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Kirche und Staat streiten um Schulen – Mädchenschule schließt

MURNAU/SCHLEHDORF. Künftig dürfen auch Mädchen die Knabenrealschule in Murnau besuchen. Die Kirche macht dafür die Mädchenrealschule im nahen Schlehdorf dicht. Damit endet ein monatelanger Streit zwischen Kirche und Staat.

Die Erzdiözese München-Freising hat den monatelangen Streit der katholischen Kirche mit dem Freistaat Bayern um zwei Schulen in Oberbayern beendet: Sie macht ihre Mädchenrealschule in Schlehdorf nahe dem Kochelsee dicht. Damit reagierte die Kirche am Mittwoch auf die Entscheidung des Kultusministeriums, die staatliche Knabenrealschule im nahen Murnau am Staffelsee für Mädchen zu öffnen. Der Streit hatte nicht nur in der Region die Gemüter erhitzt. Mehrfach hatte die Kirchenleitung davor gewarnt, die Murnauer Schule für Mädchen zu öffnen. Dies gefährde die Existenz ihrer Schule.

Das Kultusministerium begründete die Öffnung seiner Knabenrealschule in Murnau für Mädchen zum Schuljahr 2013/2014 mit dem vielfachen Wunsch von Eltern und der politischen Gremien im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Vereinzelt hatten schon bisher Mädchen die Bubenschule besucht.

«Wir nehmen die Entscheidung des Kultusministeriums mit großem Bedauern zur Kenntnis», sagte die Bildungschefin im Erzbischöflichen Ordinariat, Sandra Krump. «Es fällt uns sehr schwer, einen traditionsreichen und erfolgreichen kirchlichen Bildungsstandort wie Schlehdorf aufzugeben.» Allerdings endet der Betrieb in Schlehdorf erst nach Ende des Schuljahres 2017/2018. Derzeit besuchen etwa 400 Mädchen die Schule.

Die Erzdiözese wird stattdessen in Garmisch-Partenkirchen eine Fachoberschule gründen – mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 und im Verbund mit den dort bestehenden St.-Irmengard-Schulen – einem Gymnasium und einer Realschule. Diese Kombination bei einem Träger und unter einem Dach habe in Bayern Modellcharakter, sagte Krump. dpa

(11.7.2012)

Ein Kommentar

  1. Dr. Eckhard Schrickel

    Ein Skandal 1. Ranges. Man schließt eine fast 60 Jahre lang bestehende Schule mit höchster Qualität. Um gleichzeitig eine neue zu eröffnen? Das darf nicht wahr sein. Wir, Eltern und Schülerinnen, werden solange dagegen protestieren, bis diese schwachsinnige Entscheidung rückgängig gemacht wird.

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