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Bayerns SPD-Spitzenkandidat fordert Notprogramm zur Ausbildung von Erzieherinnen

MÜNCHEN. Die Kinderbetreuung wird bundesweit rasant ausgebaut – doch in vielen Kindergärten und -krippen können wegen Personalmangels schon jetzt nicht mehr alle Stellen besetzt werden. SPD-Spitzenkandidat Ude verlangt Abhilfe.

SPD-Spitzenkandidat Christian Ude fordert ein Notprogramm der Staatsregierung zur Ausbildung von Erzieherinnen für die Kinderbetreuung. Das Hauptproblem beim Krippenausbau liege in der Vernachlässigung der Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen durch die Bundesländer, sagte Ude der Nachrichtenagentur dpa. «Die wären dafür zuständig gewesen. Der wahre Engpass wird in den kommenden Jahren nicht der Bau neuer Krippen sein, sondern das fehlende Personal, das ist die größte Hürde.»

Die Kommunen stießen hier an ihre Grenzen, da der Arbeitsmarkt wie leer gefegt sei. «Ich schlage deshalb ein Notprogramm der Staatsregierung zur Ausbildung von Erzieherinnen vor, das ich als Ministerpräsident auch umsetzen werde», sagte der Münchner Oberbürgermeister. «Die Zahlen müssen sprunghaft steigen, um der explodierenden Nachfrage gerecht zu werden.»

Verspricht mehr Investitionen in die Bildung - wenn dafür mehr Geld aus Berlin kommt: Christian Ude, Spitzenkandidat der SPD in Bayern. Foto: SPD in Niedersachsen/Flickr (CC BY 2.0)

Befindet sich im Wahlkampf: Christian Ude, Spitzenkandidat der SPD in Bayern. Foto: SPD in Niedersachsen/Flickr (CC BY 2.0)

Eine junge Erzieherin verdient nach fünfjähriger Ausbildung samt Weihnachtsgeld und Zulagen in München annähernd 33 000 Euro brutto im Jahr. Ude schlägt im Rahmen des «Notprogramms» vor, «die Ausbildungsdauer zumindest vorübergehend von fünf auf vier Jahre zu verkürzen. Zweitens brauchen wir die Einstellung von Assistenzkräften, die den Erzieherinnen zur Hand gehen können, aber nicht deren hohe Qualifikation benötigen. Drittens muss das unsinnige Betreuungsgeld, das ab 1. August zum Fenster hinaus geworfen wird, teilweise für die Schaffung von mehr Ausbildungseinrichtungen und die Ausbildung zusätzlicher Erzieherinnen verwendet werden.»

Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz gilt ab 1. August. Landesweit haben es nach Angaben der jeweiligen Stadtverwaltungen alle Großstädte es geschafft, ausreichend Plätze einzurichten – mit Ausnahme von München. Die Landeshauptstadt hat zwar mehr Plätze eingerichtet als jede andere bayerische Kommune und die landesweit höchste Versorgungsquote erreicht – doch der Bedarf ist so groß, dass derzeit 560 Kinder auf der Warteliste für einen Krippenplatz stehen.

«Wir haben in München bei den Krippenplätzen jetzt bereits einen Versorgungsgrad von 55 Prozent und werden bis Ende des Jahres 66 Prozent erreichen», sagte Ude dazu. «Ich kenne keine andere Großstadt in Bayern, die das übertrifft.» Ude warf Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) vor, die Landeshauptstadt schlecht zu reden: «Die Sozialministerin, die offensichtlich im Geiste immer noch Generalsekretärin der CSU ist, diskreditiert ausgerechnet den Rekordhalter, was schon kurios und befremdlich ist.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren steige in einem Maße, «wie es vor kurzem noch unvorstellbar war», sagte Ude. «Die Münchner Bevölkerung wächst, es gibt einen hohen Geburtenüberschuss und es kommen eben gerade junge Leute mit Kindern wegen der guten und bewährten Angebote in Kinderbetreuung und Bildung nach München. Je pädagogisch wertvoller das Angebot in der Kinderbetreuung, desto höher die Nachfrage. Das spricht sich ja unter den Eltern herum.» dpa

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