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Bayern: Lehrer sollen Schüler nach G8-Reform als Mentoren begleiten

MÜNCHEN. Die Reform des achtjährigen Gymnasiums soll gestresste Schüler entlasten: Kultusminister Spaenle verspricht eine Entschleunigung durch das geplante freiwillige Zusatzjahr in der Mittelstufe. Die SPD kritisierte eine fehlende pädagogische Neuorientierung.

Schüler sollen von einer Lehrkraft als Mentor begleitet werden findet Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).  Foto: Michael Lucan / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Schüler sollen von einer Lehrkraft als Mentor begleitet werden findet Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Foto: Michael Lucan / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Die Lehrer an den bayerischen Gymnasien sollen ihre Schüler auf dem Weg zum Abitur künftig enger betreuen und beraten. «Schüler sollen von einer Lehrkraft als Mentor begleitet werden», sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU)  in München bei der Vorstellung der Reformpläne für das achtjährige Gymnasium (G8). Ziel sei es, stärker auf das individuelle Lerntempo der Schüler einzugehen und Förderstrategien zu entwicklen. Wie die Rolle des Lehrers als Mentor genau aussehen soll, werde noch ausgearbeitet.

Nach langem Streit hatten sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), sein Vize Martin Zeil (FDP), die Bildungspolitiker von CSU und FDP sowie Vertreter von Lehrern, Eltern und Schülern am Montagabend mit Spaenle geeinigt, dass ein zusätzliches Flexibilisierungsjahr eingeführt sowie Unterrichtsausfall und Lehrplan reduziert werden sollen.

Das geplante freiwillige Zusatzjahr in der Mittelstufe sieht Spaenle als wichtigen Baustein bei der Reform des Gymnasiums an. «Wir wollen mit den beschlossenen Maßnahmen den einzelnen Schüler entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse noch besser auf das Abitur vorbereiten.» Den Grünen im Landtag geht das nicht weit genug. «Wenn die Lehrpläne der Oberstufe geändert werden, dann muss auch das Abitur entsprechend angepasst werden, ansonsten bestimmt dieses wieder den Lehrstoff», sagte der schulpolitische Sprecher, Thomas Gehring.

Die SPD kritisierte Spaenles Aussagen als «Worthülsen ohne pädagogische Neuorientierung». Von einem zeitgemäßen Konzept zu sprechen, in dem der Weg der einzelnen Schüler im Mittelpunkt stehe, sei eine bewusste Irreführung, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll. «Die hohe Belastung der Schüler in der Unter- und Mittelstufe bleibt für die übergroße Zahl der Schüler erhalten.»

Spaenle sagte, das Flexibilisierungjahr biete nicht nur für schwache, sondern auch für starke Schüler Chancen: Sie könnten es für ein Auslandsjahr oder ein Frühstudium nutzen. «Das sind natürlich keine Kompanien, die das machen», räumte er ein. Wie viele Schüler insgesamt von der Möglichkeit Gebrauch machen werden, freiwillig ein neuntes Jahr einzulegen, sei noch nicht absehbar.

Der Stoff an den Gymnasien soll in 11 von 25 Fächern entschlackt werden, darunter Geschichte, Informatik, Latein und Biologie. Die neuen Lehrpläne veröffentlicht das Kultusministerium im Internet, um die Änderungen transparent zu machen. Die Schüler Union mahnte behutsame Kürzungen des Lehrplans an. «Die Qualität der Bildung an bayerischen Gymnasien darf darunter nicht leiden», sagte der Landesvorsitzende Matthias Meier. dpa

(1.8.2012)

Ein Kommentar

  1. Vor allem sollten mal die Lehrpläne deutlich entschlackt werden. Neben einem eher kleinen Pflichtteil für alle, sollte der Rest variabel und auch weglassbar sein.

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