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Sachsen-Anhalts Schuljahr beginnt mit 13 Gemeinschaftsschulen

MAGDEBURG. Die Sommerferien sind vorbei, die Klassenzimmer in Sachsen-Anhalt füllen sich wieder. Einige Dinge sind neu, manche Probleme dagegen schon ziemlich alt.

Für etwa 180 000 Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt beginnt an diesem Donnerstag das neue Schuljahr. Nach gut sechs Wochen Ferien gibt es für einige der Schüler und Lehrer eine wichtige Neuerung: Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 starten auch die ersten Gemeinschaftsschulen. Dem Kultusministerium zufolge nehmen 13 solche Einrichtungen die Arbeit auf. Bis zur achten Klasse sollen Kinder dort gemeinsam lernen, ohne nach dem angestrebten Abschluss in entsprechende Kurse oder Klassen sortiert zu werden. Es beginnt mit Klassenstufe fünf.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) ist neuer KMK-Präsident. Foto: Kultusministerium Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) hat jetzt auch Gemeinschaftsschulen im Land. Foto: Kultusministerium Sachsen-Anhalt

Über die weitere Entwicklung der Gemeinschaftsschule in Sachsen-Anhalt will Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Montag in Magdeburg informieren. Außerdem legt er die aktuellen Daten der Schulstatistik vor.

Elternrat und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wollen das Projekt Gemeinschaftsschule genau verfolgen. «Ich finde es gut, dass vorerst nur 13 solcher Schulen starten», sagt der Vorsitzende des Landeselternrates, Thomas Jaeger. Die könnten ihre Erfahrungen sammeln und später weitergeben. Gegner befürchten, dass leistungsstarke Schüler ausgebremst werden. «Ich sehe das nicht ganz so krass», sagt Jaeger. Wenn Lehrer und Eltern an einem Strang zögen, sei die individuelle Förderung der Schüler auch gegeben.

Angesichts wieder steigender Schülerzahlen warnt die GEW vor Lehrermangel. «Nach den Prognosen des Kultusministeriums wird es im neuen Schuljahr 167 000 Kinder und Jugendliche an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen geben, das sind etwa 1500 bis 2000 mehr als im vergangenen Schuljahr», sagt GEW-Chef Thomas Lippmann. Die Zahl werde in den kommenden Jahren weiter steigen. Etwa 600 Lehrer seien ausgeschieden, nur etwa die Hälfte der Stellen sei wieder besetzt worden. «Damit ist bereits ein Unterrichtsausfall vorprogrammiert.» Und der betreffe nun alle Schularten und nicht mehr nur die klassischen «Ausfall-Fächer» wie Musik und Kunst, sondern auch zunehmend Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen.

«Dass es zu wenig Lehrer gibt, merken wir auch an der steigenden Zahl von Ablehnungen von Altersteilzeit», sagt Lippmann. Und das, obwohl das Durchschnittsalter der etwa 15 000 Lehrkräfte im Land ständig gestiegen sei und bereits jetzt bei 50,4 Jahren liege. Nur 1000 Lehrer in Sachsen-Anhalt (7 Prozent) seien jünger als 40. «Das bedeutet nicht, dass ältere Lehrerinnen und Lehrer schlechter sind», betont der GEW-Chef. Doch es müsse diskutiert werden, ob es gut sei, wenn Kinder und Jugendliche von Lehrern unterrichtet würden, die ihre Omas und Opas sein könnten.

Lippmann fordert, dass künftig alle ausscheidenden Lehrkräfte per Neueinstellung ersetzt werden müssen. Das seien zwischen 500 und 800 Lehrkräfte pro Jahr, die geplanten 200 der Landesregierung seien eindeutig viel zu wenig. Viele der Lehrer seien bereits jetzt überlastet. Die Landesregierung habe verpasst, auf steigende Schülerzahlen zu reagieren, nachdem diese 15 Jahre lang gesunken waren. «Dadurch hatten wir teilweise einen gewissen Überhang an Lehrkräften, doch das funktioniert so nicht mehr.» Sabine Fuchs/dpa

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