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Weltweiter Trend: Lehrer verdienen immer weniger

PARIS. Die Industrieländer-Vereinigung OECD hat festgestellt, dass die Einkommen von Lehrern in ihren Mitgliedsländern gesunken sind – ein Trend, der offenbar weltweit zu beobachten ist. Außerhalb der OECD werden Lehrereinkommen laut der internationalen Lehrergewerkschaft Education International (EI) schon seit längerem gekürzt, wie die „Deutsche Welle“ berichtet.

In vielen Staaten mussten Lehrer in den vergangenen Jahren Gehaltskürzungen hinnehmen. Foto: Fred Rockwood / flickr (CC BY-SA 2.0)

In vielen Staaten mussten Lehrer in den vergangenen Jahren Gehaltskürzungen hinnehmen. Foto: Fred Rockwood / flickr (CC BY-SA 2.0)

Im OECD-Durchschnitt sanken die Lehrergehälter zwischen 2009 und 2011 (aktuellere Daten sind nicht verfügbar) um zwei Prozent. Allerdings hätten die Lehrkräfte n einigen Ländern in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise erhebliche Einschnitte hinnehmen. Etwa in Griechenland, wo die Lehrergehälter um 17 Prozent gekürzt wurden. Überdurchschnittliche Gehaltskürzungen mussten laut Bericht auch die Lehrer in Ungarn, Irland und Spanien hinnehmen.

In Entwicklungs- und Schwellenländern ist „die Entwicklung, die wir bei den Gehältern von Lehrern beobachten, sehr besorgniserregend, insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, in vielen südostasiatischen Ländern und in Lateinamerika“, so zitiert die „Deutsche Welle“ EI-Mitarbeiter Gunters Satlaks. Ursächlich dafür seien Reformen im Bildungssystem, die von Regierungen zum Anlass genommen würden, die Arbeitsbedingungen von Lehrern zu verschlechtern. In einigen der betroffenen Länder sei es bereits schwierig geworden, Berufsnachwuchs zu finden – weshalb, wie im Senegal, zunehmend ehrenamtliche, schlecht ausgebildete Ersatzlehrer zum Einsatz kämen.

„Sollte sich dieser Trend fortsetzen, besteht die Gefahr, dass es keine neue Generation motivierter Lehrkräfte geben wird“, warnte die EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ bereits mit Blick auf die europäischen Staaten. Schließlich seien viele Länder auf Nachwuchs-Lehrer angewiesen, weil viele Pädagogen in naher Zukunft in Pension gingen. Am unattraktivsten sind laut Bericht OECD-weit die Lehrergehälter in der Slowakei, Island und Tschechien. Dort verdienen die Pädagogen nur etwa halb so viel wie andere hoch qualifizierte Berufstätige. Überdurchschnittlich bezahlt werden Lehrer unter anderem in Korea, Luxemburg und Neuseeland

In Deutschland, so berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ verdient ein Lehrer vergleichsweise viel – insbesondere die Berufseinsteiger. Eine Grundschullehrerin steige hierzulande beispielsweise mit umgerechnet 46.456 US-Dollar pro Jahr ein (OECD-Durchschnitt 28.523 US-Dollar). Am Ende ihrer Karriere verdiene sie 61.209 US-Dollar (OECD-Durchschnitt: 45.100 US-Dollar). Insgesamt verdient ein deutscher Lehrer dem Bericht zufolge etwa genauso viel wie der Durchschnitt anderer Arbeitnehmer mit einem Hochschulabschluss. In vielen anderen OECD-Ländern bekämen Lehrer weniger. Laut OECD verdienen sie – je nach Art der Schule – durchschnittlich nur zwischen 80 und 89 Prozent des Gehaltes, das ein Arbeitnehmer mit Universitätsabschluss in der Wirtschaft erhält. Doch der Trend könnte auch in Deutschland bald nach unten zeigen: Die Nullrunden, die verbeamtete Lehrer in einigen Bundesländern hinzunehmen haben, lassen auch hierzulande zumindest die Realeinkommen sinken. News4teachers

Zum Bericht: Proteste gegen Nullrunden: Kraft trotzt Pfeifkonzert

 

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