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Odenwaldschule lässt Ultimatum von Aufsicht verstreichen – Lehrer gesteht Besitz von Kinderpornos

HEPPENHEIM. Die nach einem Missbrauchsskandal nun von einer Kinderporno-Affäre erschütterte Odenwaldschule wird von der Aufsichtsbehörde zu einem Krisengespräch gezwungen. Das Internat habe ein Ultimatum für die Beantwortung von Fragen ohne Ergebnis verstreichen lassen, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf (Grüne), in Heppenheim kurz nach Ablauf der Frist.

Goethehaus der Odenwaldschule; Foto: Mussklprozz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Goethehaus der Odenwaldschule; Foto: Mussklprozz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Weil das Reform-Internat im neuen Fall zu spät informiert haben soll, hatte der Landkreis Bergstraße als Aufsichtsbehörde ultimativ bis Freitagmittag Auskunft gefordert. Am Nachmittag wollte die Behörde die Öffentlichkeit informieren. Die Odenwaldschule war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Landkreis hat die Aufsicht über das Internat der Schule. Das staatliche Schulamt Heppenheim ist für den Schulbetrieb zuständig. Diese Aufsicht oder das übergeordnete Kultusministerium soll an dem für diesen Dienstag (29. April) geplanten Krisengespräch ebenfalls teilnehmen.

Der beschuldigte Lehrer hat inzwischen zugegeben, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen zu haben – allerdings vor seiner Zeit an der Schule. Nach eigenen Angaben habe er dies im Frühjahr 2011 getan, danach will er die Software auf seinem Computer nicht mehr benutzt haben, so teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Staatsanwaltschaft teilte weiter mit, ein separates Ermittlungsverfahren gegen den Lehrer jenseits des Kinderporno-Falls sei wieder eingestellt worden. Laut Schule hatte es 2013 erste Hinweise gegeben: Schüler hatten angeben, der Lehrer habe ein «merkwürdiges und komisches» Verhalten an den Tag gelegt. Sexuelle Übergriffe und damit ein strafrechtliches Verhalten des Mannes seien aber nicht festgestellt worden, sagte Staatsanwalt Krüger. «Dafür gab es keine konkreten Anhaltspunkte.»

In dem südhessischen Internat war der Pädagoge laut Odenwaldschule seit August 2011 beschäftigt. Die Schule hat ihm inzwischen fristlos gekündigt. Die Polizei hatte die Wohnung des 32-Jährigen am 9. April 2014 durchsucht. Die Odenwaldschule hatte dies erst zehn Tage später mitgeteilt – an dem Tag, an dem auch «Mannheimer Morgen» und der «Bergsträßer Anzeiger» berichteten. Vor Jahrzehnten waren an der Schule mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Die Schule hatte versprochen, sich vor allem an der Spitze umzustrukturieren und für die Schüler Sicherheiten einzubauen, die sexuelle Übergriffe verhindern sollen. dpa

Zum Bericht: Nach Kinderporno-Verdacht gegen Lehrer: Neue Debatte um Schließung der Odenwaldschule

Ein Kommentar

  1. In Hessen sind, glaub’ ich, gerade Osterferien. Da waren auch noch so’n paar Feiertage. Und dennoch hat die Schule mehrere Stunden lang nicht reagiert?? unglaublich! Womöglich macht sogar einer Urlaub. Die Öffentlichkeit muss doch sofort wissen, was los ist, was wird sonst aus der Auflage …

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