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Bundesagentur: In Kitas droht vorerst kein Personalengpass

NÜRNBERG. Auch wenn manche Großstädte derzeit händeringend Erzieherinnen suchen – in den meisten Regionen sieht die Bundesagentur für Arbeit derzeit keinen Personalengpass in der Kinderbetreuung. Trotzdem könnte manches besser laufen, räumt sie ein.

Trotz des zum 1. August startenden Rechts auf einen Platz zur Kleinkindbetreuung droht nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorerst kein Personalengpass in Krippen und Kindertagesstätten. Eine aktuelle Analyse des Arbeitsmarktes zeige, dass es genügend Kräfte gebe, um freie Stellen in Kinderbetreuungseinrichtungen vergleichsweise rasch besetzen zu können, berichtete die Bundesagentur in Nürnberg.

Den 7200 gemeldeten Stellen hätten in den vergangenen zwölf Monaten 13.400 arbeitslose Erzieher und Kinderpfleger gegenübergestanden, geht aus einer BA-Analyse zur Lage auf dem Arbeitsmarkt für Erzieher hervor. Auf 100 gemeldete freie Stellen kämen damit 186 Arbeitslose. Allerdings gebe es große regionale Unterschiede, räumte die Bundesagentur ein.

Schwierig gestalte sich etwa die Suche nach Erzieherinnen und Kinderpflegern im Saarland. Dort kämen lediglich 39 Arbeitslose auf 100 gemeldete Stellen. In Baden-Württemberg liege dieses Verhältnis bei 56 zu 100, in Bayern bei 64 zu 100, in Rheinland-Pfalz bei 68 zu 100 und in Hessen bei 92 zu 100. In den meisten anderen Ländern ist das Verhältnis umgekehrt.

Allerdings seien vielerorts die Potenziale längst nicht ausgeschöpft, um personelle Lücken in den Kinderkrippen oder Kindertagesstätten zu schließen. Nach Erkenntnissen der BA gab es im Schnitt der vergangenen zwölf Monate bundesweit allein 37.400 Männer und Frauen, «die für eine Tätigkeit als Fachkraft im Bereich Kinderbetreuung und Kindererziehung ansprechbar waren», heißt es in der 24-seitigen BA-Analyse.

Als Beispiel führt die Nürnberger Bundesbehörde 8400 erwerbslose Erzieherinnen und Kinderpfleger an, die aus unterschiedlichen Gründen eine neue berufliche Perspektive suchten. Möglicherweise könne ein Teil von Ihnen mittels gezielter Ansprache zur Rückkehr in den angestammten Beruf motiviert werden. Zudem gebe es 15.200 von Arbeitslosigkeit bedrohte Männer und Frauen, die sich für einen Job in der Kinderbetreuung interessierten. Viele von ihnen hätten sogar Erfahrung in der Kinderbetreuung.

Aktuelle Personalprobleme in Krippen und Kindertagesstätten könnten nach der BA-Einschätzung auch dadurch gelöst werden, dass teilzeitbeschäftigte Erzieherinnen und Kinderpfleger dazu motiviert werden, ihre Arbeitszeit zu verlängern. Derzeit gebe es in der Kinderbetreuung mit einem Anteil von 73 Prozent so viel Teilzeitbeschäftigte wie in kaum einer anderen Branche.

Das für Hartz-IV zuständige BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt setzt außerdem auf eine verstärkte Aus- und Fortbildung. Jobcenter hätten rund 6000 arbeitslose Frauen und Männer darauf angesprochen, ob sie nicht Interesse am Erzieherberuf hätten. Von ihnen würden demnächst 1500 Arbeitslose eine Qualifizierungsmaßnahme beginnen. Alt bedauerte, dass dafür bislang noch nicht in allen Bundesländern ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stünden. Auch die Finanzierung sei noch nicht überall geklärt. dpa

Zum Bericht: „Bayerns SPD-Spitzenkandidat fordert Notprogramm zur Ausbildung von Erzieherinnen“

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