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Microsoft-Chef Ballmer will deutsche Grundschulen erobern

BERLIN. Laut einer vom US-Giganten Microsoft in Auftrag gegebenen Umfrage beklagen sich die meisten Lehrer in Deutschland über die schlechte Sprachkompetenz ihrer Grundschüler. Microsoft will das ändern – mit einer neu aufbereiteten Software für Kindergärten und Grundschulen.

"Heute können Kinder und Erwachsene an Kursen aller Art online teilnehmen, die niemals in ihrem kleinen Ort angeboten worden wären": Microsoft-Chef Steve Ballmer. Foto: Microsoft Sweden / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

„Heute können Kinder und Erwachsene an Kursen aller Art online teilnehmen, die niemals in ihrem kleinen Ort angeboten worden wären“: Microsoft-Chef Steve Ballmer. Foto: Microsoft Sweden / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

«Wir wollen den Kindern dabei helfen, sich in die neuen Technologien und ihre wundervollen Möglichkeiten zu verlieben», sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer zur Vorstellung. «Die Zeiten sind endgültig vorbei, als Geografie und Sprache dem Lernen enge Grenzen gesetzt hat.» Als Beispiel nannte Ballmer den US-Staat Alabama. Dieser sei der ärmste Staat in den USA. Vor einigen Jahren habe die Verwaltung auf Online-Ausbildung im ganzen Land gesetzt. «Heute können Kinder und Erwachsene an Kursen aller Art online teilnehmen, die niemals in ihrem kleinen Ort angeboten worden wären», sagte Ballmer.

«Nur jeder fünfte Lehrer in Deutschland bewertet die Sprache seiner Schüler mit gut», sagte Christian Illek, neuer Chef von Microsoft Deutschland. Fast ein Drittel der Befragten schätzt der Umfrage zufolge die sprachlichen Fähigkeiten ihrer Schüler als ausreichend oder mangelhaft ein.

„Sprache ist der entscheidende Faktor“

Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern und Kinder mit Migrationshintergrund schneiden aus der Sicht der Lehrer noch weit schlechter ab. 90 beziehungsweise 74 Prozent von ihnen halten demnach deren Deutschkenntnisse für schlechter als die ihrer Mitschüler. 85 Prozent der Lehrer wünschten sich deshalb mehr Förderung bereits im Vorschulalter. Rund die Hälfte glaubt, dass sich die Sprachkompetenz durch spezielle Lernsoftware verbessern lasse.

«Sprache ist der entscheidende Faktor in der Entwicklung und Ausbildung», sagte Staatsministerin Maria Böhmer (CDU). «Wer da nicht mithalten kann, ist nur Zaungast.» Im Einsatz der «Schlaumäuse»-Software habe sie wiederholt gesehen, mit welcher Begeisterung Kinder tatsächlich Deutsch lernen wollen. «Und früh zu lernen, ist das A und O», sagte Böhmer. Vor allem in eingewanderten Familien könne mit solchen Angeboten viel bewegt werden. Es müssten aber auch die Eltern mit einbezogen werden.

Das Projekt der «Schlaumäuse» verfolgt Microsoft seit 2003 und hat die Software sowie die Weiterbildungsangebote für Erzieher kontinuierlich fortentwickelt. Inzwischen sei die Lernsoftware in rund 20 Prozent der Kindergärten im Einsatz. «Bis zu 90 Prozent der Erzieher sagen, dass sich die Sprachfähigkeit der Kinder mit der Software deutlich verbessert hat», sagte Illek.

„Wir leben in einer wissensbasierten Gesellschaft“

«Wir leben in einer wissensbasierten Gesellschaft», sagt Illek. Die IT gewinnt da immer mehr an Bedeutung.» Die interaktive Sprachlernsoftware «Schlaumäuse» will Microsoft jetzt in der neuen Version für Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 speziell auch für die frühkindliche Bildung gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft etablieren. «Wir wollen den Umgang mit Medien und Technologie vermitteln und gezielte Nachwuchsförderung betreiben», sagte Illek.

«Das alles machen wir natürlich nicht völlig uneigennützig», sagte Illek. «Als IT-Unternehmen sind wir darauf angewiesen, dass wir gut ausgebildete Fachkräfte bekommen.» Die Software kann kostenlos von Grundschulen und Kindergärten genutzt werden. dpa
(8.11.2012)

Hier gibt es die Software.

 

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