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Wende will weniger private Nachhilfe

FLENSBURG. Private Nachhilfe benachteilige sozial schwache Schüler, sagt Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos). Jetzt soll die Gemeinschaftsschule helfen, die Zusatzstunden zu verringern.

Waltraud Wende ist gegen private Nachhilfe. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Waltraud Wende findet private Nachhilfe ungerechr. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Private Nachhilfe lehne sie ab, diese bevorteile nur die Schüler reicher Eltern, sagte Wende der Zeitung «Schleswig-Holstein am Sonntag». Insgesamt 57,2 Millionen Euro geben Eltern nach Recherchen der Zeitung im nördlichsten Bundesland pro Jahr für Nachhilfestunden ihrer Kinder aus. «Zu viel», sagte Wende. Bei der Gemeinschaftsschule sieht die Ministerin durch die Möglichkeit, Schüler mit unterschiedlichen Leistungsstärken in unterschiedlichen Kursen individuell zu fördern, beste Chancen, die notwendige Nachhilfe bereits in der Schule zu leisten. Zudem glaube die Bildungspolitikerin, dass Kinder durch die von den Eltern organisierte Nachhilfe zu früh unter Leistungsdruck gesetzt würden, schreibt die Zeitung. dpa

(22.9.2012)

2 Kommentare

  1. Es stimmt. Private Nachhilfe benachteiligt Kinder aus sozial schwachen Familien, die sich eine private Nachhilfe nicht leisten können. So wird die Kluft zwischen Arm und Reich weiter verschärft und die Tendenz, dass Kinder aus sozial schwachen Familien zu Erwachsenen in sozial schwachen Familien werden. Eine Maßnahme wäre vielleicht, an allen Schulen Förderunterricht zu organisieren, an denen alle Kinder teilnehmen können (ggf. auch müssen). Eine andere Maßnahme wäre, die Lehrpläne so zu entrümpeln, dass ein Drittel der Unterrichtszeit für Üben, Wiederholen und auch mal fürs „Verweilen“ (bei einer interessanten Sache) bleibt. Jetzt ist das Gegenteil der Fall. Lernpsychologisch völlig kontraproduktiv „rase“ ich durch den Lehrplan und kürze, kürze, kürze – weil Eltern und Schulleitung mich irgendwann fragen, warum ich dieses oder jenes Thema nicht geschafft habe. Es steht doch im Lehrplan. Es muss doch geschafft werden.

  2. Das Problem ist doch nicht die private Nachhilfe an sich, sondern die fehlenden Zugangsmöglichkeiten für die Kinder aus den einkommensschwachen Familien. (Wer da eigentlich sozial schwach lassen wir mal offen).
    Die privat stattfindende Nachhilfe ist momentan doch allemal effektiver für die Schülerinnen und Schüler. Sie findet verlässlich in Kleinstgruppen statt (keine ständigen Ausflüge, Schilftage, Lehrerfortbildungen, Konferrenztage, Prüfungswochen, Sportfeste etc., welche die Stundenzahl je Fach und Halbjahr, auch für evtl. Förderkurse, zu minimieren versuchen und jeglichen Fluß bei der Wissensvermittlung unterbrechen) und holt die Kinder wirklich da ab, wo sie stehen und gibt dieses nicht nur vor, wie es die Schulen durch die von den Bildungspolitikern und -behörden verordneten, alibihaften, sog. individuellen Lern- und Förderplänen tun müssen.
    Komisch ist auch, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Stunden in jedem Halbjahr bekannt ist. Man weiß doch, ob Klassenreisen etc. anstehen. Ein vernünftiger Ablaufplan, der den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Halbjahres ausgeteilt wird, macht jedem klar, wann was statt findet und Schüler und Eltern sehen selber, warum evtl. mal etwas Gas gegeben werden muss. (Kann man mal was von den privaten Trägern der Erwachsenenbildung lernen. Auch der Vorschlag an die Schulleitung, die Lehrerversammlung vom Mittwoch ab der 5.Stunde vielleicht doch auf einen der Randtage der Herbstferien zu legen oder, wie andere Arbeitnehmer auch, mal einen Sonnabend zum Arbeitstag zu machen, würde die Lage für den Unterricht doch sehr entspannen. Da zeigt sich dann auch sehr schnell, welche Besprechung und Fachtagung dann eigentlich auch gar nicht mehr so wichtig ist oder zumindest stark verkürzt werden kann.

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