätzung und Würdigung der angestellten Lehrkräfte geht, entbrennt genau so eine schlimme Debatte und am Ende fühlen sich angestellte Lehrkräfte verständlicherweise nicht gewertschätzt.
        Ganz prima sieht man das bei der angedachten Rentenreform, bei der Politikern nicht gelingt, den Bürgern zu vermitteln, warum dies notwendig ist und gleichzeitig deren Arbeitsleistung zu wertschätzen. Alle sehen nur, sie sollen länger und härter arbeiten, damit Deutschland wieder zu Wohlstand kommt…..völlig abstrakt und alle denken nur what the fuck!

        • Da fällt mir ein: Was sagt eigentlich die AfD zur Rentenreform? Wie wollen die das Problem lösen? …

          Da die Linke sich ja gegen die geplante Rentenreform und andere Punkte ausgesprochen hat, ist ihr Ergebnis in Sachsen-Anhalt ganz schön schlecht, finden Sie nicht?
          Offensichtlich ist es doch nicht so einfach.

      • Eben, die anderen werden als langweilig betrachtet.
        „Und wer mit „ist besser für euch und die Welt“ ankommt, ist per se doof, weil ist mir doch egal, ich bin ja nicht schuld, also will ich machen, was ich will ohne Rücksicht nehmen zu müssen.“

        Da ist es ganz schön schwierig, tatsächlich die Sprache der Wähler*innen zu sprechen.
        Die Umweltpolitik der Grünen ist besser, das wissen die AfD-Wähler*innen eigentlich auch. Aber die ist halt anstrengend, weil man sich selbst einschränken müsste. Und wenn die AfD erzählt, dass das gar nicht nötig sei, dann hört man das gern.
        Die AfD ist eigentlich viel krasser als alle anderen Parteien, wenn es ums Belügen der Wähler*innen geht.

      • Beliebte Autogrammkarte:
        Spiegel Titelbild von Siegmund „Der gefährlichste Mann Deutschlands“.
        Das wurde ihm gerne zum signieren gereicht.
        Ja, kleine Jungs finden gefährliche Männer ganz toll.

    • Es ist wie in einer dsyfunktionalen Familie. Moralische Überhöhung, Abkapselung, Loyalitätszwang, Tabuisierung, Schuld und Scham als Steuerungsmittel, Realitätskontrolle (gaslighting), Rollenumkehr, Sündenbockfunktionen, keine Konfliktlösung…

      Eine psychische Verfasstheit, wie sie nun in Sachen-Anhalt nach der Wahl in einer politischen Blockadesituation zum Ausdruck kommt, schreit nach einer Veränderung, verharrt aber in Erstarrung. Das ist der Punkt an dem sich die Krisis sich bald zuspitzen kann und der Patient, durch Selbst- oder Fremdgefährdung, in der Psychatrie landet.

    • „Wenn ich mich bei unserem Klientel umhöre, so beschäftgt sich dieses im Grunde gar nicht mit Politik, sondern konsumiert das, was ihm auf sozialen Medien ins Profil gespült wird.“
      Weil viele von denen nicht wahlberechtigt sind?

      „Auf meinen Einlass, dass es sich hier um eine rechtsextreme Partei handelt, wurde gar nicht wirklich reagiert.“
      Sie wirken auf das Wahlverhalten Ihrer Klientel ein??

      „Am Ende sehen die Menschen nur Spritpreise von 2,40€ den Liter, steigende Strom- und Lebensmittelpreise, marode Schulen und Straßen.“
      Die Preise dürften dann nochmal steigen, wenn günstige Erneuerbare („der Schande“) abgerissen und die garantiert nicht vom Himmel gelogenen AKW gebaut werden. Dann jedes Jahr noch ein paar Milliarden mehr für Klimaschäden und viele Hitzetote.
      Aber bestimmt schert sich die AfD dann noch, was die Leute sehen…

      „Und wann hat eine Partei zuletzt über 40% der Stimmen in einer Wahl geholt?“
      Weil die Union wider besseren Wissens deren Wahlthemen bedient, selbst nicht besser regiert und das Orgnial stärkt.
      Weil die Presse – weiterhin – aus Geld- und Sensationsgier die Rechtsextremen in Szene setzt.
      Weil bspw. die Grünen bei jeder Gelegenheit politisch/ durch Lüge bekämpft wurden, anstelle der Partei, die man angeblich „inhaltlich stellen“ wollte.
      Weil der reichste Mensch der Welt seine Plattform in Dienste rechtsextremistischer Nationalisten stellt.
      Weil wir im Bildungsbereich, beim Bau, bei Ausschreibungen, bei Quoten und der Demokratisierung jahrzehntelange Versäumnisse aufbauten.
      Weil manche Politiker keine persönlichen Konsequenzen zu zeigen bereit sind und so das Bild einer anständigen Politik untergraben (Gruß an den Jens und die Sarah).

      Naja, keine Ahnung, warum hier das beste Wahlergebnis seit der Verbreitung des Volksempfängers eingefahren wurde -__-

  11. Es fehlt ganz schlicht an der Demokratiebildung und dies kann nur durch motivierte Lehrerinnen und Lehrer erfolgen. Meine Forderung deshalb: Homeoffice, Distanzunterricht, weniger Deputatsstunden, mehr Eigenverantwortung, 100% Urlaubsgeld und 100% Weihnachtsgeld.

    • Kinder und Jugendliche merken also in einer Klasse mit 28 Schülern nicht, dass es viele verschiedene Meinungen gibt. Stattdessenwäre es besser, wenn sie alleine zu Hause sitzen und Texte lesen bzw. Arbeitsblätter ausfüllen?

      Gleichzeitig gehen Viele davon aus, die AfD wäre deswegen erfolgreich, weil sie so nah am Bürgern sei. Also entfernen wir die Politik- und Geschichtslehrer räumlich von den Kindern, damit sie so mehr (?) Einfluss haben?

      Hört sich alles unglaublich logisch und durchdacht an. Und man erkennt kaum, dass Sie keinen Bock auf Ihren Job haben.

  12. Das Gebot politischer Zurückhaltung ist eben kein Meinungsverbot: Im Diskurs über politische und gesellschaftliche Fragen dürfen Lehrkräfte ihren eigenen Standpunkt durchaus deutlich machen und in die Diskussion einbringen. Daher sollte statt des Begriffs „Neutralitätsgebot“ besser von einem Indoktrinationsverbot gesprochen werden. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte ihre Position transparent als eine von mehreren möglichen kennzeichnen. So erleben Schülerinnen und Schüler, dass sie ihre eigene Meinung auch gegenüber der Lehrperson vertreten können.“

    Nicht, dass ich immer begeistert wäre von dem, was aus unserem BiMi kommt, aber diese Nachricht anlässlich des Wahlsieges der AfD in Sachsen-Anhalt finde ich großartig.

    • „Daher sollte statt des Begriffs „Neutralitätsgebot“ besser von einem Indoktrinationsverbot gesprochen werden. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte ihre Position transparent als eine von mehreren möglichen kennzeichnen.“
      Ich kann Ihren Wunsch nachvollziehen, dieser wird aber bereits von „Patriotismus“ oder „Vaterlandsstolz“ oder sonstigen Floskeln der AfD besetzt, mit der künftig Programme und Vereine isoliert werden, die nicht „stolz“ genug auf Deutschland sind – Russland, USA und Ungarn machten es ja vor.

      Wer muslimisch ist, ist ein Islamist.
      Wer atheistisch ist, ist ein Kommunist.
      Wer demokratisch ist, ist ein ANTIFA-Terrorist.
      Wer ein Christ ist, ist der Antichrist.

      Die knappe Hälfte von Sachsen-Anhalt will das leider so 🙁

  13. Sagen wir doch einfach mal ehrlich :

    Das Volk war doof und hat trotz besseren Wissens rechtsextrem gewählt.

    Es wäre doch „woke“, „linksgrünversifft“ und „heterogen“, wenn wir jetzt nur gucken, was Mama – und Papa – Altpartei falsch gemacht haben und worin die sich bessern sollten.

    Auf Augenhöhe robbend die Simson schieben, vielleicht mit so einer Stange, wie man sie hinterm Dreirad anbringen kann und nicht vergessen, immer was zu trinken anbieten!
    Und dann mal schauen, wo der Schuh drückt und wo sie nicht genug mit bedacht wurden und wo sie nicht genug Aufmerksamkeit bekamen und gaaannnz viel Geld aufwenden, wenn sie jetzt bockig ihre ausländischen Fachkräfte nicht mehr wollen und dann Aua Aua haben.
    Und wenn sie so alleine und einsam sind und dann patzig alle die noch da sind, verjagen und dann noch mehr alleine und einsam sind – dann soll Mama und Papa Altpartei mal ein paar Junge zum spielen vorbei bringen und jeden Stein aus dem Weg räumen und jede Fläche frei mähen und alle Dummheiten abfedern. Das eine macht die Helikopter – SPD, dass andere die Rasenmäher CDU….
    ….. und wenn nicht gut, dann Schuld, wenn aus Afd Volk nicht gescheites wird!

    Nee, nee, alles mündige Bürger.
    Learning by doing!

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