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Chemie-Nobelpreisträger Michael Levitt ist ein guter Bekannter in Deutschland

BERLIN. Vor der Bekanntgabe der Chemie-Nobelpreisträger hat sich der Naturwissenschaftler Michael Levitt ganz kurz einmal nur auf seine Intuition verlassen. Er habe ein Gefühl gehabt, «dass etwas in der Luft liegt», sagte der 66-Jährige laut einer Mitteilung der Universität Stanford. Um 1.00 Uhr sei er ins Bett gegangen und dann um 2.15 Uhr von dem Anruf aus Stockholm wieder aufgeweckt worden. Sein Gefühl hatte ihn nicht getäuscht. Um 2.15 Uhr wusste Levitt: Er selbst ist unter den Preisträgern.

Berät das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie: der frischgebackene Nobelpreisträger Michael Levitt. Foto: Keilana / Wikimedia Commons

Berät das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie: der frischgebackene Nobelpreisträger  für Chemie, Michael Levitt. Foto: Keilana / Wikimedia Commons

Der Strukturbiologe von der Universität Stanford ist jemand, dem Forscherkollegen die Auszeichnung gönnen. «Er ist einfach ein angenehmer Zeitgenosse, was nicht für alle Nobelpreisträger gilt», beschreibt ihn Herbert Jäckle vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Dort sitzt Levitt seit Jahren im wissenschaftlichen Beirat und berät das Institut.

In seiner Laufbahn ist er viel herumgekommen. Geboren in Südafrika, Physik-Studium in England, ein langer Aufenthalt in Israel. Spätestens dort schwenkte Levitt endgültig in die Chemie um. Wie der zweite Preisträger Arieh Warshel erforschte er am Weizmann Institut, wie sich Atome in Molekülen bewegen, um am Computer chemische Reaktionen zu simulieren. Diese Frage ließ ihn bis heute nicht los.

An der US-Eliteuni Stanford fand Levitt 1987 seine Heimat. Inzwischen hat er drei verschiedene Pässe: Levitt ist US-Bürger, britischer und Medien zufolge auch israelischer Staatsangehöriger. Mit seiner Frau Rina lebt er in den USA. Das Paar hat drei Kinder.

Jäckle lobt die bescheidene Art seines Kollegen: «Er ist kein „Bullshitter“, wie man im Englischen sagt. Er redet, wenn er etwas zu sagen hat, und ist vor allem ein guter Zuhörer.» Außerdem fördere Levitt Nachwuchsforscher. «Er kümmert sich viel um junge Wissenschaftler und fördert ihre Karrieren. Er spannt sie also nicht nur vor den Wagen seiner eigenen Ideen, sondern lässt sehr viel eigene Kreativität zu.» dpa

Zum Bericht: Vom Waldorfschüler zum Hirnforscher: Thomas Südhof erhält Nobelpreis

 

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