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Ausgezeichnet! Die stärksten Bücher für junge Leser

FRANKFURT. Die in Berlin lebendende Autorin Milena Baisch (35) hat das beste Kinderbuch des Jahres geschrieben.

Die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011, die nun im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stattfand, ist immer eine gute Gelegenheit, über die Bedeutung der Kinder- und Jugendliteratur in unserer Gesellschaft nachzudenken. In einer Bildungsgesellschaft ist es essentiell wichtig, dass Kinder schon früh mit Büchern in Berührung kommen, ja mehr noch „jedes Kind hat ein Recht auf Literatur, und die fängt mit dem Bilderbuch an“, mahnte Regina Pantos, die Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur, vor den mehr als 1000 Gästen. Sie bemängelte außerdem, dass die Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur „nicht in die Kinderseiten der Zeitungen, sondern ins Feuilleton“ gehöre.

Bekam die "Momo" für ihr Kinderbuch "Anton taucht ab": Milena Baisch. Foto:

Bekam die "Momo" für ihr Kinderbuch "Anton taucht ab": Milena Baisch. Foto: José Poblete

Wie aktuell und lebensnah Kinder- und Jugendliteratur heute ist, zeigt die Liste der preisgekrönten Titel. In diesem Jahr gingen die mit jeweils 8000 Euro dotierten Preise durchweg an deutsche Autoren. In der Sparte Bilderbuch gewann der Düsseldorfer Martin Baltscheit mit seinem Buch „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ (Bloomsbury). Hier wird das Thema Demenz in einem Bilderbuch „mit großer Sensibilität und ebenso viel Humor“, so die Jury, thematisiert. In der Kinderbuchsparte gewann mit „Anton taucht ab“ (Beltz & Gelberg) von Milena Maisch (deren Mutter Cris Baisch auch schon Kinderbücher schrieb) und der Illustratorin Elke Kusche, eine witzige Abenteuergeschichte, die vor allem für Jungen ab acht Jahren eine mitreißende Lektüre sein kann.

Die „Momo“ für das beste Jugendbuch erhielt in diesem Jahr Wolfgang Herrndorf für seinen Roman „Tschick“ (Rowohlt Berlin). Die Geschichte um zwei Freunde, die sich eines Abends einen alten Lada schnappen und auf den Weg in die Walachei machen, erinnert an Tom Sawyer und Huckleberry Finn und begeistert als spannungsreiches Roadmovie mit einem „jugendlich-authentischen Erzählton“. Der Preis wurde stellvertretend für den an Krebs erkrankten Autor von der Schriftstellerin Kathrin Passig entgegen genommen.

In der Kategorie Sachbuch gewann „Alles Familie!“ (Klett Kinderbuch Verlag) von Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl. Dieses erstaunliche Sachbilderbuch handelt nicht nur von alternativen Familienformen, es geht auch um kontroverse gesellschaftliche Themen wie Leihmutterschaft und Regenbogenfamilien und verschweigt auch nicht, dass es in Familien Streit und Gewalt geben kann.

Die unabhängige Jugendjury, die sich aus sechs Leseclubs zusammensetzt, vergab ihren Preis an den spannenden Roman „Erebos“ (Loewe) der Österreicherin Ursula Poznanski, der vom Eintauchen in die Welt der Computerspiele handelt.

Sonderpreis für den Übersetzer Tobias Scheffel

Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der die Preisstifterin, Bundesjugendministerin Kristina Schröder, vertrat, überreichte den mit 10 000 Euro dotierten Sonderpreis für das Gesamtwerk dem Übersetzer Tobias Scheffel, der mit seinen zahlreichen Übersetzungen „die französische Kinder- und Jugendliteratur bekannter gemacht hat“ – so Svenja Blume, Vorsitzende der Sonderpreisjury, in ihrer Laudatio. Scheffel hat unter anderem die beliebte Barbapapa-Reihe übersetzt.

Der Jugendliteraturpreis ist der einzige deutsche Staatspreis für Literatur und hat in jetzt mehr als 50 Jahren immer wieder großartige Bücher ausgezeichnet. Die lange Liste der Preisträger lässt sich im Archiv der offiziellen Webseite des Jugendliteraturpreises nachlesen. Michaela Braun

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