Minister Brodkorb will Initiative für bundesweit vergleichbare Schulabschlüsse starten

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SCHWERIN. Überdurchschnittliche viele Schüler in Mecklenburg-Vorpommern verlassen die Schulen ohne Berufsreife. Eine Sechs im Zeugnis genügt, um die Berufsreife zu versagen. In Bayern stört eine Sechs nicht.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) will sich 2014 für bundesweit vergleichbare Schulabschlüsse einsetzen – nicht nur beim Abitur. Das Land habe trotz einer positiven Entwicklung immer noch überdurchschnittlich viele Schüler, die ohne Berufsreife die Schule verlassen, sagte Brodkorb. Die Berufsreife wird nach dem erfolgreichen Abschluss der Klasse 9 erreicht. Im Schuljahr 2012/13 hätten 11,9 Prozent der Schulabgänger die Berufsreife nicht geschafft, im Schuljahr 2008/09 seien es sogar 15,8 Prozent gewesen. Der Minister kündigte für 2014 eine Initiative des Landes an, um die Bildungsergebnisse der Länder auch bei der Berufsreife und der Mittleren Reife vergleichbar zu machen.

Fürchtet, bald nicht mehr alle Lehrerstellen besetzen zu können: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) will sich jetzt um vergleichbare Standards bei der Berufsreife kümmern. Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
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Die unterschiedlichen Maßstäbe in den einzelnen Bundesländern verzerren nach Ansicht Brodkorbs die Statistik. In Bayern könne man zum Beispiel mit einer Sechs auf dem Zeugnis die Berufsreife erhalten. «In Mecklenburg-Vorpommern ist dies hingegen nicht möglich», sagte er. Auch könne die Berufsreife im Nordosten nicht an allen Förderschulen erlangt werden, was geändert werden müsse.

Die Landesregierung hält an ihrem Ziel fest, die Quote der Schulabgänger ohne Berufsreife schrittweise bis 2020 zu halbieren. Allerdings hätten Schüler auch nach dem Schulbesuch viele Möglichkeiten, die Berufsreife zu erwerben, sagte der Minister. Dazu würden die Volkshochschulen, die beruflichen Schulen und auch die Bundesagentur für Arbeit Programme anbieten. Diese zweite Chance werde auch erfolgreich genutzt. dpa

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