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Schüler wünschen sich eine Schule wie Hogwarts

WÜRZBURG. Sie kennen sich bestens mit der Schule aus und haben doch wenig zu sagen – meinen jedenfalls die Schüler. Auf einem der größten europäischen Schülerkongresse kämpfen die bayerischen Schülervertreter deshalb für mehr Mitspracherecht.

Vorbildlich - aus Sicht der bayerischen Schülervertreter. die Zauberschule Hogwarts (hier im Freizeitpark des Filmkonzerns Universal in Orlando / Florida). Foto: Carlos Cruz  / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)  Commons

Vorbildlich - aus Sicht der bayerischen Schülervertreter. die Zauberschule Hogwarts (hier im Freizeitpark des Filmkonzerns Universal in Orlando / Florida). Foto: Carlos Cruz / Wikimedia (CC BY-SA 3.0) Commons

Von Harry Potters Zauberschule Hogwarts kann das bayerische Kultusministerium noch viel lernen. Davon sind die Gymnasiastin Katrin Öhrlein und Realschüler Luca Schmitt-Walz überzeugt. Die beiden Jugendlichen leiteten am Wochenende in Würzburg auf dem Schülerkongress «basis ’12» den Workshop «Hogwarts – eine utopische Schule?». Für sie steht fest: Praktischer Unterricht, keine überraschenden Leistungskontrollen und freie Fächerwahl – da kann sich der Freistaat durchaus eine Scheibe abschneiden. Der Workshop ist nur einer von mehr als 50 Angeboten des Schülerkongresses. Fast alle davon hatten das Ziel, konkrete Forderungen für das bayerische Kultusministerium auszuarbeiten.

Am Ende der drei arbeitsreichen Tage steht fest: Die fast 700 Schüler wollen vor allem die Abschaffung von Noten zugunsten einer individuellen schriftlichen Bewertung, mehr Mitbestimmungsrechte für Schüler auf politischer Ebene und mehr finanzielle Unterstützung für sozial schwächere Schüler. Die Vorschläge sollen demnächst bei einem Gesprächstermin an den Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) übergeben werden.

«Natürlich wird es nach dem Kongress nicht sofort die perfekte Reform geben. Das ist uns schon klar», sagt Melissa Büttner vom «basis»-Organisationsteam. Aber die Schüler hätten erneut gezeigt, dass sie für ihre Ziele kämpften. «Wir sind keine gelangweilten und resignierten Schüler. Wir werden solange Kongresse organisieren, bis wir ein Schulsystem in Bayern haben, in dem wir uns wohl fühlen.»

Dem Präsidenten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, zufolge sollten die Schüler ihre Meinungen und Wünsche besser in die politischen Planungen einbringen dürfen. Das deckt sich mit der Forderung des Kongresses, dass gewählte Schülervertreter nicht nur von der Politik angehört werden sollten. «Schule wird für Schüler gemacht», sagt er. Wenn es nach ihm ginge, müsse der Landesschülerrat (LSR) Berater der Politik werden. «Für mich wäre LSR die Abkürzung für Ludwig-Spaenle-Ratgeber.»

Auch für die 13 Jahre alte Gymnasiastin Viktoria Kitz aus Aschaffenburg ist das keine Utopie. «Die Schule kann nicht perfekt sein. Aber wenn wir uns zusammenschließen, dann werden wir gehört und es kann sich wirklich etwas ändern.» CHRISTIANE GLÄSER, dpa

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