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Oberbayern: Mädchenrealschule St. Immaculata bleibt – vorerst

MÜNCHEN. Die katholische Mädchenrealschule im rund 70 Kilometer südlich von München gelegenen Schlehdorf befürchtet einen Schülerinnenverlust, nachdem die Jungenschule im benachbarten Murnau sich für Mädchen geöffnet hat. Jetzt wird der Betrieb zumindest noch für 6 Jahre fortgesetzt, die kirchlichen Lehrer sollen durch Beamte ersetzt werden.

Bedingung für die dauerhafte Fortsetzung des Schulbetriebs sei allerdings, dass sich in den kommenden Jahren genügend Schüler anmeldeten, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat am Mittwoch in München mit. Zudem erwägt die Erzdiözese, die traditionsreiche Klosterschule auch für Buben zu öffnen. Noch in dieser Woche wollen das Erzbistum und das Kultusministerium einen Vertrag unterzeichnen, der die probeweise Fortführung der Bildungseinrichtung mit derzeit rund 400 Schülerinnen sichert. «Voller Freude kann ich sagen, dass wir nun eine gute und faire Perspektive für den Fortbestand der Mädchenrealschule St. Immaculata haben», sagte der Generalvikar Peter Beer.

Schlehdorf

Blick auf Schlehdorf und das Kloster am Kochelsee. Foto: Oliver Spalt / Wikimedia Commons (cc-by-sa-2.5)

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, die angestellten Lehrkräfte allmählich durch verbeamtete Pädagogen zu ersetzen. Die kirchlichen Lehrer können sich nach Auskunft der Erzdiözese dann neue Arbeitsplätze suchen und müssen nicht befürchten, arbeitslos zu werden, falls die Schule trotzdem in ein paar Jahren schließen muss. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zahl der Kinder, die sich neu anmelden. Das Erzbistum will pro Jahrgang zwei Klassen mit insgesamt mindestens 50 Mädchen. Wird diese Zahl in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht erreicht, will die Kirche den Schulbetrieb nach einer Frist von vier Jahren einstellen.

Frühestens ab dem Schuljahr 2014/2015 könnten dann vielleicht auch Buben die Klosterschule am Kochelsee besuchen. Darüber sollen allerdings die Eltern entscheiden. Sie sollen im kommenden Oktober befragt werden. Das Kultusministerium begrüßte die Entscheidung des Erzbistums. Die Mädchenrealschule genieße in der Region ein sehr hohes Ansehen. Die mögliche Schließung der Schule war diskutiert worden, weil die Verantwortlichen in den kommenden Jahren einen Rückgang der Schülerzahlen befürchten, nicht zuletzt wegen der staatlichen Knabenrealschule in Murnau, die vom kommenden Schuljahr an auch Mädchen offensteht. (dpa)

(13.02.2013)

zur Webseite der Mädchenrealschule St. Immaculata

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