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Psychische Belastungen am Arbeitsplatz: Vorbeugen rechnet sich

DÜSSELDORF. Eine bessere Prävention gegen arbeitsbedingte psychische Belastungen könnte jährlich Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie.

Angstzustände gehören zu den häufigsten psychischen Problemen in Deutschland. Foto: cauchisavona / Flickr (CC BY 2.0)

Angstzustände gehören zu den häufigsten psychischen Problemen in Deutschland. Foto: cauchisavona / Flickr (CC BY 2.0)

Psychische Probleme seien eine wesentliche Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung, schreiben der Epidemiologe Dr. Wolfgang Bödeker vom Institut für Prävention und Gesundheitsförderung an der Uniklinik Essen und der Mathematiker Michael Friedrich vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen.  Mit Abstand am häufigsten sind Arbeitsausfälle durch gesundheitliche Einschränkungen der Kategorie „neurotische, belastungs- und somatoforme Störungen“, dazu gehören etwa Angstzustände. Auf Rang zwei folgen die „affektiven Störungen“, beispielsweise Depressionen. Wiederum mit großem Abstand folgen Suchtprobleme. Bödeker und Friedrichs verwendeten für ihre Berechnungen Daten des Statistischen Bundesamtes sowie Krankenkassenstatistiken. Lehrer gingen als Vertreter der „Sozial- und Erziehungsberufe“ in die Untersuchung mit ein.

Aus den unterschiedlichen Erkrankungsrisiken verschiedener Berufsgruppen und weiteren statistischen Informationen lässt sich den Wissenschaftlern zufolge ermitteln, welche Kosten auf Gesundheitsstörungen entfallen, die unmittelbar aus dem Berufsleben resultieren; das heißt „durch Arbeitsbedingungen ganz oder teilweise verursacht sind beziehungsweise in ihrem Verlauf ungünstig beeinflusst werden“. Die Kosten arbeitsbedingter psychischer Störungen veranschlagen die Forscher auf 7,1 Milliarden Euro jährlich. Neben den direkten Behandlungskosten beinhaltet die Zahl Kosten des Arbeitsausfalls, Krankengeldzahlungen der Krankenkassen, Kosten krankheitsbedingter Frühverrentungen und Einnahmeverluste sowie Zusatzausgaben der Rentenversicherung.

Körperliche Krankheiten können folgen

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz – etwa hoher Leistungsdruck oder geringe Entscheidungsspielräume – können sich aber nicht nur direkt in psychischen Erkrankungen äußern. Auch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, Kreislauf- sowie Magen- und Darmerkrankungen können die Folge psychisch belastender Arbeitsbedingungen sein. Bezieht man dies in die Schätzung der gesamtwirtschaftlichen Kosten ein, so ist der volkswirtschaftliche Schaden noch erheblich größer: Zusammengenommen kommen die Forscher auf rund 10 Milliarden direkte und gut 19 Milliarden Euro indirekte Kosten.

Bödeker und Friedrichs weisen darauf hin, dass Vorsorge einen Beitrag leisten kann, den wirtschaftlichen Schaden von psychischen Erkrankungen und Belastungen zu reduzieren. Zahlreiche Studien aus den USA belegten, dass sich Präventionsmaßnahmen in aller Regel auszahlen. Nach unterschiedlichen Untersuchungen erzielt ein in Gesundheitsprävention investierter Dollar Erträge zwischen zwei und zehn Dollar. (red)

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