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Missbrauch eines Schülers – Lehrer erhält knapp fünf Jahre Haft

BERLIN. Er habe sich ihm sexuell hingezogen gefühlt und sich eingeredet, er sei ein junger Mann, gab der Pädagoge zu. Wegen Missbrauchs am 13-jährigen Sohn eins Freundes muss ein 53-jähriger Lehrer und Leiter einer freikirchlichen Gemeinschaft für vier Jahre und acht Monate hinter Gitter.

Das Berliner Landgericht sprach den 53-jährigen Pädagogen am Donnerstag des sexuellen Missbrauchs in 45 Fällen schuldig. Zu den Übergriffen auf den anfangs elf Jahre alten Jungen war es in der Wohnung des Lehrers und vierfachen Vaters gekommen. Das Opfer war ein Freund eines Sohnes des Pädagogen. «Es war auch ein unheimlicher Vertrauensmissbrauch gegenüber dem Kind», sagte die Vorsitzende Richterin. Das Urteil entsprach dem Antrag der Anklage. Die Verteidigung hatte auf viereinhalb Jahre Haft plädiert.

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«Du hast etwas Schlimmes getan, ich werde dir nie vergeben», hatte der Junge an seinen Peiniger geschrieben. Das umfassende Geständnis des Pädagogen ersparte dem 13-jährigen eine Aussage vor Gericht. Foto: dierk schaefer / flickr (CC BY 2.0)

Der Lehrer hatte in dem zweitägigen Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Junge, der teilweise Schüler seiner Klasse an einer staatlichen Schule in Berlin-Wilmersdorf war, habe oft bei ihnen übernachtet. Er habe sich ihm sexuell hingezogen gefühlt und sich eingeredet, er sei ein junger Mann. «Ich habe leider die Konsequenzen ausblenden und die Grenzen nicht ziehen können», gab der Pädagoge zu.

Die Familien des Lehrers und seines Opfers kannten sich auch über eine freikirchliche Gemeinschaft, die der 53-Jährige leitete. Diese Gemeinde hatte der aus Großbritannien stammende Mann seit 2009 aufgebaut. Er habe sich als eine Art christlicher Missionar gesehen, sagte er im Prozess. Zu den Übergriffen sei es in seiner Wohnung in Charlottenburg und nach einem Umzug in Friedenau gekommen. Er habe sich dann oft gemeinsam mit den beiden Jungen auf eine Schlafcouch gelegt.

Das Opfer war 13 Jahre alt, als sein Vater im letzten Sommer durch verdächtige Nachrichten auf dem Computer des Sohnes auf den Missbrauch stieß. «Du hast etwas Schlimmes getan, ich werde dir nie vergeben», hatte der Junge an seinen Peiniger geschrieben. Der Lehrer ging kurz darauf selbst zur Polizei. In den Schuldienst durfte er nicht mehr zurückkehren. Strafmildernd werteten die Richter vor allem, dass er mit seinem Geständnis dem Jungen eine Aussage vor Gericht ersparte und das gesamte Sozialleben des Lehrers zerbrochen ist. (dpa)

zum Bericht: Missbrauch eines Schülers – Berliner Lehrer gesteht vor Gericht

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