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Brandbrief-Schule! Ministerin stellt klar: Die (allermeisten) Schüler waren nicht das Problem

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LUDWIGSHAFEN. Ein Brandbrief von Lehrkräften machte die Karolina-Burger-Realschule plus bundesweit bekannt, die „Bild“-Zeitung erklärte sie zur „gefährlichsten Schule Deutschlands“: Polizeieinsätze und massive Probleme schienen das Bild einer Schule zu zeichnen, deren Schülerschaft außer Kontrolle geraten war. Doch nach Darstellung von Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) lag das eigentliche Problem gar nicht bei den Kindern und Jugendlichen. Entscheidend für die Krise sei vielmehr eine massive Lagerbildung innerhalb des Kollegiums gewesen. Nachdem personelle Konsequenzen gezogen wurden, soll sich die Lage zunehmend beruhigen.

Feuer gelöscht? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Die Situation an der Karolina-Burger-Realschule plus beruhigt sich nach Angaben von Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig zunehmend. Der Schulleiter der Brennpunktschule sowie zwei weitere Lehrkräfte seien mittlerweile an anderen Schulen tätig, berichtete die CDU-Politikerin im Bildungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags. Der Krankenstand der Lehrkräfte habe reduziert werden können.

Nach den Herbstferien werde die Ludwigshafener Schule von einem erfahrenen Schulleiter mitgeführt, um die Schule auf ihrem Weg zu unterstützen, kündigte die Bildungsministerin an. Dieser Schulleiter werde jeden Tag an der Halbtagsschule vor Ort sein. Der Einsatz sei bis Ende Januar nächsten Jahres geplant. Die Suche nach einer neuen dauerhaften Leitung der in die Schlagzeilen geratenen Realschule plus laufe.

Polizeieinsätze und Differenzen im Kollegium

Die Brennpunktschule geriet wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen. Als Konsequenz aus starken Differenzen im Kollegium wurden Wechsel in der Schulleitung sowie bei den Lehrkräften angeordnet. Fachleute der Schulaufsicht ADD, des Bildungsministeriums oder des pädagogischen Landesinstituts arbeiten mittlerweile täglich und unbefristet an und mit der Schule an neuen pädagogischen Konzepten.

Die Kinder und Jugendlichen seien nicht das auslösende Problem an der Brennpunktschule gewesen, betonte die Bildungsministerin. Es habe eine massive Lagerbildung im Kollegium gegeben. Knapp zwei Handvoll Schüler seien für die Vorfälle und Schwierigkeiten verantwortlich. Schritte seien deswegen eingeleitet worden.

Über verschiedene Maßnahmen wurde nach Angaben von Eiling-Hütig zusätzliches Personal für die Schule gewonnen: Sowohl um die Vertretungssituation aufgrund des Krankenstandes zu verbessern, als auch die Abschlussklassen zu stärken. Auch die multiprofessionellen Teams seien personell gestärkt worden.

Maßnahmen benötigen Zeit

Die weiteren angekündigten Maßnahmen benötigen noch mehr Zeit, erklärte die CDU-Politikerin. Dazu zähle etwa die Überarbeitung der Pausen- und Präventionsprojekte sowie interne und externe Maßnahmen zur Berufsorientierung. Außerdem soll es eine weitere «2P plus»-Gruppe geben, um die Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Alle Personen, mit denen sie bei dem Prozess gesprochen habe, hätten immer zwei identische Dinge berichtet, berichtete die Bildungsministerin: «Die Kinder und Jugendlichen an der Schule sind toll und sie mögen ihre Schule.» Alle Pläne aus dem Maßnahmenpaket würden konsequent kontinuierlich weiterverfolgt, um im Sinne der Schülerinnen und Schüler in den kommenden Monaten weitere Fortschritte zu erzielen. Die Schule brauche nun Ruhe von außen, um innen gut arbeiten zu können. News4teachers / mit Material der dpa

Karolina-Burger-Realschule plus: „Deutschlands gefährlichste Schule“ – oder vielmehr Deutschlands zerstrittenstes Kollegium?

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6 COMMENTS

  1. Es wäre wirklich schlimm, wenn nicht die allermeisten Schüler nicht das Problem wären. Nur wird man in Ludwigshafen einen signifikanten Anteil Problemschüler gehabt haben, wobei bereits drei pro Klasse einen geregelten Unterricht völlig zunichte machen können. Somit reichen schon 10-15%. Die ganzen Lernprobleme kommen aber noch oben drauf.

  2. „Ein Brandbrief von Lehrkräften machte die Karolina-Burger-Realschule plus bundesweit bekannt, die „Bild“-Zeitung erklärte sie zur „gefährlichsten Schule Deutschlands““

    Die Anführungszeichen stehen falsch.
    Bild-„Zeitung“ muss es heißen.

  3. Unterhält man sich mit Menschen, die die Schule wirklich kennen, wirken die Aussagen der Ministerin wie absoluter Hohn. Teils schwer straffällige Jugendliche gibt es dort nicht deswegen, weil man sich im Lehrerzimmer nicht einig war. Aber gut, machen wir das, was die Ministerin will: Schwamm drüber und bloß nicht mehr darüber reden. Die Schule braucht Ruhe. Der Maulkorb sitzt.

  4. Bei swr.de liest sich das schon etwas anders: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/videoueberwachung-an-der-karolina-burger-realschule-plus-100.html
    Und zu Wort kommen dort alle möglichen Menschen, aber niemand aus der Lehrerschaft….da gilt wohl der Maulkorb. Und die Lage ist alles, aber nicht wesentlich verbessert.
    Einen Schulleiter finden sie anscheinend bislang auch nicht, da muss eine kurze Abordnung bis zum Halbjahresende wohl reichen. Ausgeschrieben wurde bislang nichts, vielleicht lässt sich jemand ‚überzeugen‘, der noch was werden möchte.
    Same procedure…

    • Wenigstens Mal ein ehrlicher Artikel. Wir brauchen keine Berichte über Vorzeigeschulen, die über den Klee gelobt werden, wo Geld, Personal und Zeit ohne Ende reingepumpt wird.
      Die Realität ist anders. Ich möchte behaupten die meisten Brennpunktschulen sind ganz ähnlicher Natur.
      Hier gehen Lehrer, Schüler und alle anderen Angestellten vor die Hunde.
      Schule ist kein rechtsfreier Raum. Dieser Satz müsste transportiert und gelebt werden. Kinder die Gewalt ausüben, explizit auch verbale Gewalt, Dinge mutwillig beschädigen und immer wieder den Schulfrieden massiv stören laufen an den Schulen frei rum. „Schulpflicht“
      Wieso lassen wir uns das gefallen? Wieso müssen wir das akzeptieren? Die Zustände an den Schulen werden immer schlimmer, die Sprache und die Verhaltensweisen immer enthemmter. Es ist frustrierend und ich rate allen davon ab den Beruf zu ergreifen.
      Inzwischen ist man doch kein Lehrer mehr. Wie viel Zeit geht tatsälich mit „lehren“ drauf? Das Meiste ist doch Therapie, Sozialarbeit, Verwahrung, Dokumentation und endlose nicht fruchtende Gespräch eund Konferenzen mit sinnfreien Beschlüssen.
      Du hast jetzt zum 5. Mal einen Schüler verprügelt, deinen Lehrer H.S. genannt, das geht nicht. Dafür musst du nun nach jeder Stunde mit Benimmsmileys zum Lehrer gehen.

  5. Heute findet sich in der „Berliner Zeitung“ (2. bis 4. Oktober 2026) ein interessanter Artikel passend zum Thema.
    Überschrift: „Rotation gegen Verkrustung – Wer jahrelang auf demselben Posten sitzt, kann Teil des Problems werden. Was passiert, wenn Kontrolleure selbst wieder Verantwortung an der Schule übernehmen müssen?“

    Die drei Autoren, Rüdiger Barney, Dietmar Schewe und Uwe Schüsterl, analysieren den Zustand der Berliner Schulen, die Rolle von Schulleitungen, Bildungsverwaltung und Schulaufsicht und schreiben u. a. auch über die Berliner „Bergius-Schule“, die ebenfalls Berühmtheit durch einen Brandbrief erlangte.
    Ein Fazit, welches sie Ziehen: „Es mangelt nicht an Erkenntnissen, sondern an Konsequenzen.“

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