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Schluss nach Bürgerprotesten: McDonald’s wollte in Schulen über Ernährung informieren

BERLIN. Die Stiftung Verbraucherschutz hat die Zusammenarbeit mit dem Fastfood-Anbieter McDonald’s bei der Bildungsarbeit in Schulen beendet. Die vom Verbraucherzentrale Bundesverband getragene Einrichtung reagiert damit auf eine Protestaktion der Initiative „foodwatch“, der sich 37.000 Bürger mit ihrer Unterschrift angeschlossen hatten.

Die Fastfood-Kette McDonald's darf beim "Bündnis für Verbraucherbildung" nicht mehr mitmachen. Foto: Mike Mozart / flickr (CC BY 2.0)

Die Fastfood-Kette McDonald’s darf beim „Bündnis für Verbraucherbildung“ nicht mehr mitmachen. Foto: Mike Mozart / flickr (CC BY 2.0)

Im März 2013 hatte die Stiftung Verbraucherschutz ein „Bündnis für Verbraucherbildung“ ins Leben gerufen, das unter Beteiligung von Organisationen wie der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt sowie Unternehmen wie Edeka, Tchibo, der Metro und eben McDonald’s Unterrichtsprojekte zur Ernährung durchführen sollte – nun verabschiedet sie sich von ihrem umstrittensten Partner. In einem Brief an „foodwatch“ schrieb Lukas Siebenkotten, Vorstandschef der Stiftung: „Sie und die Unterzeichner/innen Ihrer Kampagne aus dem letzten Jahr haben die Sorge geäußert, dass durch das ‚Bündnis für Verbraucherbildung‘ Unternehmen der Weg in Schulen geebnet wird. Das ist aber nicht im Interesse des Bündnisses und darum wurden Leitlinien entwickelt, an die sich die Bündnispartner halten müssen. […] Nach einer Weiterentwicklung gehört McDonald’s nicht mehr dazu.“ Mit anderen Worten: Die Stiftung hat die Fastfood-Kette aus dem Bündnis geworfen.

Das Schreiben sei „als Antwort auf Ihre Kampagne“ zu sehen, betonte Siebenkotten in seinem Schreiben. In den aktuellen Leitlinien des Bündnisses heißt es: „Unternehmen sind […] nicht an Bildungsangeboten vor Ort in der Schule beteiligt.“ Ursprünglich hatte dagegen etwa die Überlegung kursiert, dass Edeka firmeneigene Ernährungsberater an die Schulen schicken könnte.

Die Reaktion der Stiftung ist aus Sicht von „foodwatch“ ein erster Schritt – bei der Kritik gehe es aber nicht ausschließlich um McDonald’s. Vielmehr laute die generelle Forderung: Schulen müssen frei von kommerziellen Interessen sein. Insofern sei es zwar gut, wenn McDonald’s sich aus der Ernährungsbildung heraushalte. „Es ist aber weiterhin inakzeptabel, wenn Schul-Projekte der Stiftung von Wirtschaftsverbänden oder Unternehmen wie Edeka, Metro, Rewe oder Tchibo finanziert werden“, so heißt es in einer Presseerklärung. Auch andere Branchen seien als Partner im Bündnis vertreten – der Bundesverband der Deutschen Industrie, der Bundesverband deutscher Banken, die Commerzbank, die ING-DiBa oder die Telekom.

„Für foodwatch ist klar: Bildung ist eine hoheitliche Aufgabe. Der Staat darf sich nicht in eine finanzielle Abhängigkeit von Unternehmen begeben, denn es ist naiv anzunehmen, dass sich diese von ihrem Engagement nichts für sich selbst versprechen. Die Stiftung Verbraucherschutz sollte eine deutliche rote Linie ziehen und Bildungsarbeit von Schulen grundsätzlich nicht von Unternehmen sponsern lassen“, so heißt es in der Presseerklärung.

Aus Sicht von „foodwatch“ sollte Verbraucher- und Ernährungsbildung an den Schulen unabhängig von Unternehmen sein. Diese engagierten sich oft gezielt für Sport- und Bewegungsförderung oder Ernährungsbildung, um in ihrem eigenen Geschäftsfeld nichts ändern zu müssen. Dabei seien gerade die unausgewogenen, aber aggressiv beworbenen Kinderlebensmittel Kern des Problems von Fehlernährung und grassierendem Übergewicht bei Kindern. Durch Kooperationen bei der Bewegungsförderung oder Verbraucherbildung gebe der Staat den Unternehmen „ein Feigenblatt“ in die Hand: „Der Verweis auf ihr vermeintlich selbstloses Engagement ist das beste Argument gegen jede gesetzliche Regulierung, ob es um eine transparente Nährwertkennzeichnung, Werbebeschränkungen, Rezepturvorgaben oder Fettsteuern geht“, so „foodwatch“. News4teachers

Zum Bericht: Lobbyismus an Schulen: Vorsicht vor Unterrichtsmaterial von der Wirtschaft

Ein Kommentar

  1. Mc Donals boomt egal ob es gesund ist oder nicht. Bin zwar der meinung das man auch nicht FastFood essen soll, aber esse es auch immer wenn ich unterwegs bin und wenn es mal schnell gehen muss.

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