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Nach Misshandlungsvorwürfen – Brandenburgs Jugendministerin Münch veröffentlicht Bericht zu umstrittenen Jugendheimen

NEUENDORF/POTSDAM. Was ist dran an den Misshandlungsvorwürfen? Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch lange nicht beendet. Ein Bericht von Experten über die Haasenburg-Jugendheime soll für Aufklärung sorgen.

Brandenburgs Jugendministerin will den lang erwarteten Bericht zu Misshandlungsvorwürfen gegen umstrittene Jugendheime in dieser Woche veröffentlichen. Der Termin werde am Montag benannt, sagte ein Ministeriumssprecher. Nach Ansicht des Linken-Politikers Torsten Krause sollte der etwa 120-seitige Text den Mitgliedern des Jugendausschusses bereits am Montag vorliegen.

«Ich habe das Ministerium Freitag schriftlich gebeten, uns den Bericht 72 Stunden vor der Sitzung zukommen zu lassen», berichtete Krause. Auf dessen Grundlage wolle der Ausschuss beraten, wie die Struktur der Kinder- und Jugendhilfe in Brandenburg künftig aussehen soll. Krause geht davon aus, dass auch Jugendministerin Martina Münch (SPD) an der Beratung im Landtag teilnimmt. Sie hatte die Kommission aus Experten aus Justiz, Jugendhilfe, Psychiatrie und Sozialpädagogik eingesetzt.

In den Heimen der Haasenburg GmbH sollen Kinder und Jugendliche gedemütigt und misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen Erzieher und Betreiber. Die Behörde rechnet nicht vor Jahresende mit einem Ergebnis zu den etwa 70 Verfahren. Die Haasenburg GmbH weist die Vorwürfe zurück.

Kultusministerin, Ärztin, Mutter von sieben Kindern: Martina Münch (SPD).

 Martina Münch (SPD) hat mit den Haasenburg-Heimen eine Riesenskandal zu klären.

Das Unternehmen hat sich unterdessen von seinem langjährigen Geschäftsführer getrennt – einvernehmlich, wie ein Firmensprecher betonte. Er bestritt einen Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Der Heimbetreiber werde vor der Neubesetzung des Postens jedoch abwarten, welche Konsequenzen aus dem Bericht der Kommission gezogen würden, sagte der Sprecher.

Derzeit werden nach seinen Angaben insgesamt etwa 50 Kinder und Jugendliche betreut. Ein Heim wurde zunächst stillgelegt. Etwa 100 Beschäftigte hätten ihre Arbeit verloren.

Die Polizei sucht unterdessen weiter mit einer öffentlichen Fahndung nach einem 17-jährigen Mädchen aus dem Haasenburg-Heim in Neuendorf am See (Dahme-Spree). Die Jugendliche war am Dienstag aus der Einrichtung weggelaufen. «Die Mutter will nun alle Hebel in Bewegung setzen und hat ein Bild ihrer Tochter für die Fahndung freigegeben», sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Ermittlungen sei die 17-Jährige gemeinsam mit einem ein Jahr jüngeren Freund unterwegs. «Aller Erfahrung nach könnten sich die beiden in Berlin aufhalten», so der Sprecher. dpa

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