Start Politik Hymnenpflicht an Schulen? Lehrerverbände: Singen allein schafft keine Identität

Hymnenpflicht an Schulen? Lehrerverbände: Singen allein schafft keine Identität

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MÜNCHEN. Die CSU will bei Abschlussfeiern an Schulen bundesweit künftig Hymnen verpflichtend spielen lassen – als Zeichen von Identität und Zusammenhalt. Lehrkräfteverbände teilen das Ziel, warnen aber vor staatlichem Zwang. Statt Symbolpolitik fordern sie Zeit, Beteiligung und mehr politische Bildung. Und die SPD stellt lapidar fest: „Wirklich weiterhelfen tut das niemandem.“

Friede, Freude, Eierkuchen? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Der Beschluss fiel gleich zu Beginn des CSU-Parteitags in München – und mit großer Geschlossenheit. Einstimmig nahmen die Delegierten den Antrag A14 an, der vorsieht, bei gesellschaftlich relevanten Anlässen verpflichtend Hymnen zu spielen. Konkret sollen bei der Verleihung von Schul- und Berufsabschlüssen künftig die deutsche Nationalhymne und die Europahymne erklingen, in Bayern zusätzlich die Bayernhymne. Der Antrag war zuvor von mehr als 2.600 CSU-Mitgliedern in einer Online-Abstimmung zu einem der meistunterstützten Parteitagsanträge gewählt worden.

Nun liegt der Ball bei den CSU-Abgeordneten im Landtag und im Bundestag. Für den schulischen Bereich könnte es nach Einschätzung der Partei schnell gehen. Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Holetschek, erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, der Parteitagsbeschluss sei wichtig, man wolle ihn „schnell umsetzen“. Bayernhymne und deutsche Nationalhymne seien, so Holetschek, „ein klares Bekenntnis zu unserem Staat, unserer Gesellschaft und unseren gemeinsamen demokratischen Werten“. Es gehe darum, ein identitätsstiftendes Zeichen für die Gemeinschaft zu setzen. „Langwierige Debatten und endlose Bedenken bringen uns hier nicht weiter“, sagte der CSU-Politiker.

„Symbol der nationalen Identität, der Zusammengehörigkeit und des Patriotismus und repräsentiert die Nation, ihre Geschichte, ihre Werte und ihren Stolz“

Eingebracht worden war der Antrag von der Jungen Union. In der Begründung verweist sie auf große Sportereignisse wie den Superbowl in den USA, bei denen die Nationalhymne eine zentrale Rolle spiele. Die Hymne sei „Symbol der nationalen Identität, der Zusammengehörigkeit und des Patriotismus und repräsentiert die Nation, ihre Geschichte, ihre Werte und ihren Stolz“. Angesichts zunehmender Kinder- und Jugendgewalt sei eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls notwendig. Zudem erhoffen sich die Antragsteller mehr Patriotismus – und damit auch mehr Bewerber für die Bundeswehr. Auch die Integration insbesondere minderjähriger Asylbewerber könne „kostengünstig und ohne größeren Aufwand“ gefördert werden. Nicht zuletzt gehe es darum, „unsere Nationalsymbole nicht den rechten Randgruppen zu überlassen“.

Rückendeckung erhält die CSU dabei vom Koalitionspartner – teilweise jedenfalls. Der Vorsitzende der Freie-Wähler-Landtagsfraktion, Florian Streibl, sagte dem Bayerischen Rundfunk, jeder Versuch, sich auf die Verfassungswerte zu besinnen, sei zu begrüßen. „Einigkeit, Recht und Freiheit sind Werte, auf die wir zu Recht stolz sein können. Sich auf diese Werte bei besonderen Gelegenheiten zu besinnen, ist richtig.“

Zurückhaltender äußert sich dagegen allerdings das Kultusministerium. Dort verweist man darauf, dass es den bayerischen Schulen bislang freistehe, bei festlichen Anlässen wie Zeugnisverleihungen die Bayern- oder Deutschlandhymne zu spielen. „Das machen die Schulen auch sehr regelmäßig“, heißt es aus dem Haus von Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler). Eine gesetzliche Verpflichtung existiert bislang nicht.

Deutliche Vorbehalte kommen aus der Lehrerschaft. In einer gemeinsamen Stellungnahme äußern der Bayerische Realschullehrerverband, der Bayerische Philologenverband und der Verband der Lehrkräfte an beruflichen Schulen zwar Verständnis für die Intention des Antrags. Hinter ihm stecke „der Wunsch nach einer Wiederbelebung von integrativen, gemeinschaftsstiftenden Ritualen“, was vor dem Hintergrund einer zunehmenden gesellschaftlichen Zersplitterung nachvollziehbar sei. „Eine Debatte in diese Richtung zu starten, ist lohnens- und lobenswert“, erklären die Verbände.

„Traditionen, die über Jahrzehnte leer geworden und verloren gegangen sind, können nur schwer ‚von heute auf morgen‘ durch verpflichtende Setzungen wiederbelebt werden“

Skepsis äußern sie jedoch gegenüber dem Weg, dieses Ziel zu erreichen. „Fraglich ist jedoch der aufgezeichnete Weg, durch eine von oben gesetzte Verpflichtung, Fakten zu schaffen“, heißt es in der Stellungnahme. Rituale, die integrativ und gemeinschaftsstiftend wirken sollen, müssten die Herzen der Adressaten erreichen. „Traditionen, die über Jahrzehnte leer geworden und verloren gegangen sind, können nur schwer ‚von heute auf morgen‘ durch verpflichtende Setzungen wiederbelebt werden.“

Gewinnbringender sei es, junge Menschen einzubeziehen und mitzunehmen. Die Verbände erinnern in diesem Zusammenhang an einen Schülerwettbewerb für eine neue dritte Strophe der Bayernhymne, den die Staatsregierung 2012 ausgeschrieben hatte. Gewonnen hatten damals Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Oberschule Bad Tölz. An solchen partizipativen Ansätzen sollte aus Sicht der Verbände erneut angesetzt werden.

Auch der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband lehnt eine Verpflichtung von oben ab. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann betont zwar ausdrücklich, dass die Zielsetzung der CSU richtig sei. „Wir brauchen dringender denn je ein Wir-Gefühl“, sagte sie gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. „Gemeinschaftsgefühl, Zusammengehörigkeit, Verständigung auf gemeinsame Werte und nationale Identitäten und demokratische Identifikation – das sind alles richtige Ziele.“

Aus pädagogischer Sicht hält Fleischmann den eingeschlagenen Weg jedoch für wenig zielführend. „Um das zu erreichen, braucht es viel mehr als das Singen einer Hymne“, betont sie. Entscheidend sei die Auseinandersetzung mit dem Inhalt. „Was ist denn die Europahymne? Was wird da gesungen? Was singt man in der Bayernhymne? Was sind unsere Werte?“ Junge Menschen, so Fleischmann, bildeten Werte nicht durch Zwang und Verordnungen, sondern aus Überzeugung und gelebter Erfahrung. Schulen bräuchten deshalb einen partizipativ geprägten Alltag, in dem Schülerinnen und Schüler Verantwortung für das Miteinander übernehmen und die dahinterstehenden Werte reflektieren.

Fleischmann verweist dabei ausdrücklich auf die Lebensrealität vieler Kinder und Jugendlicher. „Es geht darum, zu fragen: ‚Was singe ich da? Welche Ideale stecken dahinter? Einigkeit, Freiheit – erlebe ich das auch so?‘ Denn was sind das für große Begriffe, wenn du diese als Mensch, der hier in Bayern lebt, als Jugendlicher und als Kind, eben gerade NICHT erlebst – sondern stattdessen Rassismus und Ausgrenzung?“ Singen könne man den Text, sagt Fleischmann, „aber verstehen muss man ihn eben auch. Dann die Haltung dahinter auch wirklich zu leben, das ist nochmal ein Riesenschritt.“

Aus Sicht des BLLV ersetzt eine Hymnenpflicht keine wirksame Demokratie- und Wertebildung. Schulen bräuchten keine engen methodischen Vorgaben, sondern Freiräume, um übergeordnete Ziele in den Mittelpunkt des Schulalltags zu rücken. „Es muss uns an den Schulen gelingen, eine wirkliche Haltung der Menschenwürde zu leben, auch des Pluralismus“, betont Fleischmann. „Dazu braucht es aber mehr als eine Verfassungsviertelstunde oder eine Verordnung, dass bei einer Feier gesungen wird. Es braucht Tiefgang in der politischen Bildung.“

Auch aus der SPD kommt Kritik. Der bayerische Landesvorsitzende Sebastian Roloff erklärt trocken im Spiegel: „Wer davon ablenken möchte, dass es auch in Bayern großen Bedarf gibt, in Schulen und Bildung zu investieren, führt solche Debatten.“ Geholfen werde damit niemandem. News4teachers 

Alle Schulen dauerhaft mit der Deutschlandfahne beflaggen!? Wie die AfD die CDU mit Symbolpolitik vor sich hertreibt

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dickebank
1 Monat zuvor

Schule ist im ausschließlichen Zuständigkeitsbereich der Bundesländer, also sollen die Bazis ihre eigene Hymne runterleiern. Bei Einigkeit sind die Bayern doch schon draußen, so dass Recht und Freiheit gar nicht mehr zum Zuge kommen müssen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank
dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Steige hoch roter Adler …” –

oder was ist in BB envogue?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Keine Ahnung. Icke bin (Wahl)Berliner, eigentlich gebürtiger “Doorwrestler), wohnte aber auch schon anderswo. Ich habe also keine feste “Bezugsgröße”. 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

TH gegen BB einzutauschen zeugt aus meiner Sicht nicht nach einer guten Entscheidung.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Mein Göttergatte ist schuld.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, ja, immer die anderen. Wann gibt’s endlich mal origineller Ausreden

Salpeter
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich fühle mich getäuscht. Da sind 12 Lieder drin. Deutschland hat 16 Bundesländer. Und bei Berlin ist ein Lied, das man inoffizielle Hymne nennt. Eine wirkliche Landeshymne hat Berlin anscheinend nicht. Ich fühle mich getäuscht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Salpeter

Sie haben Recht! Irgendetwas stimmt da nicht. Aber leider habe ich auch keine Erklärung dafür. 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Salpeter

Kannn ja nur bedeuten, dass 4 Länder keine Zeugnisse mehr ausgeben können.

Götz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ist Ihnen auf der Wiesn mal zu schlecht eingeschenkt worden, sodass Sie Bavariaphobie entwickelt haben?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Götz

Allergisch reagiere ich doch nur auf die Regionalpartei und ihre Granden sowie die bayrische Staatsregierung einschließlich ihres auf Insta essenden Kabinettchefs.

Wenn ich nach Bayern muss, dann bitte nicht weiter als nach Franken oder meinetwegen noch die Oberpfalz und Schwaben.

Realist
1 Monat zuvor

Symbolpolitik, die nichts kostet. Schon klar.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Und die nichts bringt.

dickebank
1 Monat zuvor

Zumal die Gefahr besteht, dass in einigen volksdeutschen Gebieten die erste Strophe des Liedes der Deutschen mit der Nationalhymne verwechselt werden könnte

Salpeter
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Was meinen Sie mit volksdeutschen Gebieten? Die Gegenden in Südbrasilien, wo Deutsch zweite Amtssprache ist? Oder die zwei Ortschaften in der Slowakei, in denen noch ein Großteil der Bevölkerung einen deutschen Dialekt als Verkehrssprache spricht? Oder Lusern in Oberitalien, das letzte Dorf, in dem man noch Zimbrisch spricht???

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Salpeter

Die deutsche Minderheit in Süddänemark nicht vergessen.

Küstenfuchs
1 Monat zuvor

Endlich wird das mit weitem Abstand dringendste Problem der deutschen Bildungslandschaft angegangen. Danke CSU!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

CSU = charakteristischer Söder Unfug

Salpeter
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Wenn Sie immer alle lösbaren Probleme erst nach den unlösbaren lösen wollen, werden Sie theoretisch nie irgendein Problem lösen.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Salpeter

Welches Problem ist denn mit dem Singen der Hymne gelöst?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das von Söder.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

……und nicht das Genderthema aus den Augen verlieren. Das ist das zweitwichtigste Thema in Deutschland.

Annabel
1 Monat zuvor

Singen alleine schafft keine Identität. Richtig. Aber nichts alleine schafft Identität. Es ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Das Abspielen unserer Hymne gehört dazu. Wer schämt sich denn unserer Hymne und warum? Brauchen wir dann vielleicht eine neue?

Andreas
1 Monat zuvor
Antwortet  Annabel

Sie ist unfröhlich, hochtrabend und einfach keine schöne Hymne. Hören Sie die Hymnen anderer Länder, die holen einen emotionaler ab.

Fernsehturm
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas

Hymnen sollen immer irgendwie feierlich und imposant klingen. Aber meinetwegen muss das nicht so sein.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas

Sollen wir lieber die zweite Strophe, die mit Wein, Weib und Gesang nehmen?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Halt stop, Wein ist haram, das wäre kulturunsensibel.

Die Sing-Idee ist natürlich ohnehin Quatsch.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Aus Wasser Wein zu machen, soll ja schon gelungen sein. Aber der umgekehrte Vorgang ist mir nicht geläufig. Und darüber hinaus passt Wasser nicht ins Versmaß.
Bier können wir auch nicht nehmen.
Bliebe Milch, dann ist die Hyne aber nicht laktosefrei

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutsche Milch und deutscher Sang
sollen in der Welt behalten
ihren alten schönen Klang,
um zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutsche Milch und deutscher Sang!

Also Milch geht

447
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Halt stop, “deutsche Frauen” ist:
1. Illegitime Genderzuschreibung
2. Sexistische Objektifizierung, da diese Menschen als Erfolgs- und Inspirationsobjekt dargestellt werden
3. Nationalistisch, da das willkürliche Attribut “deutsch” dazugesetzt wird, als ob dies etwas anderes als eine willkürliche Zuschreibung durch einen alten weissen cus-hetero-Mann wäre (Hoffmann von Fallersleben), der OBENDREIN noch “adelig” war.

Das geht also garnicht.

Ich schlage vor:

Sojabohne, veganer Tang,
ausweisinhabende Sojagetränke und Haftbefehls Gesang
sollen in der Welt behalten
ihren neuen diversen Klang,
um zu sozialprogressiven Gedanken begeistern
unser ganzes Leben lang.
Sojabohne, veganer Tang,
ausweisinhabende Sojagetränke und Haftbefehls Gesang!

“Alles muss man Dir immer erklären, Du Chauvi!”
*Türknall*

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Und das für den Sojaanbau der Regenwald gerodet wird, wollen Sie jetzt hymnisch rühmen? Sie sind wohl nicht bei Sinnen

Jenny
1 Monat zuvor
Antwortet  Annabel

Ich hätte es an meinem Abschluss mal toll gefunden und ich würde mir insgesamt eine positivere Einstellung zu meiner Heimat wünschen. Das Einzige, was ich über Deutschland in der Schule gelernt habe ist wie boshaft, gierig und schlecht dieses Land ist. Außer der NS-Zeit, aktuellen Umweltsünden und wie sehr Minderheiten benachteiligt werden, wurden keine anderen Themen wirklich behandelt. Da schämt man sich fast Staatsbürger zu sein. Positive Aspekte wurden konsequent vermieden.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Jenny

Aber dafür kann man sich das Land nach der offiziellen Entlassfeier wenigstens aus triftigem Grund schön Saufen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ich schrieb meine Meinung zu Flaggenappell und Hymne hinreichend oft…

Ungeachtet dessen würde es den Kindern vielleicht leichter fallen, mitzusingen, wenn die Politik nicht deren Familien kriminalisiert, als unerwünscht und Belastung bezeichnet, oder sie aus den Schulen holt um sie abzuschieben…
VIELLEICHT wollen die Politiker*innen den Kindern einen Anlass geben, sich mit Land und Hymne zu identifizieren :/

Oder es ist wieder nur ein politischer Kunstgriff, der AfD Stimme zu schenken – whatever

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ne, es ist “so ein typischer CDUler”, analog zu einem nicht so guten Gericht oder Getränk: “Puh, bin pleite… aber hab Bierdurst, gib mir mal ‘nen Turmbräu”.

Diese (normalerweise, aber nicht nur CDU-)Ideen gehen so:

1) Man nehme irgendwas scheinbar konservatives an Zeug, das…
2) … eh schon entkernt ist bzw. wo schon vorher klar ist, dass es nicht durchführbar ist und …
3) rudere bei Kritik daran als “rääächtz” nochmal fünf Schritte angsterfüllt zurück.
4) Das verkauft(e) man der Wählerschaft dann als “konservativ”.

Anwendungsbeispiele:
Taschenkontrollen, Sanktionen gegen Hartzer, Nationalgesänge in Schulen, Messerverbotszonen, sporadische Flughafenkontrollen zu den Sommerferien.

Man muss sich dabei einige ältere Personen am Stammtisch “Zur Linde” vorstellen, die (angetrunken schon nach ‘nem halbem Bier) mal “richtig auf den Tisch hauen” wollen – jedoch aufgrund ihrer eigentlichen inneren Schwäche nicht einmal dazu in der Lage sind, denn das macht Bierflecken und dann wird Moni (die Wirtin) sauer und ruft schlimmstenfalls ihre Frauen an, von denen sie dann zu Hause zum Pudel gemacht werden.

Man kann also diesem (eher witzigen) Schauspiel beruhigt beiwohnen – die machen eh nix.

Die Häufigkeit dieser Aktionen erreicht vor Landtagswahlen Höhepunkte.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Wenn das Singen der Nationlhymne gegen Jugendgewalt helfen würde, dürfte es in den USA keine School Shootings geben.

Die Billdugspoltik braucht wirklich mehr Tiefgang. Die CSU hat gezeigt, dass Tiefgang bei ihr nicht zu finden ist.

Das bayerische Abitur ist wohl doch nicht so gut. Manns “Mario und derZauberer” scheint dort unbekannt oder unverstanden zu sein.

Muxi
1 Monat zuvor

Was ist das nun wieder für ein Vorschlag?
Erst nimmt die Kanzlerin auf der Wahlparty 2013 Hermann Gröhe unsere Fahne aus der Hand, dann fährt Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin fast eine Rufschädigungskampagne gegen die Bundeswehr, und jetzt sollen die Schulen den Schaden wieder beseitigen?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

CDU halt.

Ich kann (ohne Ironie) nicht mehr erkennen, für oder gegen was die überhaupt noch stehen sollen – ausser “wir wollen Posten, gib Amt her ey.”.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Das gute ist doch, Verlautbarungen aus der CSU lassen sich nicht von Welke oder van der Horst satirisch toppen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Das macht es noch schlimmer – wovon dollen Satiriker noch leben ?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Das frag ich mich auch.

Einer
1 Monat zuvor

Wer müsste denn dann singen? Nur Lehrer? Nur verbeamtete Lehrer? Nur die Lehrer und Schüler deutscher Staatsbürgerschaft? Was ist mit doppelter Staatsbürgerschaft? Wer kontrolliert ob der deutsche Staatsbürger Schüler X auch gesungen hat?
Für so wichtige Aufgaben wird bestimmt eine A14-Stelle geschaffen

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Da kann ich mich dann gleich selbst überprüfen, klingt super.

Werde mich genau unter die Lupe nehmen!
(Immer noch besser als mitsingen zu müssen)

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Zum Abspielen der Hymne oder zum Vorsingen?
Um das singende Kollegium zu koordinieren, sind allerdings A15 fällig.
A14 gibt es für Mitarbeit bei der Zeugnisausgabe mit abschließendem Hymnengesang.

Wissenspflaster
1 Monat zuvor

Bei der Abifeier meiner Tochter nächstes Jahr würde ich sofort laut mitsingen:

Auferstanden aus Ruinen,
und der Zukunft zugewandt,
laß uns dir zum Guten dienen,…

– Passt auch auf die Melodie des Haydnschen Kaiserquartetts.
– War zwar da Hymne der DDR, aber der Text war der SED zu peinlich, so dass er nicht gesungen wurde, ist m.E. Damit ideologisch unbelastet bis rehabilitiert
– beschreibt den Zustand der Schulen und des Bildungsystems einfach treffend.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Diese Drohne hilft gerne!

Gesangsmodul aktiviert:

******************
Auferstanden aus Tabellen

Auferstanden aus Tabellen,
zwischen WLAN tot und kalt,
lass uns durch die Klassen hallen,
dass man Bildung neu gestaltet.
Alte Bücher, neue Fragen,
Zeit fehlt für Verstand und Mut,
Kinder lernen laut zu quaken,
was das Tiktok mit ihnen tut.

Zwang zum Fühli statt zum Denken,
IQB schaut uns streng ins Haus,
Talente lernt man zu verschenken,
denn wer was kann und will, der fällt hinaus.
Fördern heißt hier oft nur parken,
nach Geld, Stellenschlüssel und Vakanz,
Chancen darf man nur verlieren,
wenn das System sie nicht erkennt.

Und Elfenbeintürmler schuften durch Reformen,
jede anders, keine klar,
Von Formulare statt von Normen
träumt man nachts im Lehrerzimmer gar.
Bildung digital verkündet,
doch der Beamer bleibt heut stumm,
weil man Zukunft prima findet,
aber spart sich die Verbindung drum.

Lasst uns lehren ohne Leistung nun,
ohne Druck und ohne Test,
dass die Schule wieder wachsen kann
für jedes Kind — und nicht nur eins.
Denn wo Lernen wirklich ist,
wird aus Wissen auch Verstand,
und ein Land, das Kinder ernst nimmt,
baut sich selbst mit eigner Hand.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

So weit ich weiß, war der Grund, dass der Text nicht mehr gesungen wurde, folgende Textstelle: “… laß uns dir zum Guten dienen, Deutschland einig Vaterland...”
Warum sollte “Auferstanden aus Ruinen … ” peinlich gewesen sein? es entsprach doch den Tatsachen.
Und Ihr letzter Satz? Ist das Bildungssystem denn schon wieder “auferstanden”?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nee, der in der ersten Strophe postulierte Territorialanspruch, der im Dritten Reich wortwörtlich umgesetzt worden ist, ohne Rücksicht auf die Nachbarn. Die in der DDR besungenen Ruinen waren Folge der Bemühungen, auch wenn der Text später nicht mehr gesungen werden durfte.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Welcher Territorialanspruch in der Hymne der DDR? Weil dort von einem “einigen Deutschland” die Rede ist? Ich sehe das nicht als Territorialanspruch, eher hatte man (bis 1974, von da wurde der Text nicht mehr gesungen) noch den (Wunsch?)Traum von einem einigen, friedlichen Deutschland, ohne Mauer zwischen Ost und West.
Gerne hier nachlesen:
https://genius.com/Johannes-r-becher-auferstanden-aus-ruinen-lyrics

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

“… ideologisch unbelastet…” – wenn man sich den Text heute, nach der Wiedervereinigung ansieht … da ist tatsächlich nichts nationalistisch-revanchistisches, nichts mit Sozialismus/Kommunismus, eher Friede, Freude, Eierkuchen (bei allen Strophen). Kein “Deutschland über alles in der Welt…”
Nimmt man dagegen alle Strophen des Deutschlandliedes – das klingt schon ziemlich arrogant und anmaßend, da kann man wirklich nur noch eine Strophe singen….

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Man muss berücksichtigen, wer den Text gedichtet hat und zu welcher Zeit und warum der Text nicht auf dem Festland verfasst worden ist.
Der Grundgedanke war zu liberal und eindeutig nicht im Sinne der real existierenden Kleinstaaterei im deutsprachigen Raum.
Pervertiert wurde die Idee der Hymne, auch ohne dass das Horst-Wessel-Lied
vorangestellt worden ist, durch das Dritte Reich.

Mit “Wiedervereinigung” meinen Sie aller Voraussicht nach den Beitritt zum Geltungsbereich der Bundesbank – sorry des GG

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Vielleicht wäre es an der Zeit, mal eine neue deutsche Hymne zu kreiren? Obwohl … die britische und französische sind ja auch schon recht alt und werden immer noch gesungen…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

God “shave” the King und der Aufruf zu marschieren bis unreines Blut die Ackerfurchen tränkt. – Na, ich weiß nicht.

“Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien” geht ja auch nicht mehr seit wir euch “Brüder und Schwestern im Osten” anne Backe haben.

Kalle
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich will aber keine neue deutsche Hymne. Hitparaden haben einen anderen Sinn und folgen anderen Gesetzen.