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Totenköpfe, Tanzverbot und Todeskult-Warnungen – Buntes zu Halloween

BERLIN. Viele lehnen es ab als geschmacklosen, vorgezogenen Karneval irisch-amerikanischer Prägung für die Spaßgesellschaft. Dennoch: Halloween erfreut sich nicht nur in Deutschland großer Beliebtheit. Eine Sammlung von Meldungen aus aller Welt:

KENIA: In der Küstenstadt Mombasa hat kürzlich ein mit Totenköpfen und anderen Körperteilen voll gepackter Container für Aufsehen gesorgt. Bei der Ladung aus China handelte es sich um Plastik-Dekorationen, die für ein Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi bestimmt waren. Dieses wollte damit vor Halloween die Geschäfte schmücken. Jedoch brachen Zollbeamte beim Anblick der «teuflischen Fracht» in Panik aus. Die Polizei beschlagnahmte die Ware kurzzeitig, um sie genauer zu untersuchen. Lokale Zeitungen befürchteten gar, die Skelette und schaurigen Masken sollten für Teufelsanbetungen und Hexenzeremonien missbraucht werden.

Halloween-Deko

Auch in Deutschland feiern immer mehr Menschen Halloween. Foto: Basil Wolfrhine (Atelier Wolfrhine) / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

DEUTSCHLAND: «Süßes oder Saures» – die Forderung von Kindern und Jugendlichen an den Haustüren bringt der Süßigkeiten-Industrie keinen Umsatzschub. Die bietet zwar schauerlich süße Monsteraugen, Kürbisse, Gespenster oder Skelette aus Schokolade oder Fruchtgummi an, aber das Saisongeschäft sei relativ unbedeutend, sagte eine Sprecherin vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie in Bonn. Halloween habe eben nicht diese Tradition wie Weihnachten oder Ostern.

NORDRHEIN-WESTFALEN: Bei Kostümen zu Halloween sind Figuren aus Horrorfilmen wie Freddy Krüger oder die Maske des Mörders aus «Scream» am beliebtesten, wie der stellvertretende Geschäftsleiter des Kostümkaufhaus Karnevalswierts, Bernd Schneider, in Köln sagte. «Die Kids und Jugendlichen stehen eben mehr auf Grusel- als auf Märchengeschichten.» Beim Karnevalskaufhaus Deiters sind dieses Jahr Krankenschwesterntrachten und Rotkäppchenkostüme ein Renner, wie Sprecher Björn Lindert sagte. Horror-Accessoires wie ein Messer im Hals, künstliches Blut und Narben aus Flüssiglatex sorgten für den nötigen Ekelfaktor. Im vergangenen Jahr setzte der Kostümhandel laut Fachgruppe Karneval etwa 29 Millionen Euro zu Halloween um.

BAYERN: Überall in Deutschland und auf der ganzen Welt wird an diesem Donnerstag Halloween gefeiert – in Bayern aber ist die Party um 2.00 Uhr vorbei. Der Grund: Das Tanzverbot in der Nacht zum Feiertag Allerheiligen am 1. November. Denn vor den sogenannten Stillen Tagen, zu denen neben Allerheiligen auch Aschermittwoch, Karfreitag, der Volkstrauertag oder der Totensonntag gehören, darf nach 2.00 Uhr nicht mehr getanzt werden. Und das ist schon ein Fortschritt. Bis 2012 galt das Tanzverbot bereits ab Mitternacht. Die Regelung, die in Bayern strenger ist als in den meisten anderen Bundesländern, betrifft auch die «Längste Nacht der Münchner Clubs», die in 17 Clubs der bayerischen Landeshauptstadt stattfindet. Denn auch für die «Längste Nacht» gilt: Um 2.00 Uhr ist Schluss.

BADEN-WÜRTTEMBERG: Thomas Bittelmeyer (43) aus Friedrichshafen am Bodensee hat seinen Garten in eine Grusel-Landschaft verwandelt. Geister, Kürbisse und Hexen stehen vor dem Haus, alles ist in orangefarbenes, rotes oder blaues Licht getaucht. «Mir gefällt das einfach. Halloween ist böse und gemein», sagt er schmunzelnd. In den vergangenen fünf Jahren sei die Sammlung stetig gewachsen. Rund 8500 LED-Lichter setze er ein. Neu sind dieses Jahr vier Kürbisköpfe, die ihren Mund zu Michael Jacksons «Thriller» bewegen. Bald baut er dann die Weihnachtsdeko mit etwa 125 000 LED-Lichtern auf.

ÖSTERREICH: Blutspendeparty im Burgenland: Eintritt für ein Konzert zahlen oder doch lieber einfach Blut spenden? Bereits zum zehnten Mal können Gäste in Neusiedl am See zu Halloween gratis feiern, wenn sie sich zuvor etwas Blut abzapfen lassen. Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die in einem Bus vor dem Lokal «Bergwerk» Stellung beziehen, verkleiden sich dafür als gruselige Gestalten. Mit der Aktion soll Blutspenden für junge Menschen attraktiver werden. Spender müssen mindestens 18 Jahre alt sein und einen amtlichen Lichtbildausweis dabei haben.

RUSSLAND: Das Bildungsministerium in der sibirischen Millionenstadt Omsk hat die Schulen der Region vor den Folgen von Halloween-Feiern gewarnt. Der Volksbrauch propagiere einen «Todeskult» und habe «zerstörerische Auswirkungen auf die psychische und geistig-moralische Gesundheit von Kindern», teilte das Presseamt des Gebiets rund 2250 Kilometer östlich von Moskau mit. Statt Halloween zu feiern, sollten Lehrer und Eltern lieber russische Bräuche ehren.

GROSSBRITANNIEN: «Shocktober Fest» heißt eine Halloween-Veranstaltung auf einem Bauernhof in der Nähe von London. Um Halloween herum kann man sich dort gleich an mehreren Stationen gruseln. Jetzt haben sich Bürger über die Werbung zu dem Festival beschwert. Auf etwa 100 Bussen ist ein Zombie-Mädchen mit aufgerissenem Mund zu sehen, das für die Veranstaltung wirbt. Das fanden einige Briten allerdings zu gruselig. Die Veranstalter wundern sich: Das Bild sei nicht anstößiger als viele Bilder in den Medien um Halloween herum.

GROSSBRITANNIEN II: Die britische Webseite «hauntedrooms.co.uk» listet nicht nur die Schlösser auf, in denen angeblich Geister gesehen worden sind (darunter Balmoral Castle, das Feriendomizil der Königsfamilie), sondern bietet auch einen Überblick über Spukschlösser mit Übernachtungsmöglichkeit. Außerdem werden die Orte kommende Geisterjagden angekündigt.

SCHLESWIG-HOLSTEIN: Die Polizeidirektion Itzehoe wurde zu Halloween in einer Mitteilung ganz ernst: «Keineswegs ist es so, dass an dem Tag Schabernack auf Kosten anderer getrieben werden darf.» Streiche könnten juristisch auch Sachbeschädigung, Nötigung oder eine Beleidigung sein. «Alle können sicher sein: Wenn die Polizei erfährt, dass Halloween genutzt wird, anderen das Leben schwer zu machen, wird sie sich mit dem nötigen Ernst darum kümmern.» Doch «trotz allen Schabernacks» sei Halloween in der Vergangenheit kein großes Einsatzproblem gewesen und das solle auch so bleiben. Die Polizei bat «Halloween-Teilnehmer» um Respekt an den Wohnungstüren: «Wer „Süßes“ fordert und es nicht bekommt, kann nicht „Saures“ so geben, wie es ihm beliebt…»

SCHLESWIG-HOLSTEIN II: In Lübeck haben Bewohner einer Straße in einer Neubausiedlung um Polizeischutz für den Halloween-Abend gebeten, nachdem im vergangenen Jahr Jugendliche – Eier werfend – durch die Straße gezogen seien. Die Polizei Lübeck bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Lübecker Nachrichten». Allerdings sei das Werfen von Eiern keine Straftat, solange niemand verletzt werde, sagte Polizeisprecher Stefan Muhtz. Die Zahl der Halloween-«Hilferufe» genervter Bürger sei eher gering. (dpa)

Unterrichtsmaterial zum Thema Halloween

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