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Immer mehr Kinder aus Einwanderer-Familien mit Sprachproblemen

BERLIN. Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, schlägt Alarm: Immer mehr Migranten-Kinder brauchen zusätzliche Sprachförderung, weil ihre Deutschkenntnisse für den Schulunterricht nicht ausreichen. Dies berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf neue Zahlen von Bund und Ländern. Die Ursache liege darin, dass in vielen Zuwandererfamilien zu Hause kaum oder gar kein Deutsch gesprochen werde.

Warnt vor wachsenden Sprachproblemen von Einwandererkindern: Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Foto: Laurence Chaperon, Wikimedia (CC BY-SA 3.0 DE)

Warnt vor wachsenden Sprachproblemen von Einwandererkindern: Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Foto: Laurence Chaperon, Wikimedia (CC BY-SA 3.0 DE)

Die Zeitung nennt als Beispiel Hamburg, wo laut Statistikamt Nord 23 Prozent der Grundschüler zu Hause kaum Deutsch sprechen. In Bayern sei für knapp 15 Prozent der Grundschüler die «Verkehrssprache» in der Familie nicht Deutsch; in Nordrhein-Westfalen treffe das auf 18 Prozent der Grundschüler zu.

Böhmer sagte dem Blatt: «In einzelnen Ländern braucht fast jedes zweite Kind gezielte Sprachförderung. Das ist eine gewaltige Aufgabe. Sie muss überall oberste Priorität haben.» Wer kein Deutsch spreche, sei nur «Zaungast in unserem Land». Jedes Kind sollte mit Eintritt in die Schule so gut Deutsch sprechen, dass es dem Unterricht folgen kann. «Umso wichtiger ist die Sprachförderung von Anfang an.» Auch die Eltern müssten erreicht werden. Bei Zuwandererkindern sei der Anteil derjenigen, die einen Kindergarten besuchten, bei weitem nicht so hoch wie bei deutschen Kindern. Experten hegen allerdings Zweifel daran, ob die mittlerweile in allen Bundesländern existierenden Projekte zur Sprachförderung im Kindergarten ihre Ziele erreichen.

Böhmer forderte insbesondere von den Kommunen, aktiv auf Migranten zuzugehen. Dazu gehöre auch eine verstärkte Entwicklung der Ausländerbehörden zu «Welcome-Centern». Ausländerbehörden seien zwar Ordnungsbehörden, aber es komme auch darauf an, wie jemand angesprochen werde, sagte Böhmer.

Auch Lehrer und Erzieher sollen sich mehr einbringen. Sprachförderung von Einwandererkindern muss aus Böhmers Sicht ein fester Baustein in der Ausbildung von Lehrern und Erziehern sein. Sie müssten besser auf die Aufgabe vorbereitet werden, Deutsch als Zweitsprache zu vermitteln, forderte sie auf der Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten in Saarbrücken. An der zweitägigen Konferenz nehmen rund 250 Integrationsbeauftragte aus Bund, Ländern und Kommunen teil. dpa

(14.5.2013)

Zum Bericht: „Experten: Sprachförderung im Kindergarten bringt zu wenig“

5 Kommentare

  1. „Aktiv auf Migranten zugehen“ und „Welcome-Center“ klingt ja gut. Diese Leier ist jedoch schon seit Jahren zu hören. Ich vermisse allmählich bei vielen Migranten-Familien die Bereitschaft, sich selbst anzustrengen für das Erlernen der deutschen Sprache. Wenn sie das nicht tun, nützt alle angebotene Hilfe nichts.
    Bei diesbezüglicher und anderer Kritik muss man allerdings vorsichtig sein, um nicht gleich als rechtsextrem zu gelten.
    In diesen Ruf wäre wahrscheinlich auch der ehemalige australische Premier John Howard geraten, hätte er seine Rede, die er am 3.6.2008 an die Muslime in seinem Land richtete, irgendwo in Deutschland gehalten. Hier ein Ausschnitt:
    „Dies ist unser Land, unsere Nation und unser Lebensstil, wir räumen euch jede Möglichkeit ein, all diese Errungenschaften mit uns zu genießen und zu teilen. Aber wenn ihr euch ständig beschwert, Mitleid sucht, unsere Fahnen verbrennt, unseren Glauben verurteilt, der Teil unserer Kultur ist, unsere christlichen Werte missachtet, weil GOTT euch beleidigt, unseren Lebensstil verurteilt, dann ermutige ich euch, einen weiteren Vorteil unserer großartigen Demokratie und Gesellschaft zu nutzen:
    Dem Recht, unser Land zu verlassen.“

  2. mehrnachdenken

    @ bolle
    Großartig!! Diese Courage bringt in unserem Land doch kein politisch Verantwortlicher auf.

  3. warum wurde GOTT denn sooooo groß geschrieben?

  4. Martin Schuster

    „…es komme darauf an, wie man angesprochen werde“, meint die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer.
    Ja, das ist so, was jedoch nicht bedeutet, dass es richtig ist, dem anderen immer alles auf dem Silbertablett zu servieren. Diese Welcome-Art kann auf Dauer auch Verachtung hervorrufen, weil Freundlichkeit als Schwäche interpretiert wird.
    Und Maria Böhmer halte ich in der Tat für eine blässliche, schwache Integrationsbeauftragte, die nur eine Richtung kennt, nämlich die, immer so zu handeln, wie es der politisch korrekte Zeitgeist erfordert. Und dieser bläst nun mal aus der Multi-Kulti-Ecke.

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