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Der tägliche Kampf: Lehrer ist einer der stressigsten Berufe

MÜNCHEN/BERLIN. Stress am Arbeitsplatz kennt vermutlich jeder Arbeitnehmer. Wen trifft es aber am härtesten? Einer Studie der DGB-Studie zufolge sind das neben den Bauarbeitern besonders die Lehrer. 

Rund 16 Prozent der Lehrer kommen zu der Einschätzung, dass ihre Kraft und Gesundheit nicht ausreichen wird, um den Beruf bis zum gesetzlichen Pensionsalter ausüben zu können. Foto. Gerd Altmann / pixelio.de

Kein Blackberry, aber viel Arbeit zu Hause, Zeitdruck und große Verantwortung: Lehrer gehören zu den Arbeitnehmern, die am meisten unter Druck stehen. Foto. Gerd Altmann/pixelio.de (CC BY 2.0)

Wenn das Telefon mal wieder klingelt, das Blackberry surrt, der Computer den Empfang neuer EMails notiert – spätestens dann spüren die meisten Arbeitnehmer Druck, Stress und die zunehmende Belastung im Berufsleben. Rund 56 Prozent von knapp 5000 befragten Beschäftigten fühlten sich 2012 starker bis sehr starker Arbeitshetze ausgesetzt. Das waren im Vergleich zum Vorjahr vier Prozentpunkte mehr. Etwa 80 Prozent der Arbeiter klagten, von ihnen würde mehr Leistung gefordert. Eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ergibt, dass unter psychischem Druck auch Berufsgruppen wie Bäckerinnen und Metallarbeiter zunehmend leiden.

Zwei Drittel der befragten Lehrer leiden unter Zeitdruck

Stress gibt es danach in allen Bereichen der Arbeitswelt: In keiner Branche lagen die Werte niedriger als 46 Prozent, bei den Vorgesetzten gaben sogar 64 Prozent an, sich durch die Belastungen am Arbeitsplatz unter Druck gesetzt zu fühlen. Besonders weit verbreitet ist der Stress bei Bauarbeitern und Lehrern: Zwei Drittel von ihnen leiden der Studie zufolge unter Zeitdruck und fühlen sich gehetzt. Verhältnismäßig entspannt sind Händler (29 Prozent) und Beschäftigte im Öffentlichen Dienst (36).

Arbeitbelastung wächst nicht mit zunehmenden Einkommen

44 Prozent der Beschäftigten fühlen sich sehr häufig oder oft nach der Arbeit „leer und ausgebrannt“. Dort, wo die Arbeitsintensität gestiegen ist, fühlen sich sogar 71 Prozent der Befragten ausgebrannt – unter den gehetzt Arbeitenden sind es sogar 75 Prozent. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte dazu: „Die Index-Zahlen lesen sich wie ein Alarmsignal der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Botschaft ist eindeutig: Der Druck am Arbeitsplatz nimmt zu, doch es wird zuwenig dagegen getan.“

Buntenbach macht vor allem die Arbeitgeber verantwortlich. Sie kämen ihrer gesetzlichen Pflicht, für besseren Gesundheitsschutz zu sorgen, nicht nach. Der Studie zufolge fragten die Chefs nur neun Prozent der Beschäftigten, welchen psychischen Stressfaktoren sie sich am Arbeitsplatz ausgesetzt sehen. News4teachers

(19.01.2013)

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