
Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen haben nach Angaben des Statistikamtes IT.NRW eine Migrationsgeschichte. Im Schuljahr 2025/2026 waren es demnach 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche, was 44,6 Prozent der gesamten Schülerschaft an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen entspricht. Gegenüber dem Schuljahr zuvor stieg der Wert leicht um 0,3 Prozentpunkte.
Nach Angaben der Behörde war der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte in den Vorjahren bereits kontinuierlich gestiegen. Im Schuljahr 2020/2021 lag er noch bei 39,4 Prozent. Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs sind in den Daten nicht inbegriffen.
Bei den verschiedenen Schulformen zeigt sich kein einheitliches Bild: An allgemeinbildenden Schulen lag der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im vergangenen Schuljahr bei 46,4 Prozent, an Berufsschulen bei 37,6 Prozent. Bei beiden wurde im Vergleich mit dem Vorjahr eine weitere Zunahme verzeichnet. An Grundschulen gab es hingegen einen leichten Rückgang. Der Anteil sank um 0,3 Punkte auf 47,4 Prozent.
Niedrigster Anteil im Kreis Coesfeld
Regional gibt es dabei deutliche Unterschiede: An Grundschulen in Nordrhein-Westfalen wurden laut IT.NRW in Gelsenkirchen (65,5 Prozent) und Duisburg (65,3 Prozent) die höchsten Anteile festgestellt. Die niedrigsten Werte wurden für die Kreise Coesfeld (26 Prozent) und Borken (29,9 Prozent) berechnet.
Den steigenden Anteil von Schülern mit Migrationsgeschichte erklärt das Landesstatistikamt unter anderem mit den Fluchtbewegungen der vergangenen Jahre – etwa infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Statistik Schülerinnen und Schüler, auf die mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft: Sie selbst sind im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert, mindestens ein Elternteil ist im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert; oder die Sprache, in der sich die Familie untereinander verständigt, ist nicht Deutsch. Die Staatsangehörigkeit sei dabei unerheblich, erläutert das Statistikamt. News4teachers / mit Material der dpa
Bedrohung durch die AfD: Migrantenfamilien bereiten sich auf Wegzug vor
Mal zum Überlegen:
Wie viele Bundesbürger stammen von Flüchtlingen (nach dem 2. WK) oder von Russlanddeutschen ab? Und wie viele sind es in der AfD? Müssen sich die jetzt selbst remigrieren?
Wer im Glashaus sitzt….
rfalio
Das ist Birnen mit Äpfeln verglichen. Je ähnlicher Kultur und Sprache, desto leichter ist natürlich die Integration. Damit will ich keinesfalls sagen, dass sie unmöglich ist. Doch sie wird länger dauern, unter Umständen Generationen, und sie wird kostenintensiver.
Übrigens müssen diese Schwierigkeiten sich gar nicht auf Ausländer beziehen. Ich habe es vor der Haustür in Spanien; es ist relativ zügig möglich, Lateinamerikaner zu integrieren, während die Calé ( es sind die iberische Untergruppe der Roma) trotz spanischer Staatsbürgerschaft immer noch zu den am meisten marginalisierten Gruppen gehören.
Die Definition in Deutschland für Zuwanderungsgeschichte ( früher Migrationshintergrund) mischt aber auch Verhältnisse, die nur sehr peripher miteinander zu tun haben. Ein Elternteil nicht in Deutschland geboren – betraf eine deutsch- italienische Familie in meiner Klasse, die Familiensprache ist nicht Deutsch, nein, eine andere Familie sprach zu Hause Englisch. Das war nicht mit den Kindern zu vergleichen, die Zuhause Arabisch oder Türkisch sprachen, eben wegen der Verwandtschaft der Sprachen und der Nutzung des lateinischen Alphabets, aber viel mehr noch wegen des“ Status“ der Sprachen in unserer Gesellschaft, ähnlicher Vorstellungen und Fehlen von religiösen Konflikten und natürlich ganz real mit dem ökonomisch- sozialen Status der Familien.
Es ist fatal, allen Einwanderern ohne Differenzierung das Etikett “ arm“ oder gar “ problematisch“ zu verpassen, auf diese Weise schreckt man ausländische Fachkräfte wirklich ab.
„Das ist Birnen mit Äpfeln verglichen. „
Stimmt.
Da es für das Merkmal Migrationshintergrund in den Schulstatistiken der BL unterschiedliche Voraussetzungen gibt, sind 1:1 Vergleiche nicht immer sinnvoll.
Ein Elternteil im Ausland geboren? Na und? Da spricht man meistens Deutsch in der Familie. Außerdem sind viele Elternteile schon als Kinder nach Deutschland gekommen. Wenn ich diese Kinder unterrichte spüre ich keinen Unterschied zu Kindern mit zwei Eltern ohne Migrationshintergrund. Die gehören für mich einfach nicht in diese Statistik rein.
Das Kriterium, dass zuhause kein Deutsch gesprochen wird, trifft noch auf eine weit höhere Zahl zu. Einschliesslich indigener Bevölkerung! Sieht man z.B. die Migration auch nach dem 2. Weltkrieg an, war der Anteil noch höher!