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Immer mehr Realschulen wollen Gemeinschaftsschulen werden – Gymnasien nicht

STUTTGART. Langsam kommen nach den Hauptschulen auch die Realschulen in Baden-Württemberg auf den Geschmack: Immer mehr wollen Gemeinschaftsschule werden. Die Gymnasien bleiben weiter auf Abstand; über Kooperationen mit der neuen Schulart kommen sie derzeit nicht hinaus.

Das Konzept der Gemeinschaftsschule wird für Realschulen zunehmend attraktiver. Unter den 108 Antragstellern auf Gemeinschaftsschule für das Schuljahr 2014/15 sind 15 Realschulen. Das sind nach Auskunft des Kultusministeriums vom Mittwoch fast viermal so viele wie bei der zweiten Tranche vor einem Jahr. Unter den Realschulen sind sieben bislang selbstständige und sechs in einem Schulverbund mit einer Grund- und Haupt-Werkrealschule; zwei Anträge stammen von privaten Trägern. Die restlichen Bewerber sind Haupt- und/oder Werkrealschulen. «Den Realschulen wird immer klarer, dass sie als Gemeinschaftsschule der großen Unterschiedlichkeit ihrer Schüler besonders gut gerecht werden können», sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) in Stuttgart.

Die Anträge werden im Januar 2014 von der Schulverwaltung entschieden. Dabei falle die Entscheidung im Einklang mit der regionalen Schulentwicklung, teilte das Ministerium weiter mit. Dafür muss eine Gemeinschaftsschule unter anderem langfristig mindestens 40 Schüler in der Eingangsstufe aufweisen. Auch eine Abstimmung des Schulträgers mit den Nachbarkommunen ist notwendig. Zentrales Kriterium für die Genehmigung ist aber das pädagogische Konzept, also die Frage, inwieweit individualisiertes und Lernen in der Gruppe, der Ganztagsunterricht und die Teilhabe behinderter Schüler umgesetzt werden.

Gymnasien haben bislang noch keinen Antrag gestellt. Doch werde vermehrt zwischen dieser Schulart und der Gemeinschaftsschule zusammengearbeitet, etwa Inhalte abgestimmt. Überdies sind nach Ministeriumsangaben 108 Gymnasiallehrer an Gemeinschaftsschulen abgeordnet sowie 114 Realschullehrer.

Derzeit gibt es an 129 Standorten zwischen Main und Bodensee eine Gemeinschaftsschule. Zu den 42 Starterschulen des Schuljahres 2012/13 kamen im laufenden Schuljahr 87 weitere hinzu. Für die Anträge zum Schuljahr 2015/16 läuft die Frist im Juni 2014 aus.

Aus Sicht von Stoch beweist die Zahl der Bewerbungen die hohe Akzeptanz der neuen Schulart, die vor allem auf individuelle Förderung setzt: «Sie zeigt, dass die Gemeinschaftsschule bereits nach zwei Jahren im Land verankert ist.» dpa

Zum Bericht: Schulentwicklung im Südwesten – Bürgermeister müssen «Illusionen begraben»

 

4 Kommentare

  1. 7 eigenst. Realschulen also sollen ein Erfolg sein. 7 von 430. 1, 6 Prozent. Eine Wahnsinnsakzeptanz. Verarscht doch jemand anderen.

    • Ähm? In der kurzen Zeit mal so eben die Schulform ändern… da finde ich das tatsächlich einen Erfolg. Und das ganz, ohne mich selbst verarschen zu müssen.

  2. Da kann ich DrD nur zustimmen… Die Zahlen sind ein schlechter Witz!
    Und die Haupt und Werkrealschulen werden in den meisten Fällen nur deshalb Gemeinschaftsschule, weil die Schulen ansonsten dicht machen müssten!

  3. In BW gab es 2005 468 Realschulen. Davon wollen heuer 3,2% Gemeinschaftsschule werden, letztes Jahr waren es dann wohl 0,85%. Ein beeindruckender Erfolg – aber ob das „Immer mehr“ in der Überschrift angemessen ist?

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