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TV-Tipp: “Faule Säcke” oder Prügelknaben der Nation? “ZDFzeit” macht den Lehrer-Check

Hier geht es zur aktuellen Kritik der Doku “Wie gut sind unsere Lehrer”.

MAINZ. Sie haben gerade sechs Wochen Ferien hinter sich und fühlen sich schon wieder überlastet. Mit Eltern und Schülern streiten sie über Noten und Versetzungen. Wieviel Wahrheit ist dran an den Klischees über Pädagogen? Sie werden für alles verantwortlich gemacht, was Elternhäuser und Gesellschaft bei der Erziehung versäumt haben. Sind Deutschlands Lehrer “faule Säcke”, wie einst Ex-Bundeskanzler Schröder urteilte, oder die Prügelknaben der Nation? Dieser Frage geht “ZDFzeit” am Dienstag, 23. September 2014, 20.15 Uhr, nach. Die Autorinnen Nicola Burfeindt und Gesine Müller blicken hinter Deutschlands Schulmauern und ziehen Bilanz: “Wie gut sind unsere Lehrer?”

Wie gut sind unsere Lehrer?

Kamerateam, Techniker und Autorin Gesine Müller im Einsatz am Gymnasium Altona Foto: “obs/ZDF/ZDF/Andre Dekker”

Von Lehrern hängt die Bildung der kommenden Generationen ab, die wichtigste Ressource einer Industrienation. Doch wie gut erledigen Deutschlands Pauker ihren Job? Wie engagiert sind sie? Werden sie überhaupt richtig ausgebildet? Warum ist Deutschland in der Pisa-Studie nur unteres Mittelmaß? Wie kommen Lehrer persönlich mit den wachsenden Ansprüchen von Eltern, Schülern und Politikern zurecht? Und woran liegt es, dass jeder fünfte verbeamtete Pädagoge wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand geht?

“ZDFzeit” unternimmt ein außergewöhnliches Experiment. Ein halbes Schuljahr lang wird die Klasse 8c eines Hamburger Gymnasiums mit fest installierten Kameras begleitet, um ganz normalen deutschen Unterricht ungefiltert zu dokumentieren. Es stellt sich heraus: Die Realität hinter den Klassenzimmertüren ist fast immer anders als die gängigen Klischees. Ergänzt durch Interviews mit Experten wie Philosoph Richard David Precht und Bildungsforscher Andreas Schleicher soll eine kritische, aber faire Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems entstehen.

 

 

65 Kommentare

  1. Ja, ja, der gute Herr Precht darf in so einer Sendung natürlich nicht fehlen. War da nicht was mit Schul – Revolution?? Dann wird dieser selbsternannte Alleswisser auch noch als Experte angekündigt. Das müssen echte Bildungsexperten ja fast schon als Beleidigung empfinden.

  2. Jener Herr Precht ist bitteschön KEIN Experte! Ein Philosoph wie Herr Precht ist vielmehr fast das genaue Gegenteil von einem Experten! Ein Experte weiß sehr viel über sehr wenig, und Herr Precht weiß nichts über alles.

    • Und ich dachte Philosophen wüssten alles über das Nichts.

      • Über DAS NICHTS wissen (gute) Philosophen tatsächlich eine Menge. Herr Precht ist aber — zumindest so wie er sich im Fernsehen und seinen Büchern gibt — lediglich ein Mainstream-Philosoph. Seine Sendungen sind kein Vergleich zu dem, was im philosophischen Quartett abging. Letzteres war fachlich sehr anspruchsvoll und daher für das mittlerweile sehr glatt gebügelte öffentlich rechtliche Fernsehen auch auf dem gewählten Sendeplatz (mitten in der Nacht) zu intellektuell.

  3. Sie sagen es, gute Philosophen wissen eine Menge über das Nichts. Das Optimum ist dann, alles über das Nichts zu wissen. Sie vermuteten aber, dass Herr Precht nicht über Alles wisse. Nur meiner Meinung nach ist dies das Privileg von Idioten.

    Ich vermute ja ohnehin, dass seine “schulphilosophischen” Ansichten dem Schulprogramm privater Bildungsanbieter entspringen. Aus meiner Sicht sind die Forderungen die er hinsichtlich reformatorischer Bemühungen an das öffentliche (staatliche) Schulsystem stellt, utopisch und nicht ansatzweise umsetzbar. Ich habe immer das Gefühl, hier wolle mir ein Eunuch eine erfüllte Sexualleben anpreisen.

  4. Will uns das Verdummungsmedium ZDF ernsthaft glauben machen, die Bildung bereite dem Sender ernsthafte Sorgen.
    Dort kreisen die Sorgen um Quoten und Anschlussverwendung des politischen Personals in Politik und Wirtschaft

  5. Neben dem illustren Philosophen Precht kommt ja noch der ebenfalls strittige deutsche Vertreter der OECD zu Wort, Andreas Schleicher, genannt “Pisa-Papst”.
    Seine Spezialität ist meist, auf dem “ungerechten” deutschen Bildungssystem herumzuhacken, das die sozial Schwachen noch immer empörend benachteiligt und “ausgrenzt”. Er wird wahrscheinlich für die Gemeinschaftsschule werben.
    Beide Männer sind nicht auf den Mund gefallen und wahrscheinlich in der Lage, die halbe Nation mit ihren Weisheiten in Entzücken zu versetzen..

  6. Warum greift das ZDF nicht auf echte Experten zurück, die in der Vergangenheit unter Beweis gestellt haben, Bildungspolitik einigermaßen wert- und vorurteilsfrei – wenn das bei dem Thema überhaupt möglich ist – kommentiert zu haben? Oder sie lassen zwei gegensätzliche Meinungen zu Wort kommen.
    Allein wegen der beiden “Experten” ist die Sendung für mich uninteressant!!

    • Oder noch besser, es wird ganz auf “Experten” verzichtet. Die Doku wird gesendet und anschließen lässt das ZDF Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter wie in einer Schulkonferenz die Situation aus ihrer jeweiligen Sicht diskutieren.

      • Prima Idee!! Geben Sie den Tipp doch gleich weiter. Aber leider wird es zu spät sein.
        Warum fällt den Verantwortlichen so eine gute Idee eigentlich nicht selber ein?
        Vielleicht sehen die vor lauter Wald die Bäume nicht mehr, schmunzel.

        • Klar sehen die die Bäume. Aber wollen sie, dass andere die auch sehen?
          Unsere öffentlich rechtlichen Aufklärer haben als Politsklaven doch nur eins im Sinn: Desinformation und Meinungsmache zugunsten dessen, was als politisch korrekt gilt und glauben gemacht werden soll.
          Die Sache wird für mich ständig durchsichtiger, weil der Erfolg offensichtlich leichtsinnig macht und die Strategie immer unverholener durchgezogen wird.

  7. Rechts sind Bäume,
    links sind Bäume
    und dazwischen Zwischenräume,
    wo die Elefanten spazierengehen …

    Warum fällt mir jetzt dieses Kinderlied ein?

    Elefanten sind graue Tiere, nur Grautiere haben eben keinen Rüssel, neigen aber zu Eseleien. Sind sie deshalb Experten?

  8. Das Ende eines Kommentars von U. Prasuhn passt m. E. zu der hier mehrfach geäußerten Kritik, dass in den GEZ-Medien vornehmlich handverlesene Leute zu Wort kommen, die von Tuten und Blasen oft keine Ahnung haben:
    „In der Realität einer komplexen Mediendemokratie entscheidet sich die Frage, welche Meinungen ein Millionenpublikum hört, nun daran, wer im Besitz der Mikrophone einer Talkshow ist und wer darüber befindet, wer vor ein Mikrophon kommt oder nicht.
    Relativ früh, schon in der Schule, machen junge Bürger die Erfahrung, welche Meinungen „diskutabel“, also mikrophonfähig sind und welche nicht. Geht man vom Idealfall aus, dann müssten ja in einer Demokratie alle politischen Positionen eine ähnliche Ausgangssituation haben. Und sie müssten über gleiche Chancen verfügen, sich artikulieren zu können. Das ist aber nicht so…“
    http://www.4teachers.de/?action=showtopic&topic_id=33456&page=1

  9. Also die Sendung ist ja gerade vorbei, und es waren die üblichen Trivialitäten: Ein paar Zahlen, das tolle Finnland, der Lärm, die Erziehung, und das Einzelkämpfertum. Hm.
    Was mich wirklich genervt hat, ist das ständige Chaos und die Unruhe in den beiden beobachteten Klassen. Das kann man als Lehrer nicht akzeptieren. Sonst findet nämlich Denken gar nicht statt, sondern nur noch Anweisung und Erledigung. Überhaupt haben die beiden Protagonisten sehr wenig darüber gesagt, welche Fragen sie in ihrem Fach umtreiben, wo sie selbst auf der Suche sind, und wie sie mit Schülern zusammen Problemfragen reflektieren, und nicht nur, wie sie Stoff pädagogisch zurecht schneiden.
    Der Film war mal wieder gespickt von den üblichen Verdächtigen.

  10. Hier habe ich eine Sendekritik gefunden.

    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-wie-gut-sind-unsere-lehrer-20-15-uhr-zdf-sind-lehrer-faule-saecke-oder-arme-schweine_id_4152179.html

    Ich habe nur ganz kurz in der Sendung “vorbeigeschaut”. Da wird von zwei Gymnasien in HH gesprochen. Die SchülerInnen sitzen frontal hintereinander in Reihen.
    Mein Gymnasium war in dieser Hinsicht bereits fortschrittlicher. Es handelte sich aber um die 60er Jahre. Bei uns gab’s die Sitzordnung “Hufeisen”. Was vermittelt allein die “mittelalterliche” Sitzordnung für einen Eindruck??
    Es herrscht fast ein unzumutbarer Dauerlärmpegel und eine auffällige Disziplinlosigkeit der SchülerInnen. So etwas habe ich in meiner ganzen Lehrerzeit nicht erlebt!! In diesem Umfeld soll unterrichtet werden?
    Sind diese Schulen repräsentativ für das Lehr- und Lernniveau an Deutschlands Gymnasien? Falls ja, dann “gute Nacht Marie”!!!
    Dann höre ich im begleitenden Kommentar, dass in Finnland 90 Prozent Abitur schaffen. Das wird aber nicht näher hinterfragt.
    Ich glaube, wer die Sendung nicht gesehen hat, hat nichts versäumt.

    • Komisch, genau die gleiche Sitzordnung haben sich meine Sus gewünscht. Die empfinden sie gar nicht als mittelalterlich. das hat nämlich einen guten Grund. In dem raum, der ursprünglich für 20 bis 24 Sus konzipiert worden ist, sitzen jetzt 30 SuS. Wenn ein Hufeisen gestellt wird, ist in der Mitte kein Durchkommen mehr. Zieht man das Hufeisen auseinander, sitzen die Kinder am Rande des U mit dem Rücken direkt vor der Wand. bzw. dem Fenster und niemand kann hinter ihnen durchgehen. Gruppentische, übliche Viereranordnung, können Sie vergessen. Das liegt daran, dass die Tische seit den 60ern größer geworden sind. Auf den alten “Zierleisten” konnte man kein Schulbuch und einen College-Block hintereinander legen.

      Weiterer Nachteil des u, die vordern SuS sitzen so nah an der frontseite, dass sie mehr oder weniger parallel zur Tafel bzw. Prokektonsfläche des OHP sitzen und somit schlechte Sichtvehältnisse haben.

      Wer die gestrigen Aufnahmen aus dem Klassenraum gesehen hat, dem dürfte auch aufgefallen sein, dass die vordere Tischreihe direkt neben dem Waschbecken stand.

      • Ich unterrichtete auch in ziemlich kleinen Klassenräumen mit bis zu 30 SchülerInnen. Da bietet sich eine Mischform an; nicht ideal, ist eben ein Kompromiss. Außen wird ein Hufeisen gestellt, innen jeweils ein Tisch. Das sind dann zumindest vier Tische, sodass acht Schüler schon mal nicht im Hufeisen sitzen. Das ist allemal kommunikationsfreundlicher als die im Film zu sehende Sitzordnung. Wie sollen da vernünftige Unterrichtsgespräche sattfinden können, wenn die Leute nur die Hinterköpfe sehen?

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        l _ _ l Pardon, die Tische sollen schon in einer Linie
        l l stehen.
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        Nach diesem Grundmodell können 40 Sch in einem Raum untergebracht werden.
        Von Gruppentischen als Grundordnung halte ich überhaupt nichts!

        • Autsch, da hat’s meine Skizze aber ziemlich “zerrupft”. Die rechte Tischreihe denken wir uns jetzt in Höhe der hinteren Reihe.

        • Das nicht alle Tische außen am Rand des U stehen können, nein, wer hätte das gedacht?

          Wie groß ist Ihr Raum in Quadratmetern? Vor allem wie lang und wie breit ist er? Wie viele Prozent der Grundfläche nehmen tische, regale und Schränke ein?

          Die Tatsache, dass die vorderen Schüler schlechte Sichtverhälltnisse zur Tafel haben, da sie ein Sichtachse unter 30 Grad haben, ist auch noch nicht aus der Welt. Wenn Sie 40 Jugendliche in einem 64 qm (8mx8m) großen Raum unterbringen, dann haben Sie 1,5 qm je Schüler unter Abzug sonstigen Mobiliars. Von den 3 qm für zwei SuS gehen dann noch für den Tisch 0,6×1,6 qm (1,3 qm) ab. Bleiebn 1,7 qm Bewegungsfläche für zwei Schüler, auf denen ja auch noch deren Stühle stehen. Die Bauvorschriften für Hundezwinger rechnen schon mit einem größeren Platzbedarf je Geschöpf.

          • Laut Verordnung für Büroarbeitsplätze für sitzende Tätigkeiten muss allein die Bewegungsfläche hinter dem Tisch eine Tiefe von 1,20 Metern haben. gehen wir von minimal 1,00 m plus der Tischtiefe von 0,60 m aus, dann können Sie bei einer Raumtiefe von 8 ,00 m zwar fünf Tischreiehen stellen, die vordere Tischreihe steht dann aber an der Stirnseite direkt vor der Tafel. Also mehr als 4 Tischreihen sind nicht drin. bedeutet für das U, dass auf den Flügeln ebenfalls höchstens 4 Tische stehen können. Und ein Pult oder Lehrertisch muss ebenfalls noch untergebracht werden.

          • Zitat:

            Luftraum
            (1) Arbeitsräume sind so einzurichten, dass der freie, durch das Volumen von Ein-bauten nicht verringerte Luftraum für jeden ständig anwesenden Beschäftigten mindes-tens

            12 m3 bei überwiegend sitzender Tätigkeit,

            15 m3 bei überwiegend nichtsitzender Tätigkeit und

            18 m3 bei schwerer körperlicher Arbeit
            beträgt.
            (2) Wenn sich in Arbeitsräumen neben den ständig anwesenden Beschäftigten auch andere Personen nicht nur vorübergehend aufhalten, ist für jede zusätzliche Person ein Mindestluftraum von 10 m3 vorzusehen. Dies gilt nicht für Verkaufsräume, Schank- und Speiseräume in Gaststätten, Schulungs- und Besprechungsräume sowie für Unter-richtsräume in Schulen.

            Bedeutet für einen 8 x 8 x 2,75 Kubikmeter großen Raum, dass eigentlich nicht mehr als 16 Personen bei sitzender Tätigkeit dort untergebracht werden dürften.

          • Ihre akribische Recherche der Verordnungen zu Büroarbeitsplätzen und sogar zum Luftraum für jeden Beschäftigten ist anerkennenswert, es steht nur zu befürchten, dass dies kaum jemanden interessiert und kaum jemand die Angaben zum Anlass nimmt seinen Klassenraum und die Sitzordnung der Schüler mit den geforderten Quadrat- und Kubikmetern zu vergleichen oder (falls überhaupt möglich) in Einklang zu bringen.
            Sie wollen wahrscheinlich auf die Aussage hinaus, dass die meisten Räume wegen der gestiegenen Schülerzahlen pro Klasse zu klein sind und laut Verordnung zu Büroarbeitsplätzen nicht mehr den Vorschriften entsprechen.

          • @Sabine
            Etwas zugespitzt kann ich auch formulieren: Wer offensichtlich noch nichts von einer positiven Lernatmosphäre als unbedingte Voraussetzung für erfolgreiches Unterrichten gehört hat, dem ist es auch egal, wie die Schüler im Klassenraum sitzen.

            Übrigens, Unterricht, wie ich ihn gestern in dem Film nur ausschnittsweise mitbekommen habe, wäre mir in meinem Referendariat “um die Ohren gehauen” worden. Er stellt für die Schüler eine regelrechte Zumutung dar!!

          • @dickebank
            Ja, eine richtige Fleißarbeit!!

            In meiner Dienstzeit ist es mir IMMER gelungen, eine angemessene Sitzordnung hinzukriegen. Oberstes Ziel: Es sollte den Schülern möglich sein, sich anzusehen, ohne dass es dabei zu Verrenkungen des Kopfes oder des ganzen Körpers kommt. Zugegeben, die gemischte Sitzordnung ist dafür nicht ideal, aber immer noch besser, als generell frontal hintereinander zu sitzen.
            Da spielte die Raum- oder Klassengröße keine Rolle.

          • Hallo, mehrnachdenken,
            ich bin ein großer Freund des verpönten Frontalunterrichts, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, wenn die Schüler sich ansehen können, außer natürlich in Gesprächen. Dort ist Blickkontakt zweifellos gut.
            Ansonstige Kontaktaufnahmen durch Blick, Mimik und Gestik dienen nur relativ selten der Arbeit und weit häufiger der gegenseitigen Ablenkung.
            Für geplante Gespräche habe ich bisher mit den Schülern immer eine eingeübte, rasche Änderung der Sitzordnung gefunden. Wenn ein Gespräch nicht geplant war und sich spontan ergab, ging es dann kurzfristig auch mit etwas Kopf- oder Körperdrehen.
            Ich denke, es gibt kein Rezept für die richtige Sitzordnung. Hauptsache, jeder Lehrer findet heraus, was für ihn und seinen Unterricht am besten ist.

          • Weit gefehlt; Fleißarbeit war dafür nicht nötig. man muss eben wissen, dass es solche bestimmungen gibt und eine Suchmaschine zur Verfügung haben.

            Letztendlich geht es aber um etwas anderes. Eine Vielzahl von Störungen könnte vermieden werden, wenn die SuS nicht gezwungen wären, wie die Ölsardinen in der Dose aufeinander zu hocken.

            Wie soll man denn in Einzelarbeitsphasen zu den Schülern kommen, die eine Frage haben? Klar kann man das im Plenum klären, nur ist das dann nicht Sinn dieser Arbeitsphase.

            Die Räume sind für “Frontalunterricht”, blödsinniger Begriff, besser lehrerzentrierten Unterricht angelegt worden. Folglich muss jeder die Möglichkeit haben, ohne Verrenkungen die Tafel und die Projektionsfläche solange es keine interaktiven Whiteboards (Smartboardes) gibt zu sehen. Und das geht wirklich am besten, wenn man frontal davor, also gegenüber sitzt.

            Das alles hat auch etwas mit Arbeitsplatzergonometrie zu tun, oder ist die für Heranwachsende zu vernachlässigen.

          • @Birgti
            Bei dem hohen Lärmpegel in dem Film sind die beiden Lehrkräfte offenbar noch auf der Suche danach, was für ihren Unterricht am besten ist.

    • Vielen Dank, mehrnachdenken! Ich habe mir die Sendung nicht angetan, aber soeben die Focus-Kritik gelesen. Kann mir vorstellen, wie die Sache abgelaufen ist.
      Bei allem Bedauern für die Lehrer bleibt zu fragen, wie die Schüler in einer solch stressigen, von Unruhe und Lärm geprägten Atmosphäre überhaupt noch etwas lernen können, außer Disziplinlosigkeit, Unkonzentriertheit und Ellenbogenfreiheit.
      So sieht vielfach heutige Schule aus, die keine Rangordnung mehr kennt und Lehrer durch Befehl zu Hampelmännern macht. Die hochgelobten praxisfernen Experten mit ihren “fortschrittlichen” Methoden setzen dem Ganzen dann noch die Krone auf.
      Tollhäuser zu schaffen gilt offenbar als modern und fortschrittlich. Da lobe ich mir doch die unzeitgemäße, altmodische und viel belächelte Schule früherer Zeiten. Das Schönreden von Untugenden war noch fremd und die Pädagogik lebte primär vom Erfahrungswissen der wahren Experten, nämlich dem der Lehrer.
      Anders kann es auch kaum funktionieren.

    • Es ist hier wie bei fast allen Bildungsdiskussionen in Deutschland. Es wird herrlich über Sitzordnungen gestritten – dabei wären die Schüler wahrscheinlich bei beiden Sitzordnungen unruhig gewesen. Wie Hattie schon sagt: auf den Lehrer kommt es an – eher nicht auf die Sitzordung. Ich weiß ja nicht wo diejenigen als Lehrer gearbeitet haben oder arbeiten, die sich hier eher abfällig über die gezeigten Lehrer äußern, aber ich denke mal eine Großstadt wie Hamburg ist für Unterricht eher ein schwierigeres Pflaster als eher ländliche Regionen es sind. Außerdem sorgen die Kameras des Fernsehteams sicherlich für zusätzlichen Stress, da man es ja besonders gut machen möchte. Wenn dann die Schüler nicht mitspielen sind sie halt gereizt -was solls. Sie hatten wenigstens den Arsch in der Hose und haben sich gestellt.

      • Das ist ja das Peinliche!! Die beiden Lehrkräfte sollten ihre Klassen doch kennen. Mit diesen Klassen lasse ich mich doch nicht filmen oder ich halte den unruhigen Unterricht für normal. Dann sollte aber ganz zügig über die eigene Wahrnehmung reflektiert werden.

        Ihren Zeilen entnehme ich, das Sie das Lehrerverhalten für eine Großstadt wie HH für okay halten. Entschuldigung, es handelt sich hier nicht um den Unterricht an einer HS, sondern es geht um ein GYMNASIUM. Ich schrieb es bereits: Wenn das STANDARD für den UNTERRICHT an GYMNAIEN in GROSSTÄDTEN ist, dann sollte diese SCHULFORM ganz schnell unbenannt werden!!

        Ja, Sitzformen sind wichtig. Bspw. wurde in meiner zweiten Ausbildungsphase sehr darauf geachtet, ob die Sitzformen zu den gewählten Unterrichtsmethoden passten.
        Aber ich sah da sowieso nur Frontalunterricht: Lehrkraft fragt, Schüler antwort(en).
        Von Methodenwechsel war da eh nichts zu sehen. Aber ich habe den Film nur in kurzen Sequenzen gesehen. Es kann ja sein, dass ich mich in diesem Punkt irre.

        • Milch der frommen Denkungsart

          Die ernüchternde Wahrheit ist doch, daß an vielen Metropolgymnasien dieser Republik sich derlei Unterrichtsgeschehen tagtäglich vollzieht – zumal in jenen Bundesländern und Stadtstaaten, wo Noten und gar die Möglichkeit der Nicht-versetzung infolge vermeintlich progressiver Pädagogikschwärmerei abgeschafft wurden. Wenn also dem Lehrer auch die letzten Disziplinierungsinstrumente aus den Händen entwunden sind, so kann doch nur ein Träumer meinen, die Schü-ler würden aus reflektierender Verantwortung heraus Selbstkontrolle üben; dazu wären nicht einmal ihre Vorgängergenerationen imstande gewesen, deren Eltern in Mehrheit ihre Erziehungspflicht tatsächlich noch wahrgenommen haben.
          Seitdem aber das Gymnasium zur frei zugänglichen Gesamtschule mutiert ist und sich dort Kinder tummeln, die zu Hause bereits in Regellosigkeit aufgewachsen sind – wobei man dies wohlgemerkt nicht allein auf das Unterlassungskonto von Migrantenfamilien schreiben kann -, herrschen dort eben örtlich Zustände, die mit dem leider aus der Mode gekommenen Begriff “Zügellosigkeit” treffend ein-gefangen sind. Mithin ist es wohlfeil wie billig, die jungen Kollegen der Hilflosig- oder gar Unfähigkeit zu zeihen: solche Schüler, obendrein noch zumeist an gi-gantischer Reizüberflutung krankend, sind selbst mit ausgesuchtesten metho-dischen Kunststückchen nicht zu erreichen. Deshalb – und diese Katastrophe wird durch eine total-radikale Inklusion potenziert werden – werden Unterrichts-stunden notwendigerweise immer mehr einer Betreuung, nicht jedoch der Be-lehrung gleichkommen. Folglich wird die daraus resultierende Bildungsqualität weiter mit politisch gewollter Absenkung des Leistungsanspruchs verkleistert werden, während irrwitzigerweise auf dem Humus derart erniedrigten Niveaus immer mehr Abgangszeugnisse mit Spitzennoten erblühen, so daß trotz dieses Selbstbetrugs alle Beteiligten letztlich zufrieden sein können – eine oscarreife Schmierenkomödie ! Leider endet diese Statusbeschreibung hier in Aporie, da sich, um dem Problem abzuhelfen, das gesellschaftliche Werteskala in unserem Lande verschieben müßte, und zwar in eine Richtung, die von der Mainstream-mehrheit sofort reflexartig als “rückwärtsgewandt” wie “reaktionär” gegeißelt würde.

          • Ich erinnere gerne noch einmal an die Panorama-Sendung, in der A. Reschke die Co-Lehrerin in einer Hamburger Stadtteilschule “spielte”.
            Gab es da nicht Behördenschelte für den Schulleiter?

            Ganz so schlimm ging’s am Gymnasium in Altona nicht zu.

            http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2013/Lehrer-am-Limit,lehrer297.html

          • Vorschlag, schicken Sie Ihren Text an alle Bildungs- oder Kultusminister in der Republik.
            Schlecht wäre auch nicht, ihn gleich allen Medienredaktionen (Zeitung, Radio und Fernsehen) zur Verfügung zu stellen.
            Zu guter Letzt dürfen Sie aber auch nicht die “Bildungsexperten” Hüther und Precht vergessen.

          • Jedes Ihrer Worte findet meine uneingeschränkte Zustimmung, obwohl auch ich in dem Kommentar zu einem zweiten Artikel bezüglich der Fernsehsendung die Lehrerin als “hilflos” und “mit ihrem Latein am Ende” bezeichnet habe. Damit meinte ich aber nicht, dass sie unfähig sei, sondern unter den gegebenen Umständen, die Sie sehr treffend beschreiben, völlig machtlos.
            Auch ich würde vor dieser undisziplinierten “Meute” keine gute Figur machen und es ist in der Tat so, wie GriasDi ganz richtig sagt, dass die beiden Lehrkräfte immerhin den Mut hatten, sich in dieser permanent hilflosen und damit “unwürdigen” Situation filmen zu lassen. Sie haben anderen Lehrern damit einen großen Gefallen getan, denn viele Zuschauer konnten am Bildschirm verfolgen, wie es heutzutage in den Schulen zugeht und was es mit den Sprüchen von “moderner” und “fortschrittlicher” Bildung auf sich hat.
            Solche hautnahen Bilder sollte es viel öfter geben. Sie sprechen für sich und machen das inhaltlose Geschwätz sog. “Experten” überflüssig.

          • @Aufmüpfer
            Bei allem Respekt, glauben Sie tatsächlich, dass die Öffentlichkeit den Film in Ihrem Sinne sieht?
            Die Zuschauer sehen lediglich zwei relativ hilflose Lehrkräfte, die sich nicht durchsetzen können. Dass daran jedoch möglicherweise die Unterrichtsbedingungen einen starken Anteil haben könnten, wird doch von den meisten Zuschauern überhaupt nicht realisiert.
            Es wäre eines von vielen Versäumnissen in dem Streifen, wenn dieser Aspekt nicht angesprochen worden ist.

          • Doch, mehrnachdenken, das glaube ich. Wenn auch nicht alle den Film in meinem Sinne verstehen, so sind es doch sicher sehr viele. Jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, wenn sie zufällig mitkriegen, dass ich Lehrer bin, immer häufiger fragen, ob das in der heutigen Zeit mit den Kindern denn nicht furchtbar schwierig sei.
            Dass dieser Aspekt in dem Film nicht angesprochen wurde, ist sicher ein Versäumnis, da haben Sie Recht.

          • @Aufmüpfer
            Richtig, Menschen, die erfahren, welchen Beruf ich ausübe, begegnen mir i.d.R. mit großem Verständnis und sogar Mitleid. Es ist dann so, wie Sie es beschreiben. Das ist die eine Seite.
            Leute, deren Kinder noch in die Schule gehen, machen Schwieirgkeiten aber nicht am System oder den Kindern fest, sondern nur an der Lehrerperson.
            Ich erlebe also – wenn Sie so wollen – zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen.

  11. Warum muss man eigentlich das Wort “Feedback” in einer ppt auf einem Whiteboard präsentieren? Warum muss man den Stundenablauf am Anfang projizieren, anstatt die Aura des Fachs wirken zu lassen? Ich glaube, junge Lehrer lernen nur noch, wie man etwas vermitteln sollte. Das Wesentliche einer Geisteswissenschaft besteht aber darin, dass Lernende über ihr eigenes Verhältnis zu dem Gegenstand reflektieren. Diese beiden Lehrkräfte waren keine denkenden Persönlichkeiten, sondern Aufziehmarjonetten, die etwas abgespult haben. Es waren “Faktenvermittler”, die denken, sie wären Pädagogen. Ich glaube, von Lernprozessen, von Denkräumen, von subjektiven Relevanzbildungsprozessen, von Wertegenerierung beim fachlichen Denken, haben sie keine Ahnung. Ich wundere mich nur, dass so etwas an einem Gymnasium abgeht. Ich unterrichte an einer von drei Gesamtschulen in Baden Württemberg, und ich muss sagen, meine Realschüler haben ein wesentlich höheres Reflexionsniveau. Obwohl, von Reflektieren hat man ja nichts mitbekommen in diesem visuellen Pamphlet. Wahrscheinlich war das Absicht. Für alle Interessierten hier eine Buchempfehlung: http://www.amazon.de/Macht-Schule-Dumm-Intellekt-Streitschrift/dp/385438288X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1411579760&sr=8-1&keywords=daum%C3%BCller

    • Nichts für ungut, aber Sie sind nicht zufällig der Autor dieses Buches?

    • Solche Kommentare “liebe” ich. Vollgespickt mit hochtrabenden Begriffen, die ungeheure Kompetenz signalisieren sollen.
      Zitat: “Ich glaube, von Lernprozessen, von Denkräumen, von subjektiven Relevanzbildungsprozessen, von Wertegenerierung beim fachlichen Denken, haben sie (die beiden Lehrer) keine Ahnung.”
      Haben Sie denn von der Schulpraxis Ahnung? Weder ich noch meine Kollegen würden je so abgehoben schwafeln wie Sie. Ihre Worte klingen so, als seien sie einem Satiremagazin entsprungen, in dem Pädagogen durch den Kakao gezogen werden.
      Aber Sie meinen es ernst mit Ihrem Geschwafel. Jedenfalls nehme ich das an.

  12. Lieber “Aufmüpfer”, ich arbeite seit 22 Jahren Vollzeit als Lehrer und kenne alle Facetten dieses Jobs. Ich glaube eher, dass Sie es vielleicht nötig haben Ihre Inkompetenz mit Beleidigungen zu überspielen?

    • Dass Sie als Lehrer arbeiten, stelle ich nicht in Zweifel. Ich zweifle anderes an. Kollegen, die ich wertschätze ob ihres unterrichtlichen Könnens und ihrer kollegialen Zusammenarbeit, haben nicht das geringste Bedürfnis, sich mit geschwollener Ausdrucksweise in Szene zu setzen.
      Lesen Sie sich Ihr Geschwurbel doch noch einmal durch! Fällt Ihnen da nicht auf, wie unnatürlich Sie daherreden? Z. B. “Die Aura des Fachs wirken lassen”, da kriegt doch jeder einigermaßen bodenverhaftete Lehrer das Grinsen.
      Vielleicht halten Sie sich oft in Foren der immer gleichen Redekünstler auf und merken gar nicht mehr, wie Sie sich da gegenseitig mit Worthülsen und Phraseologie den Bauch pinseln. Ich bin ein paar Mal als stiller Leser in solch “erlauchte” Kreise geraten und habe mich fast wie ein Eindringling in die Gebetsmühle einer pädagogische Sekte gefühlt.

      • @Aufmüpfer:
        Den Nagel auf den Kopf!
        DrD ist weithingehend bekannt, möglicherweise auch von Ihnen, denn Sie beschreiben die Tatsachen hier vortreffend!

  13. Was mir noch zu dem Film eingefallen ist: Wir haben gesehen, wie unruhig es in den Klassen ist. Die Lehrkräfte habe offensichtlich Probleme, sich durchzusetzen und für eine positive Lernatmosphäre zu sorgen.
    Jetzt gehe ich mal davon aus, dass es sich um eine “normale” Klasse handelt ohne z.B. stark verhaltensauffällige SchülerInnen. Diese kämen aber im Zuge der Inkluison ebenfalls in diese Klassen.
    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie “Unterricht” dort dann abläuft.
    Es dringt zwar kaum etwas nach draußen, vermutlich wird es jedoch diese kaum zu beherrschenden Unterrichtsituationen vor allem wegen der Inklusion bereits in Schulen geben.

    • Das waren pubertierende Gymnasialklassen, deshalb haben die ZDF-Kameras ja auch überlebt. Es gehen aber nur 40% eines Jahrganges auf ein Gymnasium. Die hätten besser ‘mal Unterricht aus ganz normalen Schulen gezeigt, da wo das Leben richtig abgeht. Im gezeigten Vorstadtbiotop hat niemand seine Lehrkraft aufgefordert: “VerpiXX dich du VotZZ!!” oder “Ey du WiYYer, du kannst mich ‘mal!”. Nix dergleichen und hier meinen doch glatt einige, die gezeigten Lehrkräfte könnten sich bei den Kids nicht durchsetzen. In den gezeigten Szenen ist nicht mit Mobiliar geworfen worden, kein Mitschüler sonstwie tätlich angegriffen worden, keiner Lehrkraft Schläge oder weitaus Schlimmeres angedroht worden (Isch weiß wo dein Haus wohnt!), keine Gegenstände von Mitschülern oder des Schulträgers beschädigt oder zerstört worden, nix dergleichen.

      Also im Prinzip eine Vorzeigeschule.

  14. Ich zitiere mal einen Ausschnitt eines Beitrags von anderer Stelle. Es handelt sich um die Schilderung in einer 6. HS-Klasse:

    “Anmerkung:
    ES => Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
    LE => Förderschwerpunkt Lernen

    Ich fange einfach mal mit der Aufzählung an, was für 18 Schüler in unserer illustren Klasse sind.

    1. Asperger Autist, sehr aggressiv, dh. er schlägt/tritt Mitschüler, Lehrer und seinen Inklusionshelfer, beleidigt/bedroht fast dauerhaft Mitschüler (Fick dich du Hurensohn! Ich schlag dich zusammen! Ich bring dich um! Nur mal so eine kleine Auswahl), Sachbeschädigungen kommen regelmäßig vor, keine Therapie, keine Medikamente, bringt die ganze Klasse an den Rand der Belastbarkeit
    2. Asperper Autist, Richtung LE, seitdem er in Therapie ist, ist es ein tolles Kind geworden, ein harter Kampf um dort einen Integrationshelfer zu bekommen, Verfahren läuft
    3. LE, ES
    4. LE, ES, kann ggf. später den Förderstatus ablegen
    5. LE, kann nicht lesen, schreiben ist eher ein Buchstaben abmalen, Rechnen rudimentär
    6. LE, kann lesen und schreiben, aber Rechnen ist nicht ihre Welt
    7. ADHS, frisch mit Medikamenten eingestellt
    8. ES
    9. 3 totale Laberbacken, die wirklich NIE! ruhig sein können
    10. eine, die das Sprechen in der Klasse total verweigert, redet aber manchmal, ganz selten, mit ihren Mitschülerinnen
    11. einer, der seit Ostern nicht mehr in der Schule war, bzw. dieses Halbjahr ca. 1,5 Wochen, fehlt laut Mutter immer wegen Läuse. Die Atteste würden immer per Post an die Schule geschickt werden (welche aber, oh Wunder, noch nie ankamen). Im Elterngespräch am Montag hing ihre Alkoholfahne noch 15min nach ihrem Abgang im Raum und es ist nicht schön bei einer erwachsenen Person die Läusenissen im Haar zu sehen. Wir vermuten, dass der (ein ganz lieber) Junge zu Hause bleibt und auf die Mutter aufpasst. Die Wohnung ist laut Ordnungsamt immer tadellos aufgeräumt. Das Jugendamt ist dran.
    12. 5 halbwegs normale Kinder (einer davon LRS)

    Durch die Nr. 1 ist die komplette Klasse immer wieder sehr durcheinander. Vor allem, weil 1 und 3 immer wieder in Streit kommen und 4 und 8 die Nr. 3 schützen wollen. 1 steht mit den massivsten Vorfällen (wo massive Schlägereien waren) innerhalb von 5,5 Wochen 7mal im Klassenbuch, 3mal für einen Nachmittag suspendiert……..”

    Diese Situation ist leider keine Ausnahme und wäre sicher eindrucksvoller gewesen in einer solchen Sendung. Vielleicht wären dabei auch ein paar mehr Menschen die Augen über unsere schöne heile Schulwelt und die unfähigen Lehrer geöffnet worden.

    Das artete am Mittwoch so sehr aus, dass von 3 die Brille kaputt war, der Integrationshelfer Bisswunden(!!!) am Arm hatte, die zahlreichen Schläge mal nicht mitgezählt.

    • Ja, das erinnert mich ehrer an ein Gruselkabinett, denn an eine Schule! Ich möchte fast sagen: “Willkommen in der ‘schönen’ Welt der Inklusion!”
      Allerdings kommt es mir so vor, als ob viele Probleme in der Klasse hausgemacht sind. Vorneweg, ich stehe der Inklusion kritisch bis ablehnend gegenüber. Was ist aber in die Schulleitung “gefahren” so viele Inklusionsschüler in eine Klasse zu “packen”? Davon ist bei der Umsetzung der Inklusion wohl auch nicht die Rede. Prognose: In dieser Konstellation kann das nur scheitern.
      Ich kann gut verstehen, wenn sich die Lehrkräfte total überfordert fühlen. Das ist m.E. kaum mit
      dem ZDF – Film zu vergleichen.

      Meint “klexel” diesen Satz tatsächlich ernst?
      “Vielleicht wären dabei auch ein paar mehr Menschen die Augen über unsere schöne heile Schulwelt und die unfähigen Lehrer geöffnet worden.”

      • Die Frage ist, ob die als ES bzw. LE beschriebenen Kinder tatsächlich ES bzw. LE _sind_ oder ob in frühester Kindheit, sprich vor dem Kindergarten, viel schief gegangen ist. Klassische oder durch Vorurteile geleitete Ursachen sind die Inszenierungen, die man in reißerischen Dokusoaps zu sehen bekommt oder zumindest bekam. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass diese Kinder aus medizinischer Sicht ganz normal, jedoch nicht die Hellsten auf der Torte sind — Entschuldigung für das Schreiben der Wahrheit, besser ist: jedoch ihre Stärken in originellen Verhaltensmustern sehen.

        Um den eingestellten Asperger und die fünf normalen Kinder tut es mir wirklich leid.

      • Au weia, muss ich Ironie noch extra markieren?

  15. Sorry, die letzten beiden Zeilen gehören noch in das Zitat.

    • Danke, klexel!! Solche Tatsachenberichte müsste es viel öfter geben, vor allem in den großen Medien. Da würde die wunderbare Welt der Inklusion, in der kein Kind mehr „ausgegrenzt“ wird und alle voneinander profitieren schnell in sich zusammenfallen. Auch die rasant zunehmenden Gemeinschaftsschulen würden nicht mehr mit verklärtem, sondern mit realistischem Blick gesehen.
      Ich möchte den Lehrer sehen, der mit solchen Klassen fertig wird und der nicht am liebsten die Flucht ergreifen würde. Aber hier herrscht großes (Ver)Schweigen im TV- und Blätterwald.
      Da klingen solche medial verbreiteten Sätze wie blanker Hohn: “Für den Soziologen Martin Dornes vom Frankfurter Institut für Sozialforschung wuchsen junge Menschen in Deutschland noch nie so gebildet und zufrieden, sicher und umsorgt auf wie heute.” Oder: “Für Werteverfall, Egozentrik und Bildungskatastrophe fand der Soziologe…wenig Belege.”
      http://www.news4teachers.de/2014/09/kinderwertestudie-mama-papa-lehrer-kindern-sind-mit-ihren-paedagogen-sehr-zufrieden/

      • Bei der besagten Konstellation handelt es sich um eine Hauptschulklasse, also nicht berichtenswert. Interessant ist nur, was an den Gymnasien stattfindet.

        • Stimmt. Hauptschulen, Förderschulen und Realschulen werden über kurz oder lang wegen der demographischen Entwicklung zu einer Sekundar-Ober-Mittel-[was weiß ich]-Schule zusammengelegt, in der die Kinder bis zum Ende ihrer Schulpflicht beaufsichtigt und danach mit einem Abschluss in die Welt bzw. ins JobCenter entlassen werden.

          • Wieso “werden” – Zukunft?

            Der Prozess läuft doch derzeit auf Hochtouren, eigenständige HS und RS haben Sltenheitswert und werden mit zunehmender demographischer Entwicklung vom Aussterben bedroht sein. Hier hat der Ausdruck “Rote Liste” übrigens einen merkwürdigen Beigeschmack.

            Woher kommt denn der Ruf des VBE nach zweizügigen Sekundarschule, über den wir an anderer Stelle ja schon gelacht haben.

            Die Schülerzahlen gehen in einigen Teilen des Landes dermaßen in den Keller, dass gar keine andere Möglichkeit besteht die Schülergruppen, die nicht auf ein Gymnasium gehen, zusammen zu fassen und wohnortnah zu beschulen. Wenn Gemeinden keine schulische Grundversorgung mehr anbieten können, dann brauchen die auch keine Wohngebiete mehr ausweisen.

            Vor diesem Hintergrunmd sehe ich auch die Rufe nach einem Zentralabitur eher skeptisch. Aus meiner Sicht läuft das darauf hinaus, alle SuS von Klasse 1 bis 10 gemeinsam zu beschulen (PRIMUS-Schulen) und ggf. ab Klasse 8 zu differenzieren zwischen einem Schulzweig der auf den MSA und einen der auf die HR vorbereitet. SuS, die den MSA und die damit verbundene FOR nicht schaffen, erhalten den HA.

            Nach der 10. Klasse geht es dann weiter an “Oberstufengymnasien”, die aus der Zusammenlegung der GOSten von BK, GY und GeS entstehen werden.

            Was wir zur Zeit erleben ist nur ein Zwischenschritt, warten wir es ab.

          • Alles nur wegen der demografischen Entwicklung?
            Die viel zitierte sog. “Chancengleichheit” oder “Bildungsgerechtigkeit” spielt also keine Rolle bei der Zerschlagung unseres dreigliedrigen Schulsystem plus Förderschulen?
            Dann machen die Politiker ja alles richtig und zeigen Umsicht und Weitblick, wenn allein die demografische Entwicklung für die Entscheidung zu immer mehr Gesamtschule mit Inklusion verantwortlich ist.

          • Der ideeologische Ansatz ist von gestern. In NRW waren es Kommunen aus dem CDU geführten Münsterland, die als erstes nach “Gemeinschaftsschulen” riefen und sich für diese stark machten. Der “Schulfriede in NRW ist ja nicht von ganz alleine eingekehrt, die Macht des faktischen hat dar klar mitgespielt.

            Sie verwechseln im übrigen Gesamtschulen (Schulen der SekI+II) mit Sekundarschulen (nur SekI). Der Begriff nach dem Sie suchen lautet “Schulen des längeren gemeinamen Lernens”.

            Gesamtschulen müssen mindestens vierzügig sein, Sekundarschulen nur dreizügig. Auch das klappt an einigen Stellen in NRW nur, wenn sich mehree Gemeinden zu interkommunalen Zweckverbänden als Schulträger zusammenschließen und eine solche Schule gemeinsam tragen.

            Welch politische Sprengkraft die schließung oder Zusammenlegung von Grundschulen in einzelnen Ortsteilen von Gemeinden entwickeln kann, kann man derzeit an vielen Orten gespannt verfolgen. Mal sehen, wann die landesregierung Abstand nimmt von den 144 SuS als Mindesbestand für eine Schule. Nur was hinsichtlich der Schüler-Lehrer-Relation an “Dorfschulen” recht ist, muss dann in den sozialen Brennpunkten der Ballungsräume billig sein. Gemeint sind hier Klassen zwischen 12 und 16 SuS. Aber keine Angst, die Gelder hierfür wird die gerontokratie niemals bewilligen, fehlen doch die gelder anschließend für die Mütterrente und die bezuschussung von Altennachmittagen.

          • Ich glaube nicht, dass der ideologische Ansatz von gestern ist. Dazu wird er ohne Unterlass noch viel zu sehr gepredigt.
            Er scheint sich aber ein Deckmäntelchen verschafft zu haben, nämlich das demografische. Wer will oder kann dagegen noch etwas sagen, außer: Ich glaube nicht…(s.o.)

  16. Wenn es keine Ideologie ist, dann ist es die Heuchelei einer bestimmten Partei, die hier in NRW in den 70ern den Kulturkampf gegen die Koop-Schule vom Zaune gebrochen hat, und die heute Gemeinschaftsschulen vor allem im ländlichen Raum einfordert. Vor dem Hintergrund der finanziellen Situation wird es zu keiner Absenkung der Klassenteiler kommen. Zusätzlich kommen infolge fehlender Geburten immer mehr Schulen unter 144 SuS und sind somit von Schließung betroffen. Unter dem Aspekt kommt dann selbst dem wertkonservativsten Bürgermeister die Idee, HS und RS zusammen zu legen, bevor der Ort ggf. beide Schulen verliert.

  17. will nur einen Begriff in die Debatte werfen: kooperative Gesamtschule, Klassen verschiedener Fachniveaus in der selben Schule. Könnte das der salomonische Kompromiss sein?

  18. Ach nee, was hatte ich wohl mit Koop gemeint? Die KGS ist verbrannt, die CDU kann die Koop-Schule nicht einfordern, die SPD wird die IGS nicht aufgeben. Als Kompromiss gibt es deshalb ja die Sekundarschule – bis 10 eine SekI-Schule, die wenigsten keine Oberstufe hat, aber trotzdem zum Abi führen kann …

  19. Aber nicht geschickt von mir. Ich habe hier nur den langen Weg bis zum derzeitigen Burg- sorry Schul-Friden aufgezeigt. Der Landes-CDU ist nach der blonden Jahreszeit, die ja auf Drängen der Bertelsmänner als erstes die Parole “No child left behind” ausgegeben hatte, nichts Pragmatisches eingefallen, um ihre Basis vor Ort zu beruhigen.

    Die Eltern hatten nämlich nur die Wahl zwischen G8 an einem Gymnasium, das auf den ganztag keine Antwort wusste, oder dem gegliederten örtlichen Schulsystem, dem allmählich die Schüler auszugehen drohen. Nicht umsonst hat es auch in vielen Kommunen mit CDU/FDP-Mehrheit im Gemeinderat plötzlich Initiativen zur Gründung von weiteren Gesamtschulen gegeben. Diese müssen aber aufgrund der bestehenden Bestimmungen – ursprünglich von der CDU/FDP als verhinderungsinstrument gedacht – mindestens vierzügig sein. Diese breite Basis muss auch sein, um aus dieser Gruppe von 120 SuS ca. 40 für eine spätere Oberstufe herauszufiltern. Da aber an vielen Standorten bei Fortbestand der Gymnasien (Übertrittsquote nach dem 4. Schuljahr in NRW bei 42%) nicht davon ausgegangen werden konnte mindestens 120 Anmeldungen für eine GeS in Gründung zusammen zu bekommen, hat man sich zu einem anderen Weg entschlossen, also einer Schule für die SekundarstufeI, die “längere gemeinsames Lernen” zum Ziel hatte und auf die Erfordenisse der SekII vorbereitet, ohne selbst eine Oberstufe zu haben. So ist der Bestand von allgemeinbildenden Schulen bis Klasse 10 in den Kommunen vorübergehnd gesichert. Gleichzeitig wird die Anzahl bestehender gymnasialer Oberstufen nicht erhöht und darüber hinaus deren Fortbestand gesichert, da die Schulformen mit GOSten mit den Sekundarschulen kooperieren müssen. Ferner wurden den Sekundarschulen Stellen im höheren Dienst eingeräumt, um den Anschluss an den Oberstufenunterricht zu gewährleisten, so die aussage der Landeschulministerin. In Wirklichkeit ist das eine Maßnahme zulasten des gehobenen Dienstes, nur um die Beamten des höheren Dienstes zu versorgen, die wegen des G8 an Gymnasien aufgrund des Wegfalles eines Jahrganges nicht mehr eingesetzt werden können. Gleichzeitig kommt man der Gewerkschaftsforderung sukzessive nach, alle Lehrkräfte einheitlich zu besolden.

    So geht halt Politik:(
    Demokratie ist die Korruption der einen dividiert durch die Korruption der anderen.

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