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“Essen Sie Ihre Finger” – Eine Auswahl fehlerhafter Marketingübersetzungen

MANCHESTER. Sprache ist manchmal tückisch, besonders wenn sich Nicht-Fachleute an Übersetzungen wagen, kann einiges schief gehen. Der Übersetzungsdienst Tongue Tied Manchester hat eine Auswahl von skurrilen, fehlerhaften Marketingübersetzungen zusammengestellt. Wirklich lustig, findet die Redaktion.

·       Der Slogan für Coors Beer „Turn it loose” hieß in Spanisch leider nicht „Werd mal locker”, sondern „Du kriegst Durchfall”. Auch der Versuch, die neuen Ledersitze in der ersten Klasse der Braniff Airlines zu bewerben, bedeutete im Spanischen plötzlich nicht mehr „Fliegen Sie in Leder“, sondern „Fliegen Sie nackt“. Hierbei handelte es sich um ein misslungenes Wortspiel, da „cueros“ zwar „Leder“ bedeutet, es sich bei „estar en cueros“ jedoch um einen idiomatischen Ausdruck, nämlich nackt sein, handelt.

·         Dass die chinesische Sprache aufgrund ihrer Vielzahl von Homonymen und Dialekten eine problematische Sprache ist, musste auch Kentucky Fried Chicken feststellen, deren Slogan „Finger-lickin’ good” in China sich leider wie „Essen Sie Ihre Finger “ anhörte.

·         Der schwedische Staubsauger-Hersteller Electrolux verwendete „Nothing sucks like an Electrolux” für eine Kampagne in Amerika, was in etwa bedeutet, dass nichts so schlecht saugt, wie ein Electrolux.

·         General Motors haben schnell den Namen ihres Chevy Nova in den spanischsprachigen Märkten geändert, nachdem ihnen bewusst wurde, dass „no va“ auf Spanisch „bewegt sich nicht“ bedeutet

·         In den 20er Jahren klang die ursprüngliche Übersetzung von Coca-Cola auf Chinesisch in etwa  „Kou-ke-kou-la“,was je nach Dialekt „ein durstiger Mund und ein Mund voller Kerzenwachs“ oder „ein weibliches Pferd, mit Kerzenwachs gefüllt“ bedeuten kann. Dies wurde nachträglich allerdings geändert, so dass es nun wie „Ke-kou-ke-le“ klingt, also immer noch ähnlich Coca-Cola und nun „schmackhaft und glücklich“ bedeutet

Doch es ist nicht nur ein Problem, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird…

·         Der Toyota „MR2” hört sich auf Französisch ausgesprochen wie „merde” an

·         Etwas ähnliches ist auch 1988 passiert, als die General Electric Company (GEC) und Plessey zusammenkamen und sich auf den Markennamen GPT für GEC-Plessey Telecommunications einigten. GPT klingt auf Französisch wie „J’ai pété“, was „Ich habe gepupst” bedeutet.

·         Die in Amerika so berühmten Kaudrops der Firma Vicks hatten zunächst keinen großen Erfolg in Deutschland, da die amerikanischen Werbetexter erst lernen mussten, dass das „v“ im Deutschen wie „f“ ausgesprochen wird, so dass sich dadurch auch die Einbindung des Firmennamens in den Werbeslogans erübrigte…

Zu guter letzt sind es nicht immer die Wörter, die das Problem darstellen:

Das schwedische Magensäuremittel Samarin wurde mithilfe eines dreibildrigen Comicstrips beworben. In dem ersten Bild ist ein Mann zu sehen, der schrecklich krank aussieht. Im zweiten Bild sieht man diesen Mann, wie er ein Glas Samarin trinkt und im dritten Bild sieht er wieder glücklich und gesund aus… Eine sehr einfache und günstige Art der Werbung, bei der sprachliche Grenzen umgangen werden sollen. Allerdings wurde dabei nicht bedacht, dass Arabischsprecher von rechts nach links lesen….

2 Kommentare

  1. Sehr witziger Artikel, insbesondere die misslungene Bilderfolge für arabische Leser ;o)

    Allerdings heißt es im Französischen meinem Wissen nach “merde”, und nicht “merdé”.

    Grüß Dirk

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