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Autismus: Geschwister öfter betroffen als bislang bekannt

BERKELEY. Familien, in denen ein Kind von Autismus betroffen ist, unterliegen einem weitaus größeren Risiko, dass auch ein Geschwisterkind unter der Entwicklungsstörung leidet, als bislang bekannt war.  

Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der University of California, in deren Rahmen rund 700 jüngere Brüder und Schwestern von Autisten untersucht worden waren – so viele wie nie in einer Studie zuvor. Dies berichtet das US-Nachrichtenmagazin „time“. Danach liege die Wahrscheinlichkeit, dass auch die jüngeren Geschwister von Autismus betroffen sind, bei 18,7 Prozent. Bislang war die Forschung von einem Risiko zwischen drei und zehn Prozent ausgegangen.

Bei knapp einem  Drittel der Kinder, die zwei oder mehr von Autismus betroffene Geschwister hatten, wurde auch Autismus diagnostiziert.  Foto: OTH / Flickr (CC-BY-2.0)

Bei knapp einem Drittel der Kinder, die zwei oder mehr von Autismus betroffene Geschwister hatten, wurde auch Autismus diagnostiziert. Foto: OTH / Flickr (CC-BY-2.0)

Dabei stießen die Forscher auf einen deutlichen Geschlechterunterschied: Jüngere Brüder waren dreimal häufiger betroffen als jüngere Schwestern: 26,2 zu 9,1 Prozent. Bei knapp einem  Drittel der Kinder, die zwei oder mehr von Autismus betroffene Geschwister hatten, wurde auch Autismus diagnostiziert.

Weltweit gelten rund zehn Millionen Menschen als Autisten. Ihr Anteil an der Bevölkerung steigt, wobei nicht geklärt ist, ob dies in den zunehmend besseren medizinischen Diagnosemöglichkeiten oder in Umweltfaktoren begründet liegt. Genetische Ursachen spielen zweifellos eine große Rolle, aber nicht die einzige: In früheren Studien waren eineiige Zwillinge untersucht worden, bei denen ein Kind von Autismus betroffen war und das andere nicht.  Studienleiterin Sally Ozonoff, Professorin für Pädiatrie, betonte gegenüber „time“ das Gewicht der individuellen Faktoren: „Eine Wahrscheinlichkeit von 18,7 Prozent ist ein Durchschnittswert. Manche der Familien tragen ein deutlich höheres Risiko, dass auch ein Geschwisterkind betroffen ist, als andere.“

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