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Jahrestagung der Leopoldina – Gauck spricht, 100 Schüler dabei

HALLE. Welchen Einfluss haben Geist und Gesellschaft auf die Entwicklung des Menschen? Mit dieser Frage beschäftigen sich von Freitag an hochrangige Wissenschaftler. Auch der Bundespräsident sowie 100 Schüler werden erwartet.

Wird zur Eröffnung der Leopoldina-Jahrestagung erwartet: Bundespräsident Gauck offenbar nicht. Foto: www.dts-nachrichtenagentur.de

Wird zur Eröffnung der Leopoldina-Jahrestagung erwartet: Bundespräsident Gauck offenbar nicht. Foto: www.dts-nachrichtenagentur.de

Um neueste Erkenntnisse über die Entwicklung der Persönlichkeit des Menschen geht es bei der Jahresversammlung der Nationalakademie Leopoldina in Halle. Sie steht ab Freitag unter dem Thema «Geist–Gehirn–Genom–Gesellschaft – Wie wurde ich zu der Person, die ich bin?». Erwartet werden mehr als 400 Wissenschaftler aus aller Welt – darunter Psychologen, Mediziner, Philosophen, Historiker und Sozialwissenschaftler. Sie wollen dieses Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. 20 Fachvorträge stehen auf dem Programm. Sie behandeln unter anderem die Wirkung der Umwelt auf die Gene des Menschen und den Einfluss des mütterlichen und väterlichen Genoms auf das Gehirn.

Ein allgemeinverständlich gehaltener Vortrag richtet sich sich am Freitagabend auch an interessierte Laien. Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman (USA) wird über sein Buch „Thinking, Fast and Slow“ sprechen. Darin beschreibt der renommierte Psychologe zwei Systeme des Denkens, die unsere Urteilsfähigkeit bei Entscheidungen beeinflussen: die schnelle Intuition und das etwas langsamere rationale Abwägen.

Zur feierlichen Eröffnung der dreitägigen Veranstaltung werden der Schirmherr der Leopoldina, Bundespräsident Joachim Gauck, und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident, Reiner Haseloff (CDU), erwartet. Außerdem sollen herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit acht Preisen und Medaillen ausgezeichnet werden. Zudem ernennt die Leopoldina zwei Ehrenförderer.

Gäste der Jahresversammlung sind auch 100 begabte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland. Sie können die Vorträge verfolgen und mit hochkarätigen Forschern ins Gespräch kommen. Hauptaufgabe der Nationalakademie ist es, die Politik zu beraten, Brennpunkte der Gesellschaft zu benennen und Empfehlungen abzugeben.

Die Leopoldina gilt als eine der ältesten naturwissenschaftlichen Gelehrtengesellschaften in Europa. Ihr gehören derzeit rund 1400 gewählte Mitglieder aus 30 Ländern an, darunter etwa 30 Nobelpreisträger. Die Leopoldina vertritt zudem die deutsche Wissenschaft in internationalen Akademieverbünden. Als Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina wurde sie am 14. Juli 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. Grundlage dafür war ein Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern.

Neue Mitglieder werden von einem Gremium gewählt. Mitglied der Leopoldina kann den Angaben zufolge nur werden, wer sich mit herausragenden wissenschaftlichen Leistungen empfohlen hat. So berühmte Forscher wie Albert Einstein, Charles Darwin, Max Planck und Niels Bohr gehörten ihr an. Ihre Bibliothek umfasst rund 240.000 naturwissenschaftliche und medizinische Bände.

Im Jahr 1652, fast ein Jahrzehnt vor der Gründung der Royal Society in London, legten vier Ärzte in der Freien Reichsstadt Schweinfurt den Grundstein für die Gründung der «Academia Naturae Curiosorum». Ihren Namen erhielt die Naturforscher-Akademie Leopoldina, als Kaiser Leopold I. sie 1687 zur Reichsakademie erhob. Die Akademie zog später um, seit 1878 hat die Leopoldina ununterbrochen ihren Sitz in Halle. dpa

Hier gibt es mehr Informationen zu der Jahrestagung.

 

 

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