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Lehrer machen gegen schlechte Erziehung mobil

MAINZ. Schüler, die aufgrund fehlender sozialer Kompetenzen oft verhaltensauffällig werden, gefährden zunehmend den Lernerfolg ihrer Mitschüler – meint jedenfalls der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR). Er hat deshalb jetzt in Rheinland-Pfalz einen Runden Tisch initiiert, der für eine bessere Erziehung einsetzen soll. Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht die Arbeit von Lehrkräften durch eine „grenzenlose pädagogische Gleichgültigkeit der Erziehungsberechtigten“ zunehmend belastet.

Kinder können ganz schön laut sein - auch im Unterricht. Foto: Greg Westfall / flickr (CC BY 2.0)

Kinder können ganz schön laut sein – auch im Unterricht. Foto: Greg Westfall / flickr (CC BY 2.0)

„Lehren und unterrichten in der Gruppe kann man nur, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden“, meint der rheinland-pfälzische VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst. An dem Runden Tisch, zu dem der VDR gemeinsam mit der Landeselternschaft einlädt, sollen Ideen und Konzepte entwickelt werden, um eine funktionierende Erziehungspartnerschaft in Form von Netzwerken zu implementieren. Mit im Boot sind der Landeselternbeirat, die Lehrerverbände, die Landesschülervertretung, das Bildungs- und Jugendministerium sowie das Pädagogische Landesinstitut. Es sei dringend geboten, einen Dialog über Erziehungsziele im Elternhaus und in der Schule zu führen, sagt Karst.

„Wir können es uns nicht länger leisten, dass wertvolle Unterrichtszeit zu häufig durch permanentes Konfliktschlichten und Ermahnen verlorengeht. Wenn das nur fünf Minuten in jeder Unterrichtsstunde betrifft, fallen elf Prozent des Unterrichts aus. Dagegen ist das viel diskutierte strukturelle Unterrichtsdefizit vergleichsweise unbedeutend“, stellt VDR-Sprecher Wolfgang Häring fest. Es müsse in der Gesellschaft wieder ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass an allererster Stelle Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich seien. Und dass Schule Zeitressourcen brauche, um die wachsende Zahl von therapeutischen Gesprächen mit einzelnen Schülern sowie den konstruktiven Dialog mit den Eltern zu bewältigen.

Der VBE schlägt in die gleiche Kerbe. „Völlig kostenneutral im Sinne eines besseren Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Lehrer ließe sich Stress in der Schule spürbar abbauen, wenn Kinder wieder besser oder überhaupt von Eltern erzogen werden würden“, meint der baden-württembergische Landesvorsitzende Gerhard Brand mit Blick auf eine unlängst erschienene Studie des DGB, nach der Lehrer neben Bauarbeitern den stressigsten Beruf ausüben. Eine grenzenlose pädagogische Gleichgültigkeit der Erziehungsberechtigten und eine permanente mediale Reizüberflutung machen Lehrern und Schülern laut Brand die Arbeit im Unterricht unnötig schwer.

Lehrer müssten daher, bevor sie ihren eigentlichen Bildungsauftrag wahrnehmen können, erst einmal Basis-Erziehungsarbeit leisten, damit Unterricht überhaupt stattfinden und gelingen kann. „Dieser täglich Spagat zwischen dem eigenen hohen Anspruch an sich selbst und an einen effektiven Unterricht und der vorgefundenen Realität ist Stress pur und macht den Pädagogen das Leben unnötig schwer und sie letztendlich krank“, meint Brand. News4teachers

(12.2.2013)

Zum Bericht: „Nena mag das Wort Erziehung nicht“

51 Kommentare

  1. Eine notwendige und längst überfällige Forderung!

    Meine Beobachtung als Grundschullehrer ist, dass es längst nicht nur die diejenigen Kinder aus sozial schwächeren Schichten sind, die den Unterricht stören. Mitnichten haben diese Kinder auch alle ADHS. Wir müssen als Gesellschaft wieder zu mehr Erziehung zurückkehren! Man stößt regelmäßig als Lehrer an seine methodisch-didaktischen Grenzen, wenn man versucht, den Unterricht um störende Schüler und Schülerinnen „herumzubauen“.

  2. Herr Kollege, da müssen Sie doch individuell mit umgehen, würde Ihnen jetzt die „progressive“ Pädagogenschar entgegnen, schmunzel.
    Sie haben natürlich vollkommen Recht. Aber was soll das, jetzt mehr Erziehungsarbeit von den Eltern einzufordern, wo doch der Staat inzwischen dabei ist, den Eltern ihre Kinder schon als Baby wegzunehmen? Unweigerlich fühlen sich da doch immer weniger Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Es entsteht dann natürlich die Haltung: „Der Staat wird’s schon richten.“

  3. Ihnen beiden, André T. und „mehrnachdenken“ schließe ich mich mit meiner Meinung an, wobei ich „mehrnachdenken“ recht gebe, dass wir vorsichtig sein sollten mit unserer Kritik an den Eltern, weil der Staat sich nur zu gern des Nachwuchses schon kurz nach der Geburt annimmt.
    Wollen wir diesen weiteren Schritt in den Sozialismus?

    • was heißt hier Sozialismus!!? Ahnung von der Bildung damals?!! nur so viel, da war das Verhältnis umgekehrt- ganz wenige die mehr Pillen als Frühstück zu sich nahmen und ganz wenig von denen , die heute den Unterricht kaputt machen, Pillen um ADHS in den griff zu bekommen, gab es nicht oder nur selten, heute sind die selten , die diese Pillen nicht brauchen!!

    • Sehr geehrter Wetterfrosch, wenn es dann wieder Schulen gibt, in denen Kinder auch was lernen können und man sich als Lehrer nicht teilweise seiner eigenen Haut erwehren muss, dann bin ich eindeutig für den Sozialismus.

      Zumindest im Schulsystem scheint mir die ehemalige DDR dem heutigen Westen weit weit voraus. Ich kann auch nicht behaupten, dass eine frühe Erziehung im Kindergarten sich negativ auf die Grunderziehung ausgewirkt hätte. Dagegen stelle ich fest, dass mir heute auffällt, wenn Kinder noch erzogen sind, so gewohnt bin ich es bereits, dass Kinder gänzlich unerzogen sind.

      • Mit dem meisten, was Sie sagen, stimme ich überein, allerdings nicht mit der sozialistischen Erziehung.
        Sie dürfen nicht vergessen, dass es vor Jahrzehnten mit den Schulen und Schülern in der BRD noch weitaus besser aussah als heute. Man kann also den Verfall in Erziehung und schulischer Leistung von heute nicht mit DDR-Zeiten vergleichen.
        Inzwischen haben sich bei uns in immer größerem Eiltempo Reformen ausgewirkt, die auf Grund eines undifferenzierten Fortschrittsglaubens bewährtes Erfahrungswissen, das uns mehr und mehr fehlt, als altmodisch oder gar „mittelalterlich“ aus dem Rennen warfen.
        Sie, Nox, haben mehrere Kommentare abgegeben, die mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Nur weiter so!

  4. Das, geschätzter wetterfrosch, heißt dann „moderne“ Familienpolitik, stark vorangetrieben von der jetzigen Regierung und ihrer ehemaligen Familienministerin v. d. Leyen. Mit dem geplanten Betreuungsgeld kommen CDU/FDP der CSU nur entgegen – wobei, bei der FDP weiß niemand so genau, was sie in dieser Frage eigentlich will. An der familienpolitischen Ausrichtung der jetzigen Regierung ändert das aber nichts.

  5. Als Lehrer an einer Grundschule kann ich das nur bestätigen: 50% meiner Arbeit ist Erziehungsarbeit. Aber das ist dann eben so und gehört zu meinem Beruf. Bisher meine ich das ganz gut hinzubekommen, allerdings ziehen auch meine Eltern mit. Das ist das A und O!!! Wie man jetzt erreichen will, dass Eltern, die ihren Erziehungsauftrag vernachlässigen oder einfach ganz anders sehen als wir Lehrer, wieder mehr erziehen, will mich nicht in den Sinn. Will man sie bestrafen, wenn sie es nicht tun? Es ist eben zu einem Großteil Aufgabe der Lehrer, Kinder „gesellschaftsfähig“ zu machen und dazu gehört, dass Lehrer gegenüber Schülern auch bestimmte Sanktionsmöglichkeiten haben und konsequent anwenden. Heutzutage ist es ja oft umgekehrt und Kinder (selbst an der Grundschule) sagen den Lehrern, sie würden es ihren Eltern sagen und dann bekämen die Lehrer Ärger. Da liegt der Hund begraben, meine ich.

    • Lieber Sofawolf,

      in erster Linie ist es Aufgabe der Eltern, Kinder zu erziehen und nur, weil sich das Problem in die Schulen verlagert, wird es nicht mehr die Aufgabe von Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern. Es ist ein Verrat am Kind, wenn man die Erziehung 6 Jahre schleifen lässt und dann die nächsten Jahre damit zubringt, den schwarzen Peter den Lehrern zuzuschieben. Im Grundschulbereich mögen Sonnenhefte, Klebebilder etc. noch eine gewisse Zeit funktionieren, aber bei Schülern die 14 und älter sind, eben nicht mehr. Wenn die Eltern nicht mitziehen, dann haben die schlimmsten Rabauken eine Karriere vor sich, die von Schulwechseln, Klassenkonferenzen, Ritalin, außerschulischen Maßnahmen, evtl. Schulbegleitung etc. gesäumt ist, um am Ende mit einem gesellschaftlich wenig anerkannten Zeugnis dazustehen und im Grunde in keinem Betrieb tragbar zu sein.

      Erziehung gehört in die Hand der Eltern. Sie haben die Verantwortung für ein Kind auf sich genommen und haben diese auch zu erfüllen. Kein Lehrer dieser Welt kann mit den wenigen Mitteln, die ihm zurVerfügung stehen allein eine Klasse „erziehen“, wenn auch nur 3 Rabauken dazwischen sind. Ich bin nicht bereit, Eltern diese Verantwortung an Lehrer abgeben zu lassen und stehe auf dem Standpunkt, wenn Eltern und Kinder nicht mitziehen, dass sich Schulen vollkommen zu Recht von Schülern verabschieden dürfen.

  6. Lieber Sofawolf, in meiner ehem. Referendariatsschule war es ähnlich wie Sie es beschreiben – ländlicher Raum, relativ kleine Klassen (20-23 Schüler). In der Stadtschule, in der ich heute arbeite, sieht es leider anders aus. Es gibt Viertklässler, die das ganze Repertoire an renitentem Verhalten vorzuweisen haben. Im Grunde reicht ein einziger dieser Schüler aus, um die Klasse „durcheinander zu wirbeln“ und die Stunde zu „torpedieren“. Gutes Zureden, Strafarbeiten und Elterngespräche hatten bei solchen Schülern bisher selten Erfolg. Leider ist es auch nicht möglich, jeden Unterrichtsgegenstand so aufzubereiten, dass er IMMER für ALLE Schüler motivierend ist. So etwas ist eine pädagogische Illusion. Manchmal fühle ich mich schon eher wie ein Animateur und nicht wie ein Lehrer.

  7. Mehr Erziehung, ja. Der Staat nimmt den Eltern nicht die kleinen Kinder weg.In der Kinderkrippe lernen die kleinen rechtzeitig soziale Kompetenzen und dass sich nicht die ganze Welt nur um den einen dreht.Es sind oft gerade die Kinder, die zuhause verwöhnt werden und deren Bedürfnisse über allem anderen stehen – bis sie zur Schule kommen, die dann gar nicht verstehen, wieso sie sich einer allgemeinen Norm unterordnen sollen. Ich leite letzt eine 5.Klasse und so viel Undiszipliniertheit ist mir in 30 Jahren nicht – in der Altersstufe- vorgekommen. Tatsächlich wissen die Kinder, dass die Eltern sie notfalls aus allem rausboxen, wenn sie „Mist“ bauen und dann ist es die Inkompetenz des Lehrers gewesen. Leider wird unsere Arbeit von Eltern wenig unterstützt und oft boykottiert.

  8. @ mirdochpiepegal

    „Mehr Erziehung, ja. Der Staat nimmt den Eltern nicht die kleinen Kinder weg.In der Kinderkrippe lernen die kleinen rechtzeitig soziale Kompetenzen und dass sich nicht die ganze Welt nur um den einen dreht.“

    In Deutschland gehen doch fast alle Kinder ab dem 3. Lebensjahr in einen Kindergarten. Wenn dort so „toll“ gerabeitet würde, wie Sie es darstellen, kann ich nicht verstehen, dass es in Ihrer 5. Klasse so viele „undisziplinierte“ Kinder gibt. Was läuft da denn schief?
    Natürlich versuchen die linken Parteien den Eltern einzureden, bereits Babys seien am besten in einer Kita aufgehoben. Das mag ja für Kinder aus vollkommen desolaten Elternhäusern stimmen, aber doch nicht für die Masse. Sehr seriöse Studien von anerkannten Experten, die nämlich die hohe Bedeutung der Eltern für eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder in den ersten Lebensjahren betonen oder bestürzende Berichte von Therapeuten werden einfach nicht zur Kenntnis genommen.
    Nach Ihrem Nickename ist Ihnen alles egal. Dennoch melden Sie sich hier. Das verstehe ich nicht.

    • Damit Sie es besser verstehen: die Suche nach einem „Nickname“ war mir bei der Anmeldung „piepegal“. Das heißt nicht, dass mir sonst alles egal ist. Darf man sich hier nur zu Wort melden, wenn man eine /Ihre Meinung vertritt? Die ist übrigens sehr von Vorurteilen behaftet: desolate Elternhäuser. Es gibt Eltern, die arbeiten wollen oder müssen. Und da finde ich Kindereinrichtungen gut. Und ich würde hier die linken oder rechten Parteien rauslassen.

      • @ mirdochpiepegal
        Gut, jetzt verstehe ich Ihr Pseudonym.
        Was soll jetzt aber in gleichem Atemzug Ihr kleiner „Seitenhieb“? Ich habe evtl. in manchen Punkten eine andere Meinung als Sie. Das jedoch mit „Vorurteilen“ gleichzusetzen, dient m.E. nicht der Sache.
        Unterschiedliche Meinungen können zu recht lebendigen Diskussionen führen, wenn sie sachlich bleiben.

    • Ebenso gibt es Statistiken, die belegen, dass Kinder aus Elternhäusern ohne arbeitetende Mutter beim Einschulungstest schlechter abschneiden.

  9. Endlich spricht es ein Lehrerverband mal aus, was von politischer Seite gerne ignoriert wird. Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Dilemma, wo der respektvolle Umgang miteinander verloren geht.
    Wir als Gesellschaft müssen uns hinterfragen, wie wir in Zukunft miteinander leben und aufwachsen wollen. Und, welche Handlungsmöglichkeiten wir Erziehern, Lehrern und Bildungseinrichtungen geben müssen, um dieser Problematik zu begegnen. Ein Minimum an Disziplin und Anstand sollten wir alle mit uns tragen und dies auch von unseren Kindern einfordern. Hierfür muss ein Bewußtsein geschaffen werden. Hoffentlich werden die Lehrerverbände gehört.

  10. Eine Gesellschaft, die die schnelle Bedürfnisbefriedigung in allen Lebenslagen (Kaffee-to-go, ständiges Telefonieren etc.und Erreichbar-Sein, Mediennutzung überall und rund um die Uhr …) Selbstbezogenheit, sich Darstellen, in den Vordergrund stellen färbt stark auf die Kinder Jugendliche ab, die nicht mehr (ab-)warten können, andere nicht sehen, sondern nur sich selbst.
    Verwöhnt und verwahrlost, fällt mir dazu ein. Materiell verwöhnt, sozial-emotional verwahrlost. Auch ich, in der Sek-I, tätig, also mit 7. bis 10. Klasse, kann nur bestätigen, wie unerzogen die Jugendlichen sind und wie wenig sie können und leisten. Das Niveau sinkt nahezu mit jedem neuen 7. Jahrgang. Das reine Unterrichten macht mir Spaß, doch die ständigen Konflikte nehmen ihn mir wieder. Es folgen so gut wie keine Konsequenzen aus renitentem, aggressivem, beleidigendem Verhalten, nichts auf verbreitetes und häufiges Zuspätkommen oder Schwänzen der SchülerInnen. Weder von Seiten der Schulbehörde, noch staatlicherseits folgt etwas daraus. Ein Siebtklässler mit sechs Klassenkonferenzen wegen seines z.T. gewalttätigen Verhaltens ist noch immer in der KLasse, macht weiter damit und lebt den anderen SchülerInnen vor, dass man Regeln nicht einhalten muss, sich nicht benehmen muss etc. Ich (wir) fühlen uns allein gelassen von der Schulbehörde.
    Als Schule/ als LehrerInnen kann man nicht alles „löten“, was in der Gesellschaft falsch läuft, wie die fehlende Erziehung durch die Eltern, schlechte Ernährung, Medienerziehung, steigender Konkurrenzdruck usw. Wir können das nicht mehr auffangen, außer wir bekommen Hilfe von Seiten der Schulbehörde/ des Staates, die Forderungen an die Eltern stellt und diese mehr in die Pflicht nimmt.

    • Sehr gut ausgedrückt. Ich stimme dir vollkommen zu.
      Die Problematik ist polykausal soll aber solus von der Schule gelöst werden.

  11. Ich bin nicht der Meinung, dass die Schuld vor allem bei den Eltern gesucht werden muss. Die Eltern waren früher auch nicht viel anders. Es gab engagierte und es gab desinteressierte. Viel hat „die Schule“ auch selbst zu verantworten und natürlich der gesellschaftliche Einfluss auf sie (Stichwort „Sekundärtugenden“ Betragen, Ordnung, Fleiß, Mitarbeit). Disziplin galt lange Zeit als „Gängelung“ der Schüler und Behinderung der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit und da mach(t)en auch viele Lehrer mit (beeinflusst vom entsprechenden Zeitgeist, der sich auch in schulgesetzlichen Bestimmungen niederschlägt und -schlug). Die Gesellschaft, die Eltern, die Lehrer müssen erkennen und akzeptieren, dass Disziplin Grundlage und Voraussetzung für guten Unterricht ist und dann müssen sich die Lehrer auch darum kümmern (dürfen). Streng – aber mit Herz!!!

  12. @ mirdochpiepegal

    Sie beklagen die „Undiszipliniertheit“ in Ihrer 5. Klasse. Ich habe gefragt, wie das denn sein kann, wo Ihrer Meinung nach die Krippen/Kindergärten doch so hervorragend arbeiten.
    Pardon, da ist mir ein gedanklicher Feher unterlaufen. Zwischen Ihrer 5. Klasse und dem Kindergarten liegen ja noch 4 Jahre Grundschule. Also müsste da ‚mal hinsichtlich der „sozialen Kompetenz“ genauer hingesehen werden.

  13. Denke, dass das alles nichts bringt. Bin da eher auf der
    skandinavischen Seite…Jesper Juul ist der Meinug, dass wir nicht auf die Eltern zählen können. Michael Winterhoff hat auch einen guten Ansatz, denke ich: Ich empfehle das Buch: Persönlichkeiten statt Tyrannen.
    Schule hat ja auch eh einen Erziehungsauftrag.
    Viele von uns müssten mal Erziehnungsratgeber lesen: Wie man mit Kindern spricht, welche Strukturen sie brauchen, wie man sie zur Selbstständigkeit und Selbstverantwortung erzieht.
    Und erst dann können wir das von den Eltern erwarten und diese auch beraten.

    Und so schwer ist das ja alles auch nicht, wenn wir uns alle besser absprechen und klare Strukturen für ALLE in der Schulgemeinschaft schaffen. Und das Schulleben
    verbessern:
    Attraktive Angebote, nettes Ambiente, cooperate identity, andere Std.pläne.

    Ist halt bei mir an der Schule nicht der Fall. Ein Verbrechen an den Kindern.
    3 Klassengenerationen, nämlich Kl. 5/6/7 gehen gerade vor die Hunde. Das regt mich auf. Abgesehen, vom Stress den wir uns geben. Wir fahren gerade 15* 25 Kinder = 375 !! an die Wand. (Ein paar abziehen, die es schaffen, aber
    besser sein könnten.)
    Wir sind die Erwachsenen, wir sind die Profis, weil ausgebildete Lehrer.
    Wir müssen Kontrolle haben.

  14. Ich kann mich hier einigen Punkten anschließen. Ich habe es in meiner Schule noch relativ gut getroffen mit den meisten Kindern und vielen ELtern. Trotzdem geht sehr viel Unterrichtszeit flöten, weil Kinder stören, sich daneben benehmen, von organisatorischen Dingen ganz zu schweigen. Unterschriften und Infozettel werden vergessen, da kann man ewig hinterherlaufen, bzw. muss ja heute alles schriftlich an die Eltern gehen und selbst dann scheint es nicht anzukommen.

    Mich ärgern am meisten die Eltern, die nicht an einem Strang ziehen wollen, sämtliche Maßregelungen und Übereinkünfte geradezu boykottieren. Da kann man dann noch so viele Regeln verabreden und noch so konsequent sein, wenn Eltern dann wieder querschießen oder seitenlange emails schreiben, sogar in die Schule kommen und einen anschreien, hat man das Gefühl einfach nur gegen Windmühlen zu kämpfen.

    Diese Eltern machen sich nicht bewusst, dass sie das Verhalten ihrer Kinder so nur noch verschlimmern, weil diese feststellen, dass sie für ihr Fehlverhalten nie Verantwortung übernehmen müssen. Und bis die ganzen schulischen Dinge stufenweise greifen, muss viel passieren.

  15. Liebe Befürworter,liebe Gegner,
    ich bin jetzt fast 60 Jahre alt und seit 36 „im Dienst“. Ich unterrichte immer noch gerne und zähle mich zu den engagierten „Alten“. Außer in der Förderschule habe ich in allen Schulformen schon gearbeitet und bin bei diesem Thema hier zu folgendem Schluss gekommen:
    Die Eltern, die uns heute mit ihrer „Nicht- Erziehung“ das pädagogische Leben schwer machen sind selbst als Kinder der Elterngeneration „entsprungen“, die keinem strukturierten Erziehungsstil folgten. Damals, so ab Mitte der 70-er bis Ende der 80-er Jahre hieß das „Laissez-Faire“ und war pädagogisch der „Dernier- Crie“.Es gab erzieherisch keine Grenzen, keine Strukturen und das Wort Leistung war sogar bis zum PISA- Schock verpönt. WOHER, frage ich euch, sollen diese Menschen wissen, wie man Kinder erzieht? Die, die selbst keine Vorbilder hatten, allenfalls noch durch die Großeltern, eiern heute durch die Schullandschaft und brillieren bestenfalls/schlimmstenfalls noch als „Helikopter- Eltern“ in engster Symbiose mit ihren Kindern(Winterhoff!!!)- Soweit dies. Trotz allem stimme ich dem Artikel in allen Punkten uneingeschränkt zu. Denn auch meine Arbeit wäre einfacher, meine Kräfte sinnvoller eingesetzt, wenn ich einfach nur „unterrichten“ könnte, ohne den ganzen überflüssigen Ballast durch unerzogene SchülerInnen und vor allem ohne deren Eltern, denn die Kinder sind letztendlich das kleinere Problem. und alle, die hier schon ihre Meinung geschrieben haben, haben natürlich alle irgendwie und irgenwo Recht.

  16. Wir brauchen tatsächlich eine gesellschaftliche Diskussion über basale Werte wie Höflichkeit und Anstand. Das schließt ja die so viel gepriesene Selbstverwirklichung und Individualität nicht aus. Nur: wie sieht es mit der Verwirklichung meiner 24 anderen Schüler aus, wenn ich auf Grund eines Störers kaum Zeit für sie habe?

  17. @ Andre T., brauchen wir wirklich eine gesellschaftliche Diskussion darüber? Die meisten Menschen wollen und erwarten doch Erziehung von der Schule. Umfragen zur Einführung von Verhaltensnoten/-bewertungen finden zumindest in Ostdeutschland übergroße Mehrheiten (um die 70% und mehr). Aber Politiker gewisser Parteien, die sich Volksvertreter nennen, ignorieren das einfach. Da vertreten sie dann doch nicht „das Volk“, sondern nur sich selbst. Aber abgesehen davon, muss man den Lehrern auch „Werkzeuge“ und „Instrumente“ in die Hand geben, um unerwünschtes Verhalten außer als mit „netten Worten“ zu „bekämpfen“. (Aber damit man mich nicht falsch versteht, ich spreche noch einmal von einer „Strenge mit Herz“, denn zu einer guten Erziehung gehört es auch, erwünschtes Verhalten entsprechend zu belohnen, wertzuschätzen und oft genug einfach nur wahrzunehmen. Daran mangelt es oft genug auch.)

  18. Ich muss mich selbst ergänzen: Disziplinprobleme sind oft hausgemacht (in der Schule). Bei uns z.B. gibt es klare Regeln, aber jeder Lehrer geht damit anders um. Die Kinder dürfen bei uns im Klassenraum weder essen noch trinken. Klare Regel! Aber es gibt so viele Umsetzungsvarianten wie Lehrer. Der eine erlaubt es nicht und achtet darauf. Der nächste erlaubt es nicht im Unterricht, aber in der Pause. Der nächste erlaubt kein Essen im Klassenraum, aber Trinken. Der nächste erlaubt das Essen nicht, aber das Trinken im Unterricht schon. Usw. – usf. Ähnlich ist es auch mit der Regel, sich zu melden, wenn man etwas sagen möchte oder ohne Erlaubnis aufzustehen, um etwas zu holen. Es macht jeder anders und als einer, der auf die Regeln achtet, höre ich ständig, ich sei einer der wenigen oder gar der einzige, der das nicht erlaubt. Z.B. auch der einzige, der Unterschriften unter Einträgen im Hausaufgabenheft kontrolliert. Und nun ratet mal, wer bei uns im Unterricht mit die beste Disziplin (und trotzdem ein gutes Verhältnis zu den Schülern) hat?!? Viele Diszplinprobleme sind hausgemacht!!!

  19. Und noch ein PS: Ja, ich habe Eltern, die mich unterstützen bzw. auf meiner Seite sind und das ist sehr, sehr wichtig!!!

  20. Ich stimme sofawolf unbedingt zu. Grundsätzlich ist es unbestritten, dass wir Menschen pro Tag zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu uns nehmen sollten. Schulkindern stehen dafür die kleinen und großen Pausen zur Verfügung. Es muss möglich sein, 45 Minuten auszuhalten, ohne zu trinken und zu essen. Deshalb ist die Aufnahme von flüssiger/fester Nahrung im Unterricht nicht notwendig. Mir ist kein Fall bekannt, wo es durch den Verzicht auf Flüssiges/Festes zu gesundheitlichen Problemen bei SchülerInnen gekommen ist. Bei mehr als einstündigen Klassenarbeiten sollte es erlaubt sein zu essen und zu trinken.
    Heutzutage laufen viele junge Leute mit einer
    Trinkflasche in der Hand herum. Auf mich wirkt das albern und lächerlich. Das haben wir wohl auch von den Amis übernommen.
    Neugeborene brauchen regelmäßig ihre Milchportionen. Das Bedürfnis wird unmittelbar befriedigt. Es gehört auch zum Älterwerden dazu, seine Bedürfnisse zu kontrollieren und zu steuern. So mancher ältere Schüler kann das aber nicht mehr, weil er es z.B. nicht gelernt hat. Das gilt für Mädchen in gleicher Weise – der Kinder- und Jugendspychiater M. Winterhoff lässt grüßen. Deshalb kommen die einem dann wie Kleinkinder vor.
    Ich treibe viel Sport. Selbst bei einem einstündigen Trainingslauf komme ich problemlos ohne Flüssigkeit aus.

  21. @ Ach, klexel, Sie können Ihre kleinen Störfeuer aber auch nicht lassen. Bleiben Sie doch einfach mal sachlich und argumentieren Sie für Ihre Position. Dagegen hat niemand hier etwas. Nur seien Sie bitte nicht immer gleich beleidigt (und beleidigend), wenn man Ihnen nicht zustimmt.

    • Zustimmung bekommt klexel schon zur Genüge in ihrem „Haus- und Hofforum“ 4teachers. Dort scheint sie so etwas wie eine allseits präsente Oberkommentatorin zu sein. Es gibt dort kaum ein Thema, zu dem sie nicht ihren „Senf“ abgibt.

  22. Mein Thema war eigentlich nicht, ob das Trinken im Unterricht erlaubt sein soll oder nicht. Mein Thema war, dass einheitliche Regelungen und ihr einheitliches Umsetzen schon viel helfen würde, das Einhalten von Regeln auch durchzusetzen. Regeln müssen natürlich sinnvoll sein. Das ist aber schon ein andere Diskussion.

  23. Nee, habe ich schon verstanden. Ich wollte nur den Link von klexel nicht unwidersprochen so stehen lassen. klexel zieht oft genug irgendwelche Links aus dem Ärmel, und sie meint dann, dass sei allgemeingültig. Darin ist sie offensichtlich eine regelrechte Weltmeisterin – zumindest bei 4teachers. Eine eigene Meinung wäre mir ab und zu lieber.

  24. Nachtrag: Sie meint dann, das sei allgemeingültig.

  25. @klexel
    Mir gehen „Studien“ und „Untersuchungen“ allmählich auf den Geist, weil sie heutzutage kaum mehr etwas aussagen, geschweige denn beweisen. Unsere Wissenschaftsgläubigkeit lädt geradezu ein zum Vorgaukeln falscher Tatsachen unter falschem Siegel.
    Besonderer Meister dieser Kunst ist das Bertelsmann-Imperium. Die Bertelsmann-Stiftung sorgt unermüdlich für politisch und gesellschaftlich relevante „Studienergebnisse“, welche durch die Fülle der Bertelsmann-Medien (TV-Sender und Pressebeteiligungen) unters Volk gebracht werden als scheinbar unumstößliche Beweise. So etwas grenzt an Meinungsdiktatur – besonders dann, wenn ein Konzern, der soviel Macht über die Meinungsbildung im Lande besitzt, mit einer Partei eng verbunden ist.
    Die „wissenschaftlichen Studien“, auf die Sie verweisen, klexel, scheinen mir auf den ersten Blick fragwürdig. Wie bei allen Studienergebnissen lohnt sich auch hier die Frage nach dem Auftraggeber. Wer hat eventuell gezahlt für ein sog. „Gefälligkeitsgutachten“? Sind es VDM und IDM, von denen es dann heißt: „Die Initiative „Trinken im Unterricht“ des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM) und der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM) regt daher Schulleiter und Lehrer an, das Trinken während des Unterrichts zu erlauben…“
    Im Übrigen bin auch ich der Meinung, dass Trinken im Unterricht absolut unnötig, störend und das falsche Signal ist.
    Vielleicht darf ich Ihnen folgenden Artikel empfehlen, der zwar schon 15 Jahre alt ist und mehr Meinungsäußerung als „wissenschaftliche Erkenntnis“. Er scheint mir aktueller denn je und findet nach wie vor meine volle Zustimmung.
    http://www.zeit.de/1998/41/199841.verwoehnen_3_.xml

  26. @Ursula: Danke für den Link. Ich stimme dem, was dort geschrieben wir, zu 99% zu – möchte aber das Wort „trinken“ dort gerne unberücksichtigt lassen. Es diente ja auch nur als Aufhänger oder Auslöser. *** Mir ist natürlich bewusst, dass auch mein o.a. Link keine objektive Studie ist, sondern eine „Mineralwasserseite 😉 “ Trotzdem stimme ich allem, was dort geschrieben wurde, uneingeschränkt zu. ***
    Auch wir hatten an unserer Schule (RS) natürlich oft ellenlange Diskussionen über das Trinken im Unterricht. Schließlich haben wir es erlaubt, weil wir von der Notwendigkeit überzeugt sind. Dabei haben die SuS Regeln einzuhalten, aber das klappt hervorragend. Es gibt nämlich zwischendurch 1 Min. Trinkpause. Das reicht aus, um die trockene Kehle im stickigen Klassenraum anzufeuchten und sich wohler zu fühlen. Störend ist dies keineswegs. Man muss einfach berücksichtigen, dass in sehr vielen Elternhäusern nicht mehr ausreichend für das Wohlsein unserer SuS gesorgt wird, aus den unterschiedlichsten Gründen: Viele Kinder kommen in die Schule, ohne gefrühstückt oder zumindest etwas getrunken zu haben!! Es ist wirklich erschreckend, was da in manchen Familien abläuft. In den Pausen denken viele Kinder nicht daran zu trinken oder wollen dann nicht trinken oder essen. Warum? Ganz einfach: Gerade bei jungen SuS sollen Pausen Bewegungspausen sein. Da wird getobt, Fangen gespielt, Hinkekästchen, Gummitwist oder was auch immer. Und das funktioniert nicht mit so einer blöden Flasche, ner Frühstücksdose und nem Apfel in der Hand. Selbst unsere 10.Klässler weigern sich, ihr Trinken und Frühstück in der Pause rumzuschleppen. Kann man verstehen, muss man aber nicht. Aber es ist Fakt und Diskussionen darüber zwecklos. ***
    Nun ging es ja ursprünglich in dieser Diskussion nicht um das Trinken, sondern um schlechte Erziehung, um Unterrichtsstörungen und das Einhalten von Regeln. Regeln sind wichtig, man braucht Regeln im Zusammenleben in der Gesellschaft, Partnerschaft, Schule – wo auch immer. Regeln sind dazu da, eingehalten zu werden – aber auch dazu, überdacht und bei Bedarf umgeworfen oder geändert zu werden, wenn sich die Gegebenheiten, die Einsicht, Überzeugung oder Notwendigkeit geändert hat oder Regeln überflüssig werden, insbesondere wenn sie aus dem vorigen Jahrtausend stammen. *** Früher hieß es im Unterricht: Still sitzen, zuhören, Mund halten, nach vorne gucken, aufpassen ….. Dass sich besonders in jüngeren Klassen die bewegte Schule durchgesetzt hat, durch Gruppenarbeit, Stationenarbeit, Museumsrundgänge, Laufdiktate etc. die Situtation sehr geändert hat, sollte sich rumgesprochen haben, und das ist auch gut so. Das mögen Verfechter von Frontalunterricht wie mehrnachdenken und sofawolf anders sehen. Die sehen ja schon rot, wenn ich nur hier in den Kommmentaren auftauche, ohne meinen Link und vor allem die weiterführenden Unterlinks überhaupt komplett gelesen und bewertet zu haben und zerreißen sich in vier Beiträgen hier das Maul über meine Person. Sofawolf beklagt, dass sich trotz der Regel zum Nichttrinken im Unterricht an seiner Schule einige „böse“ Kollegen sich einfach nicht dran halten wollen. Na sowas. Das ist wie mit dem Geisterfahrer: Alle anderen Fahrer fahren falsch, nur ich nicht. *** Ich bin die letzte, die Schüler verwöhnt (wie das in Ursulas Link eindrucksvoll beschrieben wurde), ich gelte als sehr strenge Lehrerin, überdenke aber gesetzte Regeln sehr oft und werfe alte über den Haufen oder setze neue fest. Eigentlich braucht es an einer Schule nur eine Regel: Ich verhalte mich so, dass ich andere nicht störe, am Lernen hindere und verletze und fremdes Eigentum schütze. Alle anderen Regeln sind dieser Regel unterzuordnen bzw. sind überflüssig.

    • @klexel
      Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich bin auch Verfechter von Frontalunterricht. Und ebenso wie „mehrnachdenken“ und „sofawolf“ bevorzuge ich als Anrede das höfliche „Sie“.

    • Gudrun Krieger

      Auch ich bin gegen das trinken ( oder gar essen) im Unterricht. Das nicht nur wegen der Störungen durch Flaschen öffnen, gurgeln, umkippen usw. es ist auch schädlich für die Zähne, weil sich selbst im reinen Mineralwasser Säuren ( Kohlensäure) befindet, die die Zähne angreift, wenn sie dauernd damit umspült werden. Außerdem: es fördert die selbstdisziplin, wenn ich nicht jedes meiner Bedürfnisse ( auch trinken gehört dazu) sofort befriedigen darf. Es genügt doch schon, wenn die Schüler das Bedürfnis nach dauerndem reden immer sofort befriedigen, nicht?

  27. Mit Beschimpfungen/Beleidigungen wie „Maul zerreißern“ hat sich klexel nun für mich endgültig als nicht ernst zu nehmende Kommentatorin disqualifiziert.

  28. @ klexel, ich muss es Ihnen wieder sagen: Sie haben so einen selbstherrlichen, herablassenden und überheblichen Diskussionsstil, dass Sie – jetzt sage ich mal – „uns“ eher an eine Oberlehrerin aus dem letzten Jahrtausend erinnern als an eine moderne Lehrerin (ganz im Gegensatz zu Ihrer Auffassung zum Trinken). Was Sie sagen, gilt, und wer es nicht einsieht, hat alle möglichen schlechten Charaktereigenschaften oder kognitive Defizite. Gehen Sie so herablassend auch mit Ihren Schülern um? Da glaube ich Ihnen unbenommen, dass Sie als „streng“ gelten („alte Schule“ – aber von der unangenehmen Sorte). Sie erlauben zwar das Trinken im Unterricht, aber Sie erlauben keine eigene Meinung – jedenfalls nicht am Ende einer Diskussion. (?) Irren darf sich ja jeder mal, nicht wahr, aber wer Ihnen auch am Ende noch nicht zustimmt, bekommt eine 6. (?!?) Ihre Argumentation strotzt immer so von Unterstellungen, Verzerrungen und Übertreibungen. -sofawolf- lehnt Frontalunterricht nicht ab, ja, aber Sie machen daraus, -sofawolf- ist ein Verfechter des Frontalunterrichts. -sofawolf- schrieb, dass es besser wäre, wenn Regeln, die an einer Schule gelten, von allen Kollegen auch gleich beachtet und eingehalten und durchgesetzt werden und nicht von jedem anders (dann gibt es nämlich eigentlich keine Regel!). Daraus machen Sie, sowas – Entschuldigung! – Idiotisches, wie sofawolfs Intention sei „Alle fahren falsch, nur ich nicht!“ Was soll das? Würde das Kollegium meiner Schule beschließen, dass Trinken im Unterricht erlaubt ist, würde ich es auch erlauben. Darum geht es. Wir haben hier zum x-ten Male eine Diskussion, wo Sie nicht verstehen (Ihre Wortwahl), worum es (mir) eigentlich geht. Milde ausgedrückt: Ich staune und staune und staune.

  29. @sofawolf v. 17.2.: Zitat „… und als einer, der auf die Regeln achtet, höre ich ständig, ich sei einer der wenigen oder gar der einzige, der das nicht erlaubt… “
    Was ist daran nicht zu verstehen?

  30. @ klexel, noch einmal für Sie: Es ging darum, weshalb es an Schulen heutzutage so viele Störungen gibt. Ich sagte, auch die Lehrer seien mitschuld – dann, wenn sie die an einer Schule geltenden Regeln selbst nicht achten. (Ich weiß das nicht dadurch, dass ich die Kollegen kontrolliere, sondern weil die Schüler mir sagen, nur bei mir dürften sie „das“ nicht.) Ich bin dafür, dass Regeln, die man im Kollegium gemeinsam diskutiert und beschlossen hat, dann auch von allen Kollegen in gleicher Weise beachtet und durchgesetzt werden. Das ist das Thema, der Punkt, der Kern (meiner Aussagen). Volkstümlich ausgedrückt könnte man sagen, ich werbe dafür, dass alle an einem Strang ziehen. Sie machten dazu die Bemerkung (sinngemäß): „Alle fahren falsch, nur ich [= sofawolf] fahre richtig.“ Ich verstehe das so, dass Sie meinen oder den Eindruck erwecken wollen, dass ich den anderen meine (!) Regeln aufdrängen möchte, dass also sich alle so verhalten sollen, wie ich es möchte. Was sollte dieser Einwurf sonst in dieser Diskussion??? (Ich finde übrigens, so treten nur Sie hier auf!!!) Ich sage noch einmal, dass ich normalerweise auch eine Regel akzeptiere, die mehrheitlich beschlossen wird und nicht meinem „Ideal“ entspricht. Wichtig ist mir das einheitliche Handeln und Auftreten im Kollegium. Darum geht es!!! Ich halte das für eine große Hilfe im Durchsetzen schulinterner Regeln, wie Sie sie ja auch für wichtig halten. Was ist daran nicht zu verstehen bzw. immer wieder misszuverstehen oder immer wieder falsch auszulegen, frage ich zurück. Ist das Absicht?!?

  31. @ sofawolf
    Ganz ehrlich, ich bewundere Ihre Geduld.
    Was Sie dort formulieren, ist doch richtig und einleuchtend. Leider gibt es immer wieder Lehrkräfte, die sich nicht an allgemein verbindliche Beschlüsse halten, weil es evtl. zu anstrengend/zu unbequem ist oder um vielleicht bei den SchülerInnen zu punkten.

    • @mehrnachdenken
      Konfliktscheu (zum Schaden der Schüler!) spielt bei den Lehrern sicher eine ähnlich große Rolle wie bei den Eltern, wenn sie Auseinandersetzungen mit den Kindern meiden, indem sie alles erlauben oder bei Regelverstößen feige wegsehen.
      Ich fürchte allerdings, dass auch das „Punkten-Wollen“ eine erhebliche Rolle spielt, obwohl es auf Dauer sowohl bei den Kollegen als auch bei den Schülern zum Bumerang wird.
      Mehr an einem Strang zu ziehen, nicht nur hier, sondern auch bei anderen Dingen und sich nicht gegenseitig die Anerkennung streitig zu machen, ist ein Gebot, das vielen Kollegien gut tun würde.
      Meiner Meinung nach hat unkollegiales Verhalten enorm zugenommen, obwohl letztlich jeder dabei verliert. Aber man guckt nur auf den aktuellen Moment und macht sich längerfristige Auswirkungen zu wenig klar.

  32. @Ursula Prasuhn
    Vielen Dank für die großartige Leseempfehlung:
    http://www.zeit.de/1998/41/199841.verwoehnen_3_.xml
    Habe schon lange nicht mehr einen so guten Artikel gelesen, was mich bewogen hat, den Link zu wiederholen.

  33. Manuela Bernardy

    http://youtu.be/YBl7eI5Jo2Y

    Hallo, schaut doch mal hier rein. Es ist eine sehr interessante Information. Wir leben ja nicht mehr im Jahre anno…. also es ist Zeit für Veränderung und ich denke alle müssen die Ärmel hoch krempeln und eine völlig neue Sichtweise in Bezug auf Kinder bekommen.

    Außerdem gibt es so viele neue und umsetzbare Unterrichtsmodelle, die es interessant werden lassen für die Schüler.

    Nachdem ich meine Kinder in den Kindergarten schicken durfte haben Sie begonnen mit Schmpfwörtern, waren verstört, warum keine Rücksicht auf Ihre Meinung genommen wird, und einiges mehr.

    Nachdem meine kinder in die erste Klasse kamen verloren sie die Lernlust. Die natürliche Lernlust.

    Ich habe vieles erlebt und ich denke aber auch, das wir Eltern sowie alle, die mit Kindern „arbeiten“ etwas neues schaffen dürfen.

    Das geht aber nur wenn wir anfangen, oder glauben sie, das die Politik etwas ändert?

    Lernen darf Freude machen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Manuela

    • Ursula Prasuhn

      Danke, Frau Bernardy, für den Link zu dem mir unbekannten Video.
      Ich habe mir das 44-minütige Interview soeben angeschaut und bin angetan wie selten.
      Nicht nur Eltern liefert es wertvolle Informationen über das, was gemeinhin als „schlechte Erziehung“gilt, sondern auch Lehrern.
      Für mich jedenfalls war das, was dort zur „Bindung an Gleichaltrige“ gesagt wurde, ein regelrechtes Aha-Erlebnis.

  34. Ich kam aus der Industrie, machte 2. Staatsexamen, und war entsetzt. Welche IT-Firma kann es sich leisten, wenn ihre High Potential ohne funktionsfähigen Computer auf einer Baustelle untätig herumsetzen, oder nur über Funk einen Rechner ferngesteuert per Smartphone bedienen können. So aber verläuft Unterricht, und zwar von oben gedeckt. Will ein Lehrer hart durchgreifen, so knickt die Schulleitung aus Angst ein. Statt klar und geschlossen vorzugehen – und Schüler merken, wenn der Wind anders weht, dumm sind sie nämlich nicht – wird jeder Lehrer einzeln in seiner fachlich-pädagogischen Fähigkeit in Frage gestellt. So wie wenn man einer Sekretärin, auf deren Tastatur immer nur eine Taste aktiv sein darf, vorwerfen würde, warum sie langsamer als eine ist, die 10-Fingerschreibsystem nutzt. Statt einfach klar hinzusehen, und aktiv vorzugehen, beschuldigt man die, die eigentlich mit ihrem Engagement aktiv vorgehen wollen als die Schuldigen. – Schüler sehen das, und sie lernen auch das, für ihre Zukunft.

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