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Im G8 sind die Schüler offenbar nicht schlechter geworden

WIESBADEN. Die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur scheint keinen Leistungseinbruch mit sich zu bringen. Eine Untersuchung aus Hessen jedenfalls zeigt: Die Leistungen der Schüler des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs (G8) sind genauso gut wie die der Schüler des neunjährigen.

Im Mai dieses Jahres hatte das Hessische Kultusministerium erstmals die Leistungen von G8- und G9-Schülern in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe verglichen. Der Leistungsvergleich beruhte auf den vorliegenden Zeugnisnoten im ersten Halbjahr des Schuljahres 2010/11. Der neuerliche Leistungsvergleich für das zweite Halbjahr des Schuljahres 2010/11 bestätigt nun die Ergebnisse vom Frühjahr: Die Auswertung zeigt zwischen G8-Schülern sowie Gymnasialschülern, die eine sechsjährige Mittelstufe durchlaufen haben, nur marginale Leistungsunterschiede. Zum Teil schnitten die G8-Schüler sogar besser ab als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, die ein Jahr länger die Mittelstufe besucht haben.

Die G8-Schülerinnen und -Schüler schneiden unter anderem in den Fächern Latein, Spanisch, Mathematik, Biologie, Chemie und Physik besser ab, während die G9-Schülerinnen und Schüler zum Beispiel in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch sowie Geschichte leicht im Vorteil sind. Die fachbezogenen Unterschiede bewegen sich dabei jedoch in einem Bereich von weniger als einer Zehntel-Note im klassischen Notensystem von 1 bis 6. Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) zeigte sich erfreut: „Die Daten geben einen klaren Anhaltspunkt dafür, dass G8-Schülerinnen und -Schüler in der gymnasialen Oberstufe genauso leistungsstark sind wie die Schülerinnen und Schüler, die eine sechsjährige Mittelstufe durchlaufen haben. Ich bin daher sehr zuversichtlich, dass diese beiden Schülergruppen auch in den Abiturprüfungen der sogenannten Doppeljahrgänge 2012, 2013 und 2014 vergleichbare Leistungen erzielen werden“, sagte die Kultusministerin.

In Bayern hatte der erste G8-Abiturjahrgang mit der Durchschnittsnote 2,3 sogar leicht besser abgeschnitten als der langjährige Schnitt von 2,4 im G9. Die Zahl der Einserabiturienten sei gestiegen, verlautete aus dem Kultusministerium, allerdings auch die Zahl der Durchfaller. Die oppositionellen Grünen kritisierten, dass die Anforderungen für das G8 im ersten Durchgang erleichtert worden seien.

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