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Philologen-Chef: Bayerns Flexijahr für G8-Schüler ist ein Flop

MÜNCHEN. Mit der Einführung des Flexijahrs wollte die bayerische Staatsregierung den Kritikern des achtjährigen Gymnasiums den Wind aus den Segeln nehmen. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

Zählt gerade mal 400 Schüler, die das Flexijahr in Bayern in Anspruch nehmen: Heinz-Peter Meidinger. Foto: Deutscher Philologenverband

Zählt gerade mal 400 Schüler, die das Flexijahr in Bayern in Anspruch nehmen: Heinz-Peter Meidinger. Foto: Deutscher Philologenverband

An Bayerns Gymnasien hält sich das Interesse am neuen Flexibilisierungsjahr nach dem Eindruck der Lehrer sehr in Grenzen. Es gebe schätzungsweise an der Hälfte der bayerischen Gymnasien mindestens einen interessierten Schüler, sagte der Präsident des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, in München. «Es werden nicht viel mehr als 300, 400 Schüler sein.» Gemessen an der Gesamtzahl der Gymnasiasten sei das «recht wenig». Meidinger war im Landtag zu Gast bei der SPD-Fraktion.

Der Sprecher des Kultusministeriums entgegnete, das Flexijahr sei nie für massenhafte Nachfrage gedacht gewesen. «Die große Mehrheit der Schüler kommt am G8 gut zurecht.» Der Philologenverband jedoch sieht die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre in den meisten Bundesländern seit jeher kritisch. Die Staatsregierung hatte das Flexibilisierungsjahr in diesem Schuljahr eingeführt. Es ermöglicht den Schülern, individuell die Gymnasialzeit wieder auf neun Jahre zu verlängern. Die von SPD und Freien Wählern geforderte Wiedereinführung eines neunjährigen Gymnasiums parallel zum G8 lehnt die Staatsregierung ab.

In den Bundesländern, die einen Parallelbetrieb von acht- und neunjährigem Gymnasium bereits eingeführt haben, sei der Trend zum G9 sehr deutlich, sagte Meidinger. «In Hessen zeichnet sich ab, dass in ein, zwei Jahren die große Mehrheit der Gymnasien zum G9 zurückgekehrt sein wird.»

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher warf der Staatsregierung «bildungspolitischen Stillstand» vor. Anlass der SPD-Kritik ist die Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), dass es in den kommenden Jahren keine Schulreform in Bayern mehr geben solle. Rinderspacher forderte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) auf, den Druck auf die Kinder zu reduzieren. «Das Zauberwort heißt Entschleunigung.» SPD-Bildungsexperte Martin Güll sagte: «Wenn nach zehn Jahren keine Ruhe in eine Reform kommt, ist die Reform gescheitert.» dpa

Zum Bericht: “Gescheitert”: Vernichtendes Urteil von Experten aus Politik und Wirtschaft für G8

 

Ein Kommentar

  1. Das G8 in Bayern war von Anfang an Pfusch. Jedes Jahr neue Korrekturen und weitere Erleichterungen für die Schüler, damit keiner auf die Idee kommt, das G8 wäre schlecht haben die Sache nicht besser gemacht.

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