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Unschuldiger Lehrer muss sich nach Haft erneut auf Stelle bewerben

KARLSRUHE. Ein Biologie-Lehrer, der von einer Kollegin beschuldigt worden war, sie vergewaltigt zu haben, ist vom Bundesgerichtshof in letzter Instanz freigesprochen worden. Er hat fünf Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen.

"Nichts abgespielt, was auch nur ansatzweise einer Vergewaltigung gleichkommt." Foto: Carlo Schrodt / pixelio

"Nichts abgespielt, was auch nur ansatzweise einer Vergewaltigung gleichkommt." Foto: Carlo Schrodt / pixelio

Auf seine frühere Stelle kommt der Lehrer allerdings laut „Deutscher Presse Agentur“ nicht automatisch zurück. Ihr zufolge teilte das Kultusministerium in Wiesbaden mit, dass er sich erneut bewerben müsse. Die Eignung des Lehrers für die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen sei wie bei jeder Einstellung in den hessischen Schuldienst zu prüfen, hieß es.

Der damals an einer Gesamtschule im hessischen Reichelsheim tätige Pädagoge war vor zehn Jahren schuldig gesprochen worden, seine Kollegin – eine Biologie-Lehrerin – während einer Pause im Biologie-Vorbereitungsraum geschlagen und vergewaltigt zu haben. Das Urteil: fünf Jahre Haft. Zugleich war seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet worden. Der heute 52-Jährige beteuerte stets seine Unschuld. Nachdem er seine Freiheitsstrafe vollständig verbüßt hatte, strengte er eine Wiederaufnahme des Verfahrens an. Und tatsächlich hob das Landgericht Kassel im vergangenen Jahr das ursprüngliche Urteil auf und sprach den Angeklagten frei. Der Mann sei „Opfer einer gezielten Falschaussage“ geworden, befand das Gericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge. Am angeblichen Tattag im August 2001 habe sich „nichts abgespielt, was auch nur ansatzweise mit einer Vergewaltigung zu tun haben könnte“. Das Motiv für die falsche Beschuldigung sah die Strafkammer laut Bericht darin, dass die Frau ihren Kollegen loswerden wollte, weil er ihrer Karriere im Weg stand: Sie habe anstelle des Angeklagten in der Sekundarstufe II unterrichten wollen. Die erheblichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der heute 46-Jährigen seien unter anderem durch etliche Lügengeschichten genährt worden, die sie den Ermittlern aufgetischt habe. So habe sie neben einer nicht existierenden Tochter den Tod eines angeblichen Lebensgefährten erfunden.

Gleichwohl ging die Frau als Nebenklägerin in Revision, weshalb sich nun der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigte – und den Freispruch schließlich bestätigte, „da die Nachprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler ergeben hat“.

Der Lehrer fand nach seiner Haftentlassung laut „Frankfurter Rundschau“ keine neue Anstellung und von lebte von Hartz IV. Er fordere jetzt Haftentschädigung vom Land Hessen. Der Frau, die ihn zu Unrecht hinter Gitter brachte, drohe jetzt ein Strafverfahren wegen Freiheitsberaubung. Von ihrer Arbeit als Biologie-Lehrerin in Bielefeld sei  die 46-Jährige bereits kurz nach dem Urteil des Kasseler Landgerichts suspendiert worden.

 

Ein Kommentar

  1. lol die Lehrerin wurde nur suspendiert, so eine gehört fristolos gekündigt. Hoffentlich kommt die für ihre Falschaussage ins Gefängnis !

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