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Porno-Links in Wikipedia: Deutscher Lehrerverband fordert Schulminister zum Handeln auf

BERLIN. Der Deutsche Lehrerverband (DL) zeigt sich alarmiert von den Ergebnissen der Recherche von News4teachers, nach der sich in etlichen Beiträgen der Online-Enzyklopädie Links auf pornografisches Material finden lassen. 

Ein Mann der klaren Worte: Josef Kraus. Foto: Deutscher Lehrerverband

Ein Mann der klaren Worte: Josef Kraus. Foto: Deutscher Lehrerverband

Wikipedia werde, so heißt es in einer heute (Montag) herausgegebenen Pressemitteilung, „millionenfach“ von Schülern genutzt.“ Kraus empfahl Eltern eindringlich, regelmäßig hinzuschauen, was ihre Kinder im Netz recherchieren. Darüber hinaus erhob er drei Forderungen: „Wikipedia muss entsprechende pornographische Inhalte schleunigst entfernen; die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien muss sich mit der Angelegenheit befassen; die Schulminister müssen mit ihren dienstlichen und publizistischen Organen Lehrer und Eltern umgehend auf die Problematik aufmerksam machen.“

Der Informationsdienst Heise online zitiert einen Wikipedia-Mitarbeiter mit folgender Stellungnahme: „Herr Kraus empfiehlt, dass Eltern hinschauen sollten, was ihre Kinder im Internet recherchieren. Dem kann nur zugestimmt werden.“ Im Internet seien unangemessene Inhalte oft nur einen Mausklick entfernt erreichbar. „Der kritische Blick auf die Informationen, die online zu finden sind, gilt für das gesamte Internet, und selbstverständlich bildet Wikipedia da keine Ausnahme.“

„Die bald 2 Millionen enzyklopädischen Artikel umspannen eine Vielzahl an Fachgebieten wie Geographie, Geschichte, Kunst und Kultur, Technik, Sport, Religion, Literatur, Philosophie oder Naturwissenschaften“, schreibt der Wikipedia-Autor laut Heise. „Wie Fachpublikationen sind sie oftmals bebildert. Jeder Artikel ist veränderbar und hat eine eigene Diskussionsseite, auf über Inhalte diskutiert und Veränderungen/Verbesserungen vorgeschlagen werden. Freiwillige in den über 280 Sprachversionen tun das jeden Tag und entfernen unter anderem Vandalismus. Je mehr Menschen sich beteiligen und helfen, die offenen Inhalte zu verbessern, umso besser werden sie.“ News4teachers

Zum Bericht: Jugendgefährdend – Porno-Links in Wikipedia

Zum Kommentar: Porno-Links in Wikipedia – ein politischer Skandal 

7 Kommentare

  1. Bitte sprechen sie als Lehrerverband nicht in meinem Namen. Ich bin auch Lehrer und finde ihr „Anliegen“ zu tiefst enttäuschend.

    Halten sie tatsächlich noch an einer/ihrer Welt fest, in der man die armen Kinderlein von Sex fernhalten muss? Sex ist nichts böses, Sex gehört zum Alltag dazu. Noch nie war die Aufklärung so verbreitet, die Schwangerschaft bei Minderjährigen so gering wie heute. AUCH, weil Sex entzaubert wurde.
    Entzaubert? Ja. Denn wenn „Sie“ versuchen Sex zu verstecken, erhält es plötzlich einen ganz eigenen Charme.

    Sex ist normal. Kinder müssen mit Sex konfrontiert werden und tun dies sowieso selbstständig. Früher las das Kind die Bravo, heute nunmal das Internet.

    Deswegen: Bitte sprechen sie nicht in meinem Namen.

    • Kinder müssen mit Sex konfrontiert werden und das ist normal? Sie wählen grün oder? Der Rest der Welt findet das nämlich nicht normal.

      • Haben Sie eigentlich überhaupt irgendwann irgendetwas wissenschaftliches dazu gelesen? Oder ist das beim Thema Sexualpädagogik für Sie Tabu, einfach so? Sollen Lehrer und Pädagogen überhaupt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen lehren, Ihrer Meinung nach? Oder sollen sie sich nach ihren eigenen Erziehungs- und Lehrerfahrungen richten und möglichst intuitiv verfahren?

      • Soweit ich weiß, ist der Sexualkundeunterricht, wo Kinder mit Sex konfrontiert werden, schon lange normaler Teil des Lehrplans, und das nicht erst seit es die Grünen gibt. Ihre Behauptung, der Rest der Welt fände das nicht normal, ist daher falsch. Nicht normal finden das seit 45 Jahren höchstens noch einige ewiggestrige Randgruppen.

  2. Was hat Pornografie mit Sex zu tun? Allen Ernstes: Natürlich gehört Sexualität zum Menschsein – aber doch eine selbstbestimmte, über Kommerzialisierung stehende Sexualität, um von Liebe hier gar nicht erst zu sprechen. Welches Menschenbild spricht denn aus der dutzendfachen Darstellung von Arschlöchern? Eben.

    • Das ist Ihre realitätsferne Ansicht. Selbstverständlich gehört Pornographie zur menschlichen Sexualität. Sie ist das Thema Nummer 1 im Internet und Pornographiekonsum ist ein Massenphänomen, genauso wie das Trinken oder Rauchen auch. Nur, weil es Ihrem Idealbild einer „selbstbestimmten, über Kommerzialisierung stehenden Sexualität“ nicht entspricht, heißt das nicht, dass eine Enzyklopädie diesen Teil der Realität verleugnen darf. Welches Menschenbild spricht denn aus Ihren schamhaften, tabubehafteten Komplexen zur Darstellung von Arschlöchern? Vergessen Sie nie: Sie haben auch eins!

  3. Durch einen Link des PC-Welt-Newsletters auf dieses Thema gestoßen. Alsdann erstmals die Homepage des Deutschen Lehrerverbandes aufgesucht. Und in wahrhaft blickfangender Weise auf die Bücherwerbung des DL-Präsidenten gelenkt worden. Deutlicher können Kommerz und Meinungsmache nicht verbunden sein — welches Menschenbild spricht also daraus? Jener subversiven, ganz unkommerziellen und ungern thematisierten Erkenntnis, daß Sexualität das Haupteinfallstor für das individuell immer schon mitgebrachte Trojanische Pferd samt seinem Insassen „Heteronomie“ ist, sollte sich der Präsident pressewirksam widmen — und sich zuvor in selbstaufklärerischer Absicht der Entstehung und Entwicklung des Porneia-Begriffs und der Tugend- und Lasterkataloge in ihren gesellschaftlichen Kontexten hingeben. Zugegeben: diese Tätigkeit verlangt mehr Devotion als jeder aufgeregte Fingerzeig etwa auf ejakulierende Penisse und ihre Verlinkungen, ein Fingerzeig auf hingebungsvolle Unzuchtsaufgeregtheit namentlich, deren Lautstärke sich umgekehrt proportional zu ihrem virilen Bildgegenstand verhält. Pornographie- und Zensurgeschrei jedenfalls sind dem Aufklärungsgedanken, insbesondere die Zusammenhänge von Macht und Sexualität betreffend, diametral entgegengesetzt. Und um die ginge es doch eigentlich in guter Tradition der Aufklärung. Oder?

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