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Zwei Jahre Anlaufstelle gegen Missbrauch: 27 500 Betroffene haben sich gemeldet

BERLIN. Bisher haben sich rund 27.500 mal Menschen an die Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt gewendet. Es habe bisher 24.000 telefonische Kontaktversuche sowie 3.500 Briefe gegeben, sagte der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes Rörig anlässlich des zweijährigen Bestehens der Anlaufstelle.

Vor zwei Jahren, am 28. Mai 2012, startete die telefonische Anlaufstelle der ehemaligen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Christine Bergmann, als zentrale und unabhängige Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt. Sie wurde eingerichtet, nachdem zahlreiche Missbrauchsfälle der letzten Jahrzehnte ans Licht gekommen waren. Ziel ist es, Betroffene zu Wort kommen zu lassen und ihre Anliegen und Forderungen in  die Arbeit des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ einfließen zu lassen.

Die Gespräche in der telefonischen Anlaufstelle, die von erfahrenen Fachkräften aus dem Bereich Therapie, Beratung oder Sozialpädagogik geführt werden, hätten eine durchschnittliche Länge von 20 Minuten, einige gingen bis zu 2 Stunden. Die meisten Anrufenden sind Betroffene, aber es melden sich auch Angehörige von Betroffenen oder Fachkräfte, die weiterführende Hilfen vor Ort oder Informationen zur Thematik suchen.
„Für viele Betroffene ist die telefonische Anlaufstelle ein wichtiger Anker, um sich erstmals einem anderen Menschen anzuvertrauen oder im Dschungel der gesetzlichen Hilfen eine erste Orientierung zu finden“, betonte Rörig, „noch immer gehen täglich rund 10 Anrufe ein, viele Betroffene rufen auch mehrmals an, sie suchen Stabilität in ihrem oft nur schwer zu bewältigenden Alltag.“

„Die Fortführung der telefonischen Anlaufstelle auch nach Ende der Amtszeit der ehemaligen Beauftragten und des Runden Tisches war eine der zentralen Forderungen von Betroffenen und ein wichtiges Signal für sie, auch weiterhin gehört zu werden“, sagte Rörig, „auch weiterhin bildet sie einen wichtigen Bestandteil meiner Arbeit und ist neben dem Jour Fixe mit Betroffeneninitiativen ein wichtiges Instrument des Austausches und des Kontaktes mit Betroffenen.“

Ein Online-Hilfeportal, das derzeit bei dem Unabhängigen Beauftragten entwickelt wird und in dessen Entwicklung auch Beratungsstellen und Betroffene einbezogen werden sollen, wird mit der telefonischen Anlaufstelle eine weitere Lotsenfunktion in der Vielzahl der Hilfesysteme übernehmen. nin

Telefonische Anlaufstelle für Betroffene: 0800 – 22 55 530 (kostenfrei)
Öffnungszeiten:
Montag 8 bis 14 Uhr
Dienstag, Mittwoch, Freitag 16 bis 22 Uhr
Sonntag 14 bis 20 Uhr

(27.5.2012)

 

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