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Urteil: Lehrer müssen für Schulbücher nicht selbst zahlen

ERFURT/HANNOVER. Lehrer haben einen Anspruch auf Kostenerstattung für Schulbücher, die sie im Unterricht benötigen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Dienstag in Erfurt.

Die Bundesrichter gaben damit der Klage eines Pädagogen statt, der dem Land Niedersachsen den Kaufpreis für ein Mathematikbuch in Höhe von 14,36 Euro in Rechnung gestellt hatte. (9 AZR 455/11)

Schulbücher

Schulbücher sind für Lehrer notwendige Arbeitsmittel. Foto: Benjamin Klack / pixelio.

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt kündigte daraufhin an, das Urteil «gründlich prüfen und eine vernünftige Lösung für die Übernahme der Schulbuchkosten für Lehrkräfte suchen» zu wollen. Der am 20. Januar abgewählten schwarz-gelben Landesregierung warf die SPD-Politikerin vor, sich nicht auf die Entscheidung vorbereitet zu haben. «Damit ist dies eine weitere kostenträchtige Baustelle, die CDU und FDP hinterlassen haben.»

Grundsätzlich müsse ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern notwendige Arbeitsaufwendungen ersetzen, begründete der Neunte Senat sein Urteil. Das Land hatte den Lehrer mit seinem Erstattungswunsch an die örtliche Gemeinde als Schulträgerin verwiesen. Es könne sich seiner Verpflichtung zudem nicht mit dem Hinweis entziehen, dass der Lehrer den Buchkauf auch als Werbungskosten steuermindernd gelten machen könne, erklärten die Richter. Maßgebend sei, dass der Kläger ohne das Schulbuch nicht ordnungsgemäß Mathematik habe unterrichten können. Die Kosten für den Erwerb des Buches seien auch nicht durch die Vergütung des Lehrers abgegolten. dpa

(12.03.2013)

37 Kommentare

  1. mehrnachdenken

    Ich lache mich “schlapp”. Für 14,36 EURO geht der Lehrer bis ans Bundesarbeitsgericht. Wow, das nenne ich aber Ausdauer! Der bekommt auch noch Recht. Ich kann es nicht fassen! Hoffentlich hat sich der Kollege in der ganzen Zeit auch noch auf seinen Unterricht konzentrieren können. Ich vermute ‘mal, dass diese “Heldentat” der Reputation seines Berufsstandes nicht sonderlich dienlich ist.

    • Würdest du dich auch schlapp lachen, wenn ein Baggerfahrer seinen Werkzeugkasten selber bezahlen müsste?

    • Es geht sicher nicht um die 14 EUR, sondern um das Prinzip. Es läppert sich ja ganz schön zusammen, wenn der Lehrer immer seine Bücher selber kaufen muss. Und: In welchem Beruf muss man seine Arbeitsutensilien selber kaufen??? Man bekommt doch das Werkzeug vom Arbeitgeber. Warum soll das bei Lehrern anders sein? Vorm Schlapplachen erst einmal nachdenken!!!

  2. mehrnachdenken

    Nachtrag: Ich verstehe nicht, warum sich der Lehrer kein Prüfexemplar besorgt hat. Die gibt’s doch fast umsonst.

    • Unterrichte selber erstmalig mit Prüfexemplar Chemiebuch und musste feststellen: die Texte wurden nochmal geändert! Das ist nicht so toll.

  3. Ich sehe nicht die 14,36 € losgelöst, sondern als Spitze des Eisbergs. Die richterliche Entscheidung könnte richtungsweisend sein für ein generelles Urteil darüber, wer die Kosten für Schulbücher tragen muss. Ich weiß nicht, an was für einem Schultyp und welche Fächer du unterrichtest. Es gibt Fächer, die, was die Schulbücher und Zusatzmaterialien anbetrifft, extrem teuer sind. Da kommen pro Schuljahr locker ein paar hundert Euro zusammen. Z.B. Fremdsprachen: Da ist es mit dem Lehrerband (der inzwischen ein dicker teurer Ordner mit Kopiervorlagen ist) nicht getan. Es gibt die Workbooks, die notwendigen Schüler- und Lehrer-CDs, die Materialien und CDs für Klassenarbeiten, die Folienordner etc. Und das alles für jeden Jahrgang. Ich unterrichte zwei Fremdsprachen in jeweils 6 Jahrgängen, also verdoppelt sich das ganz noch. Beispiel für Englisch, nur 7. Jahrgang: Alle Materialien ca. 150€
    Das Schulbuch gibt es als Prüfexemplar etwas verbilligt, alles andere ist sehr teuer – ohne jegliche Ermäßigung.
    Warum wetterst du gleich los, ohne diese Hintergründe zu berücksichtigen?
    Dazu kommt, dass besonders die angestellten Lehrer, und hier die KollegInnen in den östlichen Bundesländern weit weniger verdienen als die altgedienten Beamten in den Westländern. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Dass da ein Kollege auf die Idee kommt, eine Grundsatzentscheidung für die Kostenübernahme zu erwirken, ist nur nachvollziehbar.

    • klexel, genauso sehe ich das auch. Ich bin seit 1974 im Schuldienst und habe in diversen Klassenstufen in drei Schulformen unterrichtet. Gerade in den letzten 20 Jahren musste ich als “Ossi-Lehrer” viel Geld lassen.

    • mehrnachdenken

      Was für ein Materialeinsatz oder sollte ich besser Materialverschwendung schreiben? Steht dieser gigantische Aufwand noch in irgendeinem Verhältnis zu dem Ergebnis?
      Zu meiner Zeit gab’s ein Buch und vielleicht noch ein Arbeitsheft. Sprachen wir deshalb schlechter Englisch, Fransösisch oder was auch immer?
      klexel, Sie haben doch über die Jahrzenhnte den Trend zu “immer mehr” hautnah miterlebt. Wie fällt da Ihr Fazit aus?

      • mehrnachdenken

        > Jahrzehnte>

      • @mehrnachdenken
        Kompliment, Sie treffen den Nagel auf den Kopf.
        Materialschlachten sorgen für Außenwirkung, die Referendar(e)Innen leider meist brauchen als Schaumschlägerei für ihre Zensuren. Gestandene und erfahrene Lehrer haben diesen Zauber meiner Meinung nach nicht mehr nötig. Er bringt wenig, kostet Zeit und Geld und lenkt sogar oft von der Sache ab.
        Nach meiner zweiten Ausbildungsphase habe ich mir auf Anraten meiner tüchtigen Mentorin diesen teuren, aber unnützen Schnick-Schnack schnellstens abgewöhnt und mich auf das Notwendige beschränkt. Und siehe da, das Arbeitsklima war konzentrierter und effektiver als zuvor.
        Von Bergen an Material profitiert allein die aufgeblähte Lehr- und Lernmittelindustrie, die immer neue “Notwendigkeiten” ersinnt.

        • mehrnachdenken

          @ Aufmüpfer
          Ja, richtig, so sehe ich das auch.
          Wenn ich dann noch erlebe, dass von diesem riesigen Angebot nur ein Bruchteil tatsächlich im Unterricht benutzt wird, stimme ich Ihnen zu, dass die Lehr- und Lernmittelindustrie hier aus reinem Profitinteresse handelt und oftmals ganz bewusst künstlich Nachfrage erzeugt. Allerdings werden die Verlage ja auch bestens von den Bildungsministerien “bedient”, denn für ständig neue Schulformen und Lehrpläne wird immer neuer Nachschub erwartet. Hinzu kommen dann noch die so genannten innovativen Methoden oder Didaktiken von ganz besonders “schlauen” Zeitgenossen, die ja auch noch verkauft werden wollen.
          Was kommt am Schluss dabei heraus? Was für ein Selbstbetrug und Trauerspiel!

      • Im letzten Jahrhundert habe ich ein Englischbuch und ein Französischbuch gehabt, es wurde gelesen, übersetzt und gepaukt. Das wars.

        Nun gibt es ein Lehrbuch, ein Workbook, zu jeder Lektion mehrere Hörtexte auf den entsprechend zu kaufenden CDs, Genaue Vorgaben für die Klassenarbeiten, die auch aus Hörverständnisüberprüfungen bestehen müssen, daher die speziellen Lehrer-CDs für die Arbeiten, zur Einführung des neuen Wortschatzes braucht man die teuren Bildfolien… Ich hab mir das nicht ausgesucht. Aber die Didaktik der Fremdsprachen hat sich gewaltig geändert. Übersetzen und Pauken ist nicht mehr angesagt, es wird viel mehr der Schwerpunkt auf das Hören und Sprechen gelegt. Und der Unterricht macht viel mehr Spaß, ist abwechslungsreicher und sehr viel lebendiger als ich es jemals in meiner Schulzeit erlebt habe. – In meiner Aufstellung weiter oben hab ich noch die Trainingsmaterialien für die Abschlussprüfungen in Klasse 10 vergessen. Die Vorgaben für die Prüfungen sind die 4 Teile Leseverstehen, Hörverstehen, Schreiben und Mediation.
        Es klingt jetzt so, als ob ich hier so ein Exot wäre. Es kann mir niemand sagen, dass sich die anderen Fächer – auch in der GS – in den letzten 40 Jahren nicht geändert haben. Und Lehrer, die seit Jahren immer dieselben Arbeitsblätter aus der Tasche ziehen sind innerlich schon tot. Und die Art Unterricht, wie ich sie erlebt habe, wäre bei unserer heutigen Schülerschaft gar nicht mehr leistbar und durchführbar. Sofawolf hat in irgendeinem Beitrag mal geschrieben, dass erfahrene Lehrer weniger Vorbereitungszeit haben. Da kann ich nur lachen. Vielleicht solltet ihr euch mal näher bei 4teachers umsehen, soweit ihr nicht eh Mitglieder seid. Aber was schreibe ich hier – ihr seid doch selber Lehrer und wisst um die neuen Methoden, Regelungen, Materialien etc. Und wenn ihr Kinder habt, dann seht ihr bei ihnen und ihren Heften, wie sehr sich Unterricht verändert hat. Ich versteh diese Fragen nicht.

        • mehrnachdenken

          @klexel
          Sie scheinen sich schon wieder angegriffen zu fühlen. Ich mache Sie ja gar nicht für diesen Mittelaufwand und “Zeitgeist” verantwortlich. Sie müssen “mit der Zeit” gehen. Anscheinend fällt es Ihnen auch gar nicht schwer. Es gefällt Ihnen sogar.
          Richtig, heute soll Unterricht Spaß machen. Ich habe meinen Englischunterricht nicht als “Spaß”unterricht erlebt und trotzdem oder gerade deshalb viel gelernt. In der Oberstufe wurden durchweg Nacherzählungen von über 1000 Wörtern geschrieben. Wären die SchülerInnen heute dazu noch in der Lage? Ich glaube eher nicht, können sie sich doch oft genug noch nicht einnmal mehr an Stundeninhalte erinnern, die keine 24 Stunden zurückliegen. Trainingsmaterialien für das Abitur? Das gab’s nicht. Es wurde nicht eine Stunde darauf vorbereitet.
          Sie selbst haben in zahlreichen Kommentaren den ständigen Leistungsverfall an unseren Schulen angesprochen. Dabei können Sie sich ja nur auf Ihre beiden Fächern bezogen haben. Bringen die “ach so tollen” Didaktiken eigentlich noch mehr, als die heutigen SchülerInnen zu bespaßen?

          • Zitat: “Sie müssen “mit der Zeit” gehen. Anscheinend fällt es Ihnen auch gar nicht schwer. Es gefällt Ihnen sogar.” – Was ist das denn für ein naiver Schluss?? Ich habe Praktikanten im Unterricht sitzen, betreue Referendare. Soll ich da Unterricht machen wie im letzten Jahrtausend?
            Über solch einen Schluss kann ich nur den Kopf schütteln.
            Ich bin von Natur aus neugierig auf neue Dinge, probiere gerne neue Sachen aus, liebe es, mir neue Ideen bei 4teachers zu holen. Was meint ihr wohl, warum Unterrichtsvorbereitung auch nach 33 Jahren noch aufwändig ist? Eben WEIL ich versuche, Abwechslung einzubauen und möglichst viele Sinne anzusprechen. Aber das ist vielleicht für manche hier nicht nachvollziehbar. mehrnachdnken, du bist für heute mein Held: Nacherzählungen mit 1000 Wörtern geschrieben und das Abi ohne Vorbereitung geschafft, das gibt 10 Fleißpünktchen! Wahrscheinlich müssen deine Schüler noch immer fleißig Nacherzählungen schreiben…

            Noch’n Zitat: ” Dabei können Sie sich ja nur auf Ihre beiden Fächern bezogen haben.” Ja genau, ich sitze im Lehrerzimmer mit ner schwarzen Brille und ner dicken Fellmütze über den Ohren, damit ich nichts sehe und nichts höre und damit ich nur nicht mitkriege, was um mich herum sonst noch passiert. Geht mich ja alles nichts an. Deswegen lese ich auch keine Fachzeitschriften, gehe nicht auf Fortbildungen, hospitiere nicht bei anderen Kollegen. Könnte ja sein, dass ich sonst von meinem eingeschlagenen Pfad abkomme.

          • Zitat:” Sie selbst haben in zahlreichen Kommentaren den ständigen Leistungsverfall an unseren Schulen angesprochen. Dabei können Sie sich ja nur auf Ihre beiden Fächern bezogen haben.” Wie bitteschön hätte ich denn auf diesen Satz reagieren sollen? Ich kenne keinen Kollegen und keine Kollegin, die sich ausschließlich ein Urteil über das eigene Fach bilden kann. Wir laufen doch nicht mit Scheuklappen durch die Gegend. So eine Äußerung kann ich doch nicht ernst nehmen.

            Ansonsten: Es geht hier um die Kosten von Unterrichtsmaterial. Ich habe drei Beiträge gebraucht, um deutlich zu machen, was für Kosten dabei entstehen können. Immer wieder wurde nachgehakt, weil das angezweifelt wurde.
            Ich habe mich doch nicht selber hier in diese Rechtfertigungsposition gedrängt, aber sie hat mich genervt.
            Es nützt doch nichts, die neuen Didaktiken und Methoden zu ignorieren und einfach im alten Trott weiterzumachen. Das geben die neuen Unterrichtsmaterialien auch gar nicht her, weil sie total anders aufgebaut sind. Ich kann damit keine Schüler mehr hinsetzen und sagen: Nun übersetzt oder paukt mal schön.
            Es ist dermaßen müßig, so zu argumentieren. Das klingt so elendig nach dem typisch deutschen Mantra: Das haben wir schon immer so gemacht – das haben wir noch nie so gemacht – da könnte ja jeder kommen.

            Ich kann nicht argumentieren mit Menschen, die Neuerungen ignorieren oder schlecht machen. Die Schüler heute sind anders und müssen anders behandelt werden. Da hilf kein Blick in die Vergangenheit.

            Zitat:” wenn er sagt, dass erfahrene Lehrer weniger Vorbereitungszeit brauchen. Sonst wären sie nicht erfahren, sondern ewige Stümper, die sich abarbeiten an immer neuen Methoden und Materialien.” Wer so argumentiert, kann seinen Beruf nicht wirklich ernst nehmen. Ich bin doch kein Stümper, wenn ich neue Methoden anwende.

            Gerade WEIL Schüler sich immer weniger konzentrieren können und Dinge, die sie nur gehört oder mal kurz gelesen haben, schnell wieder vergessen, ist es so wichtig, alle sinne anzusprechen, sie Dinge selber tun zu lassen, auszuprobieren zu lassen. Erst dann kann man davon ausgehen, dass vielleicht ein bisschen mehr hängen bleibt. Eben Lernen mit Herz und Hand. Aber auch das muss(te) ich selber erst lernen umzusetzen.
            In keinem der Beiträge ist bisher davon die Rede, es geht immer nur um die alten Methoden und Didaktiken, und das macht mich einfach sauer, so einfach ist das.
            Heutzutage bedeutet jeder BEruf lebenslanges lernen, auch der Lehrerberuf. Nur in diesen Kommentaren kommt das nirgends zum Ausdruck bzw. wird negiert.

            Wenn ich Praktikanten und Refs betreue, muss ich schließlich mit all diesem “neumodischen Krams” vertraut sein, so einfach ist das. Und wenn es mir sogar noch Spaß macht …? Darf Schule nicht Spaß machen ??? Aber das darf ich hier wohl nicht laut sagen.

        • @klexel
          Sie sagen: “Es kann mir niemand sagen, dass sich die anderen Fächer – auch in der GS – in den letzten 40 Jahren nicht geändert haben.”
          Aber sicher haben sie das. Fragt sich nur, ob zum Besseren oder Schlechteren. Und da spricht vieles gegen die letzten 40 Jahre, nicht nur die Leistungen der Schüler, sondern auch deren Gefühlslage.
          Anscheinend ging der sog. Fortschritt mit seiner Spaßpädagogik und anderen Fragwürdigkeiten ganz schön nach hinten los.
          Und sofawolf hat vollkommen Recht, wenn er sagt, dass erfahrene Lehrer weniger Vorbereitungszeit brauchen. Sonst wären sie nicht erfahren, sondern ewige Stümper, die sich abarbeiten an immer neuen Methoden und Materialien.
          Nein, Sie sind kein Exot, Sie gehören vielleicht nur zu der Gruppe von Lehrern, die glaubt, alles Neue sei automatisch besser. Für mich ist dieser Fortschrittsglaube eine moderne Form von Aberglauben.

        • mehrnachdenken

          @ klexel
          Ich gebe es jetzt endgültig auf, mit Ihnen auf der sachlichen Ebene Argumente auszutauschen.
          Wie sofawolf, Birgit und andere immer wieder beklagen, scheinen Sie sich einfach für die Größte zu halten und Dinge so zu drehen oder ins Lächerliche zu ziehen, wie es Ihnen am besten in den Kram passt. Was Aufmüpfer und ich mit unseren Kommentaren eigentlich sagen wollen, ignorieren Sie gewissentlich. Zudem zeigt Ihre erneute Duzerei, dass Sie weiterhin nicht in der Lage sind, sich mir gegenüber respektvoll zu verhalten. Ich kann nur inständig hoffen, dass Sie mit Ihrer schulischen Umgebung freundlicher umgehen.

          • @mehrnachdenken
            Schließe mich Ihrer Entscheidung an. Hat wirklich keinen Zweck, mit klexel weiter zu diskutieren.
            Sie will nicht verstehen. Sicher hat sie ihre Gründe, die wir nicht kennen.
            Den einfachen Wunsch aber, nicht von ihr geduzt zu werden, sollte sie verstehen können. Ich hoffe, für diesen winzigen Schritt reicht ihr Potential.

  4. In diesem Fall meine ich auch, dass der Arbeitgeber Schule dem Arbeitnehmer Lehrer die Schulmaterialen zu stellen hat. Also das, was der Schüler auch hat. Bei allem Zusätzlichen wiederum meine ich, dass der Lehrer durch sein gutes Gehalt (ich weiß, dass das nicht immer so ist) dazu in die Lage versetzt ist, sich das selbst anzuschaffen. Oder aber die Schule schafft es als ihr Eigentum an und stellt es allen Lehrern zur Benutzung zur Verfügung.

  5. ch bin zwar kein Lehrer, habe aber Schulpflichtige Kinder. Warum werde ich eigentlich aufgefordert ein nach 5 Jahren abgenutztes Buch, nach einem Jahr Nutzung durch mein Kind, vollständig zu ersetzen? Stellt sich als nächstes die Frage warum in den Büchern, die ich für zwei Kinder in jedem Schuljahr kaufen muß nicht gearbeitet wird, sondern die Kinder ständig irgendwelche schlecht kopierten Blätter in ihr Heft kleben müssen. Sehr sauber! Vielleicht sollte man mal das Jammern einstellen und über Lehrmittel insgesamt nachdenken. In anderen Berufen gibt es auch Arbeitsmittel die der Arbeitgeber nicht, s.o., zur Verfügung zu stellen hat. Wenn ich so etwas lese und bedenke, über welchen Bildungsstand der Verfasser verfügt, von der Besoldungsgruppe ganz abgesehen, bekomme ich Angst vor den nächsten Bundestagswahlen. Bitte die Scheuklappen abnehmen und vorsichtig über den brühmten Tellerrand schauen 🙂 Nur wer auch links und rechts schaut kann seine eigene Position beurteilen!

    • Zitat:”Warum werde ich eigentlich aufgefordert ein nach 5 Jahren abgenutztes Buch, nach einem Jahr Nutzung durch mein Kind, vollständig zu ersetzen?” – Ganz einfach, weil die Schule ungesetzlich handelt.

    • Ich stimme Ihnen zu. In den selbst bezahlten Büchern oder Arbeitsheften meiner Kinder sind nach jedem Schuljahr viele Seiten nicht bearbeitet. Statdessen gibt es immer wieder Arbeitsblätter, die ja auch Geld kosten. Ich hoffe, das wir Steuerzahler an denen nicht auch noch beteiligt sind und die Lehrer für diese Kosten selbst aufkommen.
      Der Wust an Büchern, Blättern und anderem Zeug sammelt sich dann in den Ranzen bzw. Rucksäcken, die viel zu schwer sind auch wenn wir schon darauf achten, dass die Kinder nicht alles jeden Tag mitgeschleppen.
      Muss das wirklich sein?

      • ” die Lehrer für diese Kosten selbst aufkommen.” Das ist ja eine hübsche Vorstellung.
        Kopien werden bezahlt aus dem Betrag, den die Eltern als Kopierkosten pro Halbjahr bezahlen – oder aus dem Schuletat, der letztendlich aus Steuergeldern stammt.
        Einem Wust von Blättern und anderem Zeug kann man mit guter Mappenführung begegnen. Das kann man lernen. Es ist nun einmal so, dass nicht alles in der Form in Schulbüchern und Arbeitsheften angeboten wird, wie es gebraucht wird, so dass jeder Lehrer Zusatzmaterialien erstellen muss. Nicht zuletzt die Differenzierung verlangt diese Maßnahme.

      • mehrnachdenken

        @ Mutter
        Mittlerweile gibt für jedes Fach m.E. viel zu viele Materialien. Niemand schafft es, alles in einem Schuljahr durchzuarbeiten. Dann kann es sein, dass mir als Lehrkraft das Angebot zu einem Thema in dem Buch nicht sonderlich gefällt. Ich sehe mich also um und hole mir aus anderen Quellen Anregungen. Zum Beispiel stelle ich die Aufsatzlehrgänge generell aus vielen verschiedenen Materialien zusammen. Die Bücher setze ich dann nur schwerpunktmäßig zu bestimmten Teilaspekten ein wie bspw. Aufgaben zur wörtlichen Rede.
        Ich kenne es so, dass nicht die Lehrkräfte die Kopien bezahlen, sondern die Eltern werden am Anfang des Schuljahres um einen bestimmten Betrag gebeten.
        Andererseits gibt es Schulen, die so genannte Kopierkontingente vergeben. Wer damit nicht auskommt, muss selber zahlen.
        Nach Dr. Klippert gehören Heft- und Mappenführung zu den Methodenkompetenzen, die den SchülerInnen ab der 1. Klasse vermittelt werden müssen. An vielen Schulen erhält dieses Thema inzwischen die notwendige Aufmerksamkeit. SchülerInnen, die über diese Kompetenz verfügen, wissen, wie Arbeitsblätter gestaltet und abgeheftet werden. Wenn die SchülerInnen allerdings nicht angeleitet werden, sieht es in ihrer Tasche bzw. in den Mappen bald recht chaotisch aus.

  6. @mehrnachdenken
    Ich fürchte ebenso wie Sie, dass die Klage wegen 14,36 Euro dem Ansehen der Lehrer, das sowieso nicht das beste ist, schlecht bekommt. Da ist es eine Frage des Fingerspitzengefühls, ob auf prinzipielles Recht gepocht wird oder nicht.
    @klexel
    Welchen Schultyp und welche Fächer meinen Sie, bei denen “pro Schuljahr locker ein paar hundert Euro” ausgegeben werden müssen? Diese Behauptung erscheint mir weit überzogen.
    Sollte sie stimmen, dann können solche Kollegen ihre Unkosten steuerlich geltend machen. Aber wie gesagt, ich kann mir diese Unkosten pro Jahr nicht vorstellen. Das hieße ja, dass sich die Lehr- und Lernbücher jedes Jahr ändern und die Zusatzmaterialien ebenfalls jedes Jahr erneuert werden müssen.
    Berufsanfänger haben meiner Meinung nach ein gewisses Kostenproblem, das aber auch nicht ewig dauert.

    • @Gerald: Das hab ich doch oben alles sehr genau beschrieben.
      Gerade bei den Fremdsprachen in der SEK I und II sind die Materialien sehr teuer, weil es die vielen Schüler-, Lehrer-, Klassenarbeits- und Übungs-CDs zu kaufen gilt. Außerdem Hefte mit Kopiervorlagen, die wegen der Kopierlizenz von Haus aus teuer sind. Hat man ein neues Buch eingeführt, hat man z.b. über 6 Jahre jedes Jahr diese Kosten für je einen Jahrgang, und spätestens 8 Jahre nach Einführung wird ein neues Buch eingeführt. Die Fremdsprachendidaktik ist da sehr kreativ.Dann beginnt alles wieder von vorne. – Die Zeiten, wo man mit einem Buch 20 Jahre lang unterrichtet bis es auseinander fällt, sind ja wohl vorbei.

      • Ergänzung: Ich unterrichte zwei Fremdsprachen – so errechnet sich das. Genauere Preise gibts z.b. bei Klett zu sehen.

        • @klexel
          Aber die Sprachen ändern sich doch nicht alljährlich. Und neue Schülbücher dürfen auch nur alle paar Jahre neu eingeführt werden.
          Da helfen mir zum Verstehen Ihrer lockeren paar hundert Euro pro Jahr die Preise bei Klett auch nicht weiter. Dieser Hinweis ist für mich am unverständlichsten.
          Es wäre schön, wenn Sie die hohen Ausgaben näher erklären könnten.

          • Ich habe es oben erklärt…

          • Ich habe eben mal nur kurz die Materialien von Klett für Englisch Klasse 7 durchgerechnet (vom Schülerbuch über Klassenarbeitsmats bis zum Schülervideo, Lösungshefte, Hör-CDs etc. = 218,75. Das ist EIN Jahrgang in EINER Sprache.

            Ich unterrichte aber von Klasse 5 – 10. Wird ein Buch neu eingeführt, brauche ich diesen Betrag von Klasse 5 – 10 aufsteigend jedes Jahr. Dann ist das Buch 6 Jahre im Gebrauch. Wenn ich Glück habe, bleibt es noch 2-4 Jahre, dann gibt es neue Richtlinien – und natürlich ein neues Buch, das jahrgangsweise von unten aufsteigend wieder eingeführt wird.

            Da ich aber auch noch Französisch unterrichte, habe ich das doppelte Vergnügen: Hab eben nachgeschaut. Unser Französischbuch wurde 2004 eingeführt. Es läuft jetzt aus, denn es gibt ab Klasse 6 jetzt ab diesem Schuljahr ein neues Buch. Natürlich müssen wir nicht sofort auf den neuen Zug aufspringen, aber in 1-2 Jahren werden wir es tun müssen. Und ein Folienordner für den Anfangsunterricht kostet bisher mal locker 120 €, wird beim neuen Buch sicher wieder teurer.
            Bei meiner Rechnung sind noch keine Software oder Materialien für das Whiteboard dabei, weil wir keines haben. Wobei solche Materialien sicher auch vom Etat für alle und nicht pro Lehrer angeschafft werden müssen. Teile davon aber schon, denn ich bräuchte ja die Software auch zu Hause zur Erstellung von U-Material. Jetzt klar??
            Wahrscheinlich kann ein Mathe- oder Chemielehrer da nicht mithalten, ich ärgere mich aber, dass meine Angaben hier angezweifelt werden und ich drei Beiträge brauche, um mich zu rechtfertigen. Warum sollte ich hier falsche Angaben machen? Es kann jeder überprüfen.

  7. Die 14,36 Euro sind doch nicht wegen der Höhe des Betrages gewählt, sondern weil es um eine grundsätzliche Entscheidung geht und die Anwalts- und Gerichtsgebühren nach der Höhe des Streitwerts berechnet werden. Wäre es beeindruckender, wenn der Kläger Bücher im Gesamtwert von 500 Euro ersetzt bekommen möchte?
    Juristisch wurde die Frage klar entschieden: Für die notwendigen Arbeitsmittel kommt der Arbeitgeber auf. Sie sind nicht von dem Gehalt zu finanzieren. In welcher Branche (außer dem Bildungsbereich) wird das anders gehandhabt?

    • Hallo!DANKE, Sympathe!!! Endlich mal jemand, der auf den Punkt gekommen ist. Alle anderen möchte ich fragen:
      “Leute,habt ihr sonst nix zu tun?”

      • Warum, liebe Mama51, bist du nicht selbst auf den Punkt gekommen, nach dem du dich offenbar so gesehnt hast? Muss doch frustrierend sein, so lange zu warten, bis jemand anderes das für dich tut. Ich fürchte, da hast du noch einiges an Emanzipation nachzuholen.
        Jedenfalls wünsche ich dir, dass du in Zukunft nicht mehr DANKE mit “Endlich” verbinden musst, was leider hilflos klingt.
        Ich drücke auf jeden Fall beide Daumen, dass es dir bald gelingt, dich selbst zu artikulieren und nicht auf andere zu hoffen.

      • mehrnachdenken

        @ Mama51
        Zwingt Sie jemand, das hier zu lesen?

  8. @klexel
    Danke für Ihre Mühe. Jetzt kann ich die Sache besser nachvollziehen.

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